Texte mit Tags ‘Finanzierung’

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Dez 2016 hastuUNI Heft Nr. 69 0

Im Regen stehen gelassen

Die Medizinstudenten demonstrieren wieder. Der Erhalt des Universitätsklinikums und der Universitätsmedizin Halle gilt zwar als gesichert, allerdings stellt die unzulängliche Finanzierung des Klinikums durch das Land Sachsen-Anhalt die Leistungsfähigkeit infrage. Dies gefährdet Lehre, Ausbildung und Patientenwohl.

Foto: Christine Unsicker

Foto: Christine Unsicker

Es tröpfelt auf die Banner. Diejenigen Ärzte, Pflegekräfte und Studenten, die sich auf ihren Stationen vertreten lassen konnten oder von ihren Lehrveranstaltungen freigestellt wurden, treten ungeduldig auf der Stelle und werfen misstrauische Blicke zum Oktoberhimmel hinauf. »Qualität kostet Geld« liest man auf einem Schild, das eine Mitarbeiterin des Klinikums in die Höhe hält, »Universitätsmedizin braucht ein Fundament – jetzt« auf einem anderen.
Parallel zu der Kundgebung in Halle findet an besagtem Donnerstag, dem 27.10., auch eine größere Demonstration vor dem Magdeburger Landtag statt, zu der hallische Medizinstudenten und Klinikumsmitarbeiter in Bussen angereist sind.
Nach der großen »Halle bleibt!«-Bewegung im Jahr 2013, die die Schließung der Universitätsmedizin verhindern konnte, steht nun der nächste Kampf an. Was nach außen nur nach einer Kundgebung vor dem Universitätsklinikum aussieht, täuscht in seiner scheinbaren Nebensächlichkeit. Der Grund dieser Zusammenkunft bereitet den Verantwortlichen für Klinikum und Lehre schon länger Kopfzerbrechen. Mehr, mehr, mehr

Jul 2014 hastuUNI Pinnwand 0

Kooperationsverbot endet bald

Die Bundesregierung hat heute bekanntgegeben, dass sie mit einer Grundgesetzänderung eine stärkere Beteiligung des Bundes an der Finanzierung der Hochschulen ermöglichen will. Bisher darf der Bund nur „Vorhaben» und „Einrichtungen» der „Wissenschaft und Forschung» sowie Forschungsbauten und Großgeräte an Hochschulen fördern. Im nun vorgestellten Entwurf ist allgemeiner von der „Förderung von Wissenschaft, Forschung und Lehre» die Rede. Indem das Wort „Vorhaben» gestrichen und das Förderungsziel „Lehre» ergänzt wird, kann der Bund nicht nur zeitlich begrenzte Projekte fördern, sondern sich auch an der Grundfinanzierung der Hochschulen beteiligen – „in Fällen überregionaler Bedeutung».

Das sogenannte Kooperationsverbot stammt aus dem Jahr 2006. Im Rahmen der Föderalismusreform bekamen die Länder Eigenständigkeit in den Bereichen Schule und Hochschule zugesichert, müssen aber auch grundsätzlich die Finanzierung alleine tragen. Die Bundesregierung will nun den klammen Ländern unter die Arme greifen, allerdings nur im Hochschulbereich. Die Schulen sollen weiterhin ausschließlich Ländersache bleiben.

Die Formulierungen des Gesetzesentwurfs und der öffentlichen Verlautbarungen sind vorsichtig gefasst, denn die Länder haben zwar Geldprobleme, wollen aber dennoch ihre Hoheit im Bildungswesen verteidigen. So betont das Bundesministerium für Bildung und Forschung, dass die Kulturhoheit der Länder auch für die Bundesregierung „ein hohes Gut» sei.

