„Adolescence“ – Vom Opfer zum Täter?

Maskulinität, Mobbing, Mord – die Emmy-prä­mier­te Serie „Adolescence“ steht schon seit ihrer Veröffentlichung im März 2025 im hef­ti­gen Diskurs. Sie wirft die Frage auf, wie ver­letz­li­che Jungen zu gefähr­li­chen Männern wer­den. In die­sem Artikel möch­te ich auf den psy­cho­lo­gi­schen Hintergrund der Miniserie ein­ge­hen – und wie sie es schafft, einen Täter zum Menschen zu machen.

Heldin der Gleichberechtigung

„Wir sind nach Harvard gekom­men, um Juristinnen zu wer­den. Warum sonst!“ sagt sie wild ges­ti­ku­lie­rend. Der zuge­hö­ri­ge Gedankengang müs­se etwa fol­gen­der gewe­sen sein: Da schafft man es als eine der weni­gen Frauen an eine renom­mier­te Einrichtung wie Harvard, in dem Glauben, die Gesellschaft und ihre zuge­hö­ri­gen Rollenbilder der Zeit ver­än­dern sich und begeg­net trotz­dem einer Vorherrschaft kon­ser­va­ti­ver Männer, die Frauen in der Küche sehen, aber bei wei­tem nicht im Gerichtssaal.