Frische Ausgabe / Feb 19

Cover Nr. 82 Februar 2019

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Heft 82 der hastuzeit ist am 04. Februar erschienen und wird an Instituten, Bibliotheken und Mensen verteilt.

Feb 2019 hastuUNI Heft 0

Hallische Köpfe

In dieser Reihe stellt unser Redakteur Paul regelmäßig Persönlichkeiten vor, die Universität und Stadt geprägt haben. Dieses Mal beschäftigt er sich gleich mit mehreren besonders gut erhaltenen Köpfen: denen der Anatomendynastie Meckel.

Illustration: Designed by Freepik / Gregor Borkowski

Genie und Wahnsinn liegen bekanntlich nahe beieinander, Genie und Skurrilität wahrscheinlich noch näher. Das großzügige Stellenangebot einer russischer Kaiserin auszuschlagen, tausende Präparate anatomischer Fehlbildungen im eigenen Hinterhaus aufzubewahren und seine eigenen Kinder zu sezieren ist jedenfalls nur schwerlich als normal zu bezeichnen. Ein Durchschnittsprofessor war Philipp Friedrich Theodor Meckel ganz sicher nicht – dafür aber mit Leib und Seele Anatom. Mit seiner fast schon an Fanatismus grenzenden Leidenschaft für die Beschaffenheit und Funktionsweise des menschlichen Körpers zerlegte er Leiche um Leiche und häufte mit den Jahren wahre Berge konservierter Körperteile an. Trotz dieser herausstechenden Eigenschaft war Philipp Friedrich weder der erste Anatom in seiner Familie, noch sollte er der letzte bleiben – der Name Meckel steht bis heute für eine ganze Dynastie am Sektionstisch. Mehr, mehr, mehr

Feb 2019 hastuINTERESSE Heft 0

Ein Herz für Groschenromane

H.P. Lovecraft hat es getan, genauso wie George R. R. Martin oder Agatha Christie: Sie alle schrieben Geschichten für Pulp Magazines. Im deutschen Sprachraum sind diese Werke vor allem unter der Bezeichnung Heft- oder Groschenroman bekannt und erfreuen sich noch immer großer Beliebtheit. Eine Hommage.

Foto: Lisa Kollien

Sie tragen Titel wie »Fürstenkinder«, »Heimatroman« oder »Der Landarzt«. Man findet sie fast nie im Buchhandel, dafür aber in Hülle und Fülle im Zeitschriftenhandel. Sie sind preiswert, kompakt und passen in jede Tasche. Aber kaum jemand redet über sie: Die Groschenromane. Als Trivialliteratur verschrien, fristen sie ein Schattendasein unter ihren großen Schwestern, die mehr Anerkennung und mediale Aufmerksamkeit bekommen – den Büchern. Dabei sind die Heftromane für viele AutorInnen ein Sprungbrett in den seriösen Literaturmarkt. In der Universität werden sie kaum besprochen, mit etwas Glück in einem Vortrag erwähnt. Doch wie nicht alles Gold ist, was glänzt, sind auch Groschenromane weniger trivial, als es den Anschein hat. Mehr, mehr, mehr

Feb 2019 hastuINTERESSE Heft 0

Düsterer Trend: True Crime

Serienkilller, Polizeiarbeit, Tatorte: Das wahre Verbrechen findet sich überall. Egal ob man den Fernseher einschaltet oder am Zeitschriftenregal vorbeiläuft. Warum schon unsere Großeltern zu Hobby-Kriminalistin wurden und wo sich der beste Stoff zum Gruseln und Mitfiebern findet, wird die Spurensicherung zeigen!

