Texte mit Tags ‘Demonstration’

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Dez 2016 hastuUNI Heft Nr. 69 0

Im Regen stehen gelassen

Die Medizinstudenten demonstrieren wieder. Der Erhalt des Universitätsklinikums und der Universitätsmedizin Halle gilt zwar als gesichert, allerdings stellt die unzulängliche Finanzierung des Klinikums durch das Land Sachsen-Anhalt die Leistungsfähigkeit infrage. Dies gefährdet Lehre, Ausbildung und Patientenwohl.

Foto: Christine Unsicker

Foto: Christine Unsicker

Es tröpfelt auf die Banner. Diejenigen Ärzte, Pflegekräfte und Studenten, die sich auf ihren Stationen vertreten lassen konnten oder von ihren Lehrveranstaltungen freigestellt wurden, treten ungeduldig auf der Stelle und werfen misstrauische Blicke zum Oktoberhimmel hinauf. »Qualität kostet Geld« liest man auf einem Schild, das eine Mitarbeiterin des Klinikums in die Höhe hält, »Universitätsmedizin braucht ein Fundament – jetzt« auf einem anderen.
Parallel zu der Kundgebung in Halle findet an besagtem Donnerstag, dem 27.10., auch eine größere Demonstration vor dem Magdeburger Landtag statt, zu der hallische Medizinstudenten und Klinikumsmitarbeiter in Bussen angereist sind.
Nach der großen »Halle bleibt!«-Bewegung im Jahr 2013, die die Schließung der Universitätsmedizin verhindern konnte, steht nun der nächste Kampf an. Was nach außen nur nach einer Kundgebung vor dem Universitätsklinikum aussieht, täuscht in seiner scheinbaren Nebensächlichkeit. Der Grund dieser Zusammenkunft bereitet den Verantwortlichen für Klinikum und Lehre schon länger Kopfzerbrechen. Mehr, mehr, mehr

Okt 2015 hastuINTERESSE 0

Nazi-Demo gestoppt

Bei zahlreichen Kundgebungen am 10. Oktober klären Iniativen auf, der geplante Nazi-Aufmarsch wird blockiert

Foto: Maria Fedorova

Foto: Maria Fedorova

Von Neustädter Bürgern weitgehend unbeachtet verliefen gestern die Gegendemo von »Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage« sowie der versuchte Aufmarsch von Neonazis der Partei »Die Rechte«. Nach einer erfolgreichen Blockade einiger Aktivisten waren die Rechtsextremen dazu gezwungen, ihre Kundgebung vor dem Neustadt-Centrum abzuhalten. Von einem Großaufgebot der Polizei getrennt, blieb es bei verbalen Auseinandersetzungen. Die »Rhetorik« der rechtsextremen Demonstranten war dabei dazu geeignet jedem angeblich besorgten Bürger aufzuzeigen, wem man da folgt. Augenscheinlich waren aber ohnehin kaum Hallenser anwesend, vielmehr war ein Gros der neonazistischen Rechten von außerhalb angereist.
Erfreulich war der große Zuspruch, den die Fahrraddemo, welche der Stura der Martin-Luther-Universität mit organisiert hatte, fand. Klingelnd und unter Sprechchören wurden diese bei ihrer Ankunft vor dem Neustadt-Centrum begrüßt. Infostände und Radio Corax informierten über Demonstration und aktuelle Entwicklungen im Umgang mit den Geflüchteten.

Dez 2014 hastuPAUSE 0

Gegen Rechts

An meiner Heimatstadt Halle (Saale) gefällt mir nicht, dass hier so viele Nazis leben.

Am 5. Dezember fand in der Silberhöhe am Gesundheitszentrum  eine Demo gegen Rechts statt.

Am 5. Dezember fand in der Silberhöhe am Gesundheitszentrum eine Demo gegen Rechts statt.

Es stachen mir schon immer diese Wahlplakate der NPD ins Auge. Gut so, dass es noch Menschen gibt, die diese, zwar illegal, wieder abgerissen haben. Und dennoch haben am 25. Mai bei der Kommunalwahl insgesamt 2775 Einwohner die NPD gewählt. Nun haben wir seitdem wieder einen NPDler im Stadtrat sitzen. Während der Kommunalwahl hat eine Freundin von mir festgestellt, dass ihre Arbeitskollegin sich als Kandidatin für die NPD gestellt hat. Dabei war das doch so eine vernünftige Frau. Nach der Kommunalwahl im Mai habe ich mit Erschrecken festgestellt, dass auch welche aus meinem Wahlkreis die NPD gewählt haben. Mehr, mehr, mehr

Apr 2014 hastuINTERESSE 0

Der Aluhut gegen die Verschwörung

Die »Montagsdemo« ist nun auch in Halle angekommen. Ein breites Bündnis der Hochschulgruppen organisierte am Montag eine Gegendemo, linke Jugendliche störten den Protest.

