Texte mit Tags ‘Protest’

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Jun 2017 hastuUNI Online 2

Von sinkenden Schiffen und überraschenden Wendungen

Am Mittwochvormittag trafen sich einige Studierende beim Löwengebäude, um vor und während der Personalversammlung der MLU gegen die Personalsituation am Germanistischen Institut zu demonstrieren. Die Überraschung kam in Form des Vorsitzenden vom Personalrat, der kurzerhand die Studierenden in die Aula zur Personalversammlung bat.

Foto: Paula Götze

Foto: Paula Götze

Gestern riefen der Fachschaftsrat der Neuphilologien und die IG Germanistik zum »Protest gegen die Personalsituation am Germanistischen Institut« auf. Auch der Stura veröffentlichte vorgestern den Appell: »Für eine gute Lehre! Solidarität mit den Germanist*innen!«.

Anlass des Protests war das Ablaufen der befristeten Arbeitsverträge einiger Lehrkräfte des Germanistischen Instituts, was zu essenziellen Problemen bei der Lehre in den jeweiligen Bereichen führen könnte (genauere Informationen dazu in der Veranstaltung, im Stura-Text und auf noch folgenden PowerPoint-Folien). Man protestierte aber auch ganz allgemein gegen die vielen Kürzungen, welche die Lehre an den Universitäten bedrohen. Mehr, mehr, mehr

Mai 2017 hastuUNI Heft Nr. 72 0

Letzte Hoffnung Aussetzung?

Der Studiengang Japanologie bleibt erhalten. Das Ergebnis der Senatssitzung sieht grundsätzlich kein Auslaufen des gesamten Studienprogramms vor. Bei der teils heftigen und sehr emotional geführten Debatte standen sich Studierende und Senat gegenüber, um die anstehende Immatrikulationspause zu diskutieren.

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Prof. Dr. Oberländer
Foto: Katja Elena Karras

Die Senatssitzung am 3. Mai stand ganz im Zeichen des Protests der Studierenden der Japanologie. Thema war die Aussetzung der Immatrikulation für die kommenden zwei Semester. Entsprechend sollte der Senat über Punkt sechs der Tagesordnung abstimmen.
Vorab behandelte Themen waren unter anderem die Erfolgsquote der FH-Absolventen und Promotionen, der Streit über die Absenkung oder erneute Aufstockung der Lehramtskapazitäten sowie die Einstellung des Masterstudiengangs Biomedical Engineering, der mehr oder weniger ein Schattendasein führt.
Die Auseinandersetzung mit der seit 2004 feststehenden Kürzung auf eine Professorenstelle in der Japanologie brachte nach einer zweistündigen Diskussion und abschließender geheimer Abstimmung ein klares Ergebnis hervor. Vorausgegangen war die Frage, wie die Stelle weiterhin effizient organisiert werden könnte und vor allem, mit welcher Struktur. Seitens der Senatsmitglieder wurde immer wieder verlautet, dass seit nunmehr zweieinhalb Jahren kein gültiges Konzept für eine solche Fortführung vorliege. Man versprach »keine Schließung, sondern eine Pause.« Zudem sei es momentan wichtig, dass bereits Immatrikulierte ihren Abschluss machen können und dürfen. Mehr, mehr, mehr

Dez 2014 hastuUNI 0

3000 protestierend auf der Straße

Am 2. Dezember protestierten erneut Studierende. Die SPD lässt derweil die Verabschiedung des Hochschulstrukturplans Anfang der kommenden Woche platzen.

Foto: Katja Karras

Foto: Katja Karras

Ein Zehntel, 3400 Studienplätze insgesamt hätten in Sachsen-Anhalt zur Disposition gestanden, wäre der Hochschulstrukturplan wie geplant am Dienstag verabschiedet worden. Das aber hat die SPD nun vorläufig verhindert. Man wolle sichergehen, dass die Inhalte stimmen, hieß es. Ob dies aus taktischen Erwägungen geschah, unmittelbar nachdem in Halle am vergangenen Dienstag circa 3000 Studierende auf die Straße gegangen waren, bleibt unklar. Fest steht, damit wird erst einmal weitgehend theoretisch verhandelt. Zeit, die wohl auch benötigt wird. Im Hintergrund verhandeln Rektoren der Hochschulen und Landesregierung offenbar weiter über das Wie und Ob der Kürzungen. Mehr, mehr, mehr

Jun 2014 hastuUNI Nr. 55 0

Das ist unser Geld! – Aufruf zur Demo

Durch die BAföG-Reform im Bund stehen Sachsen-Anhalt 30 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung. Dieses Geld muss komplett an Universitäten investiert werden.

