Nr. 35

Ausgabe Nr. 35 vom Februar 2011

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Feb 2011 hastuINTERESSE Nr. 35 0

Zwischen Atelier und Bibliothek

Die Universität, die man besucht, ist sehr prägend für die Identität eines Studenten. In Leas Fall sind das gleich zwei Hochschulen.

Es ist Freitagmittag, 12 Uhr. Normalerweise ist Lea um diese Zeit im Atelier. Danach folgt dann meist noch ein Besuch in der Druckwerkstatt und regelmäßig am Abend ein Plenum zum Austausch mit anderen Kunststudenten. Zwischendurch besucht sie Vorlesungen und Seminare, arbeitet in einem Café und schreibt oft bis in die Nacht an Hausarbeiten. Heute hat sie sich zwischendurch Zeit genommen, um von ihrem Studium zu erzählen. Ihre Tage sind aus einem besonderen Grunde so voll: Sie studiert an zwei Hochschulen der Stadt – an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und an der Martin-Luther-Universität. Mehr, mehr, mehr

Feb 2011 hastuINTERESSE Nr. 35 0

Wir alle spielen Theater

Durch die Etablierung der neuen Medien wie Internet und Fernsehen sind Millionen Menschen weltweit miteinander verbunden. Durch die Vernetzung bietet sich uns ein weiter Raum zur Selbstinszenierung.

Foto: Bruno Cordioli (Creative Commons)

Foto: Bruno Cordioli (Creative Commons)

Niemand besitzt eine einheitliche Identität, denn jeder von uns nimmt täglich die verschiedensten Rollen ein. Man ist Student, Freund, Pauschalkraft, um das Studium zu finanzieren, Fan von etwas. Die Rollen wählen wir uns zum Teil selbst, zum Teil werden sie uns zugeschrieben. »In diesen Rollen erkennen wir einander; in diesen Rollen erkennen wir uns selbst«, schrieb der amerikanische Soziologe Erving Goffman 1959 in seinem Werk Wir alle spielen Theater. Nach Goffman wird die Vorstellung von unserer Rolle zu einer Art zweiter Natur und einem wesentlichen Bestandteil unserer Persönlichkeit. Mehr, mehr, mehr

Feb 2011 hastuINTERESSE Nr. 35 0

Wenn ICH ein anderer ist

Jean-Claude Kaufmann nimmt allen Selbstfindungsgetriebenen mit seinem neuen Buch die Illusion, jemals authentisch zu werden. Anschaulich und unterhaltsam erklärt der Soziologe, dass es so etwas wie eine Kernidentität nicht gibt.

In unserer modernen Gesellschaft besteht der Anspruch, dass der Mensch sich als Wesen mit Verstand begreift und für sich und sein Handeln die Verantwortung trägt. Wir haben die Vorstellung, uns selbst definieren und begreifen zu können. Selbstreflexion ist ein wichtiger Aspekt, der es ermöglichen soll, uns in ein Verhältnis zu unserer Umgebung zu setzen und folglich bewusst zu leben. Mehr, mehr, mehr

Feb 2011 hastuPAUSE Nr. 35 0

Survival of the poorest

Trotz BAföG-Erhöhung erinnern die Geldbestände der meisten Studenten an die schönen, weiten, aber leeren Steppen der brandenburgischen Einöde. Da den Studenten mit der Einführung der modularisierten Studiengänge endgültig die Fähigkeit zum selbstständigen Denken genommen wurde, sahen wir uns gezwungen, alle studentischen Möglichkeiten, an Geld zu kommen, alphabetisch zu ordnen und den Massen zugänglich zu machen. Mehr, mehr, mehr

Feb 2011 hastuINTERESSE Nr. 35 0

Wer bin ich?


Frida
Medien und Kommunikation / Politik
»Ich bin eine Studentin, die nebenbei arbeitet und das verdiente Geld für Pflanzen ausgibt.«


Marvin
Master Wirtschaftsrecht
»Ich bin nicht nur Student. Ich lege viel Wert auf außer-universitäre Aktivitäten.«

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Feb 2011 hastuPAUSE Nr. 35 0

Vorhang auf für …

… Theatergruppen, Galerien und andere Kulturprojekte, die die Stadt Halle zu bieten hat. Teil 2: Vereinsgalerie 5ünf Sinne.

© Jan Jankowski

© Jan Jankowski

Galerie 5ünf Sinne – wer steckt dahinter?

In etwa 26 Vereinsmitglieder, die durch die Liebe zum Kreativen miteinander verbunden sind. Die Galerie 5ünf Sinne wurde bereits am 21.10.1990 gegründet, wechselte mehrmals ihren Standort und wurde trotz finanzieller Schwierigkeiten aus ideellen Gründen stets weiterbetrieben.

Wer darf in der Galerie ausstellen?

Bei uns sind sowohl Künstler als auch Quereinsteiger willkommen. Außerdem arbeiten wir eng mit der Kunsthochschule Halle zusammen und suchen dort auf der Jahresausstellung nach studentischen Talenten, denen wir dann anbieten, bei uns auszustellen. Mehr, mehr, mehr

Feb 2011 hastuPAUSE Nr. 35 0

Eine Bude zur Burg ausbauen – das fetzt!

Zwischen Joliot-Curie-Platz und Steintor soll aus einer Ruine das größte freie Theater Sachsen-Anhalts entstehen.

© Daniel Meißner

© Daniel Meißner

Man nehme einen vom Verfall bedrohten Gebäudekomplex, eine engagierte Nachbarin, einen kulturellen Verein, einige Theatergruppen, hier und da ein paar Künstler und Kulturbegeisterte und mehrere Millionen Euro – fertig ist das größte freie Theater Sachsen-Anhalts. Mehr, mehr, mehr

Feb 2011 hastuUNI Nr. 35 1

Revolution mit Hindernissen (2)

Das Deutschlandstipendium soll die Studienfinanzierung revolutionieren. Vor allem von Unternehmen und Privatpersonen wird ein verstärktes Engagement gefordert. Doch die Zurückhaltung ist groß, was vor allem für die Hochschulen zum Problem wird

Es ist kalt, und Christian wartet bereits. Seine Kapuze hat er tief ins Gesicht gezogen, weswegen man sein rotblondes Haar nicht erkennt. Durch seine Brille schaut er sich interessiert um. Obwohl er schon neun Semester in Halle studiert, hat er den Universitätsplatz noch nie gesehen. »Ich bin immer am Campus Heide-Süd, weil dort mein Institut ist«, erklärt er. Christian Herschbach ist 24 Jahre alt und studiert Physik. Von den etwa 50 Kommilitonen, mit denen er seinen Bachelor begann, waren am Ende noch 14 übrig, und er ist einer der besten von ihnen. Mehr, mehr, mehr

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