Texte mit Tags ‘Halle’

Okt 2017 hastuPAUSE Heft Nr. 74 0

Westfälische Verwandtschaft

Wer sich schon immer einmal gefragt hat, weshalb dem Namen unserer Stadt noch ein »Saale« angefügt wird, der findet die Antwort darauf am Rande des Teutoburger Waldes. Zu Besuch in der westfälischen Kleinstadt Halle.

Foto: Alexander Kullick

Es ist nicht hinreichend belegt, ob sich die Geschichte wirklich so zugetragen hat. Dennoch kann man wohl davon ausgehen, dass sich der Ablauf dieser Anekdote eines schönen Sommertages vor wenigen Jahren mit dem Inhalt der Erzählung deckt. Eine Gruppe Touristen erkundigt sich bei einem ortskundigen Passanten nach dem Weg zum Gerry-Weber-Stadion, in dem wie in jedem Sommer die gleichnamigen Tennis-Open ausgetragen werden, ein Turnier in der Vorbereitung auf die renommierten Wimbledon-Championships einige Tage später. Der Fußgänger, den die Touristen fragen, kennt seine Stadt eigentlich sehr gut. Jedoch kann auch er den ratlosen Gästen aus dem Ausland keine Antwort auf ihre Frage liefern. Das Problem bei der Sache: die Touristen haben sich nicht in der Stadt verlaufen – sie haben sich in der Stadt vertan. Mehr, mehr, mehr

Okt 2017 hastuUNI Heft Nr. 74 0

Hallische Köpfe

In dieser Reihe stellt unser Redakteur Paul regelmäßig Persönlichkeiten vor, die Universität und Stadt geprägt haben. Diesmal geht es um den Mathematiker Georg Cantor.

Illustration: Katja Elena Karras

Widerlegt! Dieser ungarische Aufschneider hat ihn tatsächlich widerlegt! Man schreibt das Jahr 1904, und auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Heidelberg beginnt ein Mann an Gott zu zweifeln. Da hat es doch Professor Juli

us König aus Budapest tatsächlich gewagt, die von ihm, dem berühmten Georg Cantor aufgestellte These von den »transfiniten Zahlen« zu widerlegen. Für ihn ist es nicht weniger als ein Skandal, für seine Kollegen jedoch offenbar nur eine interessante Diskussionsfrage. Der leicht exzentrische Professor, dessen Familie ebenfalls bei diesem bedeutenden wissenschaftlichen Ereignis anwesend ist, fühlt sich öffentlich gedemütigt und, noch schlimmer, verunsichert. War er bisher nicht der festen Überzeugung, dass er seine theoretischen Geistesblitze direkt von Gott erhielte? Hat er das nicht sogar öffentlich kundgetan? Da nützt es auch nichts, dass der Kollege Ernst Zemelo am nächsten Tag Königs Beweisführung entkräftet; Cantor, der sich immer für den internationalen Wissenschaftsaustausch stark gemacht hat, für den Mathematik und Theologie untrennbar verbunden sind, steckt in einer Krise. Wieder einmal. Mehr, mehr, mehr

Jul 2017 hastuINTERESSE Heft Nr. 73 0

In Abneigung geeint

In Magdeburg ist man stolz, Landeshauptstadt zu sein. In Halle ist man stolz, nicht Magdeburg zu sein. Die Geschichte zweier Städte, die sich einfach nicht mögen wollen.

Foto: Alexander Kullick

Nun also auch noch Google Earth. Die Software, die ein gutes Jahrzehnt nach ihrer Bereitstellung von niemandem mehr genutzt wird, soll eine Mitschuld tragen am schier ewig schwelenden Konflikt zweier mitteldeutscher Städte. Sicher, die Streitigkeiten zwischen Halle und der 100 Kilometer nordwestlich befindlichen Landeshauptstadt Magdeburg haben die Grenze ins Lächerliche schon so manches Mal touchiert, wenn nicht gar überschritten. In diesem Fall aber kann man konkret die Minderwertigkeitskomplexe erkennen, die viele Hallenser zu plagen scheinen. Grund für den Ärger, der schon einige Jahre zurückreicht, sind Satellitenfotos, welche Google für Magdeburg einerseits und für die Saalestadt andererseits nutzte. Einem Gerücht zufolge seien die Bilder von Halle im Frühjahr gemacht worden, die Magdeburgs hingegen im grünen Sommer. Halle wirke dadurch kahl und unattraktiv, während die Bördestadt schon alleine wegen der vielen grünen Flächen einen Charme ausstrahle, den Halle aufgrund der jahreszeitlichen Benachteiligung gar nicht erwecken könne. Mehr, mehr, mehr

