Texte mit Tags ‘Interview’

Dez 2017 hastuINTERESSE Heft Nr. 75 0

Es hat sich ausgekickert

Die Schließung des La Bim ist beschlossen. Der Vereinsvorsitzende des Plan 3 e. V. Christian Schunke erläutert im Interview die Ursachen für diese weitreichende Entscheidung.

Foto: Lisa-Marie Müller

Nun steht es fest, der Plan 3 e. V. wird zum 31.12.2017 das Gelände des La Bim räumen. Nach über 25 Jahren erfolgreichen Wirkens mitten in der Innenstadt von Halle hat dies nun ein Ende. Zu unsicher ist ihnen ihre Zukunft mit dem bisherigen Standort.

Diese Entscheidung trifft nicht nur die Mitglieder des Vereins, sondern auch sehr viele Menschen, die im Laufe der Jahre immer wieder ein Teil des Ganzen gewesen sind. Von manchen als bloße Partylocation abgestempelt, hat das La Bim noch weitaus mehr zu bieten. So betreibt es zum Beispiel ein Kino, jeden Donnerstag findet das Kickercafé statt, und diverse andere Veranstaltungen wie Flohmärkte und Ausstellungen können besucht werden. Doch auch außerhalb der Mauern des La Bim ist der Plan 3 e. V. aktiv. Besonders bekannt ist das Filmfestival »Monstronale«, welches seit 2013 jeden Sommer stattfindet und letztes Jahr 3472 internationale Einsendungen nachweisen konnte. Auch 2018 wird es wieder verschiedene Workshops und Wettbewerbe geben. So hat vor kurzem die Anmeldung für Filme begonnen, die dann in verschiedenen Kategorien ausgezeichnet werden. Die Planung ist also in vollem Gange. Mehr, mehr, mehr

Dez 2017 hastuUNI Heft Nr. 75 0

Die Gesichter des Stura

Emanuel Stuve stammt aus Braunschweig, ist Mitglied bei der FDP sowie Ansprechpartner der Friedrich-Naumann-Stiftung in Halle. Außerdem studiert er im 3. Semester Jura und nahm am 30.10.2017 an seiner ersten Stura-Sitzung als eines von vier gewählten Mitgliedern der Liberalen Hochschulgruppe teil. Nach der ersten Sitzung haben wir ihn zum Gespräch eingeladen.

Foto: Jonas Leonhardt

Wie hat es dich nach Halle verschlagen?
Zum einen, weil mich Berlin nicht genommen hat (herzliches Lachen)  und weil das Juridicum meiner Meinung nach eines der bestausgestatteten in Deutschland ist, und man wohnt hier natürlich auch sehr günstig. Ich wohne hier in der Nähe der Uni, in anderen Städten müsste ich bestimmt eine Weile mit der Bahn zum Campus fahren.

Warum studierst du Jura?
Gute Frage. Ich glaube, die einfachste Antwort ist, dass ich gerne diskutiere, und das ist es auch, was mir an der Politik gefällt.

Ist das also der Grund, warum du dich in den Stura hast wählen lassen?
Das war auf jeden Fall eine Motivation, aber auch um die Qualität des Studiums für mich und alle Studenten insgesamt zu verbessern. Mehr, mehr, mehr

Mai 2017 hastuUNI Heft Nr. 72 0

Party auf dem Appellplatz

In anderen Universitätsstädten ist es längst eine etablierte Sache; in Halle aber warteten die rund zwanzigtausend Studierenden bisher vergeblich auf ein Event dieser Größenordnung. Dieses Jahr ist es so weit: Erstmals findet in Halle ein Campusfest statt.

Fotomontage: Konrad Dieterich Foto: Alexander Kullick, Grafik: campuskultur halle GmbH

Fotomontage: Konrad Dieterich
Foto: Alexander Kullick, Grafik: campuskultur halle GmbH

Der  Von-Seckendorff-Platz in der Heide wirkt mit seiner Größe fast ein bisschen einschüchternd. Man darf wohl annehmen, dass das auch die Absicht der Architekten war, die diesen einst als militärisches Gelände genutzten Komplex in den Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts entwarfen. In der jüngeren Vergangenheit kennt man diesen Ort vor allem als Parkplatz und Standort verschiedener universitärer Einrichtungen. Am 14. und 15. Juni dieses Jahres wird die Geschichte des Platzes um eine Ergänzung reicher: Halles erstes Campusfest wird dort stattfinden.
Maßgeblich beteiligt an der Organisation ist der Studierendenrat der Uni, welcher durch die eigens gegründete campuskultur halle GmbH unterstützt wird. Geführt wird sie durch Claudia Wagner, die das Campusfest in Leipzig schon einige Male miterlebt hat, und Robert Lucka. Seitens des Sturas sind Axel Knapp (RCDS und einer der Vorsitzenden des Sprecherkollegiums des Sturas) und Öffentlichkeitsreferent Martin Lohmann Mitglieder des Organisationsteams. Einige Wochen vor den Festivitäten traf sich die hastuzeit mit ihnen zum Interview. Mehr, mehr, mehr

Jan 2017 hastuUNI Heft Nr. 70 0

Wie geht es eigentlich der Demokratie?

