Texte mit Tags ‘studierende’

Mai 2018 hastuUNI Online 0

Zwischen Überraschung und Enttäuschung

Lautes Stimmengewirr, Gejohle, Gepfeife, Buhrufe und Gesänge – das war die diesjährige Wahlparty

Ohne große Reden oder blumige Worte präsentiert der Stura am Donnerstag, um 22 Uhr, einen Tag nach der Wahl, die vorläufigen Ergebnisse der Hochschulwahl in der Drushba. Der vordere Barraum ist mit circa 50 Leuten so gut gefüllt, dass die meisten kaum etwas von den Ergebnissen sehen. Viele stehen auf, recken ihre Hälse, kämpfen sich nach vorne oder wechseln die Stehpositionen, um zwischen den vielen Köpfen einen Blick auf die Ergebnisse zu erhaschen. Hinzu kommt, dass der Beamer nicht sonderlich viel taugt, sodass die meisten Zahlen unscharf sind, besonders gegen Ende hin, wenn es um die Sitzverteilung im neuen Stura geht. Dennoch entdecken sich einige gewählte Kandidaten und verleihen ihrer Freude mit Gejohle Ausdruck. Andere erhalten Unterstützung durch ihre Fans, beispielsweise skandiert ein Sprechchor mehrmals »Imke, Imke, Imke«. Manche Anwesende kommentieren erstmal die Situation um sich herum: »Ganz schön viele Leute hier.« Ein anderer Kandidat hat sich eine erhöhte Position für eine bessere Sicht erkämpft und bedankt sich ebenfalls für den Sprechchor seiner Fans. Aber nicht alle sind zufrieden, sodass es auch Zwischenrufe gibt, wie: »Man sieht ja gar nichts«, »letztes Jahr war die Präsentation aber besser« und »warum steht die LHG so weit unten?«. Eine Kandidatin freut sich zwar gewählt worden zu sein, wird zur Gratulation umarmt, stellt dann aber fest: »Hä, ich heiße doch Christine und nicht Christian«, da scheint wohl ein Rechtschreibfehler passiert zu sein. Mehr, mehr, mehr

Dez 2014 hastuPAUSE Nr. 57 0

Spießige Alternativität?!

Schrebergärten als neues Hobby für Studierende? Was Alternativität für sie konkret bedeuten kann

Illustration: Anne Walther

Illustration: Anne Walther

Ein ganz normaler Tag für Studierende in Halle: Am Uniplatz vor dem Melanchthonianum tummeln sie sich, von unterschiedlichstem Aussehen und (fast) jeder Fachrichtung, reden miteinander, scherzen, lachen, diskutieren vielleicht auch. Sie kommen gerade von einer Veranstaltung oder warten auf die nächste und vertreiben sich die Zeit mit Freunden. Der ein oder andere trägt seine Haare in Dreads, einige Studenten haben lange Haare, die sie vielleicht noch zu einem Dutt hochbinden, am besten noch einen buschigen Bart; man sieht Studentinnen in bunten Haremshosen.

So haben vielleicht mehrere zu Beginn ihres Studiums den Eindruck: Boah, die wirken ja alle so alternativ, das ist ja voll cool! Das galt besonders für jemanden wie mich zu Beginn des Studiums, die ich von einem winzig kleinen Dorf komme, wo es schon eine Normverletzung ist, wenn der Rasen höher als zwei Zentimeter steht. Man hat im Alltag folglich auf einmal Menschen um sich, bei denen man das Gefühl hat, dass sie sehr offen sind und zu denselben Themen ähnliche Meinungen haben, wie man selbst oder besser noch, einen zum Nachdenken anregen. Aber was versteckt sich eigentlich hinter dem großen Wort »Alternativität« und was hat es damit genau auf sich? Mehr, mehr, mehr

Nov 2014 hastuUNI 0

Verpiss dich, Sintflut

Warum Du am Dienstag um 14 Uhr demonstrieren gehst

Foto: Tobias Hoffmann

Uni bald unter Wasser verschwunden?
Foto: Tobias Hoffmann

»Nach mir die Sintflut.« Dieser Satz ist eine Phrase, ein pauschaler Satz. Kein echter Satz, denn dafür fehlt das Verb. Doch dieser Möchtegern-Satz rückt etwas ins Zentrum, was uns allen wichtig ist: Das »mir«. Und er äußert sich zu dem, was passieren wird, wenn man selbst nicht mehr da ist: Die Sintflut.

Eine Sintflut bedeckt alles. Ich sehe nichts mehr, was war. Und ich muss auch nicht sehen, was verloren gegangen ist. Worum es vielleicht schade ist. Mir wird dieser Anblick erspart. Und es ist mir angenehm, dass mir dieser Anblick erspart wird. Denn so muss ich kein schlechtes Gewissen haben, dass das, was zurückbleibt, mir egal ist. Mehr, mehr, mehr