Texte mit Tags ‘Theater’

123

Dez 2017 hastuPAUSE Heft Nr. 75 0

Kasperle war gestern

Der Hamlet modernisiert? Mit Puppen? Geht das überhaupt? Natürlich geht es, wie das Puppentheater Halle unter Beweis stellt

von links: Christian Sengewald, Lars Frank, Nils Dreschke, Ines Heinrich-Frank
Foto: Theater, Oper und Orchester GmbH, Falk Wenzel

Mitten auf der Bühne thront ein dunkler Kubus. Mit schwärzlichem Stoff bespannt gibt dieses Bühnenbild, gefertigt von Angela Baumgart, Einblicke in die Gefängniszelle innerhalb – besser gesagt in das Gemach des Prinzen Hamlet, welches völlig in Schwarz gehalten und spärlich mit futuristischen Möbeln eingerichtet ist. Hier steht eine nackte Pritsche, dort ein Tisch – es wirkt klinisch rein, und so bewegen sich die weißgekleideten Figuren auch wie Fremdkörper im Raum. Man merkt sofort, es wird eine düstere, ja bedrückende Hamlet-Inszenierung, die Regisseur Christoph Werner in dieser Spielzeit am Puppentheater Halle darbietet. Mehr, mehr, mehr

Nov 2017 hastuPAUSE Nr. 75 Online 0

Liebe, Lust und Leidenschaft

Von einer fixen Idee zu einem kompletten Theaterstück - der Regisseur und Autor Christian Heß über die Entwicklung seines Stückes „Hugs and Kisses [xoxo]“, das Gefühl der Liebe und deren Rolle in der heutigen Gesellschaft.

Foto: Felix Schickel

Wie bist du überhaupt zum Sprechtheater gekommen?
Ich habe zum Einen schon immer viel geschrieben, und zum Anderen auch schon früh total Spaß am Theater gehabt – auf einer Bühne stehen, etwas spielen, etwas darstellen. Dann hat es sich mit dem Sprechtheater so ergeben, weil ich auch sehr dialoglastig schreibe. Ich komme von Haus aus auch aus keinem künstlerischen Umfeld, deswegen musste ich mich da erstmal reinfinden. Mehr, mehr, mehr

Dez 2016 hastuPAUSE Heft Nr. 69 0

Wut in Heterotopia!

Warum ermorden zwei junge Männer elf Redaktionsmitglieder eines französischen Satiremagazins? Was treibt einen anderen dazu, in einem Supermarkt Kunden zu erschießen? Woher kommt diese Wut? Und überhaupt – solche Ereignisse sind grausam genug, muss man die jetzt auch noch inszenieren?

Foto: Falk Wenzel/ Bühnen Halle

Foto: Falk Wenzel/ Bühnen Halle

Die österreichische Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek befasste sich intensiv mit den Terroranschlägen, die Paris im Januar 2015 erschütterten. Dabei produzierte sie eine gewaltige Textfläche. Im Rahmen einer Coproduktion bespielt das Ensemble des Neuen Theater die Räumlichkeiten der Oper Halle. Die Zusammenarbeit der besonderen Art bemerkt man bereits bei der Suche nach seinem Sitzplatz. Dieser befindet sich nicht, wie üblicherweise, im Zuschauerrang, sondern im Zentrum der Opernbühne.
Von Beginn an rasen die Spieler über die ersten Seiten ihres Manuskripts hinweg. Hauptsache laut, schnell und enervierend. Ein Publikum, das sich nach ruhigen Tönen sehnt, wird enttäuscht. Wer etwas vom Text verstehen will, kann ihn ohnehin online nachlesen. Aber man muss eben erst mal Energie erzeugen und die Zuschauer mitreißen. Denn packst du die Leute nicht mit deinem ersten Satz, packst du sie nie. Mehr, mehr, mehr

Dez 2014 hastuPAUSE Nr. 57 0

Rammstein trifft Michael Ende

Warum die Inszenierung von »Der Spiegel im Spiegel« im Neuen Theater sowohl modern als auch anregend daherkommt

Foto: Falk Wenzel / Theater, Oper und Orchester GmbH Halle

Foto: Falk Wenzel / Theater, Oper und Orchester GmbH Halle

Am Ende also noch Rammstein. Zum Song »Mutter« tanzen alle Schauspieler entrückt und zugleich rhythmisch, die Szenerie wird abgedunkelt, es raucht und ist laut. Ein Richter verspeist blutverschmiert eine Leiche. Die bleich geschminkten Gesichter der Darsteller wirken jetzt noch einmal besonders unwirklich. Werden nun auch noch die beiden Engel, die bisher nahezu bewegungslos das Bühnenbild rahmten, aktiv? Mehr, mehr, mehr

Jun 2014 hastuPAUSE Nr. 54 0

Schöne Anstrengung

Das Collegium Musicum der Martin-Luther-Universität bietet nicht nur musikalische Entfaltungsmöglichkeiten, sondern auch ein Studententheater. Wir haben eine Probe besucht.

