Texte mit Tags ‘Medizin’

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Dez 2016 hastuUNI Heft Nr. 69 0

Im Regen stehen gelassen

Die Medizinstudenten demonstrieren wieder. Der Erhalt des Universitätsklinikums und der Universitätsmedizin Halle gilt zwar als gesichert, allerdings stellt die unzulängliche Finanzierung des Klinikums durch das Land Sachsen-Anhalt die Leistungsfähigkeit infrage. Dies gefährdet Lehre, Ausbildung und Patientenwohl.

Foto: Christine Unsicker

Foto: Christine Unsicker

Es tröpfelt auf die Banner. Diejenigen Ärzte, Pflegekräfte und Studenten, die sich auf ihren Stationen vertreten lassen konnten oder von ihren Lehrveranstaltungen freigestellt wurden, treten ungeduldig auf der Stelle und werfen misstrauische Blicke zum Oktoberhimmel hinauf. »Qualität kostet Geld« liest man auf einem Schild, das eine Mitarbeiterin des Klinikums in die Höhe hält, »Universitätsmedizin braucht ein Fundament – jetzt« auf einem anderen.
Parallel zu der Kundgebung in Halle findet an besagtem Donnerstag, dem 27.10., auch eine größere Demonstration vor dem Magdeburger Landtag statt, zu der hallische Medizinstudenten und Klinikumsmitarbeiter in Bussen angereist sind.
Nach der großen »Halle bleibt!«-Bewegung im Jahr 2013, die die Schließung der Universitätsmedizin verhindern konnte, steht nun der nächste Kampf an. Was nach außen nur nach einer Kundgebung vor dem Universitätsklinikum aussieht, täuscht in seiner scheinbaren Nebensächlichkeit. Der Grund dieser Zusammenkunft bereitet den Verantwortlichen für Klinikum und Lehre schon länger Kopfzerbrechen. Mehr, mehr, mehr

Aug 2016 hastuPAUSE Heft Nr. 65 0

Sonne für alle

Eine der emotionalsten und gefährlichsten Krankheiten des 20. Jahrhunderts könnte bald ausgerottet sein – und vielleicht sogar Anlass zur Hoffnung geben.

Poliovirus_binding_receptor_1DGI_960

Illustration: gemenfrei Link: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Poliovirus_binding_receptor_ 1DGI.png

Eine amerikanische Kleinstadt in den 40er-Jahren. Es ist Sommer, der Himmel blau und die Luft angenehm warm, eigentlich perfekt, um die Zeit im Freien zu verbringen. Doch das Schwimmbad ist geschlossen, die Spielplätze verwaist, man sieht kaum jemanden im Freien. Ein Wort macht die Runde, das so manchen in Angst und Schrecken versetzt: Kinderlähmung. Die Menschheit hat in ihrer Geschichte mit vielen Krankheiten Bekanntschaft gemacht, seien es Pest, Cholera, Pocken, Spanische Grippe, Malaria, Ebola oder AIDS. Diese Namen stehen auch heute noch für Leiden und Tod. Doch es gibt auch Krankheiten, die besonders heutzutage weniger bekannt sind. »Kinderlähmung« sagt heute kaum noch jemandem etwas. Noch vor 60 Jahren allerdings war sie der Albtraum aller Eltern. Jährlich wurden tausende Menschen, vor allem Kinder, geschädigt. Mehr, mehr, mehr

Aug 2015 hastuUNI Heft Nr. 61 Rubrik 0

Politik, Prävention und Teddy-OP

Im Juni trafen sich in Magdeburg 150 junge Studierende der Medizin zur Medizinstudierendenversammlung der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e. V. – kurz BVMD. Auch aus Halle nahmen fünf Studierende teil.

Von Freitag bis Sonntag wurden in Plena viel diskutiert, gemeinsame politische Positionspapiere verabschiedet und schließlich nationale Vorstandsposten gewählt. Diese vertreten die Interessen der BVMD in der Öffentlichkeit und gegenüber Gremien der Hochschul- und Gesundheitspolitik. Außerdem wurde in verschiedensten Workshops inhaltlich gearbeitet.

Aber was ist die BVMD eigentlich? In Deutschland gibt es über 84 000 Medizinstudierende – und jeder hat andere Interessen und Ansprüche. Um all diese Interessen zu bündeln und den Studierenden eine starke Stimme zu geben, gibt es die Bundesvertretung. Sie vertritt die deutschen Medizinstudierenden als demokratischer Dachverband auf nationaler und internationaler Ebene. Mehr, mehr, mehr

Jan 2015 hastuPAUSE Nr. 58 0

Nase voll?!

