Jun 2014 hastuINTERESSE Nr. 55 0

Das Leben als schwangere Studentin

Teil 1: Über Arztbesuche, Behördengänge und andere Freuden des Mutterwerdens

Foto: Christian Schoen

Foto: Christian Schoen

Schaltet man den Fernseher ein, springen sie einem täglich regelrecht entgegen: junge Frauen mit runden Bäuchen, die neben ihren wesentlich älteren Männern sitzen und den Blick starr auf den Flatscreen richten. In den Ecken türmen sich Berge von Wäsche, und unter dem Sofa feiern die Staubflusen ihr Come-Together. Bewerbungen schreiben die Bewohner dieser Penthousewohnung im 15. Stock schon lange nicht mehr. Träumte sie noch vor wenigen Monaten von einer Karriere als Nageldesignerin, so verflüchtigte sich dieses Vorhaben mit zunehmendem Bauchumfang zusehends. Ein Blick aus dem Fenster offenbart eine graue Kulisse irgendwo am Rande einer deutschen Großstadt. Auf der Straße tummeln sich zahlreiche dieser jungen Frauen mit runden Bäuchen und einem schreienden Kind an jeder Hand. Während ihre Männer zu Hause oder am nächsten Kiosk wie jeden Tag ihre Frührentnerschaft mit Anfang 40 feiern, versuchen sie händeringend noch ein Babybettchen für den in zwei Wochen erwarteten Jaremie-Tschastin-Jayson gekonnt neben die Katzentoilette zu platzieren. Mehr, mehr, mehr

Jun 2014 hastuUNI Nr. 55 0

Wer ist eigentlich betroffen? – Geowissenschaften

Eine kleine Vorstellung der von den Kürzungen betroffenen Institute und Studienfächern. Die hastuzeit hat alle besucht und stellt hier in regelmäßigen Abständen jeweils die Situation an einem Institut da.

Foto: Johanna Sommer

Johannes vom FSR Geowissenschaften (Foto: Johanna Sommer)

Was droht den Geowissenschaften?

Die Komplettschließung des Instituts. In den kommenden Jahren laufen eine Vielzahl an Professuren aus. Es ließen sich etwa eine Million Euro einsparen.

Warum soll gekürzt werden?

Fachliche Gründe scheinen nicht vorzuliegen. Im letzten CHE-Ranking wurde so z. B. die Lehramtsausbildung der Geographie hervorragend bewertet.
Auch bei den Geowissenschaften sind es die auslaufenden Verträge, die das Institut bedrohen.

Wer ist betroffen?

Zunächst einmal alle Studiengänge, die mit Geowissenschaften verknüpft sind. Das sind etwa Angewandte Geowissenschaften, International Area Studies, Management natürlicher Ressourcen und natürlich die komplette Geographie. Insgesamt wären semesterübergreifend etwa 1000 Studierende betroffen. Hier ist auch die Lehramtsausbildung zu nennen. Die einzige Möglichkeit, Geographielehrer in Sachsen-Anhalt auszubilden, fiele weg. Fachkräfte müssten wiederrum aus anderen Bundesländern geworben werden, ein Mangel wäre absehbar. Insofern wären auch die zukünftigen Schüler Sachsen-Anhalts betroffen. Mehr, mehr, mehr

Jun 2014 hastuUNI Nr. 55 0

1042 Stellen bis 2020

Der Freistaat Sachsen hält seit vier Jahren an seinem Kürzungskonzept fest

Foto: Fabian Bruck

Foto: Fabian Bruck

Massive Kürzungen an den sächsischen Hochschulen sind keine Erfindung dieses Jahrzehnts. Seit 1993 sank die Zahl der Personalstellen um etwa 4000. Die aktuellen Stellenstreichungen finden ihren Ursprung jedoch erst im Jahr 2010. Die Pläne für die kommenden zehn Jahre: Abbau von mindestens 715 Stellen bis 2020, also etwa acht Prozent aller Stellen.

Konkretisiert wurde dies in dem im folgenden Jahr vorgestellten Hochschulentwicklungsplan 2020. Diesem zufolge sollen im Zeitraum 2013 bis 2015 jährlich 100 Stellen gestrichen werden, anschließend jährlich 83. 2015 ist eine Evaluierung geplant, insbesondere der Entwicklung der Studienanfängerzahlen. Je nachdem, wie diese ausfällt, könnten bis 2020 noch weitere 327 Stellen wegfallen, insgesamt also bis zu 1042. Mehr, mehr, mehr

Jun 2014 hastuUNI Nr. 55 0

Alles umsonst?

