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Artikel aus dem Heft

Jun 2015 hastuUNI Heft Nr. 60 0

Behördenwahnsinn

Ich habe ein Problem mit meinem Studium und muss zwischen mindestens zwei verschiedenen Behörden hin und her telefonieren oder hin und her rennen.

Foto: Katja Elena Karras

Foto: Katja Elena Karras

Momentan habe ich es geschafft, mein kleines Nebenfach Musikwissenschaften mit 60 Leistungspunkten in 5 Semestern abzuschließen. Für mein Hauptfach benötige ich etwas mehr Zeit. Daher bin ich davon ausgegangen, dass ich mir irgendwann aus dem Löwenportal für meine Bewerbungen den Beleg ausdrucken kann, dass ich Musikwissenschaften in 5 Semestern über die Bühne gebracht habe.

Falsch gedacht!

Zuerst habe ich festgestellt, dass obwohl alle  Module bestanden waren, im Löwenportal von einem Abschluss nichts zu lesen war. Schlimmer noch, man hatte mich einfach ins 6. Semester eingetragen. Daraufhin fing der ganze Spaß erst richtig an. Mehr, mehr, mehr

Jun 2015 hastuINTERESSE Heft Nr. 60 0

Dranbleiben lohnt sich

Seit fünf Jahren nahm die sächsische Band „Superheld“ immer wieder am deutschlandweiten Schülerband-Kontest „SchoolJam“ teil. Dieses Jahr hat es endlich geklappt und sie gingen als Sieger hervor. Demnächst werden sie die Bühnen Chinas und Mailands rocken.

Superheld_highlevelpic

Foto: highlevelpic

»Superheld« das sind Johannes, Sänger und Gitarrist, Steven, Keyboarder und Backgroundsänger, Nick, Schlagzeuger sowie Oliver, Bassist. Seit anderthalb Jahren kennt man die junge Alternativ Rock-Band nun unter ihrem Namen. Doch die vier Jungs machen bereits seit fünf Jahren gemeinsam Musik. Sie zeichnen sich insbesondere durch ihre Liebe zu deutschen Texte und ihren einprägsamen Synthesizer-Einsatz aus. Die sächsischen Superhelden betreiben noch echte Handarbeit, sowohl Songtexte als auch die Musik schreiben sie selbst.

Der 19-jährige Schlagzeuger, Nick Dünnebier, ist Psychologie-Student der MLU. Er berichtete uns von dem jüngsten Erfolg der Band beim »SchoolJam«-Kontest. Mehr, mehr, mehr

Jun 2015 hastuINTERESSE Heft Nr. 60 0

Das Schönste, was auf der Straße passieren kann

Seit nun schon sieben Jahren erfüllt Hannes‘ Gesang die Straßen von Halle. Selbst an seinem Geburtstag steht der Songwriter mit Gitarre bewaffnet vor der Ulrichskirche und singt aus tiefstem Herzen. Noch studiert Hannes Bungenberg Informatik, dieses Sommersemester nutzt er allerdings ausschließlich für seine Musikkarriere.

2. Straßenmusiker Hannes_Josephine von Blueten Staub

„Ich will spüren, wie der Wind in meinen Haaren weht, solange sie noch sind. Ich will leben, alles mitnehmen, was immer sich auch ergibt.» Foto: Josephine von Blueten Staub

In Halle braucht ein Musiker rechtlich keine Sondernutzungserlaubnis, wenn er maximal 30 min an einer Stelle spielt und danach den Standort um 50 m wechselt. Hältst du dich beim Straßenmusik machen immer an diese Vorgabe?

Also wirklich streng wird es in Halle nicht kontrolliert. Ich halte mich schon meistens dran, aber manchmal hören mir noch so viele Leute zu und freuen sich, dann spiele ich auch gern zwei, drei Lieder mehr…

Wie oft wechselst du in einer Straßenmusik-Session den Ort?

Unterschiedlich. Manchmal ist meine Stimme nicht voll da oder ich werde schnell heiser, dann spiele ich höchstens zwei Mal. An guten Tagen spiele ich schon an drei oder vier Stellen.

Und an welchen Orten spielst du meistens?

Abgesehen vom Platz hier vor der Ulrichskirche, mag ich es sehr vor »Peek & Cloppenburg« zu spielen, weil die Straße da eng und die Akustik sehr schön ist. Dort höre ich mich selbst sehr gut und es hallt nach. Ansonsten noch am Händel, am Rathaus und die Leipziger Straße entlang. Woanders lohnt es sich nicht so sehr.

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Jun 2015 hastuUNI Heft Nr. 60 0

Reden durch Reden meistern

Steht ihr auf Kriegsfuß mit der eigenen Art Vorträge zu halten? Schon seit 2006 lernen Studierende im ASQ „Rhetorik“ alles zu Themen wie Sprechangst, Argumentationstechniken und der Kunst Reden zu halten.

