Texte mit Tags ‘Martin-Luther-Universität’

Jan 2017 hastuUNI Heft Nr. 70 0

Hallische Köpfe

In dieser Reihe stellt unser Redakteur Paul regelmäßig Persönlichkeiten vor, die Universität und Stadt geprägt haben. Diesmal steht Christian Thomasius im Mittelpunkt, ein genialer Denker und Querkopf, der nicht nur die deutsche Philosophie entscheidend beeinflusste, sondern auch maßgeblich zur Gründung der hallischen Friedrichs-Universität beitrug.

Foto: Paul Thiemicke

Foto: Paul Thiemicke

Wenn die ersten Studierenden des Tages müde oder verkatert mit einem großen Kaffeebecher in der Hand die Treppen des Löwengebäudes erklimmen, werden sie schon erwartet. Mit halb strengem, halb belustigtem Blick sieht er auf sie hinab, wie sie sich die Stufen heraufschleppen. Kaum jemand beachtet ihn, Aufmerksamkeit bekommt er höchstens von kleinen Touristengruppen und den Reinigungskräften. Doch das scheint ihn nicht besonders zu stören, den Mann, der da in Bronze auf dem Treppenabsatz im Herzen des Löwengebäudes steht, in seiner Universität. Doch wer ist dieser Christian Thomasius, dessen Büste noch vor der Luthers und Melanchthons, vor Schleiermachers und Philippis Abbild diesen Ehrenplatz erhält? Mehr, mehr, mehr

Okt 2016 hastuUNI Heft Nr. 67 0

Lebe, um zu lernen; lerne, um zu leben

Dieses Motto beschreibt die Einstellung von Achim H. zum Lernen ganz gut. Er hat mit über fünfzig Jahren mit dem Beginn eines Studiums einen neuen Lebensweg eingeschlagen. Bei einem gemütlichen Plausch auf der Wiese beim Löwencampus erzählt er von seiner Geschichte und seinen Ansichten.

Foto: Paula Götze

Foto: Paula Götze

Ein leichter Schritt war es nicht für Achim, die Heimat und den gewohnten Alltag zu verlassen, um ein Studium an der MLU zu beginnen. Gewollt hat er es jedoch unbedingt: »Es war, als wäre ich ein Leben lang mit einem falschen Schuh herumgelaufen.« So hatte er immer das Gefühl, ihm fehle etwas Wichtiges im Leben. Als er im gewöhnlichen Alter eines Studenten war, arbeitete er bereits, um seiner Familie eine gute Bildung und auch das Studieren zu ermöglichen. Er übte 35 Jahre einen technischen Beruf aus, bevor er sich entschied, die »tief eingefahrenen beruflichen Gleise [zu] verlassen« und einen Bachelor in Geschichte und Kunstgeschichte zu machen. Um sich diesen Traum ermöglichen zu können, musste er jedoch erst noch sein Abitur auf einer Abendschule nachmachen. Achim erzählte, das wäre eine »ganz schön haarige Angelegenheit« gewesen. Von den anfänglich siebzehn Leuten hätten es lediglich sieben geschafft. Diesen Weg gewählt zu haben bereut Achim jedoch kein bisschen. Der Wissenszuwachs mache ihm großen Spaß. Er habe sich zwar immer schon für vieles interessiert, aber »vor dem Studium war alles nur wie ein Kratzen an der Oberfläche«. Bei Themen derart in die Tiefe zu gehen, wie man es beim Studieren zwangsläufig tut, sei sehr befriedigend.

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Okt 2016 hastuUNI Heft Nr. 67 0

Doch keine Aufsicht

Die Stura-Initiative, der hastuzeit einen Aufsichtsrat zu verordnen, ist wieder vom Tisch. Wir fassen die Debatte noch einmal zusammen.