Illustration: Emilia Peters

Ich weiß noch genau, wie ich als Teenager mit meinem ersten Laptop nachts im Bett lag und eine Doku über Serienmörder nach der anderen schaute. Die Erzählungen, die Tatortbilder und auch die detaillierten Beschreibungen der echten Kriminalfälle faszinierten mich. Hätte man mich damals nach meinem »Hobby« gefragt, hätte ich bestimmt niemals zugegeben so etwas zu schauen. Auch dass ich später mal Gerichtsmedizinerin werden wollte, hätte ich definitiv nicht zugegeben. Zehn Jahre später gibt es diese Dokumentationen immer noch: »True Crime«, wie sie nun heißen, ist zum Trend avanciert. Das wahre Verbrechen, also die echten Kriminalfälle, sind inzwischen neben den erfundenen Geschichten ein eigenes Genre geworden. Mehr, mehr, mehr

Feb 2019 hastuPAUSE Heft 0

Dämonen der Vergangenheit und der Gegenwart

Halle und Banja Luka – zwei StudentInnenstädte derselben Größe, eine in Deutschland die andere in Bosnien und Herzegowina. Sie haben einige Gemeinsamkeiten, und doch trennt sie ein großer Unterschied.

Foto: Antonia Taubert

Um 18 Uhr läuten die Glocken. Es ist nicht die Dame Händel im Roten Turm, die ihren riesigen, gusseisernen Körper schwingt. Hier sind es die Glocken der orthodoxen Christ-Erlöser-Kathedrale, die ihren Klang zum Besten geben. Mit »hier« ist Banja Luka gemeint. Das »Lukasbad« ist die zweitgrößte Stadt in Bosnien und Herzegowina. Die Stadt befindet sich in der Republika Srpska – der »serbischen Republik« – wie diese ins Deutsche übersetzt wird. Die Republika Srpska ist ein Teilgebiet Bosniens und Herzegowinas, welches mehrheitlich, aber keinesfalls ausschließlich von ethnischen SerbInnen bewohnt wird und über eine gewisse politische Autonomie verfügt. Bosnien und Herzegowina – ein Gebilde mit viel geschichtlicher und sozial-politischer Verwirrung. Mehr, mehr, mehr

Feb 2019 hastuINTERESSE Heft 0

Faszination am Gruseln

Schauerliche Geschichten haben eine seltsame Anziehungskraft. Ob Stephen Kings Pennywise oder Mary Shelleys namenloses Monster aus Leichenteilen: Solche Geschichten haben eine lange Tradition, deren Erforschung ebenso interessant sein kann wie ihr Genuss. Ein Interview mit dem Theologen Marco Frenschkowski bietet Antworten auf einige Fragen.

Illustration: Sophie Ritter

Woher kommt die Faszination an unheimlichen, unerklärlichen Dingen? Wieso verbringen Menschen ihre Zeit mit Meistern des Schauerlichen, wie Edgar A. Poe, Bram Stoker, Gustav Meyrink, H. P. Lovecraft oder Stephen King? Wieso verbringen Autoren ihre Zeit damit, Geschichten von Monstern zu schreiben, die sie in ihrem Unterbewusstsein suchen und nicht mehr unter ihren Betten? Antworten auf solche Fragen gab ein Professor für evangelische Theologie in Leipzig. Dieser hatte bereits neben seiner Lehrtätigkeit an der Universität Leipzig seit vielen Jahren auch Forschungen im Bereich unheimlicher und fantastischer Literatur publiziert. Mehr, mehr, mehr

Feb 2019 hastuPAUSE Heft 0

Geschichten aus dem HAVAG-Land

Schienengebunden, mit elektrischer Energie betrieben, dient als öffentliches Personennahverkehrsmittel – die Rede ist von der Straßenbahn. In Halle gestalten sich Fahrten mit dieser regelmäßig als modernes Reiseabenteuer. Eine Kolumne über Fahrten rot-weiß. Diesmal geht es um Straßenbahngespräche und deren Folgen.

Illustration: Sophie Ritter

Aufgrund meiner guten Erziehung ist mir bewusst, dass es sich nicht ziemt, andere Menschen (zufällig) zu belauschen. Doch wie jeder von uns im Laufe seines Lebens herausfindet, besteht zwischen dem Wissen um Regeln und ihrer tatsächlichen Befolgung in manchen Situationen eine nicht zu überbrückende Diskrepanz. Ebenjene ließ mich vor nicht allzu langer Zeit mit sämtlichen Konventionen rücksichtsvollen Benehmens brechen – zu schade wäre es gewesen, dem Gespräch nicht zu lauschen, Jahre der Reue und voller Selbstvorwürfe hätten gedroht!