Jul 2017 hastuINTERESSE Heft Nr. 73 0

Hallische Köpfe

In dieser Reihe stellt unser Redakteur Paul regelmäßig Persönlichkeiten vor, die Universität und Stadt geprägt haben. Heute geht es um den Agrarwissenschaftler Julius Kühn.

Illustration: Katja Elena Karras

Das flache Ziegelgebäude am Steintor Campus dient in diesen Tagen vor allem als Schattenspender. Nur wenige Studierende wissen vermutlich, dass sich im Inneren des »Julius-Kühn-Museums für Haustierkunde« eine bedeutende Tierskelettsammlung verbirgt. Die vom Bisonskelett bis zum präparierten Ferkel reichende Menagerie zeugt noch heute von der Tatkraft und den Leistungen eines Mannes, der die landwirtschaftliche Forschung wie kaum ein anderer prägte.

In der sächsischen Oberlausitz gelegen, ist die Stadt Pulsnitz vor allem für ihre Pfefferkuchen bekannt. Hier kommt Julius Kühn am 23. Oktober 1825 als Sohn eines Gutsinspektors zur Welt. Nach der Grundschulausbildung strebt auch er in die Landwirtschaft. Obwohl die Familie aufgrund einer Krankheit des Vaters in finanziellen Schwierigkeiten steckt, ermöglicht sie dem Jungen ab 1839 eine Ausbildung an der Technischen Bildungsanstalt in Dresden, der Vorläuferin der heutigen TU. Im Jahre 1841 beginnt er seine berufliche Laufbahn in der Landwirtschaft; von »grün hinter den Ohren« zum sprichwörtlichen grünen Daumen ist es jedoch noch ein langer Weg. Schnell arbeitet sich Kühn vom einfachen Lehrling zum Gutsverwalter hoch und leitet schließlich von 1848 bis 1855 das Gut Groß Krauschen nahe dem niederschlesischen Bunzlau. Hier studiert er erstmals Pflanzenkrankheiten; ein Thema, das ihn sein ganzes Leben lang beschäftigen wird. Mehr, mehr, mehr

Apr 2017 hastuPAUSE Heft Nr. 71 0

Gestern, Heute und Morgen

In kaum einer mitteldeutschen Stadt findet man mehr von ihnen als in Halle: Lost Places. Manche dieser Gebäude stehen erst kurzzeitig leer, andere seit Jahrzehnten. Zu Besuch an zwei Orten, deren Schicksal unterschiedliche Wege zu gehen scheint.

Foto: Alexander Kullick

Foto: Alexander Kullick

Es ist einer dieser typischen grauen Tage im März. Die Temperaturen steigen langsam, überall sprießen die Knospen der Frühblüher, doch stets wird man vom kräftig blasenden Wind und dem trüben Himmel daran erinnert, dass der Winter erst wenige Wochen zurückliegt. Die Saale plätschert wie eh und je vor sich hin, man sieht viele Spaziergänger mit Hunden an ihren Ufern entlanglaufen, hin und wieder auch Jogger. Halle erwacht langsam aus seinem Winterschlaf. Mehr, mehr, mehr

Apr 2017 hastuUNI Heft Nr. 71 0

Hallische Köpfe

In dieser Reihe stellt unser Redakteur Paul regelmäßig Persönlichkeiten vor, die Universität und Stadt geprägt haben. In der vorliegenden Ausgabe geht es um August Hermann Francke, einen vielseitigen Mann, der gleichzeitig Theologe und Unternehmer, Pfarrer und Pädagoge war.

