Texte mit Tags ‘demo’

Jul 2017 hastuINTERESSE Online Pinnwand 0

Proteste gegen rechtes Problemhaus an der Uni

800 junge Leute demonstrieren am 11. Juli 2017 gegen das Hausprojekt der rechtsextremen Identitären beim Steintorcampus.

Das Känguru ist auch wieder dabei.

Auch viele Studis gehen gegen das Hausprojekt der »Identitären« auf die Straße. 18 Uhr kommen beinahe 400 Personen am Steintor zusammen. 18:30 Uhr startet die Demo mit leichter Verspätung, ein Block mit Transparenten gegen die Identitäre Bewegung läuft vornweg. Organisiert wird die Demonstration durch die Kampagne »Kick them out – Nazizentren dichtmachen«. Kurze Regenschauer begleiten den Protest zu Beginn, doch mit besserem Wetter kommen auch mehr Teilnehmer dazu. Der Studierendenrat hatte zu den Protesten aufgerufen, viele der gewählten Mitglieder sind vor Ort. Auch Dozent*innen wollen sich gegen die rechten Umtriebe wehren und laufen mit. Bei der Zwischenkundgebung am Hauptcampus sind laut Veranstalter schon 800 Protestierende zusammengekommen, die lautstark eine nazifreie Uni fordern. Mehr, mehr, mehr

Okt 2015 hastuINTERESSE 0

Nazi-Demo gestoppt

Bei zahlreichen Kundgebungen am 10. Oktober klären Iniativen auf, der geplante Nazi-Aufmarsch wird blockiert

Foto: Maria Fedorova

Foto: Maria Fedorova

Von Neustädter Bürgern weitgehend unbeachtet verliefen gestern die Gegendemo von »Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage« sowie der versuchte Aufmarsch von Neonazis der Partei »Die Rechte«. Nach einer erfolgreichen Blockade einiger Aktivisten waren die Rechtsextremen dazu gezwungen, ihre Kundgebung vor dem Neustadt-Centrum abzuhalten. Von einem Großaufgebot der Polizei getrennt, blieb es bei verbalen Auseinandersetzungen. Die »Rhetorik« der rechtsextremen Demonstranten war dabei dazu geeignet jedem angeblich besorgten Bürger aufzuzeigen, wem man da folgt. Augenscheinlich waren aber ohnehin kaum Hallenser anwesend, vielmehr war ein Gros der neonazistischen Rechten von außerhalb angereist.
Erfreulich war der große Zuspruch, den die Fahrraddemo, welche der Stura der Martin-Luther-Universität mit organisiert hatte, fand. Klingelnd und unter Sprechchören wurden diese bei ihrer Ankunft vor dem Neustadt-Centrum begrüßt. Infostände und Radio Corax informierten über Demonstration und aktuelle Entwicklungen im Umgang mit den Geflüchteten.

Dez 2014 hastuUNI 0

3000 protestierend auf der Straße

Am 2. Dezember protestierten erneut Studierende. Die SPD lässt derweil die Verabschiedung des Hochschulstrukturplans Anfang der kommenden Woche platzen.

Foto: Katja Karras

Foto: Katja Karras

Ein Zehntel, 3400 Studienplätze insgesamt hätten in Sachsen-Anhalt zur Disposition gestanden, wäre der Hochschulstrukturplan wie geplant am Dienstag verabschiedet worden. Das aber hat die SPD nun vorläufig verhindert. Man wolle sichergehen, dass die Inhalte stimmen, hieß es. Ob dies aus taktischen Erwägungen geschah, unmittelbar nachdem in Halle am vergangenen Dienstag circa 3000 Studierende auf die Straße gegangen waren, bleibt unklar. Fest steht, damit wird erst einmal weitgehend theoretisch verhandelt. Zeit, die wohl auch benötigt wird. Im Hintergrund verhandeln Rektoren der Hochschulen und Landesregierung offenbar weiter über das Wie und Ob der Kürzungen. Mehr, mehr, mehr

Nov 2014 hastuUNI 0

Verpiss dich, Sintflut

Warum Du am Dienstag um 14 Uhr demonstrieren gehst

Foto: Tobias Hoffmann

Uni bald unter Wasser verschwunden?
Foto: Tobias Hoffmann

»Nach mir die Sintflut.« Dieser Satz ist eine Phrase, ein pauschaler Satz. Kein echter Satz, denn dafür fehlt das Verb. Doch dieser Möchtegern-Satz rückt etwas ins Zentrum, was uns allen wichtig ist: Das »mir«. Und er äußert sich zu dem, was passieren wird, wenn man selbst nicht mehr da ist: Die Sintflut.