Togrul Hasanzade ist 20 Jahre alt und studiert Politikwissenschaft im ersten Semester in Halle. Er erzählt von den politischen Problemen in seinem Heimatland Aserbaidschan, wie eine Demokratie idealerweise aufgebaut sein sollte und warum Deutschland Vorbild ist – aber nicht ohne Fehler.

Foto: Vinzenz Schindler

Foto: Vinzenz Schindler

Aus welchem Grund bist du nach Deutschland gegangen, um Politikwissenschaft zu studieren?
Ich habe einige Bekannte aus Deutschland und habe mich so mit dem Land beschäftigt. Die deutsche Kultur und Geschichte ist sehr interessant und vielfältig, das macht es spannend. Außerdem bin ich politisch sehr interessiert. Ich habe mir gedacht, dass es besser ist, in Deutschland etwas über Demokratie, Regierung und Politik zu lernen, da Deutschland sehr demokratisch ist. In Aserbaidschan ist es schwieriger.

Wie sieht es denn mit der Demokratie in Aserbaidschan aus?
Aserbaidschan ist kein totalitäres Land wie Nordkorea, aber es ist auch nicht demokratisch. Es sind noch keine Parteien ausgeschlossen worden, aber die Opposition wird unterdrückt, und es gibt keine freie Presse. Die Entwicklung in dem Land ist insgesamt bedenklich.
Ich bin sehr pro-europäisch eingestellt, und leider wird Europa von der Regierung sehr negativ dargestellt. Es wird regelrecht Desinformation betrieben, damit die Leute ein negatives Bild von Europa haben. Mehr, mehr, mehr

Okt 2016 hastuINTERESSE Heft Nr. 68 0

Jetzt erst recht: Europa macht Schule

Vier Studentinnen haben im vergangenen Semester den Kontakt zwischen europäischen Studierenden und hallischen SchülerInnen hergestellt. Lisa berichtet im Interview über ihre Erfahrungen und hofft, dass das Projekt weitergehen kann.

Foto: Tobias Hoffmann

Foto: Tobias Hoffmann

Was ist »Europa macht Schule« (EmS) für ein Projekt?
EmS ist ein gemeinsames Projekt des Vereins »EmS e.V.« und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Das Hauptanliegen ist, den interkulturellen Austausch in Europa zwischen europäischen Studierenden und hallischen Schülerinnen und Schülern zu fördern. Menschen sollen in Kontakt kommen. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Mehr, mehr, mehr

Jan 2016 hastuPAUSE Heft Nr. 63 0

Am Anfang gab es keine Therapie

Vor 25 Jahren wurde die hallische Aidshilfe gegründet. Petra Becker ist seit 2004 Geschäftsführerin und Leiterin der Beratungsstelle. Zusammen mit ihrem Team steht sie Ratsuchenden mit und ohne HIV rund um das Spannungsfeld »Sexualität und Gesundheit« zur Seite.

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Von links: Phillip Pieloth, Denis Leutloff, Katharina Janko, und Petra Becker von der Aidshilfe Halle // Foto: Joshua Stepputat

Welche Zielgruppen versucht die Aidshilfe zu erreichen?
Unsere Präventionsarbeit beginnt bereits in den Schulen. Aber es gibt noch andere Zielgruppen, die uns noch mehr am Herzen liegen und für die die Aidshilfe eigentlich da ist, nämlich Schwule, Inhaftierte, Sexarbeiterinnen und Drogenabhängige.

Hat die Aidshilfe noch mehr zu bieten als die Beratungsstelle?
Wir haben noch einen öffentlichen Bereich, der sich Infothek nennt. Dazu gehört ein kleines Galeriecafé, in dem wir regelmäßig Ausstellungen organisieren, ein Seminarraum, wo wir Weiterbildungen anbieten und Präventionsveranstaltungen für Schüler durchführen, und eine kleine Bibliothek. Damit versuchen wir öffentlich zu werden, das heißt, wir möchten, dass uns auch diejenigen Menschen besuchen, die in keinem Kontext zu der Erkrankung stehen.

