Nr. 47

Ausgabe Nr. 47 vom April 2013

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Mai 2013 hastuPAUSE Nr. 47 0

Laufsteg ins Cinemaxx

Foto: Johanna Sommer

Foto: Johanna Sommer

An diesem Abend war der Nebeneingang des Charlottencenters von Blaulicht, Blitzlichtgewitter und von Fans an einem roten Teppich geschmückt. In deren Mitte standen die Hauptakteure, umringt von Journalisten, die Mikrofone unter ihre Nasen hielten. Die Gesichter der Schauspieler waren sehr verkrampft, da hinter dem Journalistenring die zweite Front aus Paparazzi mit Blitzlicht nervte. Zwei extrem helle Scheinwerfer umschmeichelten die stattlichen Figuren der beiden. Während die Hauptpersonen des Abends versuchten, allen gleichzeitig gerecht zu werden, schritten die anderen Gäste durch den Seiteneingang in die obere Etage. Dort genossen der ganze Stadtrat, Mitarbeiter des MDR und die Prominenten Sekt sowie Berge von Häppchen. Peter Sodann erinnerte sich dabei an die gemeinsame Schauspielzeit mit den beiden: »Zusammen waren wir gut und manchmal schlecht.« Mehr, mehr, mehr

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Vom Bauch und ganzen Körper

Nach der Preview im Charlottencenter bekam hastuzeit Gelegenheit zu einem zwanglosen Gespräch mit Topdesigner Thomas Rath.

Foto: Johanna Sommer

Foto: Johanna Sommer

Wie sind Sie denn zu dieser Rolle gekommen, Herr Rath?

Die Rolle ist zu mir gekommen. Die Tochter von Hans Werner, dem Regisseur, der das Buch geschrieben hat, ist ein »Topmodel«-Fan. Sie hat mich bei »Topmodel« gesehen und ihrem Papa mich vorgeschlagen. »Das könnte doch eigentlich Jérôme Bonnair sein. Guck dir doch mal den Thomas Rath bei GNTM an.« Das hat der Papa auch getan, und der Hans Werner hat mich angerufen. Er hat gefragt: »Könntest du dir vorstellen, das zu spielen?« Da habe ich gesagt: »Das finde ich ganz toll, ein ganz tolles Kompliment, ich bin aber kein Schauspieler. Wir machen hier Realityshow, ich bin so, wie ich bin.« Ja, aber er würde mir das Drehbuch gerne mal zuschicken. Dann habe ich das Drehbuch bekommen. Ich war so begeistert, weil ich selber so ein Krimifan bin. Dann habe ich gesagt, das mache ich jetzt.

Haben Sie die Kostüme der anderen Schauspieler kritisch beäugt?

Ehrlich gesagt war ich dazu viel zu nervös. Ich hab mir die Kostüme nicht richtig angeschaut. Es ging im Vorfeld immer nur um mein Outfit, das war wahnsinnig wichtig. Gerade beim Filmen ist das so, es wird nicht immer alles chronologisch gedreht. Du drehst die Szenen vor und nach. Alles muss dokumentiert werden, wie meine Armbänder zum Beispiel gesessen sind, wegen dem Schnitt nachher. Das fand ich furchtbar spannend. Ich hatte die meisten Klamotten und Accessoires, weil ich natürlich auch der Bunteste war. Ich war viel zu aufgeregt, dass ich meinen Text nicht vergesse und dass ich meine Person spielen kann. Mehr, mehr, mehr

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Hübsch aus Halle nach Berlin

Constanze Jugel, 19 Jahre jung, Gewinnerin eines Modelcastings und Studentin für Erziehungswissenschaft an der MLU, weiß, wie man sein erstes Semester gelungen beendet: als Model auf der Berliner Fashion Week.

