Nr. 38

Ausgabe Nr. 38 vom November 2011

Dez 2011 hastuUNI Nr. 38 0

Zwischen Waschbrett und Spritzbesteck

1754 wurde an der Medizinischen Fakultät der Uni Halle erstmalig in Deutschland einer Frau der Doktortitel verliehen. Wer war diese Frau?

Dorothea Christiana Leporin in Quedlinburg geboren. Ihr Vater, Dr. Christian Polycarp Leporin, war praktischer Arzt, hatte ab 1708 auch in Halle studiert und 1711 an der Erfurter Universität promoviert. Ihre Mutter Anna Sophia entstammte der angesehenen Predigerfamilie Meinicke. Dorothea hatte eine ältere Schwester und zwei jüngere Brüder.

In ihrem Lebenslauf, den Dorothea Erxleben ihrer Dissertation beilegte, sprach sie ihrem Vater maßgeblichen Anteil an ihrem Werdegang zu: Sie war ein kränkliches, jedoch wissbegieriges und lernbereites Kind. Um ihr die Langeweile zu mildern, wenn sie im Haus bleiben musste, erlaubte er ihr die Teilnahme am Unterricht des zwei Jahre jüngeren Bruder Christian. Mehr, mehr, mehr

Nov 2011 hastuPAUSE Nr. 38 0

Kulturgeschichte in grün

Ein kleines Tier wird immer wieder neu entdeckt. Bernd Hüppauf erzählt von der wechselvollen Beziehung zwischen Mensch und Frosch.

Wie kommt ein Emeritus für Deutsche Literatur und Literaturtheorie der New York University dazu, sich ausgerechnet mit dem Frosch zu beschäftigen? Bernd Hüppauf erinnert sich an einen längst zugeschütteten Teich aus Kindertagen, an den Frosch in der Hand und »mit Widerstreben« an den Frosch im Sezierbecken.

So abseitig es auf den ersten Blick erscheint: In früheren Zeiten nahmen Frösche und Kröten einen wichtigen Platz in Kunst und Literatur, Religion und Wissenschaft ein, obgleich sie dem Menschen kaum von erkennbarem Nutzen und seiner Gestalt nicht eben ähnlich sind. Mehr, mehr, mehr

Nov 2011 hastuUNI Nr. 38 0

Es war einmal … Teil II

Halle birgt eine der ältesten Hochschulen Deutschlands. hastuzeit unternimmt einen kleinen Ausflug in die Geschichte der Universität und schaut, wie alles begann. Teil 2

Die Universität und die Stadt Halle sind eng miteinander verbunden. Erkennbar ist das an den grünen Universitätsschildern, die viele Gebäude weit über den Campus hinaus als Einrichtung der Hochschule kennzeichnen. Und spätestens, wenn man zwischen zwei Seminaren von einem Institut zum anderen durch die halbe Stadt eilen muss, merkt man, wie weit sich die MLU über Halle erstreckt. Mehr, mehr, mehr

Nov 2011 hastuPAUSE Nr. 38 1

Neues von der Schauburg

In diesem Sommer fanden die ersten Veranstaltungen in der Schauburg statt. Doch nun wird dem Verein gekündigt, der seit einem Jahr versucht, das Objekt zu sanieren.

