
Hier auf der letzten Seite laden wir Gäst:innen ein, sich vor unserem fiktiven Kamin in einen warmen Sessel zu kuscheln, eine Tasse Tee zu genießen und dabei ein paar Fragen zu beantworten.
Seit 2024 leitet Keno Weber den Unichor „Johann Friedrich Reichardt“ und bietet damit Studierenden aller Fachrichtungen eine klassische Möglichkeit, ihre Freizeit zu gestalten.
Willkommen im Teestübchen, Herr Weber! Zuerst natürlich die Frage: Von welcher Sorte darf ich Ihnen eine Tasse aufbrühen?
Als gebürtiger Ostfriese kommt mir natürlich nur schwarzer Tee, Ostfriesenmischung mit hohem Assam-Anteil, in die Tasse! Sollte das nicht da sein, gerne Earl Grey, aber bitte mit einer Scheibe Zitrone.
Geht auch Red Bull?
Nein, bitte nicht.
Kuchen oder herzhafte Schnittchen dazu?
Ich liebe Kuchen! Gerne was Fruchtiges.
An deutschen Schulen soll ein neues Unterrichtsfach eingeführt werden. Was meinen Sie, welches sollte das sein?
Chorsingen! Gemeinsames Singen stärkt die Abwehrkräfte und vor allem das soziale Miteinander. Hier lernt man das Hören auf andere Stimmen und arbeitet gemeinsam an einem Ergebnis, das für Mitwirkende und Publikum gleichermaßen beglückend ist. Und das alles sowohl im konkret musikalischen als auch im übertragenen gesellschaftlichen Sinne.
Hand aufs Herz: Bei welchem Unifach wundert es Sie, dass sich Leute ernsthaft dafür interessieren?
Das gibt es nicht. Wenn ich irgendetwas in meinem Beruf gelernt habe, ist es die Tatsache, dass es für jede noch so kleine Nische Interessenten gibt, die einen von ihrer Leidenschaft überzeugen können.
Und welches würden Sie inhaltlich gern verstehen, obwohl es Ihnen überhaupt nicht liegt?
Ich würde gerne mehr über Medizin wissen, ohne die ganzen durchlernten Nächte dafür ableisten zu müssen.
Der perfekte Song, wenn man Sie auf der Tanzfläche abgehen sehen möchte?
Tatsächlich tanze ich nicht, weil es mir nie Freude gemacht hat. Verzeihung.
Und müssten Sie dafür etwas getrunken haben?
Das hat früher geholfen, aber mittlerweile auch nicht mehr.
Deutsche haben ja bekanntlich keinen Humor – welche:r deutschsprachige:r Komiker:in ist Ihrer Meinung nach tatsächlich witzig?
Loriot ist für mich der unumstrittene Meister des deutschen Humors. Aber manchmal, wenn ich albern drauf bin, schaue ich mir auch die frühen Sachen von Otto an (halt auch Ostfriese …). Mein liebster Kabarettist ist momentan Jess Jochimsen.
Ihr Lieblingswort der deutschen Sprache:
Schwierig. Es gibt so viele schöne Worte. Vielleicht „knackig“? Das hat nur positive Konnotationen. Oder „selig“; gerne auch mit „glücks-“ oder „wein-“, ungern mit „rühr-“.
Das Beste, was man aus Kartoffeln machen kann:
Ich liebe ja Kroketten und Kartoffelgratin. Meine Kinder würden wahrscheinlich „Opas Bratkartoffeln“ sagen.
Wo in Halle schmeckt’s besser als bei Mutti?
Natürlich nirgends. Aber ich esse gerne bei MiMi in der Großen Ulrichstraße.
Mit welcher berühmten Person – tot oder lebendig – würden Sie gerne einmal zu Abend essen?
Autor:innen-Dinner mit Jane Austen, Johann Wolfgang von Goethe, J. R. R. Tolkien und Juli Zeh. Der Komponist Gioacchino Rossini ist Gastgeber und bekocht uns.
Eine Sache, die alle lieben, Sie aber absolut nicht ausstehen können?
Ich versuche, anderen ihre Passionen nicht madig zu machen. Aber Halloween? Marshmallows? Hip-Hop? Ich weiß nicht …
Ein Film, den jede:r einmal gesehen haben sollte:
Shrek. The Hours. Pulp Fiction. Oder ganz neu: „The Outrun“ mit Saoirse Ronan.
Jetzt wird Ihr Leben verfilmt – wer dürfte Sie spielen?
Patrick Swayze (der tanzt dann auch!)
Zu guter Letzt: Erzählen Sie mir einen coolen Tier-Fun-Fact!
Der indonesische Hirscheber (aka Babirusa) hat lange Hauer, die in einem Bogen rückwärts wachsen. Wenn sie nicht abbrechen, zum Beispiel im Kampf mit einem anderen Männchen, können sie in den eigenen Schädel des Tieres hineinwachsen und es im schlimmsten Fall töten. Unpraktisch.

