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Artikel aus dem Heft

Apr 2014 hastuINTERESSE Nr. 53 0

»Vertraue nicht blind«

Ein Interview mit Melanie Grießer von der Initiative »Sendeschluss – Projekte und Gesichter eines bedrohten Studiengangs« der Medien- und Kommunikationswissenschaften

Foto: Melanie Grießer

Foto: Melanie Grießer

Was ist die Initiative »Sendeschluss«?

Wir sind eine Gruppe von Studierenden der Medien- und Kommunikationswissenschaften, die sich wegen der drohenden Schließung unseres Departments zusammengefunden hat. Die ersten Treffen begannen schon im Sommer 2013, als unser Fach auf dem umstrittenen, inoffiziell geklaut-geleakten Möllring-Papier als möglicher Streichkandidat auftauchte. Uns war auch schon länger bewusst, dass die altersbedingt frei werdenden Professuren am Department gefährlich sind und leicht als willkommener Anlass zum Geldsparen missbraucht werden können. Wir haben damals angefangen, uns zu organisieren und erste Aktionen zu planen. Hier entstand auch die Idee zu unserer Protest-Website. Richtig aktiv sind wir geworden – und konnten wir erst werden –, als das Rektorat Anfang Februar dann tatsächlich einen Immatrikulationsstopp ins Gespräch gebracht hat.

Was wollt ihr mit der Initiative erreichen?

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Apr 2014 hastuUNI Heft Nr. 53 0

»Schon lange vermutet, dass was im Busch ist«

Stell dir vor, drei Professoren gehen in den Ruhestand, und kein Nachfolger kommt! Für die Medien- und Kommunikationswissenschaften wird das ab kommendem Wintersemester bittere Wahrheit. Gerhard Lampe, Professor im Department für Medien und Kommunikation, spricht im Interview über die verwaisten Stellen seines Instituts und bemerkenswerte historische Parallelen zu 1933.

Es bedurfte keiner Einstiegsfrage, um den Gesprächstrieb von Professor Lampe zu entfachen:

Möglicherweise wird es das zweite Mal sein, dass ein Rektorat ein Institut für Medienwissenschaft schließt, denn 1933 ist das Institut für Zeitungswissenschaft, gegründet in den zwanziger Jahren, im Zuge der sogenannten Wiederherstellung des Berufsbeamtentums abgeschafft worden.

Kann man dann sagen, dass Sie zur heutigen Zeit Parallelen sehen?

Es ist sicher keine historische Parallele, aber man muss sich das einfach mal auf der Zunge zergehen lassen, dass die zweite Gründung eines medienwissenschaftlichen Instituts, aus anderen Gründen als 1933, eliminiert werden soll. Und das allein ist bemerkenswert. Der Rektor hat geäußert, man könne uns abschaffen, weil wir ja nicht so in die Universität inte­griert seien wie vielleicht andere Fächer. Die alte Tradition, die wir hätten haben können, die ist durch die Nazis unterbunden worden. Mehr, mehr, mehr

Apr 2014 hastuPAUSE Nr. 53 0

»Als wäre Albanien ein Urlaubsort«

Internationale Studierende berichten, wie sie Halle kennenlernten und welche Erfahrungen sie hier gesammelt haben.

Jessica Hartanto, 23, aus Jakarta, studiert Medizin

Jessica Hartanto, 23, aus Jakarta, studiert Medizin

Bevor ich hierher kam, hatte ich bereits ein Jahr lang die deutsche Sprache gelernt, aber nur die Theorie der Sprache. Während meiner Zeit im Studienkolleg habe ich mich mit dem deutschen Lebensstil angefreundet. Ich habe seitdem auch in einer WG mit zwei Deutschen gewohnt. Mehr, mehr, mehr

Apr 2014 hastuPAUSE Nr. 53 0

Erasmus 2.14 à la française

Eine ordentliche Portion Social Media gehört heute zu einem Auslandssemester dazu, durfte hastuzeit-Auslandskorrespondentin Julia in Frankreich feststellen.

Foto: Julia Plagnetz

Foto: Julia Plagentz

Wenn ich etwas liebe, dann sind es gestellte Fotos. Wer erwägt, ein Erasmussemester zu absolvieren, sollte sich schon mal vorsichtshalber die Mundwinkel knapp unter die Augen tackern. Mehr, mehr, mehr

Apr 2014 hastuPAUSE Nr. 53 0

»Blue Buff for Diabetes«

Was haben »Zocken« und »Diabetes« miteinander zu tun?

