Auf der Sitzung des Studierendenrates am 11. Mai wurde der zweite Versuch einer Beitragsanpassung für den Dachverband fzs unternommen. Außerdem sind Lücken in dem Sozialfonds von mehreren 100 000 Euro in den Fokus gerückt.
Mit dem Sozialfonds finanziert der Stura die Sozial- und BAföG-Beratung als auch das Sozialdarlehen. Letzteres ist eine Einmalzahlung von bis zu 1500 Euro, die zinsfrei zurückgezahlt werden muss. Sie ist für die Studis gedacht, die in finanzielle Not geraten. Finanziert werden die Sozialfonds zurzeit über den Semesterbeitrag mit 1,40 Euro pro Studi. Zuletzt wurde der Anteil zum Wintersemester 2025/26 um einen Euro erhöht. Damit füllt sich der Sozialfonds ab jetzt mit circa 25 000 Euro pro Semester. Vor der Erhöhung waren es ungefähr 7000 Euro.
Da Darlehen an sich zurückgezahlt werden müssen, wächst der Sozialfonds über die Jahre kontinuierlich an. So müssten theoretisch seit 1994 rund 700 000 Euro zusammengekommen sein. Tatsächlich umfasst der Sozialfonds zurzeit aber nur knapp 200 000 Euro (Vergebene Darlehen und Reserven).
Die Differenz von 500 000 Euro ist zum einen damit zu erklären, dass für die Sozial- und BAföG-Beratung die laufenden Kosten gedeckt werden mussten. Allerdings reicht das nicht aus. Mehrere 100 000 Euro fehlen, weil die Darlehen einfach nicht zurückgezahlt wurden. Verantwortlich für die Vergabe und Rückzahlung waren und sind die Sprecher:innen für Soziales. Es wurde die Kritik geäußert, dass Vorgänger:innen sich nicht ausreichend um die Rückzahlungen gekümmert hätten. Die derzeitigen Sprecher:innen sind aktuell damit beschäftigt, die nicht verjährten Darlehen aufzuarbeiten. Das beinhaltet unter anderem die Wohnsitzabfrage beim Einwohnermeldeamt und schließlich das Versenden von Mahnungen.
Der zweite Anlauf für die Anpassung der Beitragsordnung wurde mit 14 Ja-Stimmen, zehn Nein-Stimmen und einer Enthaltung nicht angenommen. Dabei ging es darum, auf höhere Mitgliedsbeiträge für den freien Zusammenschluss von Student:innenschaften (fzs) zu reagieren. Zurzeit wird die Mitgliedschaft im fzs mit 40 Cent pro Studi pro Semester finanziert.
Die Erhöhung um 12 Cent sollte zu je 50 Prozent aus dem Sozialfonds und dem allgemeinen Haushalt finanziert werden. Insgesamt wären das für beide Posten jeweils 1000 Euro pro Semester weniger gewesen. Über die Variante, die die Finanzierung vollständig aus dem Sozialfonds geregelt hätte, wurde nicht abgestimmt. Eine weitere Abstimmung wird erst nach den Hochschulwahlen im neu konstituierten Stura stattfinden.