Illustration: Han Le (modifiziert)

Illustration: Han Le (modifiziert)

Nun also doch. Die Rufe aus ganz Deutschland aus den verschiedensten Institutionen scheinen in Berlin Gehör gefunden zu haben. Es fließt so – zumindest indirekt – Geld an die Länder zurück. Ab nächstem Jahr übernimmt der Bund die Ausgaben für das komplette BAföG. Bisher hatten auch die Länder 35 % davon aufbringen müssen. Berlin sollte sich nicht der Illusion hingeben, dass damit die Aufhebung des Kooperationsverbots zwischen Bund und Ländern in der Hochschulfinanzierung vom Tisch ist, dennoch ist diese Reform ein erster Schritt.

Für Sachsen-Anhalt bedeutet die Änderung, dass mit einem Mal 30 Millionen Euro jährlich für die Universitäten frei werden. Aus Berlin heißt es die Länder seien aufgerufen dieses Geld in die Bildung und speziell die Hochschulen zu investieren. Wer nun aber die sachsen-anhaltinische Landesregierung im letzten Jahr erlebt hat, kann leicht auf den Gedanken kommen, dass man dieses Geld lieber einbehalten würde. Das aber darf keinesfalls passieren. Die Magdeburger Große Koalition hat mehrfach bewiesen, dass Zukunft und Hochschulen bei Bullerjahn und Haseloff nicht hoch im Kurs stehen, trotzdem und gerade deswegen:

Dieses Geld gehört uns! Mehr, mehr, mehr

Jun 2014 hastuUNI Nr. 55 0

»Keinen Zwang zum Kürzen mehr«

Hendrik Lange ist im Landtag als hochschulpolitischer Sprecher der Linksfraktion Möllrings größter Kontrahent in der Kürzungsdebatte. Im hastuzeit-Interview spricht er über die BAföG-Reform, die erfolglosen Proteste vor zehn Jahren und die Wasserpistolenaktion.

Im Gespräch (von links nach rechts):  Rektor Udo Sträter, Minister Hartmut Möllring, MdL Hendrik Lange. Foto: Markus Kowalski

Im Gespräch (von links nach rechts):
Rektor Udo Sträter, Minister Hartmut Möllring, MdL Hendrik Lange.

Foto: Markus Kowalski

Herr Lange, beim Sturageburtstag Anfang Juni haben Sie sich vor dem Festakt im Löwengebäude nett mit Rektor Sträter unterhalten, Minister Möllring stand stumm daneben. Wie gut verstehen Sie sich denn mit beiden?

Mit Herrn Sträter komme ich ausgesprochen gut klar. Wir haben ein freundliches Verhältnis zueinander. Das ist schon auf Kooperation ausgelegt, dass ich versuche, die Belange der Universität durch den Rektor zu kennen und in dem Sinne auch Politik zu machen. Mehr, mehr, mehr

Jun 2014 hastuUNI 0

Minister mit Protesten empfangen

Der Stura-Geburtstag am Dienstag wurde von Protesten begleitet. Das »Aktionsbündnis MLU – Perspektiven gestalten« hatte die Studierenden dazu aufgerufen, den Wissenschafts- und Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) mit sichtbaren Protesten zu empfangen. Dieser war zum offiziellen Festakt in der Aula des Löwengebäudes geladen.

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„Wenn ihr kürzt, bin ich weg»

Auf dem Weg in das Löwengebäude standen rund 100 Studierende im Spalier. Sie alle trugen Schilder mit der Aufschrift: „Wenn ihr kürzt, bin ich weg». An dem stummen Protest ging Möllring schließlich kommentarlos vorbei.