»Checkpoint C« bietet Crystal-Konsumenten eine anonyme Sprechstunde in Halle

Foto: Christian Schoen

Foto: Christian Schoen

Das Projekt »Checkpoint C« ist eine von Studenten der Medizin und der sozialen Arbeit ehrenamtlich geleitete Sprechstunde für Crystal-Konsumenten und deren Angehörige. Hier kann man sich nicht nur anonym beraten lassen, sondern auch einen kostenlosen Gesundheitscheck bekommen. Um mehr zu erfahren, haben wir uns mit Julia Walta unterhalten; sie studiert soziale Arbeit und arbeitet an dem Projekt mit.

Wer ist an dem Projekt Checkpoint C beteiligt?

Wir sind Studenten der Medizin und der sozialen Arbeit. Wir sind für dieses Projekt alle speziell ausgebildet worden – die Mediziner bei einem Suchtmediziner und wir Studenten für soziale Arbeit im Drogenhilfesystem in Halle und Umgebung. Wenn wir unsere Sprechstunde anbieten, haben wir unten aber auch Senior-Experten sitzen, auf die wir zurückgreifen können, wenn wir nicht weiterkommen. Aber in der Sprechstunde selbst sind nur wir. Mehr, mehr, mehr

Jun 2014 hastuPAUSE Nr. 55 0

Abtauchen in einen Alptraum

Der Psychothriller »Abgeschnitten« von Fitzek/Tsokos macht süchtig und schockiert.

München: Droemer/Knaur 2012/2013 400 Seiten, als Taschenbuch 9,99 EUR

München: Droemer/Knaur 2012/2013
400 Seiten, als Taschenbuch 9,99 EUR

Ich sitze in der Vorlesung. Öffentliche Güter werden diskutiert: Ausschlussprinzip, Trittbrettfahrerverhalten … Es fällt mir schwer, mich zu konzentrieren, denn ich denke an mein Buch.

Leichen – Skalpelle – Obduktionen

Durch einen Orkan gefangen auf der Nordseeinsel Helgoland sieht sich die junge Comiczeichnerin Linda mit der Herausforderung konfrontiert, eine Leiche zu öffnen. Dem Stress und Streit mit dem Exfreund entfliehend, entpuppt sich ihr vermeintlicher Zufluchtsort als nervenzerreißender Schauplatz des Grauens.

Paul Herzfeld, Rechtsmediziner des BKA, entdeckt eine Telefonnummer und einen Namen. Direkt auf dem Seziertisch – im Schädel einer bestialisch hingerichteten Leiche. Der Entführer seiner Tochter Hannah kommuniziert mit ihm. Herzfeld wird zur Spielfigur im abgedrehten Spiel um das Leben von Hannah. Bei der Hetzjagd um ihr junges Leben soll Herzfeld einen weiteren sich auf der vom Festland abgeschnittenen Insel Helgoland befindlichen Leichnam obduzieren. Linda spielt bei diesem unmöglich erscheinenden Unterfangen eine bedeutende Rolle: Sie findet die Männerleiche und beantwortet Herzfelds Anruf, als das Handy in der Tasche des Toten klingelt. Mehr, mehr, mehr

Mai 2014 hastuPAUSE 0

»Ein Held sein«

Am Dienstag, den 27.5.2014 konnten sich alle von 10 bis 18 Uhr im Hallischen Saal über der Tulpe für eine Knochenmarkspende registrieren lassen. Unter anderem war auch Jeff Klemm dabei.

Jeff Klemm

Jeff studiert im 8. Semester an der MLU Politik und Wirtschaftswissenschaften, betreibt regelmäßig Unisport, wie Floorball und Volleyball. Foto: Johanna Sommer

Spendest du generell Blut, Blutplasma oder nur Knochenmark?

Meine erste Sache war in meiner Heimat die Blutspende. Seit Ende des ersten Semesters gehe ich alle zwei Wochen zum Blutplasmaservice in Halle.

Ist das für dich körperlich belastend, oder bist du daran gewöhnt, so dass sie alles abzapfen können, was sie wollen?

