Texte mit Tags ‘Halle’

Apr 2019 hastuPAUSE Heft 0

Bei Anruf Buch

Sie ist auffällig rot und das Symbol Londons, dennoch steht sie in Halle mitten auf dem Marktplatz – die Büchertelefonzelle des Vereines »Freunde der Stadtbibliothek«. Dort landen die Bücher, die sich im Bücherbasar nicht verkaufen lassen. Denn die Werke sind mehr als bedruckte Seiten und sollen nicht im Altpapier, sondern in den Händen neuer LeserInnen literarische Welten eröffnen.

Illustration: Betül Benli

Die »Freunde der Stadtbibliothek Halle« arbeiten ehrenamtlich und mit Spenden der besonderen Art. Jeden Mittwoch zwischen 14.00 und 17.00 Uhr nehmen sie Bücher an, die bei anderen Leuten aussortiert werden und zu schade für die blaue Tonne sind. Die Vereinsmitglieder sortieren die Bücher thematisch in die Regale ihres Domizils ein und veranstalten mindestens an einem Donnerstag im Monat den Bücherbasar im Kreuzvorwerk 10 in Halle. Der Clou für die Besucher: Die Bücher kosten gerade mal einen Euro das Stück, bei Bildbänden vielleicht ein wenig mehr, aber das ist eher die Ausnahme. Das Sortiment ist groß: Romane, Schulbücher, Reiseliteratur, Kinderbücher und Materialien für die Universität. Niemand verlässt den Basar, ohne nicht zumindest ein Buch mit nach Hause zu nehmen. Mehr, mehr, mehr

Dez 2018 hastuPAUSE Heft Nr. 81 0

Studis, wohin man sieht?

Hin und wieder liest man von »Halle, der Studentenstadt«. Spätestens fünf Gehminuten vom Campus entfernt entstehen erste Zweifel an der Richtigkeit dieser Aussage. Wir leben in einer Stadt, die Studenten fantastische Möglichkeiten bietet – aber sicher nicht in einer Studentenstadt. Warum das vielleicht auch gar nicht so schlecht ist. Eine Betrachtung.

Foto: Catatine (CC BY-SA 4.0), https://commons.wikimedia.org/wiki/file:HAL-Steintorcampus2b_Fahrr%C3%A4der.JPG

Wie jede große Kultur- und Bildungseinrichtung liebt es die Martin-Luther-Universität, Pressemitteilungen in bewundernswerter Regelmäßigkeit in die große, weite Welt hinauszuschicken. Die kurzen und manchmal nicht ganz so kurzen Texte widmen sich den unterschiedlichsten Themen, die für Beobachter einer Uni irgendwie von Interesse sein könnten. Gelegentlich wohnt dem Klang mancher Formulierungen ein nicht zu überlesender Stolz über das Verkündete bei; man will es der MLU nicht verdenken. Wenn die Uni schon einmal gemeinsam mit der Weinbruderschaft Saale-Unstrut e.V. eine Ausstellung über den Gott des Weines konzipiert, kann man dieses alkoholische Genussmittel und dessen Anbau durchaus als »die wesentlichen anthropologischen Grundzüge des Menschen berührend« rühmen. Anlass genug, dass neben einzelnen regionalen Seiten sogar rtl.de seinen Leserinnen und Lesern diese Neuigkeit nicht vorenthalten wollte. Mehr, mehr, mehr

Dez 2018 hastuPAUSE Heft Nr. 81 0

Zwischen Couch und Campingplatz

Mit der Isomatte im Zelt oder bei Gastgebern auf der Couch: für einen kurzen Urlaub mag das sicher reizvoll klingen. Doch tatsächlich sieht so für manche die erste Studentenbude aus. Bezahlbarer Wohnraum wird für Studierende immer knapper. Selbst in Halle kann es mit dem BAföG-Satz eng werden.

Illustration: Emilia Peters

Seit knapp zwei Monaten läuft nun schon das Semester, und viele Studierende in Deutschland dürften mit ihrer Wohnsituation immer noch unzufrieden sein, denn der ohnehin angespannte Wohnungsmarkt hat sich 2018 für sie besonders verschlechtert. Zu diesem Schluss kommt auch das Moses-Mendelssohn-Institut Berlin (MMI) in einer neuen Studie. Im Auftrag des Immobilienentwicklers GBI wurden 96 Standorte mit mehr als 5000 Studierenden untersucht. Mehr, mehr, mehr

Mai 2018 hastuPAUSE Heft Nr. 78 0

Nicht nur die eigenen Rechte zählen

»Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.« So heißt es bei den Vereinten Nationen. Für die weltweite Einhaltung der Menschenrechte tritt Amnesty International ein. Ein Besuch bei der lokalen Hochschulgruppe.

Foto: Bastian Raabe

Als ich an dem lauen Dienstagabend die Treppe des Reformhauses in der Großen Klausstraße, auf halber Strecke zwischen Hallmarkt und dem hallischen Dom, emporsteige, bin ich schon gespannt, was mich heute hier erwartet. Im dritten Stock angekommen, prangt an der Tür die Aufschrift »Versammlungsraum Reformhaus e. V.«, mehrere kleine Plakate kleben daneben, unter anderem eines der Amnesty-International-Hochschulgruppe Halle. Mehr, mehr, mehr

Mai 2018 hastuPAUSE Heft Nr. 78 0

Hallische Köpfe

In dieser Reihe stellt unser Chefredakteur Paul regelmäßig Persönlichkeiten vor, die Universität und Stadt besonders geprägt haben. In dieser Ausgabe geht es um den zu seiner Zeit »reichsten Mann Halles«, Carl Adolph Riebeck.