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Linke Gegendemonstranten drängten in die Menge der Montagsdemo.

Die Protestwelle aus Berlin, die »Montagsdemo«, ist in Halle angekommen. Besorgte Bürger demonstrierten am Montagabend auf dem Marktplatz für Frieden, eine ehrliche Presse und soziale Gerechtigkeit. Bereits in anderen Städten, darunter zuletzt Leipzig, hatten die Montagsdemos für kontroverse Diskussionen gesorgt. Der Grund dafür ist die Annahme, dass rechtsradikale Gruppen die friedlichen Proteste instrumentalisierten und damit einen strukturellen Antisemitismus verbreiteten.

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Fotos: Markus Kowalski

Nachdem die Facebook-Seite der Montagsdemo mit über 1000 Likes die Veranstaltung angekündigt hatte, rief ein breites Bündnis kurzerhand zur Gegendemo auf. Die fünf Hochschulgruppen RCDS, Jusos, Liberale, GHG und SDS sowie die hallischen Jugend-Parteiorganisationen Junge Union, Jusos, Grüne Jugend, Junge Liberale und solid-Linksjugend waren mit ca. 50 Personen an der Gegendemo beteiligt. Unter dem Motto »Frieden ohne Aluhut« trugen einige Studenten aus Alufolie gebastelte Hüte auf dem Kopf. Der Aluhut steht laut dem Bündnis symbolisch für Verschwörungstheorien. Inhaltlich mahnten die Studierenden die rund 200 Montagsdemonstranten mit Flugblättern, nicht »mit vereinfachten Lösungen nach Sündenböcken« zu suchen. Mehr, mehr, mehr

Apr 2014 hastuUNI 0

Schon wieder Kürzungen?

Die nächste Demo steht vor der Tür, der Hochschulprotest geht weiter. Aber welche Studiengänge genau stehen jetzt auf der Streichliste? Ein kleiner Überblick über die Kürzungsdebatte in Vorbereitung der Demo am Dienstag

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Aufruf zum Bildungsstreik: Der Flyer zur Demo am kommenden Dienstag.

Vor einem Monat hatte Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) das neue Konzept der Landesregierung für die Hochschulen, den Hochschulstrukturplan, vorgestellt. Darin erläutert die Regierung, wie sie mit den Hochschulen im Land in den nächsten Jahren verfahren will. Dabei sollen vor allem Schwerpunkte an jedem Standort gesetzt werden. An der MLU will Möllring „die Profilierung in den Natur- und Geisteswissenschaften, bei der Lehrerbildung und in der Hochschulmedizin». Diese Forschungsschwerpunkte haben aber zur Folge, dass jede Uni bestimmte Studiengänge verliert.

Auf der Streichliste

In Halle sollen konkret die Medien- und Kommunikationswissenschaften, der Bereich der Psychologie und die Informatik wegfallen. Ebenso steht das Studienkolleg vor dem Aus, welches bisher die internationalen Studierenden in Halle betreut. Bei den Musikwissenschaften ist die Lehre schon jetzt im Bereich des Instrumentalunterrichts ausgesetzt.

Gleichzeitig sollen die Unis in Leipzig, Jena, Magdeburg und Halle stärker miteinander kooperieren. Die Idee dahinter ist, dass an der einen Uni Studiengänge geschlossen werden und diese Studenten dann an der anderen Uni weiter studieren. Mit dieser fragwürdigen Begründung sollen die Geo- und Sportwissenschaften in Halle geschlossen werden. Diese Studenten könnten nach Möllrings Vorstellung dann in Leipzig weiter studieren. Mehr, mehr, mehr

Dez 2013 hastuUNI Nr. 51 0

Hoffnungszeichen am Martinstag

Kommentar zum »Laternenumzug« am 11. November

Foto: gynti_46 (Flickr, CC BY-NC-SA 2.0; Link unter dem Artikel)

Foto: gynti_46 (Flickr, CC BY-NC-SA 2.0; Link unter dem Artikel)

Vor dem Bauernfasching im Studentenclub der Agrarwissenschaftler und dem Medifasching der Mediziner im Volkspark wurde, zahlenmäßig breit von Studierenden unterstützt, dann also doch noch ein hoffnungsvolles Zeichen gesetzt. Zu dem zeitlich relativ knapp organisierten Protestzug kamen über 2000 Hallenser und Sachsen-Anhalter aus Bildung, Kultur und Erziehung zusammen, um gemeinsam zu zeigen, dass die Pläne der Landesregierung auch nach einer Sommerpause nicht vergessen sind.

