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Artikel aus dem Heft

Apr 2017 hastuUNI Heft Nr. 71 0

Die Mauern Mexikos

Jeder hat etwas über Trumps Vorhaben, eine Mauer zwischen den USA und Mexiko bauen zu lassen, gehört – und natürlich sollen die Mexikaner dafür bezahlen. Doch wie sieht es mit den Mauern innerhalb Mexikos aus? Einige Beobachtungen aus dem Land der Gegensätze.

Foto: Anne Jüngling

Foto: Anne Jüngling

Der Uber-Fahrer beginnt langsam unruhig auf seinem Sitz herumzurutschen, während die Sicherheitsangestellten am Eingangstor mehr als einmal unsere Ausweise kontrollieren. Die Security-Mannschaft der Universidad de las Américas Puebla (UDLAP) in Mexiko scheint das hingegen eher weniger zu beeindrucken. Seelenruhig telefonieren sie weiterhin der Person hinterher, die unseren Termin auf dem riesigen Gelände bestätigen kann – ohne ist es ausgeschlossen, den Campus zu betreten. Der mit Stacheldraht gespickte Zaun ist der beste Beweis dafür, dass unangemeldete Gäste so gut wie keine Chance auf Einlass haben. Mehr, mehr, mehr

Apr 2017 hastuUNI Heft Nr. 71 0

Endstation Studium?

Handwerk statt Hörsaal: Ausbildende Betriebe werben um Studierende, die sich an der Uni nicht mehr wohlfühlen. Ein Zimmermann-Azubi und eine Studierendenpfarrerin über die vielen möglichen Wege nach einem Studienabbruch.

Illustration: Katja Elena Karras

Illustration: Katja Elena Karras

Laut einer aktuellen Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung aus dem Jahr 2014 kam heraus, dass 33 % der Bachelorstudierenden an Universitäten ihr Studium abbrechen. Auch dem Bundesministerium für Bildung und Forschung sind diese Zahlen bekannt. Im aktuellen Bildungsbericht von 2016 ist zu lesen, dass die »Bundesregierung und andere Akteure« Studienabbrecherinnen und Studien abbrecher für eine duale Ausbildung gewinnen wollen. Dabei hat das Ministerium nicht allein das Wohl der Studierenden im Blick, sondern auch für die Betriebe hat dies Vorteile: Es gäbe wieder mehr Bewerber, Stellen würden besetzt, und die neuen Auszubildenden könnten »in vielen Fällen leistungsstark, motiviert und vorgebildet sein.« Weiterhin ist zu erfahren, dass Studienabbrecher ihre Vorqualifizierung anrechnen können, wodurch die Ausbildung kürzer sein könnte. Außerdem würden sie »mit Blick auf die anstehenden Unternehmensnachfolgen interessante Fach- und Führungsaufgaben« erhalten. Dieses Projekt verfolgt das Ministerium bereits seit 2014. Nächstes Jahr wird es beendet werden. In den vier Jahren sind dann insgesamt 15 Millionen Euro investiert worden. Mehr, mehr, mehr

Jan 2017 hastuPAUSE Nr. 70 0

Von Gadsen und Atomocado

Als Jodel vor über zwei Jahren gegründet wurde, verstand es sich als eine Art »digitale Uni-Klowand«. Was erst einmal wenig ansprechend anmutet, entpuppte sich schnell als überaus erfolgreich – auch in Halle.

Jodel2Wer kennt sie nicht: Zahllose Flachwitze, Katzenbilder (gerne auch mal als »Gadsen« unterwegs), Witze mit Bezug zum Lörres (gemeint ist das männliche Geschlechtsteil) oder Storys über das berühmte Racingteam der Havag. Zugegeben, diese kleine Auswahl an Running Gags wird der studentischen App »Jodel« nicht ganz gerecht. Dennoch sind es vor allem solche oder ähnliche Beiträge, die die Applikation so erfolgreich machen. In Halle und Umgebung hat eine vier-, vielleicht auch fünfstellige Anzahl an vornehmlich jungen Menschen die kostenfreie Anwendung auf dem Smartphone installiert, genaue Zahlen veröffentlicht das Unternehmen nicht. Für diejenigen, die Jodel nicht kennen, soll an dieser Stelle eine knappe Beschreibung folgen. Es ist nicht nötig, sich für die Nutzung zu registrieren, wodurch die App komplett anonym gehalten wird. Die Anwendung arbeitet mit GPS und einer Reichweite von zehn Kilometern, in denen den Nutzern Inhalte angezeigt werden. User können Posts (ebenfalls als »Jodel« bezeichnet) schreiben, die dann von anderen hoch- oder runtergevoted werden, und diese auch kommentieren. Die Summe der positiven und negativen Votes steht neben einem jeden Beitrag, wodurch eine Rangliste entsteht. Ganz oben in dieser Liste finden sich die Jodel, welche am beliebtesten sind. Sollte ein Jodel minus fünf Punkte erhalten, wird er automatisch gelöscht. Mehr, mehr, mehr