Illustration: Katja Elena Karras

Illustration: Katja Elena Karras

Advokatenweg 37, 8.20 Uhr, kurz vor Beginn des Seminars. Mit einem freundlichen Lächeln und einem festen Händedruck begrüßt mich Dozentin Ulrike Trebesius-Bensch und öffnet die Tür zu Raum 2.3. Einen Moment genieße ich das schummrige Licht und die Stuckdecke, allein vor einem Spiegel, zwischen Stuhltürmen und Gymnastikbällen. Dann füllt sich der Raum mit Kommilitonen, die routiniert einen Stuhlkreis aufstellen. »Die Neuen kommen in die Mitte. Auf den Ball!«, droht man mir scherzhaft. Zum Glück bleibt es beim Scherz. Kurze Zeit darauf sind alle an ihren Plätzen. Nach einer kurzen Stadt-Land-Fluss-artigen Adjektiv-Übung stehen für die heutige über dreistündige Sitzung Arten von Reden und Stichwortzettelsysteme auf dem Plan.

Der Mix aus spielerischen Übungen, handfester Theorie und praktischen Aufgaben soll die Teilnehmer befähigen, ihre rhetorischen Fähigkeiten zu verbessern. Dies ist dabei nicht nur unter dem Aspekt des freien Vortragens zu verstehen: die Veranstaltung lehrt die Grundlagen, um Reden zu analysieren, gibt die Möglichkeit, auf vielen Ebenen über Kommunikation zu reflektieren und die Wirkung eigener Reden auf andere kennenzulernen. Mehr, mehr, mehr

Jun 2015 hastuINTERESSE Heft Nr. 60 0

Satte Sounds statt schnödem Summen

Das Hobby zum Beruf machen – wer träumt nicht davon? Mit seiner Idee, eigens gefertigte Instrumentenboxen herzustellen, hat sich der Hallenser Jacob Hirschfelder aus der Traumwelt in die Realität gewagt und ist nun selbstständiger Unternehmer in seiner eigenen Manufaktur.

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Jacob Hirschfelder; Foto: Riccardo Kirschig

Das Hühnermanhattan ist vielen schon als kultureller Hotspot Halles bekannt. Neben einem Klub mit Konzerten bietet das Gelände auch Herberge für vielerlei kreativen Output: Tanz, Dichtung, Theater, Kunst, Musik und Handwerk. Die beiden letzteren Bereiche verbindet Jacob Hirschfelder in seiner Manufaktur für Instrumentenboxen, wo er die hastuzeit für ein Interview empfing.

Stell dich doch bitte zunächst einmal vor.

Also, mein Name ist Jacob Hirschfelder, ich bin 29 Jahre alt und gelernter Zerspanungsmechaniker. Ich bin jetzt schon eine ganze Weile im Hühnermanhattan-Verein tätig und habe dort auch meine Werkstatt, in der ich Boxen herstelle.

Wie kamst du zu deinem Vorhaben und seit wann gibt es deinen Betrieb?

In erster Linie kam es dazu, weil ich selbst Musiker bin. Irgendwann stand ich vor einer kaputten Box und hatte versucht sie zu reparieren. So kam dann auch das Interesse an der Sache. Da ich auch die Konzerte im Hühnermanhattan-Klub mit veranstalte, ergab sich dann die Möglichkeit, auf dem Gelände einen Raum zu mieten und mir dort eine Werkstatt einzurichten. Im Januar 2012 hatte ich mich schließlich gewerblich angemeldet und seitdem verkaufe und verleihe ich meine Instrumentenboxen. Mehr, mehr, mehr

Mai 2015 hastuUNI Heft Nr. 60 0

Viel Wirbel um Nichts

Ein ungewöhnliches Seminar zu einem noch ungewöhnlicherem Thema oder warum das Universum zu 87,3 Prozent aus Schafskäse besteht.

Fotograph_Paul_Thiemicke

Professor Dr. Pablo Pirnay-Dummer, Foto: Paul Thiemicke

Es ist Dienstagabend. Aus den Fenstern im vierten Stock kann man die angrenzenden Dächer überblicken, auf welche die Sonne, dank der europäischen Sommerzeit, noch immer fast unvermindert ihre Strahlen ergießt. Doch in dem hochgelegenen Raum der Franckeschen Stiftungen sieht es ganz anders aus: Hier wird einer rätselhaften, erstaunlichen Materie auf den Grund gegangen, werden die Höhen zwischenmenschlicher Kommunikation ebenso wie die Tiefen der Seele ergründet. Die circa fünfzehn in einem Stuhlkreis versammelten Studenten sind Teilnehmer eines äußerst ungewöhnlichen Seminars – ein Seminar über Nichts.

Der Initiator dieser Veranstaltung ist Professor Dr. Pablo Pirnay-Dummer, zurzeit Vertretungsprofessor des Lehrstuhls für pädagogische Psychologie an der MLU. Mit angenehm ruhiger Stimme, ausholenden Gesten und einem obligatorischen kleinen Augenzwinkern führt er die Studierenden an die Grenzen der Wirklichkeit – zumindest in didaktischer Hinsicht: »[Ich wollte] eine große Initialverwirrung erzeugen, hinsichtlich dessen, was noch akademisch, was noch wissenschaftlich sein kann und auch eine Verwirrung dessen, was in so einer Veranstaltung alles passieren kann.«

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