Zusätzliche 9 Milliarden Euro hat die Bundesregierung im Koalitionsvertrag bis zum Ende der Legislaturperiode in Aussicht gestellt. In diesem Paket ist die Entlastung der Länder durch die BAföG-Reform (1,17 Milliarden pro Jahr) bereits enthalten, eine weitere Milliarde geht an Kitas und Kinderkrippen. Auch die Fortsetzung des Hochschulpakts ab 2016 soll davon laut Bundesbildungsministerin Johanna Wanka finanziert werden. Sollte das Grundgesetz noch rechtzeitig für den Bundeshaushalt 2015 geändert werden, stehen für die kommenden drei Jahre also noch insgesamt weitere ca. 3,5 Milliarden Euro zur Verfügung. Diese werden aber nicht ausschließlich in die Hochschulen fließen, auch außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sollen profitieren.

Apr 2011 hastuUNI 0

Wissenschaft ist Sache der Wirtschaft

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Bald Wirtschafts- und Wissenschaftsministerin Birgitta Wolff?

Zumindest klingt es derzeit danach, wenn man sich die vereinzelten Informationen zu den Koalitionsverhandlungen in Sachsen-Anhalt anschaut: Es ist offenbar geplant, das Ressort Wissenschaft aus dem Kultusministerium herauszugliedern und ins Wirtschaftsministerium zu verlegen. Neue Wirtschaftsministerin soll diesem Plan zufolge Prof. Dr. Birgitta Wolff (CDU) werden, derzeit noch die Kultusministerin des Landes Sachsen-Anhalt. Für oder wider das Vorhaben gibt es viele mehr oder weniger gute Argumente, die bisher vor allem im stillen Kämmerlein ausgetauscht worden sind. Mehr, mehr, mehr

Feb 2011 hastuUNI Nr. 35 1

Revolution mit Hindernissen (2)

Das Deutschlandstipendium soll die Studienfinanzierung revolutionieren. Vor allem von Unternehmen und Privatpersonen wird ein verstärktes Engagement gefordert. Doch die Zurückhaltung ist groß, was vor allem für die Hochschulen zum Problem wird

Es ist kalt, und Christian wartet bereits. Seine Kapuze hat er tief ins Gesicht gezogen, weswegen man sein rotblondes Haar nicht erkennt. Durch seine Brille schaut er sich interessiert um. Obwohl er schon neun Semester in Halle studiert, hat er den Universitätsplatz noch nie gesehen. »Ich bin immer am Campus Heide-Süd, weil dort mein Institut ist«, erklärt er. Christian Herschbach ist 24 Jahre alt und studiert Physik. Von den etwa 50 Kommilitonen, mit denen er seinen Bachelor begann, waren am Ende noch 14 übrig, und er ist einer der besten von ihnen. Mehr, mehr, mehr

Jan 2011 hastuUNI 0

„Noch nicht im Schlaraffenland»

Der akademische Senat der Martin-Luther-Universität ver­sam­mel­te sich am 12. Ja­nu­ar zu ei­ner Son­der­sit­zung. Ei­gent­lich wol­lte man sich so früh im Jahr noch nicht tref­fen, weil über die Weih­nachts­pau­se we­nig Dis­kus­sions­wür­di­ges pas­siert. 2010/11 ist das je­doch an­ders. In den letz­ten Ta­gen des al­ten und in den ers­ten Ta­gen des neu­en Jah­res wur­den in zahl­rei­chen Sitzun­gen die For­mu­lie­run­gen der Ziel­ver­ein­ba­run­gen ver­han­delt. Die­se hät­ten be­reits An­fang 2010 fer­tig sein sol­len (hastuzeit berichtete).

„Wir sind schon sehr weit», ver­kün­de­te Rek­tor Udo Sträter nun im Be­zug auf den Fort­schritt der bi­late­ra­len Ver­hand­lun­gen zwi­schen der MLU und dem Kul­tus­mi­nis­te­ri­um. Mehr, mehr, mehr

Jan 2011 hastuUNI 0

»Erst einmal anfangen«

Diana Kränzel, Mitarbeiterin im Dezernat Kommunikation und Marketing der Hochschule Harz, nahm im Dezember vergangenen Jahres an einer dreitägigen Schulung zum Deutschland-Stipendium in Stuttgart teil. Für hastuzeit gab sie ihre Eindrücke zu Protokoll.