Universität Jena beschließt Kürzungen trotz Protesten

Foto: Christoph Worsch

Demo in Jena am 22. November 2013.

Foto: Christoph Worsch

Im November 2013 gingen 6000 Studenten, Mitarbeiter und Professoren in Jena auf die Straße, um gegen den Struktur- und Entwicklungsplan (STEP) zu protestieren, der einschneidende Kürzungen an Thüringens größter Hochschule vorsieht. Beschlossen hat ihn der Universitätsrat am Ende trotzdem – in nahezu unveränderter Form. Das bedeutet den Wegfall von 200 Stellen, darunter 30 Professuren. Betroffen sind alle Fakultäten, die Zukunft ganzer Studiengänge und Institute ist bedroht. Die Einsparungen ziehen sich bis ins Jahr 2020, der Tod in Jena kommt auf Raten. Mehr, mehr, mehr

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Wieso bloß?

Nach unzähligen Protesten schwebt immer noch eine Frage im Raum: Warum will Möllring kürzen? Eine Analyse zur aktuellen politischen Situation der Hochschulpolitik.

Foto: Markus Kowalski

Foto: Markus Kowalski

Die Nerven liegen blank. Seit Monaten jagt eine Demo die andere. Der Protest gegen die Kürzungspläne der Landesregierung soll in diesem Jahr als »Bildungsstreik 2014« die ganze Republik erfassen. Die Empörung über die Sparvorhaben ist bei einigen Studierenden ungebrochen, scheint aber nur wenig Eindruck zu machen. Inhaltlich liegen alle Argumente auf dem Tisch. In Stellungnahmen, offenen Briefen und Petitionen unterstützen bereits Professoren, Firmen und Oppositionspolitiker argumentativ die bedrohten Institute: Die Uni habe eine enorme Wirtschaftskraft, man brauche Vielfalt in der Bildung, ein Fachkräftemangel erwarte uns in Zukunft. Die Landesregierung müsste bei diesem dicken Katalog an guten Gründen endlich aufhören, Geld sparen zu wollen, wundern sich einige. Doch Möllring lässt kein Einlenken erkennen. Wieso rückt die Landesregierung von ihrer Position nicht ab? Mehr, mehr, mehr

Jun 2014 hastuUNI Nr. 55 0

Ein zweischneidiges Schwert

Rektor Prof. Dr. Udo Sträter sprach nach der Festaktveranstaltung des Studierendenrates am 3. Juni im Löwengebäude darüber, wie er den Sturageburtstag empfunden hat und wie es nun mit den Kürzungen an unserer Uni weitergeht.

Foto: Johanna Sommer

Foto: Johanna Sommer

Auf die Frage hin, wie er denn darauf reagiert habe, dass Wissenschafts- und Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) nur eine Stunde beim Festakt anwesend war, um danach sehr schnell wieder zu gehen, meinte Prof. Dr. Udo Sträter nur, dass Möllring »einen vollen Terminplaner habe«. Außerdem habe dieser kurzfristig zugesagt, somit »war eine Rede nicht eingeplant«. Dennoch hat er die Anwesenheit von Möllring als positiv empfunden. Er fand es gut, »dass er den Kontakt sucht« und sich »über die Diskussionen bewusst« ist.

Den Geburtstagsauftakt für das 25-jährige Jubiläum des Stura empfand Sträter als »sehr gelungen«. Gerade die unterschiedlichen »Aspekte von den Reden« fand er gut und dass sich jeder kurzgehalten hat, war für Sträter wichtig. »Der Zeitablauf wurde eingehalten. Bei vielen Reden werden aus fünf Minuten sehr schnell auch fünfzehn und mehr, aber das war nicht der Fall.«

Er stimmte der These des Oberbürgermeisters von Halle Dr. Bernd Wiegand zu, dass es noch keine Maßnahmen zur Durchführung der Kürzungspläne gibt, »aber das Kürzungsvorhaben ist noch nicht vom Tisch«. Mehr, mehr, mehr

Jun 2014 hastuUNI Nr. 55 