Frische Ausgabe Nr. 73 / Jul 17

Cover Nr. 73  Juli 2017

Texte lesen (12)

Download (pdf)

Heft 73 der hastuzeit ist am 30. Juni erschienen und wird an Instituten, Bibliotheken und Mensen verteilt.

Aug 2017 hastuUNI Online 0

Nachsitzung

Die wegen eines Anwesenheitsproblems ausgefallene Sitzung vom 31.07.2017 konnte gut eine Woche später am 08.08. 2017 diesmal stattfinden. 20 Mitglieder diskutierten bei immer noch sommerlichen Temperaturen über Themen wie Erstiparty und „Zukunftsfähige Landwirtschaft“. Radio Corax plant auch fürs kommende Wintersemester mit „Studis on Air“.

Tagesordnung aus der vorläufigen Tischvorlage

Ausnahmsweise schon um 18 Uhr fand die zwangsvertagte Sitzung an einem Dienstag statt. Nach der üblichen Feststellung der Beschlussfähigkeit und Lesung der Tagesordnung ging es erst einmal in eigener Sache los. Die hauseigene Website wurde generalüberholt. Diese soll nun aktueller und übersichtlicher sein und bietet zudem ein neues Design. Bedauerlicherweise führen einige Verlinkungen bisher noch ins Nichts. Daran wird jedoch sicher unter Hochdruck gearbeitet. Es folgten die Angestelltenbelange zum Thema Erstiparty und Campusfest, wobei der Punkt zum Campusfest vertagt wurde, da die verantwortlichen SprecherInnen nicht anwesend waren. Der Verantwortliche für die Erstiparty, welche auch fürs kommende Semester wieder geplant ist, war hingegen anwesend und erzählte von dem Vorhaben, rund um Planung und Ausführung. Demnach soll eine Clubtour anstehen, wobei die teilnehmenden Locations mit einem Busshuttle verbunden sind und der Eintritt dafür nur einmal fällig wird. Das Hauptthema der Partys soll diesmal der Stura selbst sein. Der Veranstalter denkt dabei an eine Art »Werbung« von und vor allem für den Studierendenrat der Universität. Dieser muss nun selbst noch entscheiden, wie eine solche »Selbstdarstellung« aussehen soll, um sich vor allem den neuen Studierenden von seiner besten Seite zu zeigen. Möglich wären demnach Poster, Infostände, Flyer oder Bändchen, die als Eintrittskarte gelten. Die Finanzierung spielte hierbei natürlich eine wichtige Rolle, weshalb eine Finanzierung der Erstiparty mit Themenschwerpunkt Stura nach Abstimmung einstimmig beschlossen wurde. Mehr, mehr, mehr

Jul 2017 hastuUNI Online 1

Toilettenhocker, gescheiterte Kommunikation und Zentralkomitees

Nachdem die letzte Sturasitzung von einer hitzigen Diskussion um den Kassenprüfungsbericht 2016 geprägt war, ist auf der Sitzung am Montag, dem 10. Juli, vor allem ein Thema von Interesse: Werden dem FSR der PhilFak I für das nächste Semester tatsächlich alle Gelder gestrichen? Und was sind eigentlich "squatty pottys"?

Foto: Sophie Ritter

Um zehn nach sieben ist es soweit – die Sturasitzung im Hallischen Saal der Mensa Tulpe kann beginnen. Allen Beteiligten ist von vornherein klar: es wird ein langer Abend. Der letzte der elf Tagespunkte ist für 00:05 angesetzt.

Erst einmal jedoch startet die Büroleiterin des Sturas, Elke Lopens, wie gewohnt mit ihren Ansinnen und Anmerkungen – eine davon betrifft sogar die hastuzeit, welche von ihr ein großes Lob erhält. Sie spüre, »dass sich da etwas verändert hat.« An dieser Stelle herzlichen Dank! Mehr, mehr, mehr

Jul 2017 hastuPAUSE Heft Nr. 73 0

Doppelte Vergangenheit

Wie schaffte es eine Malerin, sich das SED-Regime zum Feind zu machen? Wer war der Ansicht, dass die Russen die DDR eines Tages verkaufen würden? Und was haben der Kommunismus und das Christentum gemeinsam? Antworten hierauf lieferte Doris Liebermann bei ihrer Lesung am 13. Mai in der Stadtbibliothek.

