Frische Ausgabe Nr. 76 / Feb 18

Cover Nr. 76 Februar 2018

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Heft 74 der hastuzeit ist am 4. Oktober erschienen und wird an Instituten, Bibliotheken und Mensen verteilt.

Feb 2018 hastuINTERESSE Heft Nr. 76 0

»Wir wollen keinen elitären Elfenbeinturm«

Ein Literaturhaus, welches sich um die Vermittlung von Literatur bemüht und den Diskurs darüber fördern möchte, existiert eigentlich in jeder Großstadt … und was ist mit Halle? Erst vor einem Jahr wurde der Verein »Literaturhaus Halle« gegründet, der nun im März mit einer Reihe von Veranstaltungen aufwarten wird. Doch was hat es damit auf sich? Die hastuzeit hat bei Vereinsmitglied Alexander Suckel nachgefragt.

Foto: Jost Plate

Wie ist die Idee entstanden, ein Literaturhaus zu etablieren?
In einem Gespräch mit Leuten vom Mitteldeutschen Verlag kam die Frage auf, warum Halle kein Literaturhaus hat. In Leipzig existiert eins sowie in Dresden und Magdeburg, aber warum gibt es kein Literaturhaus Halle? Dieser Gedanke ist vor ziemlich genau einem Jahr entstanden, und danach ging es rasend schnell. Eigentlich ist das ein Prozess von mehreren Jahren, bis man Leute in der Politik und in der Stadt von einem solchen Projekt überzeugt hat. Mehr, mehr, mehr

Jan 2018 hastuPAUSE Heft Nr. 76 0

Da steppt der Faden

Zu Hause schaltet man den Fernseher oder den Computer ein. Man sucht Ablenkung mit seinem Smartphone oder Handy. Diese Art des Zeitvertreibs sieht man mittlerweile vermehrt auch in den Hörsälen. Man blickt durch die Reihen und erwischt nicht nur sich dabei, wie man auf irgendein Display starrt. Doch mittlerweile nimmt man auch Studenten wahr, die eine andere Lösung gefunden haben.

Foto: Helena Heimbürge

Was früher als fast selbstverständlich galt, ist heute kaum noch eine übliche Beschäftigung. Doch der Zweig der Handarbeit scheint sich in letzter Zeit wieder an einem aufsteigenden Ast zu befinden. Der Trend begann schon vor einigen Jahren und hatte 2015 und 2016 seine Hochzeit. In diesen Jahren stieg nicht nur die Zahl der Menschen an, die Handarbeit als Hobby betrieben. Ebenso erlangten Projekte wie das Guerilla Knitting oder auch Urban Knitting großen medialen Zuspruch. Das Guerilla Knitting etablierte sich als eine Form der Streetart bereits ab 2010 in Deutschland. Seinen Anfang nahm dieses Phänomen aber 2005 in den USA, in Form von selbstgestrickten Accessoires, mit denen Türklinken verschönert wurden.

In den Medien wurde im Zusammenhang mit dem sich erhebenden Trend oft darüber berichtet, dass jetzt auch zunehmend junge Menschen Handarbeit ausüben. Dabei können die Quellen, aus denen sie ihr Wissen zum Thema beziehen, verschieden sein. In Zeiten von YouTube-Tutorials und DIY-Büchern bieten diese einen leichten Weg, sich Stricken, Häkeln oder jegliche andere Art von Handarbeit autodidaktisch beizubringen. Ebenso beliebt ist die Möglichkeit, sich die handwerklichen Tricks und Kniffe von Oma zeigen zu lassen. Mehr, mehr, mehr

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Träumen mal anders

Ende Januar ist es so weit. Vom 26. bis 28. kann in Leipzig an der DreamHack teilgenommen werden. Ob als einfacher Besucher oder LAN-Party-Spieler, das größte digitale Festival seiner Art bildet seinen eigenen Kulturkreis. Doch was ist die DreamHack, was kann man von der Leipziger Variante erwarten?

