Texte mit Tags ‘Interview’
Kulturbegabtes Halle
Michael Brenner ist seit August Intendant des Neuen Theaters und wünscht sich von den Hallensern mehr kulturelles Bewusstsein.
Sie sind seit August in Halle, wie gefällt es Ihnen hier?
Ich bin im Grunde genommen schon seit Januar dieses Jahres hier, zur Vorbereitung. Ich habe in der alten Spielzeit schon zwei Inszenierungen gemacht: »Zscherben – Ein Dorf nimmt ab!« und die »Oper Dracula«. Insofern habe ich mich schon ganz gut eingelebt. Dennoch kenne ich Halle noch nicht sehr gut. Auch wenn die Stadt nicht sehr groß ist, dauert es eine Weile, sie zu erschließen, darauf freue ich mich. Die Stadt ist für mich eine sehr große Entdeckung.
Was hat Sie dazu bewegt, am Neuen Theater zu arbeiten?
Das war nicht vorhersehbar. Ich hatte die Information, dass in Halle diese Position frei wird, und mich zwar darauf beworben, aber ohne mir besondere Gedanken darüber zu machen. Ich habe dann die Gelegenheit genutzt, um das Ensemble kennenzulernen und mich vorzustellen. Das waren sehr spannende Stunden, und daraufhin konnte ich mir vorstellen hier zu arbeiten. Aber auch das Gebäude, dieser eigentümlich tolle Theaterbau hat mich überzeugt. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal.
Was haben Sie sich für Ihren neuen Job vorgenommen?
Neue Akzente zu setzen natürlich – das ist ein Naturvorgang. Es gibt ein Problem in Halle. Es ist eine kulturell unglaublich reiche Stadt. Leute, die von außen kommen, merken das sofort, nur die Hallenser nicht, sie meckern und nörgeln über ihre Stadt. Was hier nötig schien, war eine neue Brücke, einen neuen Kontakt zwischen Theater und Publikum zu schaffen. Also ein direkteres kommunikatives Aufeinanderzugehen einerseits – und andererseits innerhalb des Ensembles eine neue Transparenz und Offenheit in Gang zu setzen und zu pflegen. Wir haben zum Beispiel das Stück »Zscherben – Ein Dorf nimmt ab!« inszeniert, das mit dieser Region zu tun hat. In der Theaterfachwelt wurde das zum Teil befremdlich aufgenommen und als Volksstück abgetan. Wir versuchen Neues zu machen und haben zum Beispiel »Die Weber« von Hauptmann mit Jo Fabians Tanztheater gekreuzt. Wir hätten nicht gedacht, dass diese Kombination so gut ankommt und das Stück so gut besucht wird.
Wie kulturell ist Halle?
In Halle gibt es so viele Leute aus den unterschiedlichsten Kunst- und Kulturrichtungen. Das ist den Menschen hier leider kaum bewusst, und dieses Image wird auch nicht unbedingt nach außen transportiert. Ob eine Stadt kulturbegabt ist oder nicht, merke ich immer an den Taxifahrern. Als ich neulich in Magdeburg in ein Taxi stieg und zum Schauspielhaus wollte, stammelte der Fahrer und wusste gar nicht genau, wohin ich will. In Halle weiß jeder Taxifahrer genau, wo das Neue Theater ist, alle antworten das gleiche: »Wollen Sie unten in die Ulrichstraße oder an den Uniplatz?« Ich kenne auch viele Künstler, die sich in Halle bewusst angesiedelt haben. Sie sind der Meinung, dass hier der Windschatten noch groß genug ist, um Fehler machen zu können. Die Hallenser sind aber auch sehr bodenständig. Das muss man mögen lernen. Ich gehe sehr viel spazieren, um die Stadt kennenzulernen und in die Gesichter gucken zu können. Es ist angenehm zu erleben, dass die Menschen so unüberheblich sind. Aber auf der anderen Seite wünsche ich mir ein bisschen mehr Stolz der Bürger auf ihre Stadt.
»Ein ganz anderes Verständnis«
Das US-amerikanische Hochschulwesen gilt in Deutschland als vorbildhaft, vor allem, was die Finanzierung anbelangt. Dr. Michael Kolkmann vom Institut für Politikwissenschaft der Uni Halle kenntdas System aus eigener Erfahrung. Mehr, mehr, mehr
Wissenschaftliches Arbeiten – nicht nur etwas für Fachidioten
Wer in der Theorie noch Probleme mit dem wissenschaftlichen Arbeiten hat, kann in der Praxis eine entsprechende ASQ besuchen. hastuzeit sprach dazu mit dem Dozenten Johannes Haas, der eine solche leitet. Mehr, mehr, mehr
»In den Kinderschuhen«
Jana Wiedemann arbeitet seit dem 20. Oktober 2010 in der Stabstelle des Rektorats. Sie ist die neue Alumni-Beauftragte und arbeitet nun daran, das Ehemaligennetzwerk der Universität auszubauen und zu beleben. Hastuzeit sprach mit ihr über die Erfolgsaussichten und das Deutschlandstipendium.