Illustration: Katja Elena Karras

Illustration: Katja Elena Karras

Am 27. Juni 2016 stimmte der Studierendenrat der Martin-Luther-Universität mit 6 mal Ja, 5 mal Nein und 4 Enthaltungen für eine Änderung in seiner Geschäftsordnung, die uns betroffen hätte. Der neue Paragraph benannte die hastuzeit als »Studierendenschaftszeitung«, legte eine Wahl der Chefredakteure durch den Stura fest und führte vor allem einen Aufsichtsrat zur »Überwachung der Erfüllung der Aufgaben« ein.

Auf der Sitzung argumentierte unsere Redaktion gegen diese Neuregelungen der Stura-Geschäftsordnung, insbesondere den Aufsichtsrat, und gegen die Begründungen der Befürworterinnen und Befürworter. Als der Stura dennoch mit einfacher Mehrheit dafür war, gingen wir mit unseren Argumenten auf unserer Website und Facebook an die Öffentlichkeit. Mehr, mehr, mehr

Okt 2016 hastuINTERESSE Heft Nr. 67 0

»Ich bin schon ein Politik-Junkie«

Dr. Michael Kolkmann ist Dozent der Politikwissenschaft. Als Lehrkraft für besondere Aufgaben hält er Vorlesungen und bietet Übungen und Seminare in den Lehrbereichen »Regierungslehre und Policyforschung« und »Systemanalyse und vergleichende Politikwissenschaften« an. Von vielen Studierenden wird er wegen seines erfrischenden Lehrstils geschätzt.

Illustration: Katja Elena Karras

Illustration: Katja Elena Karras

Als Student der Politikwissenschaft kommt man an Kolkmann nicht vorbei. Die meisten Politikstudierenden sehen ihn das erste Mal im Wintersemester zu den Vorlesungen der Regierungslehre und Policy-forschung. Diese beginnen für Studierende zur unangenehmsten Zeit, Freitagvormittag, und werden auch noch auf Video aufgezeichnet. Sind Studierende da noch motiviert zu kommen? »Die Vorlesungen werden, glaube ich, schon ganz gut besucht. Der Raum wird schon seit Jahren für diese Vorlesung um dieselbe Zeit reserviert, und die Videoaufzeichnung soll als Service für die Studierenden dienen, was meinem Gefühl nach auch gut angenommen wird.« entgegnet Kolkmann. Die Teilnehmerzahlen sprechen für ihn.
Kolkmann kommt ohne großes Fachkauderwelsch aus und bringt gerne auch mal ein paar humorvolle Folien in die Vorlesung hinein, wie beispielsweise kurios platzierte Wahlwerbung von Parteien. Ebenso wird es von vielen Studierenden geschätzt, dass sie nicht nur reine Zuhörer sind, sondern jederzeit Fragen stellen können und interaktiv eingebunden werden. Beispielsweise durften sich einmal alle während einer Vorlesung über eine Online-Umfrage in das politische Links-Rechts-Schema einordnen. Mehr, mehr, mehr

Okt 2016 hastuINTERESSE Heft Nr. 67 0

Teller um Teller, Kelle für Kelle

Jeder kennt sie: die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Mensen in Halle. Sie stellen für viele die wichtigste Mahlzeit des Tages bereit. Aber was müssen sie eigentlich alles leisten und aushalten?

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Illustration: Katja Elena Karras

Wenn man in der Mensa die Mimik und Gestik der Menschen beobachtet, kann man viele Emotionen ablesen: genervt, gestresst, glücklich oder freundlich. Für die Damen und Herren hinter der Ausgabe beginnt spätestens mit dem ersten Teller der Stress. Jedem »Mahlzeit« sagen, auf das Piepen der Karte warten und dann noch die Extrawünsche einzelner Personen berücksichtigen. Dabei bleibt oft die Freundlichkeit auf der Strecke. Zwischendurch noch in die Küche rennen und neues Essen holen. Dann wieder neue Teller zu den einzelnen Theken rausbringen. Oh, vorne sind die Tabletts und das Besteck schon wieder leer? Also dort auch noch hin.