Eine Sintflut bedeckt alles. Ich sehe nichts mehr, was war. Und ich muss auch nicht sehen, was verloren gegangen ist. Worum es vielleicht schade ist. Mir wird dieser Anblick erspart. Und es ist mir angenehm, dass mir dieser Anblick erspart wird. Denn so muss ich kein schlechtes Gewissen haben, dass das, was zurückbleibt, mir egal ist. Mehr, mehr, mehr

Mai 2014 hastuUNI 0

»Das halte ich für verfassungswidrig!«

Der Magdeburger Landtag, welcher derzeit in der Johanniskirche zusammentritt. Foto: Markus Kowalski

Der Magdeburger Landtag, welcher derzeit in der Johanniskirche zusammentritt

Die Abgeordneten des Landtags diskutierten über die Zukunft der Hochschulen. Begleitet wurde die Sitzung von Bildungsstreik-Protesten der Magdeburger Studierenden, sie wollten Minister Möllring „wegbassen».

Über die Kürzungspläne der Landesregierung wurde am vergangenen Donnerstag im Landtag debattiert. Zur Landtagssitzung hatte die Fraktion »Die Linke« einen Antrag gestellt. Darin fordert die Fraktion unter anderem, dass die Landesregierung keinen »aktiven Abbau von Studienplätzen« betreiben und die »Entscheidungsrechte der demokratischen Hochschulgremien« nicht einschränken solle. Dabei beruft sie sich auf einen Beschluss des Landtags vom Juli 2013 und fordert die Landesregierung auf, diese Mehrheitsentscheidung umzusetzen und nicht die Richtlinien zu durchbrechen. Mehr, mehr, mehr

Mai 2014 Allgemein hastuUNI Nr. 54 0

»Die Regierung hat Angst, ihr Gesicht zu verlieren«

Felix Schiedlowski vom »Aktionsbündnis MLU – Perspektiven gestalten« organisierte die letzte Kürzungsdemo mit. Im Interview spricht er über den Protestwillen der Studierenden und den Unwillen der Landesregierung, die Sparpolitik endlich zu beenden.

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Felix Schiedlowski (19) organisierte die letzte Kürzungs-Demo im Aktionsbündnis mit.

Foto: Markus Kowalski

Laute Musik, Partystimmung und rund 6000 Demonstranten. Wie erfolgreich war für dich die Demo?

Vom Zuspruch der anwesenden Demonstranten her war das sehr erfolgreich. Mit so vielen Leuten hatten wir nicht gerechnet, weil wir erst einmal nicht einschätzen konnten, wie bereit die Studierenden zum Protest nach den Großdemos noch sind. Die Zahl der Demonstranten hatte sich bei den letzten Demos immer so zwischen 3000 und 7000 Studierenden bewegt.

In Leipzig kommen die Aktionen gegen die Kürzungen nur schwer in Gang. Sind die hallischen Studierenden protestwilliger?

Wir hoffen natürlich, dass das Mobilisierungspotential steigt. Die Demo hat schon gezeigt, dass die Studierenden jetzt mehr mobilisiert sind und gemerkt haben, dass die geplanten Kürzungen nahezu alle Fachbereiche betreffen. Man hat ja gesehen, dass die bedrohten Institute mobil machen, auf der Demo vertreten sind und eigene Aktionen organisieren. Wir glauben schon, dass das Interesse jetzt gestiegen ist und wir weiterhin mit vielen Studierenden Druck gegen die Landesregierung machen können.
Die Lautsprecher auf der Demo wurden bis zum Anschlag aufgedreht, die Stimmung der Redner war gereizter als bei der vorherigen. Wie laut muss der Protest noch werden, bis euch die Landesregierung hört?
Das fragen wir uns auch. Wir denken, dass die Protestwelle, die jetzt schon ein Jahr lang ging und zigtausend Studierende in ganz Sachsen-Anhalt auf die Straße gebracht hat, längst laut genug sein müsste. Gleiches gilt für die Protestwelle der Kulturschaffenden, die schon seit einem Jahr zuhauf Demonstrationen in Halle, Magdeburg und Dessau machen. Es ist schon erstaunlich, dass sich da bei der Landesregierung so wenig bewegt.