Illustration: Katja Elena Karras

Illustration: Katja Elena Karras

Vier Taler und sechzehn Groschen. Etwas ungläubig starrt der Pfarrer der kleinen Kirchengemeinde auf den Inhalt seiner Spendenbüchse. An diesem Ostertag im Jahre 1691 scheint es jemand gut mit dem Siebenundzwanzigjährigen gemeint zu haben. Doch was soll er jetzt mit diesem ansehnlichen Geldbetrag anfangen? Sicherlich denkt er an die Armut und Verelendung, die Krieg und Pest über das kleine Amtsstädtchen Glaucha gebracht haben, an die düsteren Aussichten für die vielen Waisen und Armen, an die schreckliche Unbildung und Verrohung der Gesellschaft – und plötzlich kommt ihm die entscheidende Idee. Er ruft aus: »Das ist ein ehrlich Kapital! Davon muß man etwas rechtes stiften! Ich will eine Armenschule damit anfangen!« Gesagt, getan, schon wenig später beginnt der junge Pfarrer damit, die armen Kinder der Umgebung in seinem Pfarrhaus zu unterrichten. Bald spricht sich die Qualität seines Unterrichts herum, und steigende Schülerzahlen erfordern die Anmietung von zusätzlichen Gebäuden. Im Laufe der Zeit entsteht nicht nur ein eigenes Gebäude für die Waisenkinder, sondern eine ganze Schulstadt mit Tausenden von Bewohnern. Aus dem unscheinbaren Dorfpfarrer wird eine der einflussreichsten Persönlichkeiten ihrer Zeit, Briefpartner von Leibniz und Friedrich Wilhelm I. von Preußen und Herr über einen straff organisierten Wirtschaftsbetrieb. Mehr, mehr, mehr

Dez 2016 hastuINTERESSE Heft Nr. 69 0

Bunte Zeitmaschine

Die Beatles gelten als eine der populärsten Bands aller Zeiten. Auch mehr als 45 Jahre, nachdem die Pilzkopf-Gruppe sich aufgelöst hat, erfreuen sich ihre Songs ungebrochener Beliebtheit – so wie auch das Beatles-Museum in Halle, welches gleichzeitig das weltweit größte seiner Art ist. Ein Ortsbesuch.

Foto: Alexander Kullick

»Get Back, Get Back, Get Back to where you once belonged.« Paul McCartneys eingängige Stimme ertönt beim Eintreten durch den etwas versteckt im Hinterhof liegenden Eingang in das Beatles-Museum am Alten Markt in Halle. Egal wo man hinschaut, der Blick bleibt sicher auf einem der vielen Beatles-Gesichter hängen, die den Besucher direkt erwarten. Eine schier endlose Playlist aus unzähligen Hits der Rockgruppe leitet im Eingangsbereich den Besuch ein, während aus einer Tür am anderen Ende des Raumes Stefan Lorenz herbeigeeilt kommt, einer der beiden Leiter des Museums. Ihm ist die Freude über jeden Besucher anzumerken, ungefähr 20 000 sollen es Jahr für Jahr sein. Ticket gekauft, einen Plan zur Orientierung im nicht gerade kleinen Gebäude in die Hand gedrückt bekommen, und schon kann die Entdeckung des im Jahre 2000 eröffneten Museums losgehen. Mehr, mehr, mehr

Dez 2016 hastuINTERESSE Heft Nr. 69 0

Von Rampen und Säuen

Offene Bühnen in Halle und wo sie zu finden sind

Der Schritt aus der Tür wird zunehmend phlegmatischer, der Wasserkocher ist heiß beschäftigt, und Netflix wird beinahe jeden Abend gewissenhaft mit dem Läusekamm durchstreift. Ist ja ganz nett, aber da geht noch was. Immer nur zuschauen macht Dich rammdösig? – Halt! Nicht bewegen! Stell den Tee weg. Wenn Du eine Bühne suchst, vor der Du nicht nur sitzen, sondern auf der Du alles und nichts machen darfst, dann empfehlen wir Dir hiermit drei Rampen, auf denen man Sau sein kann.

Moma – Rap und Küche für alle
• Freiraumgalerie, Landsberger Str. 16
• jeden Montag 19.30 bis 23.00 Uhr

Foto: Marco Hey

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