Am vergangenen Dienstag hat die jährliche Löwenrunde stattgefunden, einen Tag vor dem Beginn der Hochschulwahlen 2026. Größere Konflikte blieben aus.
Die Löwenrunde ist eine Diskussionsrunde, welche jedes Jahr kurz vor den Hochschulwahlen stattfindet. Sie soll Studierenden als Orientierungshilfe für die Wahl des Sturas dienen. Anwesend waren in diesem Jahr Vertreter:innen der Rot-Grünen Liste (Juso-HSG und GHG), Offenen Linken Liste (OlLi), Liberalen Hochschulgruppe (LHG), von der Gewerkschaftsliste TV-Stud, der NAWI-Liste und den Theolog*innen für soziale Demokratie und gegen Antisemitismus (TfsDug4). Moderiert wurde die Löwenrunde vom Referenten für äußere Hochschulpolitik des Sturas sowie einem Vertreter aus der Studierendenredaktion von Radio Corax.
Einig waren sich die Vertreter:innen besonders bei den Themen Antifaschismus und AfD. Sie sprachen sie sich gegen die Pläne der AfD aus, die Studierendenräte und Fachschaftsräte in Sachsen-Anhalt auflösen zu wollen und plädierten dabei für einen antifaschistischen und demokratischen Stura. Auf das Worst-Case-Szenario im Falle eines Wahlsieges der AfD im September müsse man sich gründlich vorbereiten.
Auch die Frage, ob Nebenjobs als Allgemeine Schlüsselqualifikation (ASQ) anerkannt werden sollten, stand abermals im Raum, nachdem sie in der Löwenrunde 2025 bereits thematisiert wurde. Einig waren sich die Vertreter:innen darin, dass diese Möglichkeit auch in der folgenden Legislaturperiode noch angestrebt und erarbeitet werden soll. Der Vertreter der Rot-Grünen Liste warf jedoch ein, dass dies womöglich ungerecht für Studierende sei, die keine ASQs abschließen müssen – etwa Studis im Master oder Staatsexamen.
Kleinere Konflikte gab es besonders darüber, ob sich der Stura in Zukunft allgemeinpolitisch oder rein hochschulpolitisch äußern soll. Während der Vertreter der LHG mahnte, dass der Stura gesetzlich kein allgemeinpolitisches Mandat habe und sich daher auch nur zur Hochschulpolitik äußern dürfe, lehnten die Rot-Grüne Liste und TfsDug4 eine strikte Trennung von Allgemein- und Hochschulpolitik ab. Letztere merkte jedoch gleichermaßen an, dass der Stura keine „Identitätspolitik“ betreiben dürfe.
Auch bei den Fragen nach einer möglichen Anwesenheitsplicht für Stura-Mitglieder auf den Sitzungen sowie nach einer erhöhten Transparenz des Sturas kam es zu Uneinigkeiten zwischen den Vertreter:innen. Die Vertreterin der TfsDug4 kritisierte etwa, dass Stura-Sitzungen immer wieder aufgrund fehlender Beschlussfähigkeit ausfielen und die entsprechenden Sitzungsprotokolle nur unvollständig seien. Zudem plädierte sich für mehr Solidarität und Kollegialität der Stura-Mitglieder untereinander.
Die NAWI-Liste, OlLi und Rot-Grüne Liste argumentierten gegen eine Anwesenheitspflicht im Stura sowie Sanktionen für Stura-Mitglieder, die ohne vorherige Abmeldung nicht zu den Sitzungen erscheinen. Aufgrund von Nebenjobs, persönlichen Einschränkungen und anderweitigen Verpflichtungen ließe sich dies häufig nicht verhindern.
Für die Fragen bediente sich die Moderation an ausgewählten Thesen des „Mahlowat“, einer Stura-Nachbildung des berühmten „Wahl-O-Mat“. Gewählt werden können neben dem Stura auch Fachschaftsräte und die studentische Vertretung im akademischen Senat und den Fakultätsräten. Eine Stimmabgabe im Löwenportal ist noch bis zum 21. Mai 2026 um 15.00 Uhr möglich.
