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Apr 2018 hastuPAUSE Heft Nr. 77 0

Epilog des Todes

Der Verlust einer nahestehenden Person ist wohl eine der gravierendsten und prägendsten Situationen, die ein Mensch erleben kann. Nach einer solchen Hiobsbotschaft stehen bürokratische Verpflichtungen nicht ganz oben auf der Prioritätenliste. Einige Bemerkungen zum Umgang mit der schlimmsten aller Erfahrungen.

Illustration: Gregor Borkowski

Ob man sich lang darauf vorbereiten konnte, beispielsweise durch eine andauernde Pflegephase, oder aber unerwartet von diesem Schicksalsschlag getroffen wird – Trauer, Verlust und seelischer Schmerz sind niemals ohne Weiteres zu verkraften. Denn obwohl der Tod zum Leben gehört und man sich dessen normalerweise auch bewusst ist, scheint dieser Gedanke eine völlig neue Bedeutung zu gewinnen, sobald man persönlich von der Erfahrung betroffen ist und sich mit den Konsequenzen auseinandersetzen muss. Für diese Art von Schmerz ist man vermutlich niemals bereit.

Nach dem ersten Schock und Tagen in vollkommener Lethargie, in denen man das Gefühl hat, sich selbst zu verlieren, und sich um einen Teil der eigenen Biografie betrogen fühlt, hört das Leid nicht auf; eher nimmt es fast schon groteske Formen an: Die Bürokratie verlangt Aufmerksamkeit, und man kommt nicht umhin, sich mit den organisatorischen Aspekten eines Todesfalles zu befassen. Mehr, mehr, mehr