Trotz frostiger Temperaturen wärmten sich also viele Studenten an den zahlreich mitgebrachten Laternen. Es stimmt hoffnungsvoll für die weiteren Entwicklungen, dass der Wille und die Wut offenbar nicht nachlassen. Man kann nur hoffen, dass auch in Magdeburg dieser Protest gehört wurde. Überhaupt war es eine rundum gelungene Veranstaltung. Eine nicht zu lange und doch an wichtigen Knotenpunkten vorbeigehende Route, ein kurzes, nicht durch allzu viele lange Reden unnötig gestrecktes Zusammenkommen auf dem Marktplatz, garniert mit anschließender symbolhafter Lichtlöschung. Mehr, mehr, mehr

Jul 2013 hastuUNI Pinnwand 0

Wissenschaftsrat empfiehlt Medi-Kürzungen

Hochschulmedizin in Halle: auf der Kippe?  Foto: gynti_46 (Flickr, CC BY-NC-SA 2.0, Link unter dem Artikel)

Hochschulmedizin in Halle: auf der Kippe?
Foto: gynti_46 (Flickr, CC BY-NC-SA 2.0, Link unter dem Artikel)

Laut einem vorab durchgesickerten Entwurf hat der Wissenschaftsrat wenig Lob und viel Kritik für die Hochschulmedizin in Halle übrig. Das berichtet die Mitteldeutsche Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe. Der Standort sei wenig attraktiv, was die Berufung neuer Professoren betrifft, und auch die beiden verbliebenen Forschungsschwerpunkte überzeugten nicht. In der Lehre attestieren die Gutachter zwar Verbesserungen, empfehlen aber dennoch die Vorklinik, also das viersemestrige Grundstudium, nicht mehr in Halle anzubieten. Studierende der Humanmedizin sollen stattdessen in Zukunft nach Magdeburg, während die Vorklinik der Zahnmedizin nach Leipzig verlagert werden soll. Als einziger Forschungsschwerpunkt soll die „Klinische Epidemiologie und Pflegeforschung» übrigbleiben. Mehr, mehr, mehr

Nov 2011 hastuINTERESSE Nr. 38 0

Küssen, Tanzen, Demonstrieren

Seit Monaten gehen Chiles Studenten im Kampf um freie Bildung auf die Straße.

© Francisco Osorio

Studiengebühren von bis zu 600 Euro monatlich an der Mehrzahl der privaten Hochschulen. Das sind 7200 Euro pro Ausbildungsjahr – ein schlechter Scherz? In Chile Realität. Da dies nur die Minderheit der Studenten selbst aufbringen kann, lassen sich staatliche Darlehen oder Bankkredite mit hohen Zinsen kaum umgehen. Im Schnitt starten Studenten mit 45000 Euro Schulden ins Berufsleben. Eine enorme Belastung, der nicht jeder gewachsen ist.

Karl Boehmwald kommt aus der Nähe von Santiago de Chile und studiert seit 2009 in Halle Politikwissenschaften und Soziologie. »Ich habe selbst ein Jahr an einer staatlichen Universität in Chile Soziologie studiert und musste trotzdem noch 140 Euro im Monat bezahlen.« Wer es sich leisten kann, versucht, einen Platz an einer privaten Hochschule zu bekommen. »Die meisten wollen nicht an staatliche Unis, weil sie schlecht ausgestattet sind, materiell wie personell. Die Ausbildung hat keine Qualität«, erklärt Karl.

Das wollen die jungen Leute in Chile sich nicht länger bieten lassen. Sie gehen seit Mitte Mai auf die Straße um eine grundlegende Reformierung des Bildungssystems einzufordern. Der universitäre Betrieb steht in weiten Teilen des Landes seither quasi still. Mehr, mehr, mehr

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