Illustration: Gregor Borkowski

Wer am Hauptbahnhof von Halle ankommt und sich auf den Weg in die Innenstadt macht, kommt zwangsläufig am Riebeckplatz vorbei. Hochstraßen auf Betonpfeilern, Schienen und Straßenpflaster kreuzen sich in geradezu chaotischer Weise auf jenem Areal, das sich mit dem Superlativ »verkehrsreichster Platz Ostdeutschlands« schmückt. Trotz aller Umbau- und Sanierungsmaßnahmen regiert hier im Grunde immer noch der Geist der Sechziger Jahre, deren Stadtplanung das Automobil in luftige Höhen erhob und den Fußgänger unter die Erde verbannte. Nichts, nicht einmal der Name sollte an den alten Vorkriegsplatz erinnern; die Ruinen der einstmals prachtvollen Hotels »Europa« und »Goldene Kugel« wurden durch Plattenbauten ersetzt, den bourgeoisen Großkapitalisten Riebeck ersetzte als Namenspatron der Erzkommunist Ernst Thälmann. Doch auch nach der Rückbenennung im Jahr 1991 überdecken noch immer Beton und Verkehrslärm die Erinnerung an jenen Unternehmer, der es vom einfachen Bergarbeiter bis zum Millionär brachte. Mehr, mehr, mehr

Mai 2018 hastuPAUSE Heft Nr. 78 0

Den Füßen folgen

Stress und Trott bestimmen oft unseren Alltag. Die Wege, die man Tag für Tag zurücklegt, sind fast immer die gleichen. Wer mal frei hat, fährt meist weg – in der Regel so weit, wie Zeit und Geld es zulassen. Dabei verpasst man so viel in der eigenen Stadt.

Foto: Alexander Kullick

Dieser Artikel wird nicht mit bahnbrechenden Erkenntnissen aufwarten. Doch wird er auf etwas hinweisen, das von den meisten Menschen schlichtweg ignoriert wird: die Schönheit des Banalen, der Reiz des Alltäglichen. Die meisten Leute, die in Halle wohnen, werden sich darauf einigen können, dass die Saalestadt schön ist – aber worauf beziehen sie sich? Auf das Paulusviertel? Auf den Marktplatz? Auf die Raben- oder die Peißnitzinsel? Ohne Frage, die genannten Orte verdienen es alle für sich, als »Sehenswürdigkeit« Halles aufgeführt zu werden. Doch bilden sie nur einen mikroskopisch kleinen Teil von der Schönheit ab, die Halle insgesamt zu bieten hat. Mehr, mehr, mehr

Apr 2018 Heft Nr. 77 0

Hallische Köpfe

In dieser Reihe stellt unser Chefredakteur Paul regelmäßig Persönlichkeiten vor, die Universität und Stadt geprägt haben. Dieses Mal steht der Komponist Wilhelm Friedemann Bach im Mittelpunkt.

Illustration: Gregor Borkowski

Wer den Namen Bach hört, denkt normalerweise nicht an Halle. Diese vier Buchstaben, B-A-C-H, sind als Tonfolge selbst schon zum musikalischen Klassiker geworden. Sie stehen für eine ganze Dynastie von außergewöhnlich begabten Musikern und Komponisten, die nichts Geringeres als Musikgeschichte geschrieben haben; der bekannteste und wohl auch genialste, Johann Sebastian, ragt unter ihnen geradezu titanisch hervor. Sein Name wird in einem Atemzug mit Beethoven, Mozart oder Wagner ausgesprochen, für nicht wenige ist er sogar der größte aller Komponisten – ein Architekt ganzer Klangwelten. Kein Musikschüler, der nicht schon einmal etwas von ihm gespielt, kaum ein Mensch, der nicht zumindest einmal etwas von ihm gehört hat. Doch um diesen Bach geht es an dieser Stelle nicht. Was folgt, ist die Geschichte eines Mannes, der, vom Glanz des Vaters und des Bruders überstrahlt, von hohen Erwartungen und Misserfolgen geplagt wurde. B-A-C-H, das steht auch für den übermächtigen Schatten, dem der sogenannte »Hallische Bach« nie ganz entkommen konnte. Er war unabhängiger als viele seiner Zeitgenossen, aber niemals frei. Mehr, mehr, mehr

Okt 2017 hastuPAUSE Heft Nr. 74 0

Westfälische Verwandtschaft

Wer sich schon immer einmal gefragt hat, weshalb dem Namen unserer Stadt noch ein »Saale« angefügt wird, der findet die Antwort darauf am Rande des Teutoburger Waldes. Zu Besuch in der westfälischen Kleinstadt Halle.

Foto: Alexander Kullick

Es ist nicht hinreichend belegt, ob sich die Geschichte wirklich so zugetragen hat. Dennoch kann man wohl davon ausgehen, dass sich der Ablauf dieser Anekdote eines schönen Sommertages vor wenigen Jahren mit dem Inhalt der Erzählung deckt. Eine Gruppe Touristen erkundigt sich bei einem ortskundigen Passanten nach dem Weg zum Gerry-Weber-Stadion, in dem wie in jedem Sommer die gleichnamigen Tennis-Open ausgetragen werden, ein Turnier in der Vorbereitung auf die renommierten Wimbledon-Championships einige Tage später. Der Fußgänger, den die Touristen fragen, kennt seine Stadt eigentlich sehr gut. Jedoch kann auch er den ratlosen Gästen aus dem Ausland keine Antwort auf ihre Frage liefern. Das Problem bei der Sache: die Touristen haben sich nicht in der Stadt verlaufen – sie haben sich in der Stadt vertan. Mehr, mehr, mehr