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Wissenschaft ist Sache der Wirtschaft
Zumindest klingt es derzeit danach, wenn man sich die vereinzelten Informationen zu den Koalitionsverhandlungen in Sachsen-Anhalt anschaut: Es ist offenbar geplant, das Ressort Wissenschaft aus dem Kultusministerium herauszugliedern und ins Wirtschaftsministerium zu verlegen. Neue Wirtschaftsministerin soll diesem Plan zufolge Prof. Dr. Birgitta Wolff (CDU) werden, derzeit noch die Kultusministerin des Landes Sachsen-Anhalt. Für oder wider das Vorhaben gibt es viele mehr oder weniger gute Argumente, die bisher vor allem im stillen Kämmerlein ausgetauscht worden sind. Mehr, mehr, mehrRevolution mit Hindernissen (2)
Das Deutschlandstipendium soll die Studienfinanzierung revolutionieren. Vor allem von Unternehmen und Privatpersonen wird ein verstärktes Engagement gefordert. Doch die Zurückhaltung ist groß, was vor allem für die Hochschulen zum Problem wird
Es ist kalt, und Christian wartet bereits. Seine Kapuze hat er tief ins Gesicht gezogen, weswegen man sein rotblondes Haar nicht erkennt. Durch seine Brille schaut er sich interessiert um. Obwohl er schon neun Semester in Halle studiert, hat er den Universitätsplatz noch nie gesehen. »Ich bin immer am Campus Heide-Süd, weil dort mein Institut ist«, erklärt er. Christian Herschbach ist 24 Jahre alt und studiert Physik. Von den etwa 50 Kommilitonen, mit denen er seinen Bachelor begann, waren am Ende noch 14 übrig, und er ist einer der besten von ihnen. Mehr, mehr, mehr
»Erst einmal anfangen«
Diana Kränzel, Mitarbeiterin im Dezernat Kommunikation und Marketing der Hochschule Harz, nahm im Dezember vergangenen Jahres an einer dreitägigen Schulung zum Deutschland-Stipendium in Stuttgart teil. Für hastuzeit gab sie ihre Eindrücke zu Protokoll.

Diana Kränzel ist eigentlich für die Ehemaligenarbeit verantwortlich. Im Dezember war sie jedoch zu einer Akquiseschulung in Stuttgart. Foto: http://www.hs-harz.de/alumni.html.
Eine Zugfahrt aus dem Harz nach Stuttgart dauert knapp 7 Stunden – darum reise ich schon einen Tag früher, am 7. Dezember 2010 an. Es wurden zwar auch Schulungen in den nähergelegenen Städten Leipzig, Hannover und Frankfurt/Main angeboten, diese konnte ich aber aus terminlichen Gründen nicht wahrnehmen. Das Tagungshotel liegt etwas abseits des Stuttgarter Zentrums und als ich dort ankomme ist es bereits Abend.
An der kleinsten Hochschule des Landes Sachsen-Anhalt bin ich für die Alumni-Betreuung zuständig. Zusätzlich fungiere ich seit Oktober als Ansprechpartnerin für das Deutsch-land-Stipendium. Meine Aufgabe besteht darin, das Stipendium-Programm an der Hoch-schule Harz anzuschieben und erste Schritte einzuleiten. Allerdings herrschte bis jetzt ein gewisses Informationsdefizit; die Schulungs-Einladung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) kam deswegen genau zum richtigen Zeitpunkt. Mehr, mehr, mehr
Die Universität Halle wird Probleme haben
An den Hochschulen Sachsen-Anhalts laufen die Vorbereitungen für das Deutschlandstipendium. Professor Armin Willingmann ist Rektor der Hochschule Harz und zudem Präsident der Landesrektorenkonferenz. Hastzuzeit sprach mit ihm über die zurückhaltende Industrie und einen spendablen Fliesenleger.
Herr Willingmann, zum Sommersemester startet das Deutschlandstipendium. An der Hochschule Harz fängt man schon Anfang März wieder an zu studieren. Wie viele Stipendien haben Sie denn schon zusammen?
