Nr. 46

Ausgabe Nr. 46 vom Februar 2013

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Große Uli dicht

Im kommenden Semester wird die Fahrt zur Uni für einige Studierende umständlicher, denn dann wird die Große Ulrichstraße im Abschnitt zwischen Kulturinsel und Uniring/Moritzburgring grundlegend saniert. Unter anderem erneuert die Stadt Leitungen, Gleise und den Straßenbelag. Straßenbahnen fahren auf Umleitungsstrecken, vom Norden her verkehren einige Linien bis zum Moritzburgring. Auch für Radfahrer dürfte zeitweise kein Durchkommen sein. Die Bauarbeiten sollen ein Jahr dauern, wobei während einer Winterpause die Straße zeitweise befahrbar sein wird.

Die Umbauarbeiten in der Großen Ulrichstraße sind auch Teil des Projektes „Stadtbahn Halle», mit dem der Straßenbahnverkehr mittelfristig beschleunigt werden soll. Zu einem späteren Zeitpunkt dient dann die Große Ulrichstraße als Umleitungsstrecke, während der Platz am Steintor umgestaltet wird.

Ursprünglich sollten die Straßenarbeiten Anfang März beginnen, nun heißt es vage, die Bauarbeiten würden nicht vor Ostern beginnen. Als Grund für die Verzögerung gibt die HAVAG an, dass eine erste Ausschreibung „keine geeigneten Ergebnisse erbracht» habe. Im Klartext: Die eingereichten Angebote waren teurer als erwartet. Daher wurden die Bauleistungen noch einmal ausgeschrieben.

Diese Meldung wurde gegenüber dem Heft um weitere Informationen ergänzt.

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Globales Engagement:
Ein Praktikum in Benin

Berlin? Von wegen. Laura ging für 13 Wochen in ein westafrikanisches Land. Für die hastuzeit berichtet die Geographiestudentin vom ASA-Programm und ihren Erlebnissen in Benin.

Kinder beim Wasserholen. Jeder Liter, der gebraucht wird, muss erst einmal getragen werden.

Einige haben vielleicht die Karten gesehen, die neulich an entsprechenden Ecken auslagen: »Fair-ändere!«, »Ver(sch)wende Deine Jugend!«. Dahinter steckt ASA. Der »Arbeits- und Studien­austausch« ist in den 1960er Jahren von Studie­renden aus wachsendem Interesse an Themen der »Dritten Welt« und Kritik an neokolonialistischen Tendenzen gegründet worden. Seither gab es neben den vielen abenteuerlustigen Teilnehmern zahlreiche strukturelle Reformen. Heute gehört ASA zu der Initiative »Engagement global«, wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert und bietet Projekte auf fast allen Erdteilen an.

Bewerben kann man sich einmal pro Jahr für verschiedene Programme, in der Regel für dreimonatige Praktika. Begeistert haben mich das fast alle Kosten deckende Stipendium, die Möglichkeit, mein Französisch zu polieren, die gute Vor- und Nachbereitung, das Netzwerk an Freiwilligen und die Herangehensweise: ASA ist kein Entwicklungsdienst! Globales Engagement wird hier auf einen konkreten Nenner heruntergebrochen und somit erfahrbar. Die soziopolitischen Konstrukte »Schwarz« und »Weiß« werden kritisch unter die Lupe genommen, und es wird diskutiert, ob nicht Europa eher Afrika zur Entwicklung bzw. Wohlstandssicherung braucht. Mehr, mehr, mehr

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WTF

Ein Comic von Justin Guenet

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Als Zivilist zur MLU

Studierende auf dem Campus der Universität der Bundeswehr München.
Foto: Presse und Kommunikation UniBw München

Michael (29) studiert Accounting, Taxation und Finance. Nachdem er sich zehn Jahre bei der Bundeswehr verpflichtet und dort sein Diplom in Staatswissenschaften gemacht hat, kommt der Hauptmann für zwei Jahre in seine Heimatstadt zurück.

Wie ist es, nach zehn Jahren wieder zurück in Halle zu sein?

Es ist ein gutes Gefühl, wieder zuhause zu sein. Man hat wieder mehr Zeit für seine Freunde, und die ganze Pendelei fällt weg. Bis jetzt ist noch alles schön …

Bei deiner Qualifikation hättest du sicher auch ohne ein weiteres Studium Arbeit gefunden, warum studierst du weiter?

Es ist so, dass ich noch zwei Jahre lang einen großzügigen Anteil meines letzten Gehalts weiterbezahlt bekomme, da wollte ich einfach den Spaß am Studium mit meiner persönlichen Fortbildung und dem Studentenleben optimal kombinieren. Ich will mir einfach noch eine kleine Auszeit gönnen, bevor ich dann wieder anfange zu arbeiten. Mehr, mehr, mehr

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Verbesserungswürdige Situation

Die MLU Halle sei »nicht ausländerfreundlich«, meint der Ausländerbeauftragte der Universität. Was ist dran an dieser Behauptung?