Ich saß also in einer Straßenbahn, welche die Merseburger Straße geduldiger entlang kroch als das Kondenswasser an den Fensterscheiben, wenn ich Nudeln koche. Da begann vor meinen Augen und Ohren ein Gespräch zwischen zwei Damen im besten Alter, welches sich genau so und nicht anders zugetragen hat: Die brünette Dame beschwerte sich im schönsten hallischen Dialekt über die Hitze in der Bahn. »Ach, mit meine Wechseljahren, das ist so furchtbar, nur fünf Minuten in einer Bahn lassen dich schwitzen wie so ne Sau!« Hierzu sei gesagt, dass es bereits Winter und die Bahn an jenem Tag tatsächlich sehr stark beheizt war. »Ja, das kannste laut saren, Meine! Im Sommer Hitze, weil se hier keine Klimaanlage haben, und jetze im Winter drehen se die Heizung auf! Na kein Wunder, dass man da ins Schwitzen gommt!«, setzte die zweite Dame mit blondgefärbten Haaren nach. Mehr, mehr, mehr

Feb 2019 hastuPAUSE Heft 0

Spenden statt Verschwenden

Es ist das Perpetuum Mobile, das den Kapitalismus aufrecht erhält: Kaufen und Wegschmeißen, Kaufen und Wegschmeißen und so weiter. In einem immer schnellerem Rhythmus scheinen wir uns auf Kosten der Umwelt der Verlockung nach neuen Besitztümern hinzugeben, während Gebrauchtes getrost aussortiert wird. Doch dass Konsum weder teuer noch zulasten der Umwelt sein muss, beweisen neue Initiativen wie Umsonstläden.

Foto: Sophie Ritter

Dick eingepackt in eine grüne Regenjacke, mit überdimensionaler Mütze und robusten Stiefeln steht Karoline Schönhardt bestens ausgerüstet hinter der Theke ihres Umsonstlädchens, welches sie im Mai letzten Jahres in ihrer hauseigenen Garage eröffnete. Es ist kurz nach 9 Uhr und die ersten Kunden falten bereits Kleidungsstücke auseinander, durchstöbern das Bücherregal oder wägen verschiedene Paar Schuhe gegeneinander ab. Bei all dem Treiben herrscht eine lockere, herzliche Atmosphäre; Schönhardt und ihre Kundschaft unterhalten sich angeregt. Derweil bringt ein älteres Ehepaar Sachen vorbei, die es nicht mehr braucht – es ist ein reges Geben und Nehmen. Über einen Artikel in der MZ seien sie auf das Umsonstlädchen gestoßen, seitdem kommen sie regelmäßig, um Gegenstände abzugeben oder Schönhardts Lädchen nach kleinen Schätzen zu durchsuchen. Ein junger Vater auf der Suche nach Lesestoff betrachtet einen alten Atlas. »Nehmen Sie den ruhig mit, mit Atlanten könnte ich meinen Weg pflastern!«, ruft Schönhardt mit ihrem österreichischen Akzent. Mehr, mehr, mehr

Jan 2019 Online 0

#35c3 – Refreshing Memories

Während viele noch im weihnachtlichen Fresskoma lagen und auf Silvester zusteuerten, fand in Leipzig der sogenannte Hackerkongress statt. Auch wenn die Technologie im Fokus stand: Der Kongress war nicht nur für sogenannte Nerds relevant.

Foto: Jonas Leonhardt

Foto: Jonas Leonhardt

Zwischen Weihnachten und Neujahr entsteht auf der Leipziger Messe eine einzigartige Welt, die Welt des 35. Chaos Communication Congress, kurz: 35c3. Im Jahre 1984 begonnen und durch ganz Deutschland gewandert, begibt der Kongress sich zum zweiten Mal hintereinander nach Leipzig. Aus den unterschiedlichsten Ländern finden sich Hackerspaces sowie anderweitig technisch und politisch interessierte Gruppen zusammen, um sich auszutauschen und zu vernetzen. Im Mittelpunkt steht dabei ein gesellschaftlich verträglicher Umgang mit neuen Technologien und wie diese allen Menschen zu Gute kommen können. Gespräche werden dabei in verdunkelten Hallen mit hypnotisierender Beleuchtung und verrückten Kunstwerken geführt, eine einzigartige Atmosphäre. Mehr, mehr, mehr