Texte mit Tags ‘England’

Okt 2018 hastuUNI Heft Nr. 80 0

Studiengeflüster

261 Studiengänge an 10 Fakultäten bietet die MLU; eine beinahe unübersichtliche Anzahl. In unserer Rubrik »Studiengeflüster« stellen unsere Autoren kurz und knapp interessante Aspekte ihres eigenen Studiums vor. Teil 14: Aus dem Hörsaal in das Wohnzimmer der Queen.

Foto: Christoph Richter

Jedes Semester das Gleiche: Texte über Texte, die gelesen werden wollen, zahlreiche Bücher, die darauf warten, gewälzt zu werden, und jede Menge trockene Theorie. Im vergangenen Sommersemester jedoch bot das Institut für Anglistik/Amerikanistik unter der Leitung von Dr. Julia Nitz 15 Interessierten die Möglichkeit, aus dem Unialltag auszubrechen und im Rahmen eines kulturwissenschaftlichen Aufbaumoduls eine Exkursion nach London zu machen. Nicht nur für uns deutsche Studierende, sondern auch für das britische Volk selbst ist die Monarchie nicht wegzudenken, denn die Tradition der britischen Krone reicht über drei Jahrhunderte zurück und ist deshalb fester Bestandteil der Identität. Unter dem Motto »The British Monarchy and Spaces of Cultural Identity Formation« untersuchten wir die Identität anhand der royalen Domizile und deren Ausstellungen. Neben Besuchen in Hampton Court, Windsor Castle, Kew Palace und Kensington Palace blieb auch etwas Freizeit, um London auf eigene Faust zu entdecken und das eine oder andere Abenteuer zu erleben. Ausgangspunkt unserer Forschung bildeten erzähl-beziehungsweise kommunikationstheoretische Ansätze, die davon ausgehen, dass Museen nicht etwa schlichte Fakten präsentieren, sondern eine Art »Geschichte« erzählen, die von den Besuchern individuell »gelesen« wird. Mehr, mehr, mehr

Dez 2014 hastuPAUSE Nr. 57 0

Reif für die Insel?

Friederike und Nobert sind Lehramtsstudenten an der MLU und waren acht Monate in England für den Pädagogischen Austauschdienst als Fremdsprachenassistenten an Schulen tätig.

Foto: Norbert Herbstreit

Foto: Norbert Herbstreit

Maidstone Grammar School

Es war zehn Minuten vor zwei, als ich den langen Korridor zum Lehrerzimmer durchschritt. Das Meer der Schüler teilte sich vor mir wie von selbst. Es waren der Anzug und der Ausweis, der in einer Plastikhülle von meinem Gürtel baumelte und mit jedem schnellen Schritt gegen mein Bein schlug. Insignien der Macht, Insignien, die aus einem Studenten im Ausland einen Lehrer an einer britischen Grammar School machten.

Im Lehrerzimmer angekommen verstaute ich die Utensilien eines Vormittages im Kampf für die Grammatik und rückte im Spiegel nervös meine Krawatte zurecht. Der Job als Lehrer, das hatte ich in sechs Monaten an einer britischen Schule gelernt, war nicht nur ein Teil Pädagoge, ein Teil Experte, ein Teil Didaktiker und ein Teil Psychologe. Er war vor allem auch ein Teil Schauspieler und ich hatte noch genau sieben Minuten und den Weg bis zum Dramakabinett Zeit, um die Gelassenheit in Person zu werden. Mehr, mehr, mehr

Jul 2013 hastuINTERESSE Nr. 49 0

Zurück vom Auslandssemester – was bleibt?

Ein Rückblick auf meine Entscheidung, nach England zu gehen. Was war gut, was weniger, und was würde ich beim nächsten Mal anders machen?

Foto: Caroline Bünning

Pünktlich zum Sommersemester habe ich mich wieder in Halle eingefunden, mit vielen wunderbaren Erfahrungen, Eindrücken und Erinnerungsstücken sowie erfolgreich bestandenen Modulen von der Uni Newcastle im Gepäck.

Dass mir diese Module in Halle angerechnet werden sollten, hatte ich mir vorab extra noch formlos unterschreiben lassen, insbesondere für das Fach, über das die Erasmus-Partnerschaft nicht läuft. Ein bisschen Arbeit habe ich dann vor Ort auch in meine Essays und die Vorbereitung auf die Prüfungen gesteckt. Und nun werden die Module doch nicht angerechnet, und ich muss wegen zehn Leistungspunkten ein Semester länger studieren.

Was man so häufig über mit Auslandsaufenthalten verbundene Probleme hört, hat sich also auch für mich bewahrheitet, nachdem bis dahin wirklich alles super gelaufen war.

Viele haben mich dann gefragt, ob die Entscheidung, ins Ausland zu gehen, denn nun trotzdem noch richtig war, oder ob ich mein Auslandssemester jetzt als verlorene Zeit sehe. Mehr, mehr, mehr

Feb 2013 hastuINTERESSE Nr. 46 0

Publikumsjoker im Hörsaal

England ist eben doch ein bisschen anders: Aus Newcastle berichtet unsere Korrespondentin von Hightech an der Uni und unbekümmerter Selbstdarstellung im Netz.