Im Bürokratiedschungel durchzublicken ist nicht immer einfach. Es ist oft sogar sehr kompliziert. Woher bekomme ich welches Formular, und wem gebe ich es dann? Wer ist der Ansprechpartner wofür, und wo finde ich ihn? Auch Fragen, welche Module belegt und was für Prüfungen am Ende des Semesters abgelegt werden, sorgen stets aufs Neue für Verunsicherungen; nicht nur bei Erstsemestlern. Sind Anweisungen schon oft für deutsche Studenten kompliziert und unübersichtlich, wie fühlen sich dann erst ausländische Studenten?

Gerade in dieser Hinsicht seien internationale Studierende in einer schlechten Lage an der Universität Halle-Wittenberg. Das meinte zumindest der Ausländerbeauftragte der MLU, Prof. Jörg Kressler, in der Senatssitzung vom 14. November 2012. In einem Gespräch mit der Stura-Beauftragten für internationale Studierende Ana Real führte er aus, dass es schon Verbesserungen gegeben habe, es aber auch noch genügend zu tun gebe. Mehr, mehr, mehr

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Publikumsjoker im Hörsaal

England ist eben doch ein bisschen anders: Aus Newcastle berichtet unsere Korrespondentin von Hightech an der Uni und unbekümmerter Selbstdarstellung im Netz.

Samstagabend, 23.51 Uhr. Eigentlich könnte ich noch mal schnell in die Bibliothek gehen. Also begebe ich mich, voller Vorfreude auf eine Nacht­schicht, auf den videoüberwachten Weg. Schon mehr als einmal habe ich mir vorge­nommen, die Kameras zu zählen, die mich auf meinem Weg zur Uni jedes Mal filmen. Das Problem ist nur: Auch nach fast vier Monaten entdecke ich immer noch neue. Allein die Anzahl der auf dem Wohnheimgelände befindlichen liegt definitiv im zweistelligen Bereich.

Gut überwacht (und behütet?) komme ich also in der Bibliothek an. Mittlerweile ist es nach Mitternacht, aber zum Glück ist die Bibliothek ja rund um die Uhr geöffnet. Um hineinzu­kommen, brauche ich meine Smart-Card, meinen Studentenausweis, der als Schlüssel an den elektronischen Schranken fungiert. Auch für die 24-Stunden-Self-service-Bücherausleihe, den nächtlichen und wochenendlichen Zugang zu sämtlichen Unigebäuden und zum Eintritt ins Sportzentrum braucht man die Smart-Card, auf der dann alle wichtigen Infos über den Studenten gespeichert sind. Neben Daten wie Studienfach und Immatrikulationsstatus also beispielsweise auch die Art der SportsCentre-Mitgliedschaft und somit, welche Sporträume und -angebote der Student nutzen kann. Mehr, mehr, mehr

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Bargeldlos = Bargeld los?

Bestehen Sicherheitslücken im Bezahlsystem der Mensa? hastuzeit hakt nach.

Viele Studenten nutzen ihre Studentenausweise auch zum bargeldlosen Bezahlen in der Mensa. Die Vorteile liegen auf der Hand: kein lästiges Gesuche nach dem passenden Kleingeld, kürzere Warteschlangen und damit ein Zeitgewinn für die Studenten. Doch ist dieses System wirklich sicher, oder kann es gehackt werden?

Fakt ist, dass es in der Vergangenheit erhebliche Sicherheitslücken im Bezahlsystem mittels Karten des Herstellers Intercard gab. Dieses von 130 Hochschulen in Deutschland verwendete System wurde auch an der Universität Halle genutzt. Dem Studentenwerk Halle waren diese Sicherheitslücken bereits seit 2008 bekannt, dies räumt das Studentenwerk in einer Mitteilung vom 8. Januar 2013 ein. Allerdings stellten der Aufwand und das notwendige Fachwissen eine »große Hürde« für eine Manipulation dar. Mehr, mehr, mehr

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Nicht die Pferde scheu machen

Am Ende des Semesters haben sich die Wogen um die geplanten Stellenstreichungen geglättet. Dabei hat sich an der Lage nichts geändert.

Mit einer Mischung aus Staunen und Erheiterung blättern Daniel Möbus und Clemens Wagner durch die elektronischen Fotoalben vergangener Tage. Gerade schauen sich die beiden vorsitzenden Stura-Sprecher Bilder von der Streikwoche im Dezember 2003 an: Damals haben die Protestierenden im Melanchthonianum ein »Orga-Büro« eingerichtet, auf Tischen liegen Reader mit Hintergrundinformationen bereit, eine große Tafel informiert über die Veranstaltungen des Tages: öffentliche Vorlesungen, Diskussionen, ein Trommel-Workshop. In der Stadt putzen Studierende Schuhe, jonglieren, betteln um Geld für die Uni. Demonstranten füllen den Uniplatz, ziehen durch die Straßen, hinter ihnen ein Tross von Traktoren: damals stand auch die Landwirtschaftliche Fakultät auf der Kippe. Viele bunte, mehr oder weniger launige Transparente sind zu sehen, eines raunzt in Anspielung auf den damaligen Rektor: »Das Rektorat hat Grecksch am Stecken!«, ein anderes beklagt »Bildungs-Kastration«, eines warnt: »Keine Ingenieure – keine Industrie«. Mehr, mehr, mehr

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