Ganz fest zurzeit nur wenige, aber wie viele es zu Beginn des Sommersemesters 2011 sein werden, kann man momentan noch nicht sagen. Nach entsprechender Schulung wird unsere dafür vorgesehene Mitarbeiterin jetzt im Januar ihre Aktivitäten starten, um Mittel zu akquirieren. Ich denke aber, dass wir in der ersten ‚Verteilungs-Runde« im Sommersemester eine knappe zweistellige Zahl schaffen könnten – vielleicht ein Dutzend. Mehr, mehr, mehr
Revolution mit Hindernissen
Das Deutschlandstipendium soll die Hochschulfinanzierung revolutionieren. Vor allem von Unternehmen und Privatpersonen wird ein verstärktes Engagement gefordert. Doch die Zurückhaltung ist groß, was vor allem für die Hochschulen zum Problem wird.
Es ist kalt und Christian wartet bereits. Seine Kapuze hat er tief ins Gesicht gezogen, weswegen man sein rot-blondes Haar nicht erkennt. Durch seine Brille schaut er sich interessiert um. Obwohl er schon neun Semester in Halle studiert, hat er den Universitätsplatz noch nie gesehen. »Ich bin immer am Campus Heide-Süd, weil dort mein Institut ist«, erklärt er. Christian Herschbach ist 24 Jahre alt und studiert Physik. Von den etwa 50 Kommilitonen, mit denen er seinen Bachelor begann, waren am Ende noch 14 übrig und er ist einer der besten von ihnen. Seine Abschlussarbeit bestand er mit 1,0. Sie führte ihn auch in eine Forschungsgruppe, in der er neben seinem Masterstudium den Spin-Hall-Effekt untersucht. Mehr, mehr, mehr
»Die Bedingungen müssen besser werden«
An der Finanzierung des Deutschlandstipendium sollen sich auch Unternehmen beteiligen. Im Süden Sachsen-Anhalts ist die Industrie- und Handelsammer Halle-Dessau die Interessenvertretung der Wirtschaft. hastuzeit sprach mit Dr. Simone Danek, der Geschäftsführerin für Aus- und Weiterbildung der IHK.
Frau Dr. Danek, die Industrie- und Handelskammern Halle-Dessau und Magdeburg haben seit 2009 eine gemeinsame Stipendieninitiative für Sachsen-Anhalt. Was soll damit erreicht werden?
Wir wollen Unternehmen und Studierende oder Studieninteressierte zusammenbringen. Auf der Online-Plattform kann man sich direkt bei einem Unternehmen bewerben. Wenn man seine Studienrichtung eingibt, bekommt man Kontakt zu Stipendiumsgebern und kann sich dann mit ihnen in Verbindung setzen. Für die Unternehmen ist es natürlich gut, um Nachwuchs zu werben. Der Stipendiat muss sich nämlich nach dem Studium zwei Jahre an das Unternehmen binden. Er wird allerdings auch die ganze Zeit unterstützt und hat zudem einen Arbeitsplatz sicher. Mehr, mehr, mehr
»Voll und ganz der Masterarbeit widmen«
Christian Herschbach studiert im dritten Semester einen Physikmaster und gehört zu den besten Physikstudenten seines Jahrgangs. Um sich sein Studium leisten zu können, musste er nebenbei jobben. Jetzt hilft ihm ein Stipendium.
Hallo Christian, Du wurdest von einem der größten Konzerne der Region ausgewählt und bekommst seit Oktober das Dow-Leistungsstipendium. Wie hast du dich dafür beworben?
Die Initiative ging eigentlich von meiner Professorin aus. Sie hat mir geschrieben, dass sie mich für das Stipendium vorschlagen möchte. Ich war natürlich nicht abgeneigt und habe ihr alles geschickt, was benötigt wurde. Sie hat dann noch ein Schreiben fertig gemacht und alles hingeschickt.
Und dann begann das Warten?
Ja. Ungefähr zwei Monate später schrieb mir die Graduiertenförderung, dass ich das Stipendium bekommen habe.





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