Nach dem Festakt setzte das Aktionsbündnis auf der Treppe vor dem Löwengebäude mit einem Flashmob ein Zeichen. Dabei ließen sich die Studierenden gleichzeitig auf den Boden fallen und lagen regungslos da. Möllring musste über die Studierenden hinübersteigen, trat schließlich einem Studenten auf die Hand und entschuldigte sich. Mehr, mehr, mehr

Mai 2014 hastuUNI Nr. 54 0

Euphorisch dagegen

Der Protest geht weiter: Ein Bericht über die letzte Kürzungs-Demo und die Hintergründe der Spardebatte

Foto: Markus Kowalski

Foto: Markus Kowalski

Lauter, schriller, direkter: Der »Bildungsstreik 2014« ist eröffnet. Auf der Großdemonstration am 29. April brachten viele Studierende ihren Ärger über die Sparpolitik der Landesregierung klar zum Ausdruck: »Schlagen Sie uns Studenten aus den vielen Ländern nicht die Tür vor der Nase zu«, rief Eric Salazar als Vertreter der internationalen Studierenden wütend ins Mikrofon. Wegen der geplanten Schließung des Studienkollegs waren die internationalen Studierenden mit Fähnchen ihrer Herkunftsländer und Transparenten zur Demo gekommen. Noch deutlicher wurde ein Redner auf der Kundgebung vor der Leopoldina, als Kultusminister Stephan Dorgerloh zuhörte: »Wer die Zukunft abwählt, wird selber abgewählt!« Die Menge johlte, als wollte sie den am Rande stehenden Minister gleich persönlich absetzen.

Nach Polizeiangaben waren 6300 Menschen zu der Großdemo gekommen. Mehr, mehr, mehr

Mai 2014 Allgemein hastuUNI Nr. 54 0

»Die Regierung hat Angst, ihr Gesicht zu verlieren«

Felix Schiedlowski vom »Aktionsbündnis MLU – Perspektiven gestalten« organisierte die letzte Kürzungsdemo mit. Im Interview spricht er über den Protestwillen der Studierenden und den Unwillen der Landesregierung, die Sparpolitik endlich zu beenden.

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Felix Schiedlowski (19) organisierte die letzte Kürzungs-Demo im Aktionsbündnis mit.

Foto: Markus Kowalski

Laute Musik, Partystimmung und rund 6000 Demonstranten. Wie erfolgreich war für dich die Demo?

Vom Zuspruch der anwesenden Demonstranten her war das sehr erfolgreich. Mit so vielen Leuten hatten wir nicht gerechnet, weil wir erst einmal nicht einschätzen konnten, wie bereit die Studierenden zum Protest nach den Großdemos noch sind. Die Zahl der Demonstranten hatte sich bei den letzten Demos immer so zwischen 3000 und 7000 Studierenden bewegt.

In Leipzig kommen die Aktionen gegen die Kürzungen nur schwer in Gang. Sind die hallischen Studierenden protestwilliger?

Wir hoffen natürlich, dass das Mobilisierungspotential steigt. Die Demo hat schon gezeigt, dass die Studierenden jetzt mehr mobilisiert sind und gemerkt haben, dass die geplanten Kürzungen nahezu alle Fachbereiche betreffen. Man hat ja gesehen, dass die bedrohten Institute mobil machen, auf der Demo vertreten sind und eigene Aktionen organisieren. Wir glauben schon, dass das Interesse jetzt gestiegen ist und wir weiterhin mit vielen Studierenden Druck gegen die Landesregierung machen können.
Die Lautsprecher auf der Demo wurden bis zum Anschlag aufgedreht, die Stimmung der Redner war gereizter als bei der vorherigen. Wie laut muss der Protest noch werden, bis euch die Landesregierung hört?
Das fragen wir uns auch. Wir denken, dass die Protestwelle, die jetzt schon ein Jahr lang ging und zigtausend Studierende in ganz Sachsen-Anhalt auf die Straße gebracht hat, längst laut genug sein müsste. Gleiches gilt für die Protestwelle der Kulturschaffenden, die schon seit einem Jahr zuhauf Demonstrationen in Halle, Magdeburg und Dessau machen. Es ist schon erstaunlich, dass sich da bei der Landesregierung so wenig bewegt.

Was glaubst du persönlich, wieso die Landesregierung den Sparkurs weiter fortsetzt?

