Dich inter­es­siert die Welt des Nicht-Sichtbaren und der kleins­ten Lebewesen? Wenn du mehr über dei­ne beruf­li­chen Perspektiven wis­sen möch­test, dann lohnt es sich wei­ter zu lesen.

Die Mikrobiologie ist ein span­nen­des Feld der Biowissenschaft und genau das war das Thema der Bakterien-Summerschool. Sie fand vom 24. bis 28. September 2025 in Köln statt. Diese rich­te­te sich an die Studierenden und Promovierenden der Biowissenschaften, Medizin und Pharmazie. Sie dien­te zum Sammeln von Informationen über mög­li­che beruf­li­che Werdegänge und auch dem Networking.  Organisiert wur­de die Veranstaltung vom Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO).

Ich bin bei Instagram über den „Biologenkompass“auf die Veranstaltung auf­merk­sam gewor­den. Um teil­neh­men zu kön­nen galt „first come, ‑first ser­ve“, da es auf 100 Tickets begrenzt war. Für 5 Tage Unterkunft und Verpflegung belie­fen sich die Kosten beim Early-Ticket auf 195 Euro€.

Die Bakterien-Summerschool star­te­te am Mittwoch. Die rund 100 Teilnehmer:innen aus ganz Deutschland check­ten zunächst in einer Jugendherberge ein, um an den nächs­ten 5 Tagen span­nen­den Vorträgen zu fol­gen und sich auf inter­es­san­te Exkursionen zu bege­ben. Vom Präsidenten des VBIO wur­den wir bei der Eröffnungsveranstaltung begrüßt und dann begann auch schon der wis­sen­schaft­li­che Teil mit einem Vortrag über das Mikrobiom von Neugeborenen. 

Am Donnerstag und Freitag wähl­te jede:r selbst vor­ab sein Programm und trug sich in die ent­spre­chen­den Gruppen ein. Es wur­den zahl­rei­che Vorträge aus der Industrie und Forschung gehal­ten, Labore konn­ten besich­tigt wer­den und es bestand auch die Möglichkeit das Bayer AG Werk Bergkamen oder das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Bonn zu besu­chen. Im Labor wur­de uns zum Beispiel gezeigt, wel­chen Weg eine ein­ge­schick­te Blutprobe bis zur Diagnostik durch­läuft – die Funktionsweise der Maschinen war hier­bei natür­lich beson­ders interessant.

Beim Besuch der Werke wur­den die ver­schie­de­nen Abteilungen vor­ge­stellt und wir erhiel­ten umfang­rei­che Infos von Mitarbeitern über ihren per­sön­li­chen Werdegang in Bezug auf die Wissenschaft.

Auch in den Vorträgen mit anschlie­ßen­der Fragerunde wur­de noch­mals spe­zi­ell über Berufsperspektiven  gespro­chen, vom Start-up bis zu einer Professur. Für uns Student:innen war der Beitrag „Wie ergat­te­re ich mir einen Praktikumsplatz in Industrie und Wirtschaft?“ beson­ders informativ .

Beim Besuch im Uniklinikum Köln der Arbeitsgruppen Klinische Mikrobiomforschung oder Immuntherapie wur­de über ein der­zeit beson­ders aktu­el­les Thema infor­miert – die Forschung gegen mul­ti­re­sis­ten­te Keime und die immer wei­te­re stei­gen­de Antibiotikaresistenz.

Dieses Problem wur­de auch am Samstag noch­mals auf­ge­grif­fen, spe­zi­ell die Vorstellung der Therapie mit Phagen bei ver­schie­de­nen Keimen. Insgesamt konn­ten wir uns für Samstag vier Vorträge mit ver­schie­de­nen Referenten:innen aus­wäh­len. Zahlreiche Vertreter:innen ver­schie­de­ner Unis aus Deutschland, Redner vom Robert-Koch-Institut und auch von der Bundeswehr waren anwesend.

Phagen sind Viren, wel­che Bakterien als Wirtszellen nutzen.

So erhiel­ten wir Informationen dar­über, wel­che Aufgabenbereiche in der Bundeswehr durch Naturwissenschaftler:innen über­nom­men wer­den und wel­che Möglichkeiten man auch als Student:innen bei Praktika, Abschlussarbeiten bis hin zur spä­te­ren Anstellung hat. Weiterhin wur­de anhand von Beispielen erläu­tert, wo beson­ders Kenntnisse aus dem Bereich der Mikrobiologie benö­tigt wer­den, wenn die Bundeswehr bei Verdacht von Biowaffen agie­ren muss.

Ein wei­te­rer span­nen­der Vortrag war von einer Rednerin aus dem Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt-Biologielabor Institute for Aerospace Medicine über die Rolle der Mikrobiologie in der Raumfahrt. Sie erklär­te uns ver­schie­de­ne Versuche und zum Beispiel die Notwendigkeit einer mensch­li­chen Zentrifuge bei Probanden:innen einer der­zei­ti­gen Studie. Weiterhin sprach sie über zukünf­ti­ge Experimente, wel­che der Verbesserung der Arbeits- und Lebensweise in Raumstationen die­nen sollen.

An allen Tagen bestand zwi­schen den Vorträgen, Besichtigungen und beim gemein­sa­men Essen immer wie­der die Möglichkeit, Informationen und Meinungen zu den unter­schied­li­chen Programmpunkten aus­zu­tau­schen und zu diskutieren.

Ein wei­te­rer Höhepunkt war am Freitagabend. Zum Thema „Wissenschaftskommunikation“ fand eine Podiumsdiskussion statt. Aus den ange­setz­ten 90 Minuten für die Dauer der Veranstaltung wur­den letzt­end­lich 3 Stunden, was natür­lich auf ein enor­mes Austauschpotenzial schlie­ßen lässt. Konkret wur­de über die Beziehung zwi­schen Wissenschaft und Bevölkerung gespro­chen und deren Wichtigkeit. Es wur­den Wege auf­ge­zeigt, wie die Wissenschaft auch für nicht Interessierte Neugier wecken kann. Von einem Podcast, zu einem Buch über Science-Slam bis hin zu Bakteriopolis in Dresden war alles ver­tre­ten. Ein wirk­lich gelun­ge­ner Abend!

Der Sonntag war geprägt vom gemein­sa­men Austausch bei einem gemüt­li­chen Brunch. Mein Highlight war die Besichtigung des Kölner Doms mit Aufstieg bis ganz nach oben.

Mein Fazit: „Das Ticket für die Bakterien-Summerschool hat sich für mich gelohnt“. Es war eine sehr lehr­rei­che und infor­ma­ti­ve Veranstaltung mit span­nen­den Einblicken in aktu­el­le Forschungsthemen. Ich erhielt einen umfas­sen­den Einblick über beruf­li­che Perspektiven und Themenbereiche, die mir vor­ab nicht bewusst waren und mei­ne Erwartungen wur­den über­trof­fen. Im kom­men­den Jahr ist eine wei­te­re Summerschool-Edition geplant. Das Thema und der Ort müs­sen jedoch noch vom VBIO beschlos­sen werden. 

Text: Jolina Marmai

Fotos: Jolina Marmai, IMGMIDI (via Pixabay)

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