Foto: DreamHack

»Woodstock ohne Schlamm und Drogen«, so beschreibt Festivalleiter David Garpenståhl das Event. Doch der Ursprung des weltgrößten digitalen Festivals ist kleiner kaum vorzustellen. Anfang der 90er Jahre, von Freunden im Keller einer schwedischen Grundschule gegründet, wuchs die Zusammenkunft stetig. 1994 zogen sie in die Schulcafeteria um und nannten sich DreamHack. Nur drei weitere Jahre waren nötig, um zur größten LAN-Party Schwedens aufzusteigen. Schließlich wurde 2001 das Fundament für die heutigen Größenverhältnisse gelegt, indem als Veranstaltungsort zum ersten Mal das Messegelände der schwedischen Stadt Elmia gebucht wurde. Bis heute füllt das halbjährliche Event dort die Hallen. Mehr, mehr, mehr

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Immer wieder sonntags …

Sonntag, und Ihr habt vergessen einzukaufen, keine Lust auf Döner, Pizza, Asiatisch oder die Oma kommt spontan vorbei? Für alle Anlässe gibt es eine große Auswahl an Köstlichkeiten in Halles Spätis, um wunderbare Gerichte zu zaubern. Hier findet Ihr ein paar Rezepte zum Nachkochen und Ausprobieren.

Foto: Sophie Ritter

Es ist Sonntag, mein Bauch knurrt, die Supermärkte haben zu, und das Schlimmste: der Kühlschrank ist leer. Ups! An Pizza und Döner habe ich mich in den letzten Wochen sattgegessen, und der »Nahkauf« ist mir zu weit weg. Das Einzige, was übrig ist, ist also der Späti, was für eine Wahl bleibt mir schon. Also stapfe ich in meiner Jogginghose los, zum großen Späti gegenüber vom »Don«t worry be curry« auf dem Universitätsring, mal sehen, was es da so gibt. Neben Chips, Erdnussflips und anderen Süßigkeiten und Getränken finden wir hier Chicken Nuggets, Pizza, Fritten, Knusperhähnchen, Kalifornisches Pfannengemüse, Erbsen, Cevapcici, Buletten und gebratene Nudeln, was alles in einer Tiefkühltruhe gelagert wird. Außerdem gibt es Mehl, Zucker, Milch, Salz, Gewürzgürkchen, grüne Oliven, Rotkohl, Nudeln, Gewürze, Brühe, Brotsticks, Bohnen, Reis, Öl, Essig, Bulgur, Erbsen und Möhren, Ketchup, Marmelade, Dosentomaten, Linsen, Kaffee, Kondensmilch und zu guter Letzt Früchte wie Ananas, Erdbeeren, Guave und ein Tropical Mix aus der Dose. Wow! Eine große Auswahl für einen Späti! Das macht mich neugierig, also gehe ich ein paar Meter weiter in die Große Ulrichstraße, um neben der Roten Soße einen zweiten Kiosk aufzusuchen. Dort finde ich, neben ein paar Dingen, die es auch im ersten Laden gibt, Champignons, Peperoni, Kidneybohnen, Zwieback, Hot-Dog-Würstchen, geschälte Kartoffeln, Toast, Eier, Thunfisch, Dosenpfirsiche, Zuckerrübensirup, Tomatenmark, Mais und Bolognesesauce.
Mehr, mehr, mehr

Jan 2018 hastuPAUSE Heft Nr. 76 0

Ja, nu(ar)?