Foto: Johanna Sommer

Von Designern in Haute Couture gekleidet. Umringt von Stylisten und in einer Reihe mit Micaela Schäfer (»Germany«s next Topmodel«-Kandidatin 2006). Eingetaucht in das Blitzlichtgewitter der Presse. Halle ist hübsch! Und zwar so hübsch, dass bereits nach Jena, Magdeburg und schließlich Berlin exportiert wird. Damit sind keine Lebensmittel gemeint, sondern Studentin Constanze, die für die Designerin Jeanette Schlenzig und die Modeschule Magdeburg »ins Rennen« ging. Auf dem Runway durfte sie ausgewählte Mäntel im Chic der 50er Jahre präsentieren und bot für die Eröffnung der Berliner Fashionshow einen gekonnten Start.

Aber erst mal zurück auf Anfang: Nicht nur eine große Tasche voller Accessoires waren am 19. Januar bei Constanze im Zug zur Berliner Fashion Week, ebenfalls eine Modelkollegin und hastuzeit, um sie für einen Tag von der »Maske« bis hin zum Laufsteg zu begleiten. Bereits um 8.00 Uhr früh ging es am Hauptbahnhof Halle (Saale) zur Landesvertretung Magdeburg in Berlin. Unter den neugierigen Augen der Passagiere gab es nach einem kurzen »Frühstück to go« ein Interview, inklusive Gefühlscheckup. Mehr, mehr, mehr

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Reckless – Steinernes Fleisch

Der Auftakt der neuen Romantrilogie von Cornelia Funke auf der hallischen Opernbühne

Foto: Gert Kiermeyer / Theater, Oper und Orchester GmbH Halle

Für den Durchschnittsleser von Cornelia Funke ist »Reckless« sicherlich zunächst ein schwerer Einstieg – kein Wunder, ist das Jugendbuch um eine Parallelwelt von Grimmschen Märchengestalten doch durchweg so düster und dramatisch wie vorher nur »Tintentod«. Umso erfrischender ist, dass das Ensemble des Thalia-Theaters unter der Regie von Christoph Werner dem Stoff etwas mehr Leichtigkeit abgewinnen und die surreale Atmosphäre dennoch erhalten konnte. Mehr, mehr, mehr

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Hallewood im Audimax

Einmal pro Woche, donnerstags um 20.15 Uhr, findet im Audimax ein Kinoabend statt. hastuzeit sprach mit Raik Fischer, einem der Organisatoren des Unikinos.

Foto: Christian Schoen

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein Kinoprogramm in der Uni anzubieten?

Wir sind alle Kinofans und haben uns überlegt, Kino zu Studentenpreisen zu ermöglichen. 1,99 Euro Eintritt und einmalig 51 Cent Semesterbeitrag für die Unikino-Clubkarte sind sensationell.
Im Audimax ist einfach eine perfekte Kinoumgebung, der Hörsaal ist gut zu verdunkeln, die Akustik kommt sehr an Kinoflair heran. Mit den von der Volksbank Halle gesponserten Sitzkissen heben wir uns komforttechnisch auch von den Vorlesungen ab.

Darf man was zu essen mitbringen, oder verkauft ihr was?

Wir haben die einzige 99-Cent-Bar weit und breit. Bei uns gibt es Süßes, Salziges und natürlich Kaltgetränke. Selbstmitgebrachtes ist auch möglich, wir schmeißen da keinen raus. Mit Pizza und Döner lassen wir aber niemanden rein – das ist für die anderen Gäste etwas zu anstrengend.

Habt ihr denn auch alles brav bei der GEMA angemeldet?

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Mai 2013 hastuINTERESSE Nr. 47 0

Freiheit versus Sicherheit

Gemäß dem neuen Polizeigesetz haben Polizei und Behörden in Sachsen-Anhalt neuerdings viel mehr Spielraum bei ihren Ermittlungen. Grund genug, einmal näher hinzuschauen.

Auch die Überwachung im Netz ist im SOG geregelt.

