Dez 2016 hastuINTERESSE Heft Nr. 69 0

Hallische Köpfe

In dieser Reihe stellt Paul regelmäßig Persönlichkeiten vor, die Universität und Stadt geprägt haben. Nachdem wir in den letzten Ausgaben schon Anton Wilhelm Amo und Dorothea Erxleben präsentiert haben, geht es heute um den langjährigen Leopoldina-Präsidenten Kurt Mothes.

Illustration: Katja Elena Karras

Die Position des Wissenschaftlers ist schwierig, denn zu allen Zeiten ist er Einflüssen von Politik, Militär und Wirtschaft ausgesetzt, immerzu muss er fremde und persönliche Interessen und Ansichten gegen die wissenschaftliche Wahrheit abwägen. Eine erfolgreiche Karriere als Forscher ist immer auch eine Gratwanderung zwischen verschiedenen Welten, ein stetiges Ringen um Anerkennung, Zustimmung und Verständnis. So mancher ist dabei schon gestolpert, und allzu oft erlag die Wissenschaft dem Einfluss von Macht und Geld. Doch gerade in schwierigen Zeiten sind diejenigen, die mit Beharrlichkeit und Einsatz ans Werk gehen, oft erfolgreicher als Mitmacher und Zögerliche. Mögen sie vielleicht manche Fehler und Verfehlungen haben, so haben sie jedoch die unschätzbare Fähigkeit, zur richtigen Zeit das Richtige zu tun. Mehr, mehr, mehr

Dez 2016 hastuINTERESSE Heft Nr. 69 0

Bunte Zeitmaschine

Die Beatles gelten als eine der populärsten Bands aller Zeiten. Auch mehr als 45 Jahre, nachdem die Pilzkopf-Gruppe sich aufgelöst hat, erfreuen sich ihre Songs ungebrochener Beliebtheit – so wie auch das Beatles-Museum in Halle, welches gleichzeitig das weltweit größte seiner Art ist. Ein Ortsbesuch.

Foto: Alexander Kullick

»Get Back, Get Back, Get Back to where you once belonged.« Paul McCartneys eingängige Stimme ertönt beim Eintreten durch den etwas versteckt im Hinterhof liegenden Eingang in das Beatles-Museum am Alten Markt in Halle. Egal wo man hinschaut, der Blick bleibt sicher auf einem der vielen Beatles-Gesichter hängen, die den Besucher direkt erwarten. Eine schier endlose Playlist aus unzähligen Hits der Rockgruppe leitet im Eingangsbereich den Besuch ein, während aus einer Tür am anderen Ende des Raumes Stefan Lorenz herbeigeeilt kommt, einer der beiden Leiter des Museums. Ihm ist die Freude über jeden Besucher anzumerken, ungefähr 20 000 sollen es Jahr für Jahr sein. Ticket gekauft, einen Plan zur Orientierung im nicht gerade kleinen Gebäude in die Hand gedrückt bekommen, und schon kann die Entdeckung des im Jahre 2000 eröffneten Museums losgehen. Mehr, mehr, mehr

Dez 2016 hastuINTERESSE Heft Nr. 69 0

Von Rampen und Säuen

Offene Bühnen in Halle und wo sie zu finden sind

Der Schritt aus der Tür wird zunehmend phlegmatischer, der Wasserkocher ist heiß beschäftigt, und Netflix wird beinahe jeden Abend gewissenhaft mit dem Läusekamm durchstreift. Ist ja ganz nett, aber da geht noch was. Immer nur zuschauen macht Dich rammdösig? – Halt! Nicht bewegen! Stell den Tee weg. Wenn Du eine Bühne suchst, vor der Du nicht nur sitzen, sondern auf der Du alles und nichts machen darfst, dann empfehlen wir Dir hiermit drei Rampen, auf denen man Sau sein kann.

Moma – Rap und Küche für alle
• Freiraumgalerie, Landsberger Str. 16
• jeden Montag 19.30 bis 23.00 Uhr

Foto: Marco Hey

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Dez 2016 hastuINTERESSE Heft Nr. 69 0

Welcome to Hallewood

Dass Halle das »einzige salzproduzierende Museum Deutschlands« beherbergt, wissen alle, die regelmäßig Straßenbahn fahren. Doch unsere Saalestadt hat noch viel mehr zu bieten als Salz, den Roten Turm und den Bergzoo: Sie ist nicht nur eine Medienstadt, sondern auch Drehort einiger bekannter Filme. Der Stadtrundgang »Von Zorn bis Hallewood« gibt eine kleine Kostprobe davon, wie viel Potenzial in Halle steckt.

Illustration: Katja Elena Karras

Es ist ein später Nachmittag Ende Oktober, draußen ist es dunkel, und es regnet in Strömen. Ein Tag, an dem die meisten wahrscheinlich zu Hause auf der Couch sitzen, ein gutes Buch lesen oder einen Film schauen. Auch ich sehne mich in diesem Moment sehr nach meiner Wohnung und einer heißen Tasse Tee, doch das Gefühl verschwindet schnell, als ich am Stadtbad ankomme. Ich habe mich für die Stadtführung »Von Zorn bis Hallewood« angemeldet und bin nun sehr gespannt, was ich heute alles über die berühmten Zorn-Verfilmungen und auch über andere Filme, die in Halle entstanden sind, erfahren werde. Im Durchgang zum Stadtbad, geschützt vom Regen, stehen bereits die Stadtführerin und ungefähr zehn weitere interessierte Zuhörer. Es herrscht eine angenehme, freundliche Stimmung, trotz des Wetters. Denn es gibt schließlich gar kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung, betont unsere fröhliche Stadtführerin gleich zu Beginn. Sie hat ein großes Tablet dabei, mit dem sie uns während der Führung ab und zu Filmausschnitte oder kleine Beiträge zeigt, die das Erklärte noch anschaulicher gestalten. Mehr, mehr, mehr