Illustration: Pauline Bier

Schon wieder da. Wie jedes Jahr beginnt der Januar das neue Jahr. Jeder jagt
mit Posts über Social Media. Posts der Sorte: Ja! 2018! DAS wird mein Jahr!
Wie jedes Jahr. Vergessen kurz nach Neujahr.
Alljährlich hoffnungsvoll geschwängerte Januarluft.
Jajaja, macht Ihr mal, ruft
Der Januar.
Dabei ist er der Monat
Der Kälteste, Ohne die Wärme der Weihnacht. Mehr, mehr, mehr

Jan 2018 hastuPAUSE Heft Nr. 76 0

Das Wort zum Wort

Eine vielleicht etwas ambivalente Kolumne über Kommunikation zwischen und mit Menschen. Sie beobachtet und kommentiert. Und vielleicht will sie auch manchmal irgendwie etwas bewegen. Diesmal geht es um schlechte Organisation im Smartphone sowie deren Folgen für die eigene Privatsphäre und die Nerven der Mitmenschen.

Illustarion: Sophie Ritter

»If this is communication, I«ll discon- nect«, schlussfolgerten die Cardigans in einem Liebeslied von 2003. Fernab jeglicher Romantik wünsche auch ich mir immer öfter eine Möglichkeit zur Disconnection, mal für mich selbst, meist aber für andere.

Dass man sich mit seinem Handy selbst im Weg stehen kann, ist das Eine. Dass man vielleicht auch mal total in das Gerät und seine Inhalte vertieft anderen im Weg steht, ist schon etwas anderes. Aber auch damit ist es mittlerweile oft nicht mehr getan. Der multifunktionale Charakter der Smartphones führt nunmehr gerne auch zu Verzögerungen in größeren Betriebsabläufen. Denn während das mobile Wunderwerk zahllose Aufgaben zeitgleich erfüllen kann, ist dies nicht bei jedem Benutzer der Fall. Mehr, mehr, mehr

Jan 2018 hastuPAUSE Heft Nr. 76 0

Zeitreise mit dem MDV-Ticket

Das MDV-Gebiet ist mehr als Leipzig und Halle, denn auch die meist unbekannten Mittelstädte lohnen einen Besuch. Vor einer Weile haben wir schon über Altenburg und Delitzsch berichtet. Nun ist das kleine, verträumte Städtchen Querfurt an der Reihe.

Foto: Diana Wetterling

Mit dem Bus gelangen wir bequem und ohne umzusteigen innerhalb von einer knappen Stunde in das westlich von Halle gelegene und 46,7 km entfernte Örtchen. Bei sonnigem Wetter und warmen Temperaturen kann die Strecke auch gut mit dem Rad zurückgelegt werden. Mehr, mehr, mehr

Jan 2018 hastuINTERESSE Heft Nr. 76 Rubrik 0

»Wir sind dazu berufen, frei zu sein«

Kinderarbeit, Zwangsprostitution, wirtschaftliche Ausbeutung: Sklaverei hat viele Gesichter und ist auch heute, mit schätzungsweise 40 Millionen Betroffenen, noch viel präsenter, als so manch einer denkt; auch in Deutschland. Um etwas gegen diese Missstände zu unternehmen, veranstaltete eine Gruppe von Studierenden Anfang Dezember die »Gala gegen Menschenhandel«. Wie es dazu kam und wie sich die Umsetzung gestaltete, erzählt Initiatorin Sabina Lipp im Interview.

Das Orgateam: von links Sabina Lipp, Caroline Höber, Anna Krause, Melli Händer (es fehlt Jana Henning)
Foto: Helge Eisenberg

»I am no victim, I live with a vision«: Das von zwei Studierenden vorgeführte Lied der amerikanischen Sängerin Kristene DiMarco befreite die Besucher der »Gala gegen Menschenhandel« aus ihrer Schockstarre und ließ zweifellos einige mit Gänsehaut zurück. Zuvor hatte durch den abgedunkelten Kirchenraum der St.-Georgen-Kirche eine Stimme aus dem Off getönt, welche sehr mitreißend die Geschichte einer durch Menschenhändler in die Prostitution getriebenen Frau erzählte. Mehr, mehr, mehr