Texte mit Tags ‘Musik’

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Apr 2018 hastuUNI Heft Nr. 77 0

»Die Uni darf nicht nur für ihre Schließungen bekannt sein.«

Über 10 Jahre alte Strukturentscheidungen werfen immer noch ihre langen Schatten: Im Oktober 2018 fällt in der Japanologie die zweite Professur weg. Dafür soll ein neues Studienprogramm für den Bachelor ausgearbeitet werden. Dem Musikinstitut scheint ein ähnliches Schicksal zu drohen, denn die Instrumental- und Gesangspädagogik (IGP) steht vor dem Aus.

Foto: Gregor Borkowski

Seit 2004 steht fest, dass die Professur von Prof. Dr. Gesine Foljanty-Jost in der Japanologie nach ihrer Emeritierung wegfällt und vorerst nicht ersetzt werden kann. Der Forderung eines Konzepts für eine Neuordnung beziehungsweise Weiterführung der noch bis Oktober dieses Jahres bestehenden Professur wurde zumindest in Teilen seitens Prof. Dr. Christian Oberländer nachgekommen. Im vergangenen Jahr (hastuzeit berichtete in Ausgabe 72) debattierte der Senat bereits über mögliche Konzepte und Lösungen zur Aufrechterhaltung der zweiten Professorenstelle am Institut für Japanologie. Die Fakultätsratssitzung am 17. Januar 2018 brachte dazu nicht viel Neues hervor, zeigte aber, wie nah Engagement und Hilflosigkeit beieinanderliegen können. Mehr, mehr, mehr

Dez 2016 hastuINTERESSE Heft Nr. 69 0

Von Rampen und Säuen

Offene Bühnen in Halle und wo sie zu finden sind

Der Schritt aus der Tür wird zunehmend phlegmatischer, der Wasserkocher ist heiß beschäftigt, und Netflix wird beinahe jeden Abend gewissenhaft mit dem Läusekamm durchstreift. Ist ja ganz nett, aber da geht noch was. Immer nur zuschauen macht Dich rammdösig? – Halt! Nicht bewegen! Stell den Tee weg. Wenn Du eine Bühne suchst, vor der Du nicht nur sitzen, sondern auf der Du alles und nichts machen darfst, dann empfehlen wir Dir hiermit drei Rampen, auf denen man Sau sein kann.

Moma – Rap und Küche für alle
• Freiraumgalerie, Landsberger Str. 16
• jeden Montag 19.30 bis 23.00 Uhr

Foto: Marco Hey

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Jan 2015 hastuPAUSE Nr. 58 0

Der Schall des Theaters

Am Donnerstag, den 8.1.2015 veranstaltete das Theater Mandroschke zum sechsten Mal einen Musikabend zu ihrer erfolgreichen Unplugged-Reihe. Die rein akustische Darbietung kam diesmal von der Rockband Pussy Shock.

"Pussy Shock" unplugged. Foto: Katja Karras

»Pussy Shock« unplugged. Foto: Katja Karras

In der Rudolf-Ernst-Weise-Straße 4/6 befindet sich hinter der »Arche«, einem Vorderhaus mit Proberäumen verschiedener Bands, durch den kleinen Hof hindurch, das Theater Mandroschke. Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis die eindringlichen Klänge die eigentliche Schauspielbühne erreichen sollten. Möglich gemacht hat das Torsten Jahnke, leidenschaftlicher Konzertgänger und Musikkenner. Er ist seit zwei Jahren Stammgast und mit den Inhabern des Theaters befreundet. Durch sein freiwilliges Engagement koordinierte er auch den heutigen Abend. Mehr, mehr, mehr

Dez 2014 hastuPAUSE Nr. 57 0

Für zwei, drei Bier

Ein Gespräch mit einem Musiker über die niedrigen Eintrittspreise der hallischen Rockkonzerte

Foto: Elisabeth Kulla

Foto: Elisabeth Kulla

Zwanzig Minuten vor Beginn des Konzertes beschwert sich eine junge Dame darüber, dass 50 Cent für die Garderobe bei den Eintrittspreisen – in diesem speziellen Fall 15 Euro an der Abendkasse – nun wirklich zu viel verlangt seien.

