Okt 2013 hastuPAUSE Nr. 50 0

Alternative zu Facebook

Retroshare – dezentralisiert und sicher

Wer nach einer Alternative zu Facebook sucht, wird in der Regel schnell fündig. Diverse On- und Offlinezeitschriften ­schreiben sowohl von bekannten Social Networks, wie Google+, Myspace und Xing, als auch von unbekannten, wie Badoo und Pidder. Da gibt es seit Facebook einiges zu holen – sowohl fast exakte Imitate, die mit Datenschutz und Sicherheit der Nutzer werben, als auch Projekte, die die altbekannte Social-Network-Struktur grundlegend verändern und weiterentwickeln.

Einen dabei stark herausstechenden Ansatz verspricht ­Retroshare, eigentlich ein Peer-to-Peer-Filesharing-Programm à la eMule oder µTorrent. Da stellt sich natürlich die Frage: Was hat das mit Social Networks zu tun? Ganz einfach: Das Programm hat zusätzlich zum Filesharing auch Funktionen, die ebendiesen sehr nahekommen: Instant Messenger, serverlose Mails, Foren, Gruppen, Voice Chat.

Der Clou an der ganzen Sache: Es gibt keine zentrale Verwaltung über einen festen Anbieter. Alles, was das Retro­share-Team tut, ist das Programm aufrechtzuerhalten und zu erweitern. Das spricht für die Anonymität der Plattform, auch wenn der eine oder andere Skeptiker an dieser Stelle sicher noch nicht überzeugt ist. Wer will, kann auch die Übertragung der IP- und Zertifikatsdaten problemlos abstellen und somit hundertprozentig Anonymität in diesem Netz genießen. Die Open-Source-Natur des Projektes sorgt des Weiteren dafür, dass auch Außenstehende mit Programmierkenntnissen alles nachvollziehen (und wenn Skepsis besteht, auch die Behauptungen des Retroshare-Teams prüfen) können. Zweifel an der Anonymität können somit ausgeräumt werden. Mehr, mehr, mehr

Okt 2013 hastuPAUSE Nr. 50 0

Google ma‘ auf Facebook

Es ist mein Gedächtnis, meine Art zu kommunizieren und Unterhaltung.

Illustration: Eva Feuchter

Wie war das Leben eigentlich ohne Facebook? Keine Ahnung. Facebook vertreibt die Langeweile, denn es unterhält uns.

Der Professor erzählt gerne langweilige Sachen, aber anstatt in der Luft rumzugucken, schauen die meisten auf ihr Handy. Sicherlich kann man nach hübschen Menschen Ausschau halten, aber die kann man nicht einfach ansprechen, man will ja den Professor nicht stören. Deshalb geht der Student online zu »Spotted: Martin Luther Universität Halle Wittenberg« und schreibt, dass er sie toll findet. Danach wird gechattet, Poker gespielt und im Status letztendlich hingeschrieben: »Die Vorlesung ist langweilig.«

Gegen Ende der Vorlesung macht die Studentin noch schnell einen Gruppenchat auf, um die Freunde zu fragen, was heute gemacht wird. Dank Touchen und Selber-online-sein erhält sie schnell und leise die Antworten. Danach treffen sich alle, um ins Café zu gehen. Da wird eifrig über die neuesten Nachrichten, die bei »HalleOn.de« stehen, geredet. Ein Pony wurde geklaut, der HFC hat gewonnen, oder es gab eine Razzia im Rockerviertel. Andere interessieren sich eher dafür, was die Promis heute so gemacht haben, denn deren Seiten können geliked werden, so dass man deren Fotos ebenfalls bewundern kann oder heiße Infos von der neuen Staffel erfährt. Mehr, mehr, mehr

Okt 2013 hastuUNI Nr. 50 0

Gesichtsbücher, die ja doch niemand lesen will

Der bittersüße Geschmack des Facebook-Ausstiegs

Illustration: Eva Feuchter

Illustration: Eva Feuchter

An einem eisigen Januartag dieses Jahres schlenderte ich in Halle vor mich hin, und irgendetwas geschah. Etwas derart Belangloses, dass mein Hirn sich nicht einmal die Mühe gemacht hat, es bis heute abzuspeichern. Jedenfalls formte sich in diesem Moment bereits eine Statusmeldung vor meinem geistigen Auge, mit der ich doch die Facebook-Welt entzücken und sicher auch ein paar »Likes« ernten könnte. Eine Millisekunde später jedoch ekelte mich dieser Gedanke an; mir wurde bewusst, wie sehr Facebook in mein Leben eingedrungen war. Also beschloss ich, recht bald den virtuellen Tod zu sterben.