Foto: Sophie Ritter

Etwas ernüchternd ist es doch, wie wenig Menschen gekommen sind – nur etwa 15 Personen haben den Weg in die Stadtbibliothek gefunden. Dabei ist Doris Liebermann, die zu einer Lesung ihres aktuellen Buches erschienen ist, kein unbeschriebenes Blatt: Die Autorin und Journalistin wurde 1976 im Zuge einer Unterschriftensammlung gegen die Ausweisung des Liedermachers Wolf Biermann vorübergehend festgenommen und von der Friedrich-Schiller-Universität Jena exmatrikuliert, ein Jahr später folgte die Ausbürgerung nach Westberlin. Angesichts solcher Erfahrungen ist es nicht verwunderlich, dass das Thema Opposition unter dem SED-Regime ihr bis heute eine Herzensangelegenheit ist, so auch als Thema ihres neuen Buches mit dem Titel »Gespräche mit Oppositionellen«. Mehr, mehr, mehr

Jul 2017 hastuPAUSE Heft Nr. 73 0

Insel der Ruhe

Das MDV-Gebiet ist mehr als Leipzig und Halle, denn auch die meist unbekannten Mittelstädte lohnen einen Besuch. Diesmal besuchen wir das sächsische Delitzsch.

Stadtansicht
Foto: Paul Thiemicke

Ein wenig nördlich von Leipzig, gerade an der Grenze zu Sachsen-Anhalt, liegt die Große Kreisstadt Delitzsch, bekannt für – was eigentlich? Spielkarten oder verschrumpelte Bischofshände sind es sicherlich nicht. Nehmen wir uns also, trotz des nicht gerade sommerlichen Wetters, die Zeit um diesen Ort – MDV-Ticket sei Dank – näher kennenzulernen. Glücklicherweise ist die etwa 34 000 Einwohner zählende Stadt von Halle aus gut zu erreichen: Im Schoße der »S-Bahn Mitteldeutschland« gelangen wir innerhalb von etwa einer Stunde ans Ziel. Ein bisschen Gedrängel beim Umsteigen in Leipzig, dann geht es weiter nach Norden. Der Delitzscher Bahnhof empfängt uns eingerahmt von Kneipe und Supermarkt, während wir begleitet vom der professionell-kühlen S-Bahn-Ansage ins Freie treten. Mehr, mehr, mehr

Jul 2017 hastuUNI Online 0

Volle Plätze bei trübem Wetter

Es begann harmonisch mit einer Diskussion über das Campusfest und endete im Streit um das liebe Geld. Die hastuzeit besuchte am 26. Juni eine abwechslungsreiche Stura-Sitzung, die vom Bericht des Kassenprüfungsausschusses auf den Kopf gestellt wurde.

Foto: Silvia Claus

Die Sitzung am 26. Juni beginnt um 19:06 Uhr mit Freude sowie leichter Verwunderung über die hohe Mitgliederzahl. Von einem Anwesenheitsproblem kann hier und heute jedenfalls nicht die Rede sein. Nachdem wie gewöhnlich Elke Lopens, die Büroleiterin des Sturas, ihre Anliegen und Wünsche vorträgt, wird der Tagesordnungspunkt 5 vorgezogen: Das Campusfest, welches zwei Wochen zuvor stattfand. Bei der Besprechung der Veranstaltung zeigt sich bei allen Parteien große Einigkeit: Im Großen und Ganzen sei die Stimmung sehr gut gewesen, auch die Auswahl der Bands wird lobend hervorgehoben, ebenso die Lösung der Toilettensituation. Besonders die Seifenblasen wären bei den Studierenden gut angekommen. Mehr, mehr, mehr

Jul 2017 hastuPAUSE Heft Nr. 73 0

Der gehobene Zeigefinger

Bunt und quirlig wie ein gut gepflegter Gemischtwarenladen legt sich diese Kolumne ihrem erprobten Leserauge zu Füßen. Frei von den zwängenden Fesseln einer thematischen Beständigkeit, eines übergeordneten Gesamtkonzepts, wird hier nüchtern allerhand Gedachtes geteilt. Thema heute: Vorurteile.