Was glaubst du persönlich, wieso die Landesregierung den Sparkurs weiter fortsetzt?

Das ist eine schwierige Frage, weil die Kürzungspläne offensichtlich gegen jeden Sinn und Verstand sind. Ich glaube, dass es einerseits Kräfte in den Parteien gibt, die denken, dass es diesem Bundesland besser geht, wenn man alles bis zum Anschlag totspart. Für die ein schuldenfreies Sachsen-Anhalt das A und O ist, ohne nach den Folgen dieses Bildungs- und Kulturabbaus zu schauen. Andererseits hat die Landesregierung einfach Angst, ihr Gesicht zu verlieren. Die Regierung will mit aller Macht vorspielen, dass sie sich eben nicht getäuscht haben.

Würdet ihr denn die Landesregierung loben, wenn sie die Kürzungspläne jetzt zurücknehmen würde?

Ja, natürlich. Uns geht es nicht darum, Haseloff, Möllring, Dorgerloh und Bullerjahn persönlich anzugreifen. Wir sind auch nicht in dem Bündnis, weil wir die SPD oder die CDU in Sachsen-Anhalt prinzipiell so blöd finden. Wir engagieren uns in dem Bündnis, weil uns diese konkrete Politik nicht gefällt und wir diese für brandgefährlich halten. Unser Ziel ist nach wie vor, dass die Kürzungen zurückgenommen und die Bildung anständig ausfinanziert wird. Wenn wir das erreicht haben, loben wir auch die Landesregierung.

Was habt ihr für den 20. Mai geplant?

Das soll vor allem ein bundesweiter Protesttag werden, weil es im Bildungsbereich in ganz Deutschland Kürzungen gibt. Fast ohne Ausnahmen sind Universitäten und Theater überall von diesen Sparplänen betroffen. Mit dem Kooperationsverbot und der Schuldenbremse ist das aber ein Problem auf Bundesebene. Wir werden präsentieren, warum diese Kürzungen sinnfrei und gefährlich sind. Dabei werden wir versuchen darzustellen, wie es anders geht und warum es nicht notwendig ist zu kürzen. Wie wir das genau machen, ist noch in Planung.

Stellt ihr also einen alternativen Haushaltsplan für das Land auf, der ohne die Kürzungen auskommt?

Seit es dieses Bündnis gibt, argumentieren wir gegen eine Landesregierung, die Strukturpläne aufstellt, Pressemitteilungen erstellt und sagt, dass es gefährlich wäre, wenn Sachsen-Anhalt so viel Geld für die Bildung ausgibt. Das ist einfach grundfalsch: Das Land gibt erstens nicht viel für die Bildung aus, und zweitens kommt durch die Universitäten als Wirtschaftsfaktor viel mehr Geld rein, als diese Landesregierung auch nur annähernd die Universitäten gegenfinanziert. Mit diesen Argumenten versuchen wir immer wieder anzukommen. Fraglich ist, wann diese Argumente endlich in der Landesregierung gehört werden.

Hat die Landesregierung schon mal mit euch gesprochen?

Zu Beginn des Protests, als die ersten Demonstrationen aufkamen, gab es Gespräche mit dem Ministerpräsidenten. Aber das waren Alibi-Gespräche, in denen man uns angehört hat und gefragt hat, was denn unser Problem sei. Aber als Gesprächspartner oder als Protestmasse hat man uns nicht ernst genommen. Seit längerer Zeit gab es nun keine Gespräche mehr.

Ihr habt den »Bildungsstreik 2014« groß proklamiert. Wie soll der aussehen? Soll die Uni wie 2009 mit einem Sitzstreik besetzt werden?