Das größte soziale Netzwerk weltweit spaltet die Gemüter, trotzdem zählt es mehr als eine Milliarde Mitglieder, rund jeder siebte Erdenbürger also macht diesen – mit Verlaub – Wahnsinn mit. Auch ich habe exzessiv Nachrichten geschrieben, die Posts anderer studiert, so manches noch so dumme Foto und die eine oder andere Statusmeldung geliket und alle belächelt, die sich mal wieder ordentlich zum Obst gemacht haben, sei es durch peinliche »Party-Pics« oder zahllose dusselige Posts. Facebook bringt eben nicht gerade das Beste im Menschen hervor. Mehr, mehr, mehr

Okt 2013 hastuPAUSE Nr. 50 0

MediA=H

Was weiß man heute über Russland? Was möchte man wissen?

Besuch einer deutsch-russischen Fotoausstellung in Archangelsk

Besuch einer deutsch-russischen Fotoausstellung in Archangelsk

Foto: MediA=H

Marie und Leonore saßen im Jahr 2010 in einem Russischkurs. Eine Studentin bat um Aufmerksamkeit und erzählte von einem neuen Austauschprojekt nach Russland. So erschien Marie am Anfang des Jahres 2010 in der gleichen Woche noch im Projektbüro, wo gerade die Workshopvorbereitungen liefen. Sie wurde sofort miteingebunden und konnte im nächsten Jahr nach Archangelsk mitgefahren. Leonore kam ein Jahr später dazu. Und nun sind die beiden Studentinnen nicht nur Teilnehmerinnen, sondern auch die Mitorganisatorinnen der Gruppe MediA=H.

Geschichte des Projekts

Zuerst haben die Germanistik-Institute der Archangelsker und der hallischen Universitäten kooperiert. Es gab schon zu DDR-Zeiten einen akademischen Austausch. Einige Studenten sind bereits als Sprachassistenten mitgefahren. So haben diese sich zusammengesetzt, um ein Austauschprojekt für die Studenten zu schaffen, das sowohl für Kulturtransfer als auch für Spaß sorgt.

Das dadurch entstandene Medienprojekt Halle-Archangelsk (MediA=H) bezweckt einen interkulturellen Austausch, Völkerverständigung, Vertiefung von Sprachkenntnissen und dient sicherlich zum Abbau von Vorurteilen auf beiden Seiten. Dazu treffen sich jedes Jahr russische und deutsche Studenten, um einen Film nach dem Themenmotto des Jahres zu produzieren. Mehr, mehr, mehr

Okt 2013 Termine 0

Stadtgeschichte: Magdeburg vs. Halle

Samstag, 19. Oktober 2013, 10.00 bis 14.30 Uhr, Saal des Instituts für Musik,
Dachritzstraße 6

Magdeburg can’t Händel me – Halle vs. Magdeburg?
Eine wechselvolle Beziehung zwischen Mittelalter und Gegenwart

Tagung der Studentischen Forschungsgruppe zur Geschichte der Stadt Halle, in Kooperation mit dem Verein für hallische Stadtgeschichte e.V.
Eintritt frei, Voranmeldung nicht erforderlich

Aus dem Programm:

Im Streben nach Autonomie vereint? Halle und Magdeburg im 15. Jhd.
Friedemann Meissner

Ein »schweres Gericht Gottes« – Die Translokation von 1714.
Paul Philipp Beckus

Ansichtssache. Halle und Magdeburg in Bild und Schrift.
Diana Wieland

Die Legende von der Stadt als Sparringspartner — Die Entstehung des »Städtekampfes« zwischen Halle und Magdeburg in den 1920er-Jahren
Hauke Heidenreich

Künstlerischer Beitrag
»Händel vs. Telemann?«
Musikalisches Begleitprogramm zur Tagung mit Studierenden des Instituts für Musik der MLU Halle-Wittenberg
Juliane Claus (Institut für Musik)

Projektvorstellung
Schülerakademie der Franckeschen Stiftungen 2013
Jugend ohne Tugend? Stasi und Punk in Halle
Niklas Bettermann, Charlotte Seidel, Uma Marlene Sostmann

Okt 2013 hastuPAUSE Nr. 50 0

Fluch oder Segen?