Foto: Josefine Farkas

Foto: Josefine Farkas

Durch den Raum gehen. Rennen. Sich in die Augen sehen. Urlaute rufen. Einen kleinen gelben Ball fangen. Wenn der zu Boden rollt, liegen plötzlich alle seufzend auf dem Boden. Und wieder aufgestanden und das ganze von vorne.
Ein ganz normales Erwärmungsspiel, bevor es ans Schauspielen und Textlernen geht. Knapp 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, fast jeder studiert ein anderes Fach an der MLU, haben sich an diesem Freitagabend im großen Saal des »Luchs Kino am Zoo« an der Seebener Straße zusammengefunden, um als Studententheater zu proben. Draußen kann man die Gehege des Zoos erblicken, ein paar letzte Besucher schlendern Richtung Ausgang, und zwei Pfauen schauen neugierig durch eine Glastür in den Probenraum hinein.

Das Studententheater unter der Leitung von Tom Wolter, studierter Schauspieler und seit 1994 aktiv und engagiert in Halle, gibt es seit dem Wintersemester 2013/14, also noch gar nicht so lange. Geplant ist eine vollständige Inszenierung pro Semester, bis zur großen Aufführung, mit bis zu 25 Studierenden. Mehr, mehr, mehr

Jun 2014 hastuPAUSE 0

„Zur Schönen Aussicht» im Theater Mandroschke

Am 6.6. fand die Premiere der studentischen Theatergruppe AbundZUspiel mit ihrem neuen Stück im Theater Mandroschke statt. Warum man sowohl von diesem Stück und ABundZUspiel als auch vom Theater Mandroschke gehört haben kann, wurde Janik Straub, derzeitiger Regisseur, gefragt.

Janik Straub ist Regisseur des Theaterstücks „Zur Schönen Aussicht».

Wie bist du zur Theatergruppe ABundZUspiel gestoßen?

Ich bin durch meinen Mitbewohner Ende 2012 dazugekommen. Er war bereits Mitglied bei ABundZUspiel und kam wohl auch über jemand Drittes dazu. Meistens läuft es so, dass wenn eine neue Produktion aufgelegt wird, man schaut ob neue Schauspieler gebraucht werden oder man fragt rum, ob jemand wen kennt, der darauf Lust hat. Und dann kommen ein paar Leute zusammen, die Interesse haben.

Wie ist das Spielen beim ABundZUspiel – zuerst warst du selbst Schauspieler und nun wechselst du zur Regie. Wird dem, der nach der Leitung fragt, die Chance gegeben?

Ja, das ist ganz wichtig. Das ist ja auch das was Studenten- oder Laientheater vom professionellem Schauspiel unterscheidet. Jeder der Lust hat und es sich zutraut kann Regie machen, aber nur so dass der Regisseur nicht der Alleinbestimmer ist. Du kannst ihnen z. B. nicht wie beim professionellen Theater sagen, was sie zu tun haben. Meistens hast du als Regisseur auch nicht den Plan, das heißt, du entwickelst die Szenen mit den Schauspielern und hast weniger eine konkrete Vorstellung, worauf es hinauslaufen soll. Oder zumindest war das bei mir so. Eine Hierarchie in dem Sinne ist da eher wenig ausgeprägt. Mehr, mehr, mehr

Mrz 2014 hastuUNI Nr. 52 0

≫Die Zeit der Proteste ist vorbei≪

Was ändert sich in 2014 durch die Kürzungen am Theater? Eine Zwischenbilanz

Foto: Markus Kowalski

Foto: Markus Kowalski

Theater und Uni gehören in Halle zusammen: Der Universitätsplatzgrenzt direkt an die Kulturinsel und die Oper. Sowohl das Theater als auch die Uni sind von den Kürzungsplänen der Landesregierung betroffen. Noch im Dezember brachte die einzigartige 48-Stunden-Theaterbesetzung die Protestwelle des vergangenen Jahres zum Höhepunkt: Bei Lagerfeuer und Protestliedern rückten die Hallenser zusammen, auch viele Studenten waren bei der Besetzung dabei. Doch es half nichts, in diesem Jahr werden dem Theater 3 Millionen Euroweniger vom Land zustehen. Was bedeutet das konkret? Mehr, mehr, mehr

Feb 2014 hastuPAUSE Nr. 52 0

Zwischen Liebe und Verblendung

Molières »Tartuffe« ist so modern wie nie

Foto: Falk Wenzel

Foto: Falk Wenzel

Die Tochter in pinken Glitzer-Shorts, die sich in den Lebemann Valère verliebt. Der Schwager, der im ganzen Haus ungefragt raucht. Eine Dienerin, die so dreist ihre Meinung preisgibt, dass man meint, sie stünde unter Kündigungsschutz. Der Sohn, der zwar viel Liebe in seinem Herzen trägt, dafür umso weniger Verstand in seinem Kopf, und eine Ehefrau, die am helllichten Tag im Negligé herumläuft: Willkommen in der Welt von Orgon. Das Familienoberhaupt hat es nicht leicht sich durchzusetzen. Mehr, mehr, mehr

123