Unser Anliegen soll auf jeden Fall deutlich werden. Wir setzen dabei auf verschiedene Aktionsformen. Demonstrationen sind auf der einen Seite wichtig, um viele Studierende und Mitarbeiter hinter sich zu haben. Auf der anderen Seite sollten wir mit radikaleren Aktionen zeigen, dass man uns nicht mit einfachen Versprechungen abspeisen kann. Aber die Organisationsteams des Bildungsstreiks werden das noch besprechen und koordinieren. Im Gegensatz zu 2009 soll die Beteiligung ähnlich groß werden, aber jetzt mit klaren Forderungen und einer besseren Struktur.

Apr 2014 hastuINTERESSE 0

Der Aluhut gegen die Verschwörung

Die »Montagsdemo« ist nun auch in Halle angekommen. Ein breites Bündnis der Hochschulgruppen organisierte am Montag eine Gegendemo, linke Jugendliche störten den Protest.

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Linke Gegendemonstranten drängten in die Menge der Montagsdemo.

Die Protestwelle aus Berlin, die »Montagsdemo«, ist in Halle angekommen. Besorgte Bürger demonstrierten am Montagabend auf dem Marktplatz für Frieden, eine ehrliche Presse und soziale Gerechtigkeit. Bereits in anderen Städten, darunter zuletzt Leipzig, hatten die Montagsdemos für kontroverse Diskussionen gesorgt. Der Grund dafür ist die Annahme, dass rechtsradikale Gruppen die friedlichen Proteste instrumentalisierten und damit einen strukturellen Antisemitismus verbreiteten.

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Fotos: Markus Kowalski

Nachdem die Facebook-Seite der Montagsdemo mit über 1000 Likes die Veranstaltung angekündigt hatte, rief ein breites Bündnis kurzerhand zur Gegendemo auf. Die fünf Hochschulgruppen RCDS, Jusos, Liberale, GHG und SDS sowie die hallischen Jugend-Parteiorganisationen Junge Union, Jusos, Grüne Jugend, Junge Liberale und solid-Linksjugend waren mit ca. 50 Personen an der Gegendemo beteiligt. Unter dem Motto »Frieden ohne Aluhut« trugen einige Studenten aus Alufolie gebastelte Hüte auf dem Kopf. Der Aluhut steht laut dem Bündnis symbolisch für Verschwörungstheorien. Inhaltlich mahnten die Studierenden die rund 200 Montagsdemonstranten mit Flugblättern, nicht »mit vereinfachten Lösungen nach Sündenböcken« zu suchen. Mehr, mehr, mehr

Apr 2014 hastuUNI 0

Schon wieder Kürzungen?

Die nächste Demo steht vor der Tür, der Hochschulprotest geht weiter. Aber welche Studiengänge genau stehen jetzt auf der Streichliste? Ein kleiner Überblick über die Kürzungsdebatte in Vorbereitung der Demo am Dienstag

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Aufruf zum Bildungsstreik: Der Flyer zur Demo am kommenden Dienstag.

Vor einem Monat hatte Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) das neue Konzept der Landesregierung für die Hochschulen, den Hochschulstrukturplan, vorgestellt. Darin erläutert die Regierung, wie sie mit den Hochschulen im Land in den nächsten Jahren verfahren will. Dabei sollen vor allem Schwerpunkte an jedem Standort gesetzt werden. An der MLU will Möllring „die Profilierung in den Natur- und Geisteswissenschaften, bei der Lehrerbildung und in der Hochschulmedizin». Diese Forschungsschwerpunkte haben aber zur Folge, dass jede Uni bestimmte Studiengänge verliert.

Auf der Streichliste

In Halle sollen konkret die Medien- und Kommunikationswissenschaften, der Bereich der Psychologie und die Informatik wegfallen. Ebenso steht das Studienkolleg vor dem Aus, welches bisher die internationalen Studierenden in Halle betreut. Bei den Musikwissenschaften ist die Lehre schon jetzt im Bereich des Instrumentalunterrichts ausgesetzt.

Gleichzeitig sollen die Unis in Leipzig, Jena, Magdeburg und Halle stärker miteinander kooperieren. Die Idee dahinter ist, dass an der einen Uni Studiengänge geschlossen werden und diese Studenten dann an der anderen Uni weiter studieren. Mit dieser fragwürdigen Begründung sollen die Geo- und Sportwissenschaften in Halle geschlossen werden. Diese Studenten könnten nach Möllrings Vorstellung dann in Leipzig weiter studieren. Mehr, mehr, mehr