Zusammenarbeit mit anderen Unizeitungen

Okt 2015 hastuPAUSE Heft Nr. 62 Rubrik Zusammenarbeit mit anderen Unizeitungen 0

Flucht ohne Ende

Auch in Heidelberg bestimmt das Thema Flüchtlinge die Tagespolitik – und die Berichterstattung der Heidelberger Studentenzeitung Ruprecht. Von dort erreicht uns der folgende Gastbeitrag.

Mitte August feierte man ein »Begegnungsfest« in der Flüchtlingsunterkunft im Heidelberger Stadtteil Kirchheim. Die Bundesfamilienministerin, Manuela Schwesig, war dafür angereist. Sie lobte die Aufnahmebereitschaft der Heidelberger und hob die Bedeutung ehrenamtlicher Arbeit für die Flüchtlingsintegration hervor. Ein kurzer Moment »heile Welt«.

Die gibt es nicht immer: Seit Monaten befindet sich die Stadt im Streit mit dem Bundesland. Es geht um die Anzahl der aufzunehmenden Flüchtlinge. Nach dem derzeitigen Schlüssel soll Heidelberg 1,5 Prozent der Asylbewerber in Baden-Württemberg unterbringen. Das sind etwa 600 Kontingentflüchtlinge; das sind jene, welche dauerhaft hier bleiben werden. Untergebracht sind sie in drei über verschiedene Stadtteile verteilten Einrichtungen. Außerdem befindet sich in der ehemaligen US-Wohnsiedlung »Patrick Henry Village« eine Erstaufnahmeeinrichtung: Statt der vorgesehenen 1000 leben dort jedoch über 2600 Asylbewerber. Im früheren Kasino reiht sich Feldbett an Feldbett, es gibt kein fließendes Wasser und keine Duschen oder Toiletten. Und auch die Zimmer in den einstigen Mannschaftsheimen der US-Armee sind überbelegt.

Foto: Daniel Chatard

Foto: Daniel Chatard

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