Austeilen ist nicht alles
Oft übersieht man die viele Arbeit, die die MitarbeiterInnen der Mensen haben. Diese fängt nicht erst Punkt halb zwölf an, sondern beginnt schon viel früher mit dem Kochen und Herrichten. Auch wenn wir als Studenten endlich unser Essen bekommen haben und satt wieder gehen, hört die Arbeit der MitarbeiterInnen noch nicht auf. Einer sammelt alle Gewürze von den Tischen ein und der nächste räumt alle Flyer und Servietten weg. Dann werden die Tische abgewischt. Die Müllbeutel an den Tablettrückgaben werden ausgetauscht, alle Theken ausgeräumt und sauber gemacht. Das große Chaos in der Küche muss nebenbei auch noch erledigt werden.

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Okt 2016 hastuPAUSE Heft Nr. 67 0

Zwischen Halle und Kiew

Der ukrainische Student Kirill studiert seit einem halben Jahr Betriebswirtschaft an der Martin-Luther-Universität. Er hat viel zu erzählen von seinem Studium in der Ukraine und in Deutschland und natürlich über den Majdan.

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Foto: Bert Kaufmann (CC BY-NC 2.0)

Als er nach Halle gekommen ist, war die Sprache für ihn das größte Problem. Alltägliche Dinge, die für hallische Studierende selbstverständlich sind, musste ein Ukrainer erst einmal verstehen, so wie beispielsweise die Ansagen in den Straßenbahnen. Oder dass am Sonntag die Geschäfte geschlossen haben. In der Ukraine ist das nämlich der Tag, an dem am meisten eingekauft wird. Er selbst bezeichnet Russisch als seine Muttersprache, spricht Ukrainisch aber genauso fließend und will mit seinen Kindern Ukrainisch reden. »Ich hatte das Glück, in einer unabhängigen Ukraine geboren zu sein«, sagt er.

Immer mehr Majdans
Kirill erzählt, dass auch er auf dem Majdan war. Dies ist der zentrale Platz in Kiew, auf dem 2014 hunderttausende Ukrainer demonstrierten, als der damalige Präsident Janukowitsch die Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens mit der EU verweigert hatte. Kirill schildert seine Erfahrungen am Anfang des Protests: »Ich stand mit den anderen da, wir tranken Tee und redeten. Plötzlich stürmten auf uns die Polizisten. Wenn du siehst, wie diese Masse auf dich losgeht, kriegst du wirklich Angst. Mein ganzer Rücken war danach blau.« Seiner Einschätzung nach wird es in der Ukraine regelmäßig zu solchen Majdans kommen. »Sie werden immer härter sein«, fügt er hinzu. Mehr, mehr, mehr

Aug 2016 hastuUNI Heft Nr. 66 0

Erdrutsch-Sieg oder Erdrutsch-Niederlage

Am 18. Mai 2016 war es wieder so weit: Die Hochschulwahl rief zum politischen Aktivismus auf. Der Senat, die Fakultätsräte, der Fachschafts- und der Studierendenrat suchten nach neuen Leitlinien, Vertretern und Gesichtern. Eine neue Hochschulgruppe war auch dabei …

Da eine Auflistung der Ergebnisse online abrufbar ist, wird die Wahl an dieser Stelle aus der Sicht einer viel diskutierten und womöglich leicht prekären Perspektive beleuchtet: Gemeint ist die der angetretenen Personen von »Die Liste«.
Als Person mit journalistischer Absicht sieht man sich mit dem Ideal der Neutralität konfrontiert. Den Lesern soll eine rein objektive und sachliche Meinungsbildung ermöglicht werden. Beim Interview mit den Mitgliedern von »Die Liste« wähnt sich dieses Gebot in Gefahr. Entweder man solidarisiert sich mit den »Sackträgern« (Steven Sundermann hat keinen Platz im Stura erlangen können) oder man baut von Anfang an eine hohe Mauer aus Unverständnis und Missachtung auf. Wo soll man die fünf frech-frivolen, aber doch friedvollen Freidenker interviewen? Natürlich in einer Bar. Nach wenigen gewechselten Worten wird klar: Es besteht ein schmaler Grat zwischen Seriosität und Nihilismus, zwischen waschechter Politik und Plattitüden. Mehr, mehr, mehr