Auch die Überwachung im Netz ist im SOG geregelt.
Foto: Christian Schoen

Was haben Handys mit Bomben zu tun? Sehr viel, findet Holger Stahlknecht, Innenminister von Sachsen-Anhalt (CDU). Ein Handy könne heutzutage laut Stahlknecht zum Zünder einer Bombe umfunktioniert werden. Deshalb hat die Polizei in Sachsen-Anhalt neuerdings die Befugnis, ganze Handynetze lahmzulegen. Sowohl die Größe des betroffenen Gebietes als auch der Zeitraum der Unterbrechung von bis zu zwei Tagen liegen dabei im Ermessen der Behörde.

Das ist nur einer der umstrittenen Punkte des neuen »Gesetzes über Sicherheit und Ordnung des Landes Sachsen-Anhalt« (kurz: SOG LSA), das am 20. Februar von der Regierungskoalition aus CDU und SPD in Magdeburg beschlossen worden ist. Die Opposition, bestehend aus Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen, versuchte bis zuletzt, die strittigsten Punkte durch eigene Anträge zu ersetzen. Mehr, mehr, mehr

Apr 2013 hastuINTERESSE Nr. 47 0

Eine Zeitreise ohne Zeit

Wrocław, Breslau, Blume Europas und Stadt der Begegnung – viele Namen, eine Geschichte. Die Hauptstadt des ehemaligen Schlesien und ihre Suche nach Identität.

»Verdrängungen und Aneignungen« war der Titel eines Übungsseminars, in dem sich eine Gruppe von Geschichtsstudenten unter der Leitung von Dr. Karsten Holste und Claudia Schneider mit der Stadtgeschichte Breslaus/Wrocławs auseinandersetzte. Ziel der gemeinsamen Freitage im Institut am Hohen Weg war die Erstellung einer historischen Stadtführung durch die polnische Oder-Metropole. Doch eine solche Führung ist mit vielen Fragen verbunden. Wie soll man so eine Tour gestalten? Wie hat sich die Stadt über die Jahrhunderte verändert? Welche Denkmäler erinnern noch an die reichhaltige, multinationale Geschichte der Stadt? Um sich bei der Beantwortung dieser Fragen nicht in chauvinistische Widersprüche zu verstricken, muss man weit über die normale Abspulung von Geschichtsdaten hinausgehen. Mehr, mehr, mehr

Apr 2013 hastuINTERESSE Nr. 47 0

Bionade und Spielplätze

Gesellschaftliche Kontraste sind heutzutage nicht mehr wegzudenken. Von aktueller Brisanz ist die sozialräumliche Spaltung vieler Städte, die sogenannte Gentrifizierung.

Foto: Laura Günther

Foto: Laura Günther

Lounges anstatt Dönerbuden und Leute, die hier bis zwei Uhr nachts mit einem MacBook arbeiten, sanierte anstatt besetzte Häuser, Ärzte und Anwälte anstatt Alleinerziehende, Arbeitslose und Ausländer, steigende Mieten – das alles kann zu den Phänomenen von »Gentrifizidingsbums« gezählt werden.

Also, Gentrifizierung. Sicherlich ist jeder schon über diesen Begriff gestolpert. Womöglich ist es einer der am häufigsten auftauchenden und am wenigsten verstandenen Begriffe. Zunächst eine Definition: Gentrifizierung ist ein Umstrukturierungsprozess in innenstadtnahen Vierteln. Einkommensstarke Haushalte, oft pauschal als Yuppies (Young Urban Professionals) und Dinks (Double Income No Kids) bezeichnet, ziehen in ein Viertel und verdrängen die alteingesessene Bevölkerung, die oftmals weniger gut betucht ist und sich durch einen hohen Anteil an Menschen mit internationalem Hintergrund charakterisiert. Die soziale »Veredelung« geht meist einher mit einer baulichen Aufwertung. Es kommt zu Sanierungen und Luxusneubauten. Gentrifizierung ist auch, wenn die Nachfrage nach Innenstadt-Altbau-Wohnungen zunimmt, eventuell sogar das verfügbare Angebot übersteigt und folglich die Preise von innerstädtischem Wohnraum mächtig zulegen. Mehr, mehr, mehr

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