Foto: Chris Schön

Foto: Chris Schön

Ersteres steht für Freizeitspaß und Ausdauer am PC, Diabetes hingegen gilt als eine unheilbare Erkrankung, die mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland betrifft.

Auch die 24-jährige Katarina Braune, Medizinstudentin aus Halle, leidet seit ihrem zwölften Lebensjahr an Diabetes Typ 1 und engagiert sich aus diesem Grund ehrenamtlich für mehrere Diabetesorganisationen und andere Diabeteserkrankte. Gleichzeitig spielt sie seit Jahren leidenschaftlich gern Computerspiele und hat nun diese beiden für sie wichtigen Komponenten in einer Gamer-Veranstaltung namens »Blue Buff for Diabetes« vereint. Mehr, mehr, mehr

Apr 2014 hastuPAUSE Nr. 53 0

Aufenthaltserlaubnis und Feststellungsprüfungen

Viele unserer Studenten kommen aus der ganzen Welt. Doch war der Weg hierher von bürokratischen Hürden geprägt, und was ist eigentlich ein Studienkolleg?

Foto: Johanna Sommer

Internationale Studierende protestierten am 29. April auf der Demo „Strei(k)t für vielfältige Bildung» gegen die beabsichtigte Schließung des Studienkollegs in Halle. Foto: Johanna Sommer

Das Land Sachsen-Anhalt beherbergte laut den Angaben des Statistischen Landesamts 5983 Studierende, davon waren 3460 an der MLU und in Magdeburg an der Universität eingeschrieben. Erfreulich, denn 1980 waren es insgesamt nur 489 und davon 473 an unseren Universitäten.

Das liegt unter anderem daran, dass sich die Universitäten weltweit miteinander vernetzen. Jeder Studiengang an unserer Uni hat Kontakt mit einer Partneruni. Deshalb gibt es auch die Möglichkeit bei Austauschprogrammen mitzumachen. Die Medizin und die Juristische Fakultät pflegen beispielsweise auch den Erasmus-Austausch. Auch das International Office der Uni Halle ermöglicht Auslandsaufenthalte.

Erste Hürde: das Visum

Es gibt für internationale Studierende die Möglichkeit, ein Studentenvisum zu nutzen, das drei Monate lang gültig ist, womit sie in Halle wohnen können, obwohl sie noch keine Zulassung der MLU bekommen haben. Wenn die Studenten angenommen sind, wird das Visum von der Ausländerbehörde in eine Aufenthaltserlaubnis umgewandelt. Die Studierenden können dann für ein Jahr zu Studienzwecken hier leben. Aber auch hier muss der Nachweis erbracht werden, dass der Aufenthalt finanziell abgesichert ist. Mehr, mehr, mehr

Apr 2014 hastuUNI Nr. 53 0

Ihr habt die Wahl

Wer, was, wozu: die wichtigsten Informationen zu den Hochschulwahlen am 14. Mai 2014

Plakat zur Wahlkampagne des Studierendenrats 2014

Plakat zur Wahlkampagne des Studierendenrats 2014

Schon zweimal haben sich die Senatoren in diesem Jahr dem Rektorat in den Weg gestellt. Ende Januar lehnten sie den Haushaltsentwurf 2014 ab, der 30-prozentige Kürzungen der Sachmittel vorsah, was sowohl in den Fakultäten als auch in der Bibliothek zu starken Einschränkungen geführt hätte. Und Mitte März weigerten sie sich, die Neueinschreibungen in den Medien- und Kommunikationswissenschaften auf null zu setzen – der Immatrikulationsstopp hätte als Vorentscheidung zur Schließung des Fachs verstanden werden können.

Nur ein Fünftel der Sitze in den Uni-Gremien ist für Studierende vorgesehen, die Professoren haben die absolute Mehrheit. Hinzu kommt, dass Hochschulpolitik als staubtrockenes Feld fernab studentischer Interessen gilt. Doch die Sparpläne des Landes haben viele Studierende aufgeschreckt und die Wahlbeteiligung im vergangenen Jahr auf über 21 Prozent getrieben. Ein respektabler Wert im Vergleich zu anderen großen Universitäten. So haben an der FU Berlin im Januar 2014 nur knapp 8,3 Prozent an der Wahl zum Studierendenparlament teilgenommen. Mehr, mehr, mehr