Diese Bemerkung ist der Anlass für ein Gespräch mit dem musikalischen Leiter besagten Konzertes, Frithjof Eydam (*1985). Er ist freischaffender Musiker und Komponist, Lehrer für Kontrabass und Klavier und Gründungsmitglied der Krautrockband Fake Blanche.

Was kostet die Durchschnittseintrittskarte für ein Konzert?

Gefühlt würde ich sagen … maximal fünf Euro.

Wer entscheidet über diesen Preis?

Das macht der Veranstalter. Wenn ein Club ein Konzert veranstaltet, dann bestimmen die auch den Eintrittspreis. Mehr, mehr, mehr

Jun 2014 hastuPAUSE Nr. 55 0

»Euphorie gepaart mit Panik«

»Cutliesthroat«, so nennen sich die fünf Hallenser, die deftigen Deathcore für ihr Publikum zubereiten.

Foto: Cutliesthroat

Foto: Cutliesthroat

Dem einen oder anderen werden die Nackenhaare zu Berge stehen vom harten Sound der jungen Band, die es erst seit einem Jahr gibt. Aus den Worten »cut« (schneiden), »lies« (Lügen) und »throat« (Kehle) setzt sich ihr Name zusammen. Die Bedeutung ist nicht minder zu bewerten: »Wir können Leute nicht ausstehen, die sich in ihren Lügen verstricken und damit andere Menschen in die Irre führen«, berichtet Stephan, der Schlagzeuger der Band. Obwohl es die Deathcore-Band erst seit April letzten Jahres gibt, sind sie in Halle eine echte Berühmtheit und haben sich bis zum Rockpool-Contest durchgeschlagen. »Wir wollen einfach dabeisein und ein paar fette Klänge aus unseren Instrumenten raushauen«, erzählen die fünf Jungs.

Doch nicht nur in Halle standen sie auf der Bühne und konnten das Publikum begeistern. Leipzig, Eisleben und Dresden sowie Dessau sind alles Städte, in denen die fünf Rocker schon unterwegs waren; und sie hoffen, es werden noch mehr. Doch wie läuft so ein Bandleben eigentlich ab? Die hastuzeit war zum Interview bei den Jungs. Mehr, mehr, mehr

Jun 2014 hastuPAUSE Nr. 54 0

»Rhythmisch, groovig, krachend«

Der Club »Rockpool e. V.« in der Grenzstraße ist bekannt für seine beliebten und gut besuchten Liveauftritte von neuen Bands.

Foto: Elena Katja Karras, Bearbeitung: Benjamin Ebert

Foto: Elena Katja Karras, Bearbeitung: Benjamin Ebert

Am 7. Juni läuft das Finale des Bandcontests 2014, der jährlich veranstaltet wird. Auch die Jungs von AllInSane werden mit dabei sein und das Publikum zum Ausrasten bringen, denn Wall of Death und wilde Moshpits sind bei Auftritten der jungen Band aus Halle Gang und Gäbe. Luise hat sich mit einigen Fragen im Gepäck mit Frontmann Benjamin getroffen.

Wer ist denn alles in eurer Band?
Da haben wir Dominic, den Gitarristen, Tim, der Bassist ist, Kenny am Schlagzeug und mich hinterm Mikro.

Wie lange besteht eure Band schon?
Gegründet haben wir uns im August 2010. In der aktuellen Besetzung spielen wir aber erst seit August 2012. Wir hatten einen Gitarristen- und Drummerwechsel. Also sind Tim und ich noch von den Originalmitgliedern übrig. Mehr, mehr, mehr

Mai 2014 hastuUNI Nr. 54 0

Gestörte Harmonie

In diesem Semester haben viele Studierende der praktischen Ausbildung in der Musikpädagogik keinen Unterricht erhalten, da ihre Lehrbeauftragten streiken.