Jan 2017 hastuPAUSE Nr. 70 0

Das Wort zum Wort

Eine vielleicht etwas ambivalente Kolumne über Kommunikation und den Eindruck, dass Menschen immer weniger miteinander reden. Sie beobachtet und kommentiert. Und vielleicht will sie auch manchmal irgendwie eingreifen. Dieses Mal geht es um die Wichtigkeit von Namen.

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Foto: Caroline Bünning

»Would you know my name, if I saw you in heaven?«, fragt aus dem Radio Eric Clapton. Das Lied »Tears in Heaven« schrieb er 1991 für seinen mit nur vier Jahren verstorbenen Sohn Conor. Und während Clapton fragt, ob Conor seinen Namen wüsste, frage ich mich, warum gerade der Name so wichtig wäre. Warum nicht »Would you know who I am?« oder »Do you remember our visit to the circus?« Warum wäre es wichtiger, ob Conor Eric Clapton, den Sänger, erkennen würde als seinen Papa, mit dem er am Abend, bevor er aus dem Fenster im 53. Stock fiel und starb, im Zirkus war? Mehr, mehr, mehr

Jan 2017 hastuINTERESSE Nr. 70 0

Verbunden durch Tradition

Neue Rechte, rassistische und sexistische Muttersöhnchen, feierwütige Karrieretypen – vielfältig sind die Vorurteile, die über Studentenverbindungen und deren Mitglieder im Umlauf sind. Gespräche mit zwei aktuellen Mitgliedern, einem ausgeschiedenen Verbindungsstudenten und einem Stura-Mitglied sind der Versuch, der Wahrheit ein Stück näher zu kommen.

Gemälde von Georg Mühlberg

Gemälde von Georg Mühlberg

Josef ist 21 Jahre alt und studiert Hispanistik sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften im fünften Semester. Außerdem ist er Mitglied im »Verein deutscher Studenten«, kurz VDSt, in Halle.
Schon seit dem Beginn seines Studiums ist er in Kontakt mit der Verbindung: »Bevor ich angefangen habe zu studieren, habe ich mir das Zimmer angeschaut, bin dann eingezogen und habe mich nach ein paar Monaten dafür entschieden, Mitglied zu werden«, erzählt er. Sein Bundesbruder Florian (Name von der Redaktion geändert), ein anderes Mitglied des VDSt Halle, wurde hingegen von einem Kommilitonen mitgenommen und hat die Verbindung so nach und nach kennengelernt. Aus ihren Familien war niemand Teil einer Verbindung. Überhaupt käme das nur vereinzelt vor, meinen sie.
Jura-Student Sven, 22 Jahre alt, bietet eine ganz andere Perspektive. Er war Mitglied bei der Studentenverbindung »Sängerschaft Fridericiana« in Halle – und ist freiwillig ausgeschieden. Mehr, mehr, mehr

Jan 2017 hastuUNI Heft Nr. 70 0

Hallische Köpfe

In dieser Reihe stellt unser Redakteur Paul regelmäßig Persönlichkeiten vor, die Universität und Stadt geprägt haben. Diesmal steht Christian Thomasius im Mittelpunkt, ein genialer Denker und Querkopf, der nicht nur die deutsche Philosophie entscheidend beeinflusste, sondern auch maßgeblich zur Gründung der hallischen Friedrichs-Universität beitrug.

Foto: Paul Thiemicke

Foto: Paul Thiemicke

Wenn die ersten Studierenden des Tages müde oder verkatert mit einem großen Kaffeebecher in der Hand die Treppen des Löwengebäudes erklimmen, werden sie schon erwartet. Mit halb strengem, halb belustigtem Blick sieht er auf sie hinab, wie sie sich die Stufen heraufschleppen. Kaum jemand beachtet ihn, Aufmerksamkeit bekommt er höchstens von kleinen Touristengruppen und den Reinigungskräften. Doch das scheint ihn nicht besonders zu stören, den Mann, der da in Bronze auf dem Treppenabsatz im Herzen des Löwengebäudes steht, in seiner Universität. Doch wer ist dieser Christian Thomasius, dessen Büste noch vor der Luthers und Melanchthons, vor Schleiermachers und Philippis Abbild diesen Ehrenplatz erhält? Mehr, mehr, mehr