Eigentlich können sie wirklich alles abzapfen, was sie möchten. Die machen bei mir auch die maximale Menge aufgrund meiner Größe und meines Gewichtes. Ich habe damit auch keine Probleme. Besonders die Blutplasmaspende ist sehr schonend. Da sollte man höchstens mal kurz ein paar Minuten innehalten, man trinkt vielleicht etwas, aber man kann sofort wieder nach Hause gehen. Dass man sich irgendwie müde fühlt oder sowas, das ist dann mehr bei der Blutspende der Fall, weil dann bestimmte Stoffe entzogen werden, die dann erst mal kompensiert werden müssen in derselben Zeit.

Was spendest du denn am liebsten?

Blutplasma, weil man das regelmäßiger machen kann.

Und dann kommt auf Platz Zwei die Knochenmarkspende und dann zuletzt die Blutspende?

Wenn man das jetzt platzieren möchte, würde ich natürlich sagen, dass eher die Knochenmarkspende Platz eins hat. Einfach nur, weil man damit wirklich weiß, dass man damit direkt einem Menschen helfen kann. Bei dem Plasmaservice weiß man nie, wofür es genau verwendet wird. Als letztes sag ich mal die Blutspende, weil man es nur alle acht Wochen ungefähr machen darf. Mehr, mehr, mehr

Jul 2013 hastuUNI Nr. 49 0

Sommer, Sonne, Strand … und Kürzungen?

Zum aktuellen Stand der Diskussionen und Proteste

Foto: Bertolt Marquardt

Foto: Bertolt Marquardt

Das Semester neigt sich dem Ende zu, die Klausuren rücken so langsam näher, wieder einmal wird schmerzhaft klar, dass keiner der Vorsätze vom Semesterbeginn die ersten Vorlesungswochen überlebt hat: Auch diesmal hat man nicht früher mit dem Lernen angefangen und auch nicht mehr mitgeschrieben. Wahrscheinlich ist der eine oder andere auch voll Vorfreude nach Klausurstress auf einen entspannten Sommer in der Heimat.

Die Kürzungsdebatte in Kultur und Hochschulen bleibt aber auch über die Sommermonate aktuell und wichtig. Nicht ausgeschlossen, dass die Politik die Abwesenheit vieler Studenten nutzen möchte, um ungeliebte Maßnahmen durchzudrücken. Gute Gründe also, Halle die kommenden Wochen nicht völlig auszublenden.

Was gibt es vom Hochschulbündnis?

Auch wenn man im Zuge des Hochwassers nicht mehr so viel gehört hat, die Kürzungspläne liegen weiterhin auf dem Tisch. Haseloff jedenfalls hat am 21. Juni in einer Regierungserklärung seinen Willen bestärkt, massiv zu kürzen. Nach wie vor geht es um 50 Millionen Euro bis 2025. Denkt und rechnet man diese Zahlen zu Ende, könnten in Halle allein für die Uni-Klinik und MLU 46 Professuren wegfallen (von aktuell 350). Bei der Burg Giebichenstein wären es noch mal acht. Mehr, mehr, mehr

Jul 2013 hastuUNI Nr. 49 0

„Prädikat Rufmord»

Anfang Juli sickerten Vorschläge des Wissenschaftsrats zum Teilabbau der Unimedizin durch. Die Fachschaft Medizin argumentiert in einem offenen Brief dagegen, den wir hier vollständig dokumentieren.

Sehr geehrter Herr Haseloff, sehr geehrter Herr Möllring, sehr geehrte Landtagsabgeordnete,
liebe Bürgerinnen und Bürger Sachsen-Anhalts,

frustriert mussten wir den Entwurf der Stellungnahme des Wissenschaftsrates zur diesjährigen Bewertung der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg aus der Mitteldeutschen Zeitung zur Kenntnis nehmen. In diesem Brief wollen wir die Sichtweise der Studierendenschaft verdeutlichen und unserem Missfallen über die vorgeschlagenen Maßnahmen Ausdruck verleihen.

In erster Linie schockiert uns die Empfehlung, den vorklinischen Abschnitt des Medizinstudiums in Halle nach Magdeburg zu verlagern. Das Opfern der vorklinisch- theoretischen Ausbildung ist kein Impuls für eine Neugestaltung, sondern stellt vielmehr ein Todesurteil für den Standort dar.

Der Wissenschaftsrat behauptet zwar, dass die Anzahl der ausgebildeten Ärzte im Land gleich bliebe, es ist jedoch abzusehen, dass real Medizinstudienplätze vernichtet werden. Schwer vorstellbar ist auch, dass zur Kompensation wegfallender hallensischer Vorklinikumsplätze die bestehenden Kapazitäten in Magdeburg ohne finanziellen Mehraufwand verdoppelt werden können. Mehr, mehr, mehr

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