Texte mit Tags ‘Universitäten’

Nov 2011 hastuINTERESSE Nr. 38 0

Über den Tellerrand geschubst

Die internationale Vernetzung während des Studiums ist nicht nur eine schöne Möglichkeit, sondern mittlerweile eine Voraussetzung für den Erfolg in einem überstaatlich ausgelegten Studiensystem.

Eine Sprache lernen, neue Menschen treffen, eine andere Kultur verinnerlichen, das gewohnte Zuhause hinter sich lassen – für den Moment klingt ein Auslandsaufenthalt nach einem aufregenden Abenteuer als Teil des Studiums. Darüber hinaus ist es aber ein unumgänglicher Teil der Internationalisierung, die auch an den Universitäten immer weiter voranschreitet.

Hier bedeutet Internationalisierung, laut dem Deutschen Akademischen Austausch Dienst, den weltweiten Austausch von Studierenden und Lehrenden, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Forschung und ihre Anwendung zur Lösung globaler Fragen. So werden die Hochschulkultur, als auch das Kreativitäts- und Innovationspotenzial in Forschung, Lehre und Studium bereichert und gesteigert. Mit international ausgebildeten Fachkräften sollen Strategien zum Umgang mit ethnischen, kulturellen und religiösen Konflikten entwickelt werden.

Für die Hochschulen steigt mit der Internationalisierung aber auch der Wettbewerb um die beste Forschung, die klügsten Köpfe und damit um die Anerkennung. Schließlich ist eine erfolgreiche, nicht national begrenzte, Arbeit der treibende Motor der Hochschulreform rund um den Bologna-Prozess. Die Hochschulen müssen entweder international sein oder haben auf lange Sicht keine Zukunft.

Laut DAAD haben die Universitäten in diesem Bereich bereits große Fortschritte gemacht. Deutschland ist das drittstärkste Gastland für internationale Studierende geworden und auch Studenten aus Deutschland sind über die Landesgrenzen hinaus erfolgreich unterwegs.

Das neue Hochschulranking des »Centrum für Hochschulentwicklung« bescheinigt deutschen Hochschulen allerdings eine mangelnde Internationalität. Erstmals wurde hierfür 2011 auch die internationale Ausrichtung von Studiengängen verglichen. Dabei wurden unter anderem die Zusammenarbeit mit weltweiten Universitäten, die Integration von Auslandsaufenthalten im Studium und die internationalen Fachkenntnisse von Professoren und Dozenten in ihrem Fachbereich verglichen. Gerade Studiengänge wie Politikwissenschaft und Soziologie, die sich sehr gut staatenverbindend auslegen lassen und auch so ausgelegt sein sollten, schneiden nur schwach ab. Und vor allem beim massiv belegten Fach BWL zeigt sich ein Nachteil der Universitäten: nur 35 Prozent schaffen es in die Spitzengruppe für die Auswahl internationale Ausrichtung.

Auch die »Internationale Agentur zur Qualitätssicherung im Hochschulbereich«, kurz FIBAA, die in Deutschland als offizielle Akkreditierungsagentur anerkannt ist, beschäftigt sich mit der Bedeutung der Internationalität. Die Heranbildung weltweit hochqualifizierter Arbeitskräfte im Hochschulsektor und der grenzüberschreitende Austausch von Ideen, Studierenden, Lehrkräften und finanziellen Mitteln stärken die Rollen der Universitäten in der globalen Wirtschaft. Auf nationaler Ebene jedoch sorgen der erhöhte Wettbewerbsgedanke und die voranschreitende Auffächerung der Ausbildungsangebote für eine steigende Uneinheitlichkeit, die durch die Internationalisierung verstärkt wird. Nicht nur innerhalb eines Landes müssen Bundesländer und Hochschulstandorte sowie die verschiedenen Hochschulformen eine überschaubare Situation schaffen. Sie müssen im Kontext der Bologna- Reform ein national und international funktionierendes, transparentes und vergleichbares Studiensystem schaffen.

Dez 2009 hastuINTERESSE Nr. 30 0

Die Erfolgsgeschichte

10 Jahre Bologna-Erklärung. Voraussetzung, Durchsetzung und Fortsetzung der europäischen Hochschulreform.

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»Wir folgen bisher viel zu sehr dem Modell, zuerst viel Reformdruck aufzustauen, der sich dann im Erdbeben einer Großreform entlädt, um anschließend wieder innovationsunwillig jeder Neuerung zu trotzen. […] Unser Bildungssystem war einst ein Modell für die ganze Welt. Aber es muß weiterentwickelt werden. […] Machen wir es zu einem Modell für das 21. Jahrhundert! Schaffen wir ein Bildungswesen, das Leistung fördert, keinen ausschließt, Freude am Lernen vermittelt und selbst als lernendes System kreativ und entwicklungsfähig ist. […] Entlassen wir unser Bildungssystem in die Freiheit.« (Roman Herzog 1997)

Mit diesen Worten, die Roman Herzog beim Berliner Bildungsforum 1997 sprach, wagte er sich nach eigener Aussage auf ein »vermintes Gelände«. Deutschland steckte, allein auf die Hochschulbildung bezogen, in einem tiefen Reformstau fest. Aus heutiger Sicht scheint die Erklärung, die am 19. Juni 1999 im italienischen Bologna unterzeichnet wurde, als Verwirklichung und Lösung von Problemen und Forderungen der damaligen Zeit. Mehr, mehr, mehr

Nov 2009 hastuUNI 0

Demos und Besetzungen

Die Studierenden in Deutschland machen fleißig weiter. Morgen Vollversammlung in Halle.

Demo am 17.11. in Berlin. Hier sind derzeit vier Hochschulen besetzt. (Foto: http://www2.hu-berlin.de/unauf)"

Demo am 17.11. in Berlin. Hier sind derzeit vier Hochschulen besetzt. (Foto: http://www2.hu-berlin.de/unauf)"

Der 17. November war wieder ein Besetzungstag. Viele Studierende nutzten die Demonstrationen (Bericht von Berliner Demonstration) zum deutschlandweiten Aktionstag, um gleich den einen oder anderen Hörsaal einzunehmen. Bis dato wurden an diesem Dienstag zwölf Hochschulräumlichkeiten besetzt. Morgen sind weitere Besetzungen zu erwarten. Mehr, mehr, mehr

Nov 2009 Allgemein hastuUNI 0

Erste Reaktionen auf die Besetzungswelle

Nachdem in der letzten Woche viele Unis besetzt wurden, melden sich Politiker und Hochschulverantwortliche zu Wort.

Nachdem sich seit Beginn der Besetzungen mehrere Universitätsleitungen unmissverständlich mit den Räumungen von Hörsälen zu dem Protest der Studierenden in Deutschland geäußert haben (u.a. in Bielefeld und Tübingen), melden sich nun auch die obersten Instanzen der Hochschulbildung zu Wort. Mehr, mehr, mehr