Das „Quotentrio» schmettert gerade herzzerreißende Chansons der 20er bis 40er, als der große Sommersturm beginnt. Die Zuhörer, die bis dahin auf der gemütlichen Terrasse sitzen, flüchten in das Gebäude. Teile der Dachpappe fliegen über den Hof und beschädigen das Terrassendach. Die Veranstalter laufen umher und versuchen die Technik zu retten. Nun löst sich die Verankerung, das komplette Dach schleift über die Terrasse. Die Besucher interessiert derweil nur, woher der nächste Prosecco kommt. Während das Barpersonal versucht die letzten Gläser vor dem Sturm zu retten, gießen sich die Gäste selbst ein. Der Strom fällt aus und eine alte Dame holt verschmitzt eine Taschenlampe aus ihrer großen Tasche. Später gibt es Gratiskuchen und noch mehr Prosecco. Danach muss die Schauburg für ein, zwei Wochen schließen, das Dach reparieren und Sicherungsarbeiten durchführen lassen. Wie vom Pech verfolgt, bricht bei der kommenden Veranstaltung wieder ein Sturm los, diesmal bleibt das Dach heil. Doch auch bei Windstille macht der Gebäudekomplex einen baufälligen Eindruck, vom einstigen Glanz ist kaum noch etwas zu erahnen.
Die Schauburg galt als eines der schönsten und größten Kinos der Weimarer Republik. Heute ist es eines der zwei letzten originalen Häuser der Großen Steinstraße. Seit letztem Jahr versucht der »Verein zur Förderung der freien Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt e. V.« den vergangenen Glanz des zerfallenen Gebäudes wieder zu beleben. Mehr, mehr, mehr

Nov 2011 hastuINTERESSE Nr. 38 0

Als internationaler Student in Halle

Wie ist es, zum Studieren in ein völlig fremdes Land zu kommen, um auf unbestimmte Zeit dazubleiben? Ein Einblick in das Leben zweier internationaler Studenten in Halle.

»Das Leben hier war mir anfangs zu strukturiert. Außerdem klang die deutsche Sprache für mich wie Rammstein«, beschreibt Hristo Stoykov seine ersten Eindrücke von Halle. Der 24-Jährige kommt aus Jambol, einer Kleinstadt im Südosten Bulgariens. 2006 zog er hierher, um »Business Studies« zu studieren. Bereits in der zehnten Klasse war ihm klar, dass er im Ausland studieren möchte. »Ich wollte gar nicht unbedingt nach Deutschland«, erinnert er sich. Mehr, mehr, mehr

Nov 2011 hastuUNI Nr. 38 0

Wissenschaft scheitert nie

Warum immer nur über wissenschaftliche Erfolge reden? Das »Journal of Unsolved Questions« (JUnQ) nimmt vermeintliche Fehlschläge in den Blick. hastuzeit sprach mit einem der Gründer, Thomas Jagau, der an der Uni Mainz promoviert.

JUnQ veröffentlicht ausschließlich Fälle von erfolgloser Forschung. Wie seid ihr auf diese Idee gekommen?

Am Anfang der ganzen Sache steht die Beobachtung, dass Wissenschaft in der Praxis, wie man sie als naturwissenschaftlicher Student erlebt, zum Großteil aus Dingen besteht, die nicht funktionieren. In der Öffentlichkeit wird es aber so kommuniziert, als gebe es nur große Durchbrüche. Um diesen Widerspruch ein bisschen aufzulösen, haben wir das »Journal of Unsolved Questions« gegründet. Wir denken, dass auch negative Resultate wertvoll sind.

Auf eurer Website steht, eines eurer Ziele ist es, die Ehrlichkeit in der Forschung zu fördern. Gibt es da einen Bezug zu den bekanntgewordenen Plagiatsfällen in Deutschland?

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Nov 2011 hastuINTERESSE Nr. 38 0

Starthilfe Buddy

Ein Auslandsaufenthalt ist nicht nur für die Erasmus-Studenten eine aufregende Zeit, sondern auch für ihre Buddies.

»Was kostet es, wenn man in Deutschland geblitzt wird?« Pawels Antwort auf meine Frage, wie seine Fahrt nach Halle war, verblüfft mich etwas. »Meine Schwester ist gefahren«, grinst er. Auch seine Schwester grinst. Und ich auch. Das Eis ist gebrochen, bevor es entstanden ist. Pawel kommt aus Czeladz/Polen und studiert im fünften Semester »Business English«. Bis Ende März wird er an der MLU ein Auslandssemester absolvieren und an den Instituten für Wirtschaftswissenschaften sowie für Anglistik und Amerikanistik Leistungspunkte sammeln. Mehr, mehr, mehr