Frau Wiedemann, beim Deutschlandstipendium setzt man auch darauf, dass sich Ehemalige finanziell beteiligen. Ist diese Hoffnung berechtigt?
Prinzipiell muss man sagen, dass die Alumni-Arbeit in Deutschland – bis auf einige Ausnahmen – in den Kinderschuhen steckt. Und das gilt auch für unsere Universität. Seit 2006 gibt es Aktivitäten, aber bis jetzt bestanden nicht die finanziellen Ressourcen, um wirklich viel zu machen. Die Finanzierung eines Stipendiums steht also derzeit im Rahmen der Alumni-Arbeit nicht zur Debatte. Mehr, mehr, mehr
»Keine reichen Knöpfe en masse«
hastuzeit unterhielt sich mit Wolfgang Albrecht, dem Vorsitzenden des Freundes- und Förderkreises der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle e.V., über das Deutschlandstipendium.
Herr Albrecht, die Kunsthochschule Halle braucht in absehbarer Zeit rund 160 000 Euro pro Jahr aus privater Hand für das Deutschlandstipendium. Wie viel kann Ihr Freundes- und Förderkreis dazu beisteuern?
Nach derzeitiger Lage gar nichts, und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sich daran etwas ändert.
Woran liegt das?
Unser Freundeskreis hat derzeit rund 250 Mitglieder, überwiegend Angehörige der Hochschule und Pensionierte. Hinzu kommen noch wenige Studenten und Förderer, die sich der Hochschule verbunden fühlen. Normale Mitglieder zahlen 50 Euro pro Jahr Beitrag, bei Studenten und Pensionären ist der Betrag um vieles geringer.
Und damit lassen sich keine Stipendien finanzieren?
Der Masterplan des Lebens
hastuzeit im Gespräch über den Sinn und Unsinn von Masterplänen.

Prof. Dr. Manfred Becker, Lehrstuhl Organisation und Personalwirtschaft an der MLU (Foto: Kati Mühlmann)
Keine Umwege, strikt geradeaus, immer der Karriereplanung nach. Dass es auch anders geht, zeigt die Biographie von Manfred Becker, der Wirtschaft studierte, beim ZDF arbeitete, wissenschaftlicher Mitarbeiter und dann Personalmanager bei Opel wurde, bevor er den Lehrstuhl für Organisation und Personalwirtschaft annahm. Mehr, mehr, mehr
»Das Amt lässt einen nicht los«
Die lange Online-Version des Gesprächs mit Rektor Diepenbrock über Studienreform, Westimporte und eine zweite Amtszeit als Hochschulleiter.
Herr Diepenbrock, Sie sind seit 2006 Rektor der MLU. Während Ihrer Amtszeit, die am 31. August endet, wurden wichtige Umstellungen auf das Bachelor-Master-System vollzogen. Wie sieht Ihr Fazit zum Reformprozess aus?
Ich werde nicht müde, immer wieder auf die großen Chancen hinzuweisen, die das neue System bietet. Die drei Eckpunkte sind: Schaffung eine europäischen Hochschulraumes, schnellerer Zugang zu einem berufsqualifizierendem Abschluss und Flexibilität in Hinblick auf lebenslanges Lernen. Das bedeutet, dass man heute die Universität nach sechs Semestern verlassen und in den Beruf wechseln kann, aus dem Beruf aber auch wieder zurück, um ein Master-Studium anzuschließen und möglicherweise noch eine Promotion. Zahlreiche Experten haben aber schon rechtzeitig darauf hingewiesen, dass die Umstellung Geld kostet. Mehr, mehr, mehr
»Platter Protest kam für uns nicht in Frage«
Die Konferenz "Werktage" beschäftigte sich mit der Zukunft der Kunst- und Designstudiengänge.
Ende Oktober 2009 kamen Kunst- und Designstudenten aus dem ganzen Land in Halle zusammen. Christoph Knoth und Anja Kaiser, Studierende der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein, hatten im Rahmen eines Semester- bzw. Bachelorabschlussprojektes zu der »Werktage«-Konferenz geladen, in der es um die Zukunft ihrer Studiengänge im Bachelor-/Mastersystem ging. hastuzeit sprach mit den beiden über die Konferenz. Mehr, mehr, mehr




Fantasie als Lernmethode
Offen für Neues
Das Gedächtnis als Fotoalbum
Zum Lernen gemacht
Erinnerungskulturen
Anterograde Amnesie – ein Leben ohne Zukunft
Vom Leerstand zum Wohlstand
Literaturrecherche auf dem Laufband
Der virtuelle Kampf gegen die Angst
Königsdisziplinen des Studierens
Letzte Kommentare