Es ist der Alptraum eines jeden Studierenden: Tagelang hat man gelernt und trotzÂdem die Prüfung nicht bestanÂden, zum dritÂten Mal. Aber bedeuÂtet das wirkÂlich immer das Ende des gewählÂten Studienganges? Folgende vier Optionen könÂnen hilfÂreich sein, wenn die Exmatrikulation droht.
In der Regel ist für Studierende der Drittversuch einer Prüfung die letzÂte Gelegenheit, die jeweiÂliÂge Modulleistung zu erbrinÂgen, um den geliebÂten Studiengang nicht zu verÂlieÂren. Versagt man, hat dies in den meisÂten Fällen eine Exmatrikulation zur Folge. Belegt man also einen Zwei-Fach-Bachelor/Master-Studiengang und besteht die Prüfung eines Pflichtmoduls nicht, bedeuÂtet es das Aus für dieÂse Kombination der beiÂden Fächer. Für einen Ein-Fach-Bachelor/Master bedeuÂtet es sogar das Aus dieÂses einen Studienfaches. Schon alleiÂne desÂweÂgen sollÂte man den zweiÂten Versuch so ernst nehÂmen, als ob es der letzÂte wäre. Welche Möglichkeiten aber im Fall der Fälle übrigÂbleiÂben, um den Traum der geplanÂten Hochschulkarriere doch nicht an den Nagel hänÂgen zu müsÂsen, wolÂlen wir hier klären.
Widerspruch einlegen
Es ist mögÂlich, einen Widerspruch beim jeweiÂliÂgen Prüfungsausschuss gegen Verfahrens- oder Bewertungsfehler einÂzuÂleÂgen. In dieÂsem Fall wird ein Antrag für einen erneuÂten Wiederholungstermin gestellt. Wird dieÂser Antrag angeÂnomÂmen, erlischt die Gültigkeit des eigentÂliÂchen Drittversuchs, und man bekommt die Gelegenheit für einen neuÂen letzÂten Versuch.
Damit solch einem Antrag vom Ausschuss zugeÂstimmt wird, bedarf es natürÂlich trifÂtiÂger Gründe. Als Fehler gelÂten beiÂspielsÂweiÂse Bewertungsungereimtheiten, stöÂrenÂde Einflüsse wie Lärm oder Hitze wähÂrend der Prüfung, unlösÂbaÂre Aufgaben oder Fehler beim Durchführen der Prüfung.

Härtefallantrag
Ein Härtefallantrag ist das Gegenstück zum Widerspruch. Es wird hier kein neuÂer Drittversuch, sonÂdern ein zusätzÂliÂcher Viertversuch beanÂtragt. Um bei dieÂsem Antrag Erfolg zu haben, müsÂsen die Gründe nachÂvollÂziehÂbar und schlüsÂsig sein. Bestenfalls holt man sich also bei einem Härtefallantrag, genau wie beim Widerspruch, jurisÂtiÂsche Hilfe hinÂzu. Gründe für einen Härtefall könÂnen die Trennung vom Partner, eine schwerÂwieÂgenÂde Krankheit oder ein famiÂliäÂrer Todesfall sein.
Hochschulwechsel
Bei einem geplanÂten Hochschulwechsel wird anhand der jeweiÂliÂgen Prüfungs- und Hochschulordnung geprüft, ob durch das endÂgülÂtiÂge Nichtbestehen eines Moduls an der alten Uni auch der Prüfungsanspruch eines Studienganges an der neuÂen Uni erlischt oder weiÂterÂhin vorÂhanÂden ist. Oftmals klinÂgen die Modulbezeichnungen eines Studienfaches zwar ähnÂlich, weiÂsen aber von Bundesland zu Bundesland inhaltÂliÂche Unterschiede auf. Ein Modul mit selÂben Namen kann somit als ein andeÂres Modul gezählt und aberÂmals geprüft werÂden. Ist ein Prüfungsanspruch weiÂterÂhin vorÂhanÂden, ist denÂnoch keiÂnesÂfalls sicher, ob ein bereits bestanÂdeÂnes Modul auch vollÂstänÂdig an der andeÂren Hochschule anerÂkannt wird.
Allgemein bedeuÂtet das endÂgülÂtiÂge Nichtbestehen eines Pflichtmoduls den Ausschluss des jeweiÂliÂgen Studiengangs. Dieser Studiengang kann dann an keiÂner andeÂren Hochschule innerÂhalb Deutschlands wieÂder belegt werÂden. Bei einem Wahlpflichtmodul besteht hinÂgeÂgen die Möglichkeit, es durch ein andeÂres Wahlpflichtmodul zu ersetzen.
Studiengangwechsel
Entscheidend an dieÂser Stelle ist, ob das Modul, welÂches endÂgülÂtig nicht bestanÂden wurÂde, in dem neuÂen Studiengang auch als Pflichtmodul gilt. Nur wenn das nicht der Fall ist, kann man sich für den neuÂen Studiengang einÂschreiÂben. Auch kann man beiÂspielsÂweiÂse bei einem Zwei-Fach-Bachelor/-Master im 90/90-LP-Modus die Fächer in den 120/60-LP-Modus umschreiÂben. Diese zähÂlen dann als neuÂer Studiengang. Wichtig dabei zu wisÂsen ist aber, dass die Bachelor- oder Masterarbeit in dem Fach, welÂches von 90 auf 60 LP herÂunÂterÂgeÂstuft wird, nicht mehr abgeÂlegt werÂden kann.