Illustration: Katja Elena Karrass

Er hat nichts gegen Schwarze, sagt er.

Dass er mit ihnen, mit den Schwarzen, im Baucontainer sogar Bier getrunken habe, sagt er. Aber, sagt er, aber wer sich an unser Land nicht anpasst, der ist unangenehm, gehört hier nicht hin.

Vor mir steht ein Mann, der das Wort »Kanake« mit der gleichen Unschuld über die Lippen bringt, mit der er auch über »Zigeuner und Polacken« spricht. Viele meiner Mitstudenten und Freunde hätten sich deshalb vor Empörung mittlerweile selbst entzündet. Ich aber habe beschlossen, das Gespräch zum Mitbürger zu suchen. Ein Gespräch frei von blasierten Zurechtweisungen oder einer gesondert scharfen Sprache.

Wir tauschen uns aus über die DDR, Eichenholz, Kfz-Unfälle, Spielplätze und eben über Ausländer. Mehr, mehr, mehr

Jul 2017 hastuPAUSE Heft Nr. 73 0

Das Wort zum Wort

Eine vielleicht etwas ambivalente Kolumne über Kommunikation und den Eindruck, dass Gesagtes und Gemeintes nicht immer dasselbe sind. Sie beobachtet und kommentiert. Und vielleicht will sie auch manchmal irgendwie eingreifen. Diesmal geht es um eine vielgestellte Frage, die oft mit geringem Interesse an der Antwort einherzugehen scheint.

Illustration: Katja Elena Karrass

Kürzlich überraschte mich in der Oldie-Show im Radio die Originalversion eines Liedes der »Windows«, das ich bisher nur als englischsprachiges Cover von »Mouth & MacNeil« gekannt hatte. Auf etwas schnulzige Weise erzählt das Lied »How do you do« eine Liebesgeschichte, die mit ebendieser Frage beginnt. Ich fand es irgendwie sehr erfrischend, eine Frage nach jemandes Befinden mal wieder in einem Kontext, der ihrer eigentlichen Ersthaftigkeit gerecht wird, zu hören. Heutzutage scheinen solche Fragen allzu oft nur noch Floskeln zu sein, auf die allenfalls eine möglichst einsilbige positive oder allenfalls noch neutrale Antwort gegeben werden sollte, die keiner weiteren
Reaktion des Fragestellers bedarf. Mehr, mehr, mehr

Jul 2017 hastuINTERESSE Heft Nr. 73 0

In Abneigung geeint

In Magdeburg ist man stolz, Landeshauptstadt zu sein. In Halle ist man stolz, nicht Magdeburg zu sein. Die Geschichte zweier Städte, die sich einfach nicht mögen wollen.

Foto: Alexander Kullick

Nun also auch noch Google Earth. Die Software, die ein gutes Jahrzehnt nach ihrer Bereitstellung von niemandem mehr genutzt wird, soll eine Mitschuld tragen am schier ewig schwelenden Konflikt zweier mitteldeutscher Städte. Sicher, die Streitigkeiten zwischen Halle und der 100 Kilometer nordwestlich befindlichen Landeshauptstadt Magdeburg haben die Grenze ins Lächerliche schon so manches Mal touchiert, wenn nicht gar überschritten. In diesem Fall aber kann man konkret die Minderwertigkeitskomplexe erkennen, die viele Hallenser zu plagen scheinen. Grund für den Ärger, der schon einige Jahre zurückreicht, sind Satellitenfotos, welche Google für Magdeburg einerseits und für die Saalestadt andererseits nutzte. Einem Gerücht zufolge seien die Bilder von Halle im Frühjahr gemacht worden, die Magdeburgs hingegen im grünen Sommer. Halle wirke dadurch kahl und unattraktiv, während die Bördestadt schon alleine wegen der vielen grünen Flächen einen Charme ausstrahle, den Halle aufgrund der jahreszeitlichen Benachteiligung gar nicht erwecken könne. Mehr, mehr, mehr