Ein Gesetzentwurf der AfD Fraktion in Sachsen-Anhalt sieht vor, Studierendenschaften an den Hochschulen des Landes abzuschaffen. In Halle sind dadurch unter Anderem der Stura und die Fachschaftsräte in Gefahr – fallen sie weg, droht laut Stura Halle ein ernstes Demokratiedefizit an Universitäten.
Am 14. April 2026 legte die AfD Fraktion im Landtag Sachsen-Anhalt einen Gesetzentwurf vor, der eine Auflösung der Studierendenschaften der Hochschulen des Landes vorsieht. Am Mittwoch, den 22. April, wird dieser Entwurf erstmals im Landtag debattiert.
Der „Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Hochschulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt“, der von der AfD Fraktion vorgeschlagen wurde, sieht eine Streichung des Paragraphen 65 vor. Dieser würde durch den bereits bestehenden Paragraph 65a ersetzt, so solle „die studentische Vereinigungsfreiheit […] unberührt [bleiben]“. Zurzeit definiert und organisiert Paragraph 65 die Studierendenräte, während es in Paragraph 65a um studentische Vereinigungen geht.
Für die MLU würde dies den Wegfall des Sturas und aller seiner zugehörigen Organe und Programme bedeuten – also auch den Wegfall der BAföG-Beratung, des Sozialdarlehens und vielem Anderem, das den Studierenden der Uni das Studileben erleichtern und verschönern soll. Auch die Fachschaftsräte würden dadurch ihre Rechtsgrundlage verlieren. Für Studierende bedeutet dies außerdem den Verlust einer essentiellen demokratischen Institution an den jeweiligen Hochschulen und das Verschwinden des wichtigsten Sprachrohrs für studentische Belange.
Das Vermögen sowie laufende Rechtsverhältnisse der jeweiligen Studierendenschaften sollen laut Entwurf an die Universitäten übertragen werden. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, würden Satzungen, Ordnungen und Beschlüsse der Studierendenschaften außer Kraft treten. Der Stura Halle nannte den Gesetzentwurf in seiner Reaktion einen Versuch, „die Studierendenschaft effektiv aus dem politischen Leben [auszuschalten]“ und fordert „von allen demokratischen Parteien eine klare Zurückweisung dieses Angriffs“.
