Bühne, Arbeitsraum und Treffpunkt für soziaÂlen Austausch. Mit „The Gallery as a Stage #2_Acting/Reacting“ zeigt die Burg Galerie im Volkspark, dass Kunst nicht nur präÂsenÂtiert, sonÂdern auch gemeinÂsam erlebt werÂden kann.
Ein groÂßes Banner marÂkiert den Eingang zur Burg Galerie im Volkspark. In dicken Buchstaben wird darÂauf das Thema der diesÂjähÂriÂgen Open Call-Reihe abgeÂbilÂdet: #2_Acting/Reacting.
Angefangen hat die Reihe „The Gallery as a Stage“ bereits 2025 mit ihrer ersÂten Ausstellung #1_Sound. Die zugrunÂdeÂlieÂgenÂde Idee ist es, Studierenden der Kunsthochschule Burg mit einÂfallsÂreiÂchen Konzeptionen eine Bühne zu bieÂten, bei der Kunst und Interaktion aufÂeinÂanÂder trefÂfen. Allen vorÂan steht dabei die Frage, wie Räumen genutzt und wahrÂgeÂnomÂmen werÂden könÂnen. Am Ende entÂschied eine hochÂschulÂinÂterÂne Jury, welÂche Kunstwerke aus den vieÂlen Bewerbungen einen Platz in der Ausstellung erhalÂten sollÂten. Nur mit der Hilfe vieÂler Beteiligter ließ sich die Ausstellung realisieren.
Puppenspiel

Schon beim Betreten der Galerie wird man von der überÂdiÂmenÂsioÂnaÂlen Puppe Mito begrüßt. Diese wird im Rahmen der Open-Call-Reihe ausÂgeÂstellt und wurÂde ursprüngÂlich von der Künstlerin Brianna Blug als Auftragsarbeit des Puppentheaters entÂworÂfen. Doch wer glaubt, dass das Werk aus Stoff und Kabelkanälen nur groß und starr in einem Raum steÂhen kann, der irrt sich. Brianna Blug hat die Puppe so konÂziÂpiert, dass sie sich mit etwas Hilfe wie ein Rucksack aufÂsetÂzen lässt.
Anmontierte Stäbe könÂnen zudem zusätzÂliÂche Bewegungen erzeuÂgen und so das lebÂloÂse Material zum Leben erweÂcken. Auf dieÂse Weise wurÂde Mito bereits über den halÂliÂschen Marktplatz geführt und hat nicht nur einÂmal für interÂesÂsierÂte Blicke gesorgt. Die dabei entÂstanÂdeÂnen Interaktionen bleiÂben der Künstlerin auch heuÂte noch posiÂtiv im Gedächtnis und werÂden zur Motivation für ein nächsÂtes Vorhaben.
Türen auf!

Angelehnt an die Wunderkammer der Franckeschen Stiftungen stellt die Künstlerin Ina Panknin ihre eigeÂne Interpretation unter dem Titel „Wunderkammer der Dinge“ aus. Bei dem Kunstwerk hanÂdelt es sich um einen alten Eichenschrank, der mit geöffÂneÂten Türen seiÂnen besonÂdeÂren Inhalt präÂsenÂtiert. Auf den Regalböden lieÂgen dabei sowohl Fundstücke als auch eigeÂne Anfertigungen der Künstlerin. Zum Zeitpunkt der Eröffnung sind unter andeÂrem ein Puppenkleid, Diadem und Handschuhe zu sehen.
Steht man vor dem Kunstwerk, kommt man nicht umhin, sich zu fraÂgen, welÂche Geschichte wohl hinÂter den Objekten steckt. Und nicht weniÂger beeinÂdruÂckend ist der Schrank selbst. Dieser begleiÂtet Ina Panknin schon eine lanÂge Zeit in ihrem Leben und hat – ebenÂso wie sein Inhalt – seiÂne eigeÂne Geschichte zu erzähÂlen. Denn was einÂmal ein Werkzeugschrank ihrer Eltern war, wurÂde späÂter zu ihrem perÂsönÂliÂchen Kleiderschrank und ist nun im Rahmen der Ausstellung eine Kammer, welÂche ‚Wunder’ birgt.
Als Besucher:in betrachÂtet man dabei kein vollÂendeÂtes Werk, sonÂdern vielÂmehr eine proÂzesÂsuaÂle Arbeit, die durch das Befüllen mit weiÂteÂren Gegenständen wachÂsen kann. Was er in Zukunft aufÂbeÂwahÂren wird, bleibt also noch offen.
Im Licht der Scheinwerfer

Licht ist im Bühnenraum essenÂtiÂell. Als gestalÂteÂriÂsches Mittel lenkt es den Blick des Publikums auf das Wesentliche, wähÂrend Anderes im Schatten bleibt. Es erlaubt den Akteur:innen, sich auf einer Spielfläche herÂvorÂzuÂheÂben und ihre Geschichten zu erzählen.
Doch wie kann man Licht selbst ins Zentrum setÂzen und in seiÂner immaÂteÂriÂelÂlen Form ausÂstelÂlen? Diese Frage beschäfÂtigÂte Florian „Phlorian“ Wagner und führÂte zu der Realisierung seiÂnes Kunstwerkes „lighÂtÂing on…“.
Für die Umsetzung seiÂner Idee verÂwenÂdet er Scheinwerfer, die auf dem Boden platÂziert ihren Lichtkegel auf die weiÂße Wand des Ausstellungsraumes richÂten. Mit seiÂner Lichtinstallation verÂlaÂgert er den Fokus von der eigentÂliÂchen Bühne auf einen scheinÂbar ‚nebenÂsächÂliÂchen‘ Raum. Wer möchÂte, darf selbst einÂmal vor die Scheinwerfer treÂten und das Kunstwerk aus einer andeÂren Perspektive erleÂben. Aber Vorsicht, man wird geblendet!
Kunst, die einlädt

Läuft man durch die Räume, erhält man nicht nur einen Einblick in den Ideenreichtum der Studierenden, sonÂdern auch darÂin, wie verÂschieÂdeÂne Projekte umgeÂsetzt werÂden könnÂten. Elemente wie Kostüm, Sound und Licht werÂden dabei kreaÂtiv darÂgeÂstellt und auf vielÂfälÂtiÂge Weise zusamÂmenÂgeÂbracht. Gerade das macht die Ausstellung so erlebÂnisÂreich und auch für dieÂjeÂniÂgen zugängÂlich, die nicht viel mit Kunst am Hut haben.
Im Rahmen der Ausstellung ist die Galerie temÂpoÂrär von 15 bis 20 Uhr geöffÂnet und kann vom 16. April bis 31. Mai 2026 tägÂlich kosÂtenÂfrei besucht werÂden. An ausÂgeÂwählÂten Tagen gibt es zudem ein Mitmachprogramm.
Weitere Informationen bezügÂlich Ausstellung und Programm finÂdet ihr hier.
Fotos: Tom Roeloffzen
