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Apr 2018 hastuPAUSE Heft Nr. 77 0

Ist Hogwarts wirklich so magisch, wie es scheint?

Darüber, wie Bildung in Hogwarts vermittelt wird, machen sich vermutlich die wenigsten Leser*Innen der allseits beliebten Romanreihe Gedanken. Nicht so Melanie Babenhauserheide; sie schrieb ihre Dissertation im Bereich Erziehungswissenschaften über die Geschichte rund um die jungen Zauberlehrlinge in den Harry-Potter-Geschichten von J.K. Rowling. Hierüber hielt sie einen Vortrag in Halle, der von der Linken Hochschulgruppe organisiert wurde.

Illustration: Gregor Borkowski

Der Saal ist voll, ein freier Stuhl ist nicht zu sehen, aber ich finde gerade noch einen Stehplatz, und der Vortrag beginnt … Melanie Babenhauserheide verbindet Adornos Kritische Theorie mit Harry Potter. Im heutigen Vortrag geht es um den Umgang mit Regeln, Hierarchien und Autoritäten in Hogwarts. Der Vortrag ist locker gehalten, zwischendurch werden gemeinsam Textpassagen aus der Romanreihe gelesen. Trotz Ideologiekritik und gelegentlicher Überinterpretation nimmt Frau Babenhauserheide ihrem Publikum nicht die Freude an Harry Potter. Im Gegenteil, ihr Vortrag eröffnet vielmehr einen neuen Blick auf die Komplexität der Geschichte. Sie erzählt uns, dass die Reihe sogar zur Deutung eigener Schulerfahrungen der Leser*Innen beigetragen und bei manchen Lehramtsstudierenden bestimmte Ideale schulischer Erziehung abgebildet hat. Einige sehen zum Beispiel Professorin McGonagall als ihr großes Vorbild. Die Leser*Innen wünschen sich nach Hogwarts, in diese magische Schule, die so wenig mit unserer Realität zu tun hat. Mehr, mehr, mehr