Welche Rolle spielt das Ehrenamt für die Aidshilfe?
Das Ehrenamt ist natürlich sehr wichtig für uns, weil wir wenig Beschäftigte sind und manche Veranstaltungen und Aktionen ohne Ehrenamt nicht abdecken können.
Zum Beispiel gibt es die Teams YoungStars und LoveAgents. YoungStars ist im Prinzip das Schulpräventionsteam. Da die Stadt Halle Wert darauf legt, dass wir in Schulen Präventionsarbeit durchführen, ist dieses besonders wichtig. Die LoveAgents sind das schwule Präventionsteam. Sie gehen zu speziellen Veranstaltungen und Orten, wo Schwule ihr sexuelles Leben leben. Weil in den Teams auch Studierende involviert sind, die kurz vor ihrem Abschluss stehen und aus der Stadt wegziehen, suchen wir immer nach neuen Freiwilligen.

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Jan 2016 hastuINTERESSE Heft Nr. 63 0

Auf keinen Fall Urlaub

Jenseits der Fernsehbilder: Zwei persönliche Perspektiven auf die Situation an den Grenzen der Balkanstaaten

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Ich habe Andrej während eines Praktikums in Polen kennengelernt. Wir waren dort zusammen in einem Wohnheim mit anderen Praktikanten und Studierenden unter anderem aus Jordanien, Mazedonien, Tunesien, Griechenland und Kroatien. Heute, etwas mehr als ein Jahr später, sind all diese Länder solche, die Geflüchtete auf dem Weg nach Deutschland passieren. Andrej lebt in Osijek im Norden Kroatiens, in der Nähe der Grenze zu Serbien.

How do you assess the current situation in Croatia?
From my point of view I can say that the refugees were kindly accepted and taken care of while traveling through my country. The fact that many people, especially in the region I live in, identify themselves with them as they had the same destiny about 20 years ago,
searching for safety for their families when fleeing the war. (Yugoslav War in the mid-90s, Anm. d. Red.) I also think that the government did a good job concerning their travel and transferring them through the country. They also provided them with facilities to stay and rest for a few days as well as medical assistance to continue their journey. Heated shelters were set up in Slavonski Brod. Nevertheless winter is coming which could represent a major problem.
To sum up, I think that as a country we did a good job, these people deserve our help and even though evil words will always be present I somehow believe that the big majority of the people are really just looking for a safe place for their families. Unfortunately in times like this with the current events that have happened, it is inevitable that more and more questions will be asked about passing them all to Europe.

People are only crossing Croatia, nearly nobody wants to stay. In how far have the refugees been visible for you?
Actually not really, I personally haven«t witnessed any of them. For sure that was because most of them were using bus and train transportation organized by the government, all the way from the Serbian border to Slavonski Brod, or directly to the Slovenian border. Only in the beginning of migration there was a day or two in Osijek when I heard that a lot of them had occupied stores and stations buying water and food, but they were rapidly redirected since then and taken care of from the moment they had entered the country.

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Okt 2015 hastuUNI Heft Nr. 62 Rubrik 0

Großer Kindergarten

Ein Jahr lang war Norman Köhne Vorsitzender des Studierendenrates der MLU. Das hat dem Lehramtsstudenten gereicht, um allerlei Erkenntnisse zum Thema Hochschulpolitik zu gewinnen. Eine Begegnung in der Kinderinsel des Stura-Gebäudes.

Norman Köhne Foto: Julia Plagentz

Norman Köhne
Foto: Julia Plagentz

Passenderweise sitzt Norman inmitten allerhand Spielzeug, hinter ihm ein hölzernes Laufgitter und ein metallic-grauer Gymnastikball, am Boden ein Teppich mit buntem Knopfmuster. Eigentlich sei auch der Stura wie ein »großer Kindergarten«, sagt Norman.

Gewagte Wortwahl, aber so ist oft der Eindruck Außenstehender. Deinen Stura-Vorsitz hast du im Oktober 2014 begonnen. Ursprünglich warst du Gründungsmitglied der Interessenvertretung Lehramt. Warum der Wechsel?

Die IV lag mir wirklich am Herzen, es war notwendig, sie ins Leben zu rufen. Es hat zwei Jahre sehr viel Spaß gemacht, aber ich wollte einen Schritt weiter gehen und nicht »nur« Mitglied in einem Arbeitskreis des Stura sein, sondern mitspielen im Konzert der vermeintlich Großen des Stura. Okay, »vermeintlich« streichen wir wieder. (lacht) Mehr, mehr, mehr