Diana Kränzel ist eigentlich für die Ehemaligenarbeit verantwortlich. Im Dezember war sie jedoch zu einer Akquiseschulung in Stuttgart. Foto: http://www.hs-harz.de/alumni.html.

Eine Zugfahrt aus dem Harz nach Stuttgart dauert knapp 7 Stunden – darum reise ich schon einen Tag früher, am 7. Dezember 2010 an. Es wurden zwar auch Schulungen in den nähergelegenen Städten Leipzig, Hannover und Frankfurt/Main angeboten, diese konnte ich aber aus terminlichen Gründen nicht wahrnehmen. Das Tagungshotel liegt etwas abseits des Stuttgarter Zentrums und als ich dort ankomme ist es bereits Abend.

An der kleinsten Hochschule des Landes Sachsen-Anhalt bin ich für die Alumni-Betreuung zuständig. Zusätzlich fungiere ich seit Oktober als Ansprechpartnerin für das Deutsch-land-Stipendium. Meine Aufgabe besteht darin, das Stipendium-Programm an der Hoch-schule Harz anzuschieben und erste Schritte einzuleiten. Allerdings herrschte bis jetzt ein gewisses Informationsdefizit; die Schulungs-Einladung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) kam deswegen genau zum richtigen Zeitpunkt. Mehr, mehr, mehr

Jan 2011 hastuUNI 0

Die Universität Halle wird Probleme haben

An den Hochschulen Sachsen-Anhalts laufen die Vorbereitungen für das Deutschlandstipendium. Professor Armin Willingmann ist Rektor der Hochschule Harz und zudem Präsident der Landesrektorenkonferenz. Hastzuzeit sprach mit ihm über die zurückhaltende Industrie und einen spendablen Fliesenleger.

Professor Armin Willingmann kapituliert vor den Vorgaben. Als Präsident der LRK und Rektor der HS Harz ist er mit den Problemen der Hochschulen gut vertraut.

Herr Willingmann, zum Sommersemester startet das Deutschlandstipendium. An der Hochschule Harz fängt man schon Anfang März wieder an zu studieren. Wie viele Stipendien haben Sie denn schon zusammen?

Ganz fest zurzeit nur wenige, aber wie viele es zu Beginn des Sommersemesters 2011 sein werden, kann man momentan noch nicht sagen. Nach entsprechender Schulung wird unsere dafür vorgesehene Mitarbeiterin jetzt im Januar ihre Aktivitäten starten, um Mittel zu akquirieren. Ich denke aber, dass wir in der ersten ‚Verteilungs-Runde« im Sommersemester eine knappe zweistellige Zahl schaffen könnten – vielleicht ein Dutzend. Mehr, mehr, mehr

Dez 2010 hastuUNI 1

Revolution mit Hindernissen

Das Deutschlandstipendium soll die Hochschulfinanzierung revolutionieren. Vor allem von Unternehmen und Privatpersonen wird ein verstärktes Engagement gefordert. Doch die Zurückhaltung ist groß, was vor allem für die Hochschulen zum Problem wird.

Illustration: Susanne Wohlfahrt.

Es ist kalt und Christian wartet bereits. Seine Kapuze hat er tief ins Gesicht gezogen, weswegen man sein rot-blondes Haar nicht erkennt. Durch seine Brille schaut er sich interessiert um. Obwohl er schon neun Semester in Halle studiert, hat er den Universitätsplatz noch nie gesehen. »Ich bin immer am Campus Heide-Süd, weil dort mein Institut ist«, erklärt er. Christian Herschbach ist 24 Jahre alt und studiert Physik. Von den etwa 50 Kommilitonen, mit denen er seinen Bachelor begann, waren am Ende noch 14 übrig und er ist einer der besten von ihnen. Seine Abschlussarbeit bestand er mit 1,0. Sie führte ihn auch in eine Forschungsgruppe, in der er neben seinem Masterstudium den Spin-Hall-Effekt untersucht. Mehr, mehr, mehr

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