Foto: Johanna Sommer

Foto: Johanna Sommer

Seit dem 7. April entfällt für sehr viele Musikstudenten der Unterricht, da ihre Veranstaltungen zufällig von einem Lehrbeauftragten unterrichtet werden und nicht, wie bei den anderen von Professoren oder festangestellten Dozenten. Doch wie kam es dazu?

Dass die Politiker des Landes Sachsen-Anhalt an der MLU kürzen wollen, ist klar. Es liegt an der MLU ein Defizit von sechs bis sieben Millionen Euro vor. Dieses »Loch« wird mit dem Geld des Hochschulpakts aus dem Haushalt des Bundes und der Länder gefüllt. Da das Rektorat sich mit dem Ministerpräsidenten auf die Summe der Kürzungen geeinigt hat und einsparen muss, verwendet die MLU nur 5,9 Millionen von den zur Verfügung stehenden 19,8 Millionen Euro. Statt alle Gelder aus dem Hochschulpakt auszugeben, will das Rektorat einen Teil zurücklegen und ordnet stattdessen eine Sachmittelkürzung von 30 Prozent an. Aus »Sachmitteln« werden auch die Lehrbeauftragten der Musikpädagogik bezahlt, da sie keine Festangestellten, sondern Honorarkräfte sind. Mehr, mehr, mehr

Apr 2014 hastuUNI 0

Schrille Töne für das Rektorat

Mit einem Flashmob protestierten viele Musikstudenten am Montag Nachmittag gegen die Kürzung ihres praktischen Unterrichts.

Jetzt erheben auch die Musikstudenten ihre Stimme: »Kein guter Ton ohne guten Lohn« sangen die Musiker am Montagnachmittag vor dem Rektorat auf dem Uniplatz. Trotz des kalten Regens waren gut 100 Studierende gekommen, um gegen die schlechten finanziellen Verhältnisse in ihrer musikalischen Ausbildung zu protestieren.

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Zu hören war ein »Kampfkanon mit Dissonanzen«.

Sie hatten Schilder und Instrumente mitgebracht, auch der Gesang durfte nicht fehlen. Dazu sangen die Studierenden mit voller Kraft »Kein guter Ton ohne guten Lohn« im Kanon. Die Klarinetten, Saxophone und ein Cello machten ordentlich dissonanten Krach.

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»Kein guter Ton ohne guten Lohn, kein guter Ton ohne guten Lohn. Ohne gute Löhne, gibt es schlechte Töne. Kein guter Ton ohne guten Lohn.«

 

 

Robert Lehmann (27) hatte bei dem Flashmob die Initiative ergriffen und dirigierte die einzelnen Stimmen, damit aus der musikalischen Idee und den mitgebrachten Liedzetteln ein Protestlied wurde. Der Lehramtsstudent für Musik und Religion findet es nicht tragbar, dass die Bezahlung der Dozenten so schlecht ist. »Ich weiß nicht, ob es so klug ist, an dieser Stelle zu sparen«, sagt er. »Es muss an der Uni auch eine gute musikalische Ausbildung geben.«

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Teilgenommen haben Musikwissenschaftler, Musikstudenten, Lehramt Musik, Kirchenmusiker, sowie Studenten aus anderen Fachrichtungen.

Der Anlass für den Flashmob waren die finanziellen Kürzungen des Rektorats. Dabei wurden die Verträge für die Lehrbeauftragten am Institut für Musik und am Fachbereich Musik bei der Grundschulpädagogik für das neue Semester nicht verlängert. Dadurch können jetzt viele Musikstudenten in diesem Semester beispielsweise keinen Klavierunterricht bekommen, obwohl dies ein notwendiger Teil ihres Studiums ist. Die Kürzungen betreffen die freiberuflichen Dozenten, die von der Uni ausschließlich für den Instrumentenunterricht angestellt werden.

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Fotos: Markus Kowalski

Große Euphorie setzte unter der Menschenmenge ein, als sich dieses musikalische Ungetüm in Bewegung setzte. Doch am Schluss verstreute sich die Menge wieder, eine Reaktion vonseiten des Rektorats gab es nicht.

 

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