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Jul 2017 hastuINTERESSE Online Pinnwand 0

Proteste gegen rechtes Problemhaus an der Uni

800 junge Leute demonstrieren am 11. Juli 2017 gegen das Hausprojekt der rechtsextremen Identitären beim Steintorcampus.

Das Känguru ist auch wieder dabei.

Auch viele Studis gehen gegen das Hausprojekt der »Identitären« auf die Straße. 18 Uhr kommen beinahe 400 Personen am Steintor zusammen. 18:30 Uhr startet die Demo mit leichter Verspätung, ein Block mit Transparenten gegen die Identitäre Bewegung läuft vornweg. Organisiert wird die Demonstration durch die Kampagne »Kick them out – Nazizentren dichtmachen«. Kurze Regenschauer begleiten den Protest zu Beginn, doch mit besserem Wetter kommen auch mehr Teilnehmer dazu. Der Studierendenrat hatte zu den Protesten aufgerufen, viele der gewählten Mitglieder sind vor Ort. Auch Dozent*innen wollen sich gegen die rechten Umtriebe wehren und laufen mit. Bei der Zwischenkundgebung am Hauptcampus sind laut Veranstalter schon 800 Protestierende zusammengekommen, die lautstark eine nazifreie Uni fordern.

Auch an dem Hausprojekt der Rechten kommt die Demonstration vorbei. Davor stehen die Identitären mit ihren Unterstützern. Einige von ihnen studieren an der MLU. Aufgefallen sind die Identitären vor allem durch gewalttätige Übergriffe auf Studierende. Erst vor kurzem haben sie in der Harz-Mensa zwei Studis sogar mit Waffen bedroht, auf dem Hauptcampus versuchten sie politische Gegner einzuschüchtern. Gegen einen der Rechtsextremen läuft ein Verfahren wegen Körperverletzung und Nötigung, wie der MDR berichtet. Auch in diesem Fall soll ein Studierender unserer Uni von der Gewalt betroffen sein.

Bisher hat sich die Universitätsleitung noch nicht zum rechtsextremen Problem vor ihrer Haustür und in ihren Räumen geäußert.

Vor dem Haus der Identitären Bewegung ist es noch recht still, als 18 Uhr die Demo am Steintor beginnt.

Gegen 18:30 Uhr startet am Steintor der erste Redebeitrag.

Der Block mit Transparenten

Auf der Großen Ulrichstraße.

Zwischenkundgebung am Löwencampus

Okt 2016 hastuUNI Heft Nr. 67 0

Die Bewegung »Kontrakultur« in Halle

Die Identitäre Bewegung ist seit 2012 in Deutschland aktiv und hat ihren Ursprung in Frankreich. Sie nutzt Medien wie Facebook gezielt für ihre Zwecke. Zwei Mitglieder des Studierendenrates klären über diese Bewegung auf.

Illustration: Katja Elena Karras

Illustration: Katja Elena Karras

Neben Frankreich ist diese Gruppierung vor allem in Österreich vertreten. »Wien ist eines der Zentren der Identitären Bewegung, Halle mittlerweile auch. Ideologisch sind sie im völkischen Bereich anzusiedeln«, erläutert ein Mitglied des Studierendenrates der Martin-Luther-Universität. Die Identitäre Bewegung in Halle nennt sich »Kontrakultur« und hat eine öffentlich zugängliche Facebook-Seite. Dort kann man nachlesen: »Kontrakultur ist ein identitäres Projekt aus Halle an der Saale und Teil der am schnellsten wachsenden patriotischen Jugendbewegung Europas.«

Zum näheren Verständnis von Kontrakultur erklären die beiden Mitglieder des Studierendenrates den »großen Austausch« näher. Die Bewegung ist der Meinung, dass alle Ethnien voneinander getrennt sein sollen, und gibt vor, die Vielfalt der Kulturen zu unterstützen. Beispielsweise seien Syrer auch gute Menschen, nur müssten sie in Syrien bleiben. Im Klartext heißt das, dass der Syrer eine syrische Kultur in sich trägt, gegen die er nichts tun kann. Ein Sturamitglied klärt auf: »Das ist exakt dieselbe Form von ›Ich trage die syrische Rasse in mir.‹ Der Begriff ›Kultur‹ hat den Begriff ›Rasse‹ ersetzt, und so ist die Ideologie nicht wirklich von der NPD oder sonstigen Gruppen zu unterscheiden … Die denken, sie befinden sich im Kriegszustand. Manche machen Kampfsporttraining und posten das. Ich würde die in Halle fast wie eine Kameradschaft einschätzen. Es fällt auch auf, dass da sehr viele alte Kader dabei sind, die auch bei der Jugendorganisation der NPD dabei waren und Vorstrafen haben.« Der Wortführer der Identitären Bewegung in Halle hat vor einigen Jahren einer Antifaschistin mit einer Hantelmutter, die in einem Strumpf war, auf ihren Kopf geschlagen und dafür ein paar Jahre Bewährung wegen Körperverletzung erhalten. Mehr, mehr, mehr