Dez 2016 hastuUNI Heft Nr. 69 0

Fukushima ist nicht tot

Mitte November besuchte eine Delegation von der Universität Fukushima im Rahmen einer Deutschlandreise für drei Tage die Stadt Halle. Dabei hielten sie an der Martin-LutherUniversität Halle-Wittenberg einen Vortrag. Tarō Daikoku, Professor für Politikwissenschaft, und 23 japanische Studierende erzählten vom dortigen Unglück 2011, dem heutigen Alltag, den gesellschaftlichen Problemen und ihrem Traum: einer Zukunft ohne Kernenergie.

Foto: Tom Klotzsche

Als die atomare Kernschmelze bekannt wurde, ordnete die japanische Regierung die Evakuierung von etwa 470 000 Menschen aus der Region an. In provisorischen Wohnungen versuchten die Menschen eine Art Alltag wiederzufinden. Da vor allem der älteren Bevölkerung in der Region die Arbeit fehlte, organisierten Studenten und staatliche Unterstützer für sie die Möglichkeit, weiter in der Landwirtschaft aktiv zu sein. Auch die traditionellen Bräuche wurden weiterhin gefeiert, erzählten die japanischen Gäste und zeigten Fotos, auf denen fröhlich getanzt und gesungen wurde. Mehr, mehr, mehr

Dez 2016 hastuUNI Heft Nr. 69 0

»Unterwassersteine« umschiffen

Medienberichterstattung in Russland – ein heikles Thema. Wie sich dort die Arbeit von Hochschuljournalisten gestaltet, durfte die hastuzeit-Redaktion im Oktober durch den Besuch einer Studierenden-Delegation aus Kasan erfahren. Bei einer gemeinsamen Redaktionssitzung erhielten auch wir spannende Einblicke in die Arbeit unserer Gäste.

Foto: Nadja Hagen

»So ist das immer in Russland – kein Geld da, man muss für die Idee arbeiten!« Es ist dieser Idealismus, der uns an den russischen Studierenden beeindruckt und überrascht. Neugierig sitzen sie der hastuzeit-Redaktion in einem großen Kreis gegenüber und werden nicht müde, Fragen zu stellen. Mehr, mehr, mehr

Dez 2016 hastuUNI Heft Nr. 69 0

Zwischen den Polen

Zwei Studentinnen wollen mit folgendem Plädoyer ein für allemal klären, warum sie tun, was sie eben tun, sich nämlich mit Polen beschäftigen – besser gesagt: Polenstudien studieren.

Das alternative Viertel Krakaus befindet sich im ehemaligen jüdischen Viertel und wird immer beliebter. Foto: Lena Schraml

Für alle, die sich jetzt denken, dass dieser Text bestimmt nur da ist, um Seiten zu füllen, da der Grund für eine Beschäftigung mit Polen ja ganz logisch sei – tja, falsch gedacht. Dafür müssen wir uns zu oft verteidigen, wenn wir das Objekt unseres Studiums nennen. Natürlich sind wir nicht die Einzigen, die sich für ihre Studienwahl erklären müssen. Das geht vermutlich den meisten so, die sich mit etwas Exotischerem, vor allem aus dem Bereich der Geisteswissenschaften, beschäftigen. Aber Polen ist unser direkter Nachbar! Sollte es nicht langsam selbstverständlich sein, sich auch mit diesem auseinanderzusetzen, ihm die Gartentür zu öffnen und ihn auf einen kawka czy herbatka (»Kaffeechen oder Teechen«) einzuladen? Mehr, mehr, mehr

Dez 2016 hastuUNI Heft Nr. 69 0

Im Regen stehen gelassen

Die Medizinstudenten demonstrieren wieder. Der Erhalt des Universitätsklinikums und der Universitätsmedizin Halle gilt zwar als gesichert, allerdings stellt die unzulängliche Finanzierung des Klinikums durch das Land Sachsen-Anhalt die Leistungsfähigkeit infrage. Dies gefährdet Lehre, Ausbildung und Patientenwohl.

Foto: Christine Unsicker

Foto: Christine Unsicker

Es tröpfelt auf die Banner. Diejenigen Ärzte, Pflegekräfte und Studenten, die sich auf ihren Stationen vertreten lassen konnten oder von ihren Lehrveranstaltungen freigestellt wurden, treten ungeduldig auf der Stelle und werfen misstrauische Blicke zum Oktoberhimmel hinauf. »Qualität kostet Geld« liest man auf einem Schild, das eine Mitarbeiterin des Klinikums in die Höhe hält, »Universitätsmedizin braucht ein Fundament – jetzt« auf einem anderen.
Parallel zu der Kundgebung in Halle findet an besagtem Donnerstag, dem 27.10., auch eine größere Demonstration vor dem Magdeburger Landtag statt, zu der hallische Medizinstudenten und Klinikumsmitarbeiter in Bussen angereist sind.
Nach der großen »Halle bleibt!«-Bewegung im Jahr 2013, die die Schließung der Universitätsmedizin verhindern konnte, steht nun der nächste Kampf an. Was nach außen nur nach einer Kundgebung vor dem Universitätsklinikum aussieht, täuscht in seiner scheinbaren Nebensächlichkeit. Der Grund dieser Zusammenkunft bereitet den Verantwortlichen für Klinikum und Lehre schon länger Kopfzerbrechen. Mehr, mehr, mehr