Der Erfolg der Twilight-Reihe war gigantisch. Die Romane von Stephenie Meyer haben, genau wie die Verfilmungen, polarisiert. Twilight – Fluch oder Segen? Martin und Tobias machen sich darüber Gedanken.

Illustration: Eva Feuchter

Illustration: Eva Feuchter

Tobias: Der Vampir hat ja ursprünglich eine grausam-gruselige Aura. Mittlerweile treten Vampire aber immer häufiger positiv konnotiert auf, auch bei Stephenie Meyer ist Edwards Familie ja sehr edel und menschenfreundlich. Erleben wir eine Art Weichspülung des Vampir-Typus?

Martin: Ich glaube, die meisten Leute stören sich eher daran, dass Edward sich selbst als verachtenswertes Monster ansieht, während der normale Vampir sein Schicksal annehmen soll. Die Leute wollen Vampire als kaltblütige Monster sehen, nicht als Menschen. Ich persönlich weiß nicht, ob das so ganz richtig ist. Mehr, mehr, mehr

Okt 2013 hastuINTERESSE Nr. 50 0

Dein schönster Platz in Halle für ein romantisches Herbst-Date?

Mini-Umfrage am Uniplatz

Max (Erziehungswissenschaften): "Die Saale – zum Bootfahren."

Max (Erziehungswissenschaften): „Die Saale – zum Bootfahren.»

Foto: Johanna Sommer


Miriam (Jura): »Die Eichendorffbank an der Saale.« Theresa (Jura): »Der Knutschhügel.«  Chris (Jura): »Der Bergzoo.«

Miriam (Jura): »Die Eichendorffbank an der Saale.«
Theresa (Jura): »Der Knutschhügel.«
Chris (Jura): »Der Bergzoo.«

Foto: Johanna Sommer

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Okt 2013 Termine 0

Film „Sobibór», Gespräch „Aktion 1005»

Dienstag, 15. Oktober 2013, 18.15 Uhr, Kino Zazie, Kleine Ulrichstraße 22, Haltestellen: Moritzburgring, Hallmarkt

Sobibór, 14. Oktober 1943, 16 Uhr
F, 2001

Eintritt frei

Eine Veranstaltung des Alternativen Vorlesungsverzeichnisses des Studierendenrates in Kooperation mit dem Kino Zazie und der IG-Metall-Jugend

Aus dem Veranstaltertext:

Anlässlich des 70. Jahrestages des Aufstandes im Vernichtungslager Sobibór laden wir ins Kino »Zazie« – zu einer Veranstaltung mit Claude Lanzmanns beeindruckendem Dokumentarfilm »Sobibór, 14. Oktober 1943, 16 Uhr« (2001) und einem Vortrag von Jens Hoffmann.

Am 14. Oktober 1943 erhoben sich etwa 600 Häftlinge gegen die SS, 365 von ihnen gelang die Flucht. Nur 47 Überlebende konnten nach dem Krieg über das Vernichtungslager Sobibór, in dem im Rahmen der «Aktion Reinhardt« 1942/43 bis zu 250.000 Menschen ermordet wurden, Auskunft geben. Nach dem Aufstand wurde das Lager von der SS nicht weiter genutzt, vielmehr im Rahmen der »Aktion 1005« eingeebnet und bewaldet.

Im Film lässt Lanzmann einen Überlebenden des Lagers und des Aufstands zu Wort kommen. Vor dem Film wird Jens Hoffmann über die Suche nach den Spuren der Vertuschungsaktionen der deutschen Vernichtungspolitik berichten. Er ist Autor des Buches »Das kann man nicht erzählen. Aktion 1005 – Wie die Nazis die Spuren ihrer Massenmorde in Osteuropa beseitigten« (Hamburg 2008).