Samstagabend, 23.51 Uhr. Eigentlich könnte ich noch mal schnell in die Bibliothek gehen. Also begebe ich mich, voller Vorfreude auf eine Nacht­schicht, auf den videoüberwachten Weg. Schon mehr als einmal habe ich mir vorge­nommen, die Kameras zu zählen, die mich auf meinem Weg zur Uni jedes Mal filmen. Das Problem ist nur: Auch nach fast vier Monaten entdecke ich immer noch neue. Allein die Anzahl der auf dem Wohnheimgelände befindlichen liegt definitiv im zweistelligen Bereich.

Gut überwacht (und behütet?) komme ich also in der Bibliothek an. Mittlerweile ist es nach Mitternacht, aber zum Glück ist die Bibliothek ja rund um die Uhr geöffnet. Um hineinzu­kommen, brauche ich meine Smart-Card, meinen Studentenausweis, der als Schlüssel an den elektronischen Schranken fungiert. Auch für die 24-Stunden-Self-service-Bücherausleihe, den nächtlichen und wochenendlichen Zugang zu sämtlichen Unigebäuden und zum Eintritt ins Sportzentrum braucht man die Smart-Card, auf der dann alle wichtigen Infos über den Studenten gespeichert sind. Neben Daten wie Studienfach und Immatrikulationsstatus also beispielsweise auch die Art der SportsCentre-Mitgliedschaft und somit, welche Sporträume und -angebote der Student nutzen kann. Mehr, mehr, mehr

Dez 2012 hastuINTERESSE Nr. 45 0

Baked Beans und Doppeldeckerbusse

Passend zum Heftthema prüft unsere Außenreporterin Caro an der Erasmus-Partneruni in Newcastle diesmal kontinentaleuropäische Vorstellungen von »den Engländern« auf ihren Wahrheitsgehalt.

Hier steht Caro im englischen Regen.
Foto: Caroline Bünning

Bedankt man sich in Deutschland beim Busfahrer für die Fahrt, wird man bestenfalls angegrummelt und vielleicht noch angeguckt, als käme man vom Mars. Ganz so weit muss man allerdings tatsächlich nicht reisen, um dies als gängige Alltagspraxis zu erleben. Was gilt sonst noch als typisch englisch? Und was ist es wirklich?

Klischee 1: Engländer sind sehr höflich.

Stimmt. Drei Floskeln der Entschuldigung oder der Bitte innerhalb eines Satzes sind quasi Standard. Und das oft und gern. So entschuldigen sich die Engländer auch dann, wenn sie angerempelt werden. An den Dank an die Kunden hängen Kassiererinnen gern noch eine Floskel der Liebkosung wie »Darling« oder »Love«.

Darüber hinaus neigen sie zum exzessiven Relativieren, was für deutsche Ohren durchaus verwirrend sein kann. So schrieb mir meine Fußballmannschaftskapitänin am Sonntag vor unserem ersten Auswärtsspiel: »Kannst du Mittwoch in Leeds spielen? Ist nicht schlimm, wenn nicht.« Auf meine Antwort, dass ich noch mit einer Dozentin sprechen müsste und ihr das dann Montag definitiv sagen könnte, schrieb sie zurück: »Lass dir alle Zeit, die du brauchst. Ich will unbedingt, dass du spielst!« Ja, was denn nun? Mehr, mehr, mehr

Dez 2012 hastuPAUSE Nr. 44 0

Im Mutterland des Fußballs

Erasmus hat unsere Redakteurin Caro nach Newcastle gebracht. Dort an der Uni, so bemerkte sie schnell, hat der Sport einen ganz anderen Stellenwert als in Deutschland.

Dass ich auch in England Fußball spielen wollen würde, stand schon vor meiner Abreise fest; am letzten Septemberwochenende waren dann endlich die Sichtungstrainings für neue Studenten. Spätestens da war mir dann definitiv bewusst, wie ernst der Unisport hier genommen wird. Außerdem merkte ich, dass ich zwar im Alltag prima kommunizieren konnte, dass mir aber einfach das »Auf-dem-Platz«-Vokabular fehlte. Entsprechend lief dann auch nicht viel zusammen, und ich befürchtete schon, aussortiert zu werden. Die Club-Verantwortlichen wollten im Laufe des folgenden Montags E-Mails mit ihren Einschätzungen verschicken. Um 23.38 Uhr kam dann auch endlich die Mail: Ich durfte zum Training am Dienstag wiederkommen. Da folgte dann die Einteilung in erste und zweite Mannschaft. Keine Überraschung: Ich war in der zweiten Mannschaft gelandet. Also weniger Druck, dachte ich mir. Aber falsch gedacht: Mir wurde dann schnell eröffnet, dass ich als eine der Führungsspielerinnen für diese Saison betrachtet wurde. Mehr, mehr, mehr