Das ist eine schwierige Frage, weil die Kürzungspläne offensichtlich gegen jeden Sinn und Verstand sind. Ich glaube, dass es einerseits Kräfte in den Parteien gibt, die denken, dass es diesem Bundesland besser geht, wenn man alles bis zum Anschlag totspart. Für die ein schuldenfreies Sachsen-Anhalt das A und O ist, ohne nach den Folgen dieses Bildungs- und Kulturabbaus zu schauen. Andererseits hat die Landesregierung einfach Angst, ihr Gesicht zu verlieren. Die Regierung will mit aller Macht vorspielen, dass sie sich eben nicht getäuscht haben.

Würdet ihr denn die Landesregierung loben, wenn sie die Kürzungspläne jetzt zurücknehmen würde?

Ja, natürlich. Uns geht es nicht darum, Haseloff, Möllring, Dorgerloh und Bullerjahn persönlich anzugreifen. Wir sind auch nicht in dem Bündnis, weil wir die SPD oder die CDU in Sachsen-Anhalt prinzipiell so blöd finden. Wir engagieren uns in dem Bündnis, weil uns diese konkrete Politik nicht gefällt und wir diese für brandgefährlich halten. Unser Ziel ist nach wie vor, dass die Kürzungen zurückgenommen und die Bildung anständig ausfinanziert wird. Wenn wir das erreicht haben, loben wir auch die Landesregierung.

Was habt ihr für den 20. Mai geplant?

Das soll vor allem ein bundesweiter Protesttag werden, weil es im Bildungsbereich in ganz Deutschland Kürzungen gibt. Fast ohne Ausnahmen sind Universitäten und Theater überall von diesen Sparplänen betroffen. Mit dem Kooperationsverbot und der Schuldenbremse ist das aber ein Problem auf Bundesebene. Wir werden präsentieren, warum diese Kürzungen sinnfrei und gefährlich sind. Dabei werden wir versuchen darzustellen, wie es anders geht und warum es nicht notwendig ist zu kürzen. Wie wir das genau machen, ist noch in Planung.

Stellt ihr also einen alternativen Haushaltsplan für das Land auf, der ohne die Kürzungen auskommt?

Seit es dieses Bündnis gibt, argumentieren wir gegen eine Landesregierung, die Strukturpläne aufstellt, Pressemitteilungen erstellt und sagt, dass es gefährlich wäre, wenn Sachsen-Anhalt so viel Geld für die Bildung ausgibt. Das ist einfach grundfalsch: Das Land gibt erstens nicht viel für die Bildung aus, und zweitens kommt durch die Universitäten als Wirtschaftsfaktor viel mehr Geld rein, als diese Landesregierung auch nur annähernd die Universitäten gegenfinanziert. Mit diesen Argumenten versuchen wir immer wieder anzukommen. Fraglich ist, wann diese Argumente endlich in der Landesregierung gehört werden.

Hat die Landesregierung schon mal mit euch gesprochen?

Zu Beginn des Protests, als die ersten Demonstrationen aufkamen, gab es Gespräche mit dem Ministerpräsidenten. Aber das waren Alibi-Gespräche, in denen man uns angehört hat und gefragt hat, was denn unser Problem sei. Aber als Gesprächspartner oder als Protestmasse hat man uns nicht ernst genommen. Seit längerer Zeit gab es nun keine Gespräche mehr.

Ihr habt den »Bildungsstreik 2014« groß proklamiert. Wie soll der aussehen? Soll die Uni wie 2009 mit einem Sitzstreik besetzt werden?

Unser Anliegen soll auf jeden Fall deutlich werden. Wir setzen dabei auf verschiedene Aktionsformen. Demonstrationen sind auf der einen Seite wichtig, um viele Studierende und Mitarbeiter hinter sich zu haben. Auf der anderen Seite sollten wir mit radikaleren Aktionen zeigen, dass man uns nicht mit einfachen Versprechungen abspeisen kann. Aber die Organisationsteams des Bildungsstreiks werden das noch besprechen und koordinieren. Im Gegensatz zu 2009 soll die Beteiligung ähnlich groß werden, aber jetzt mit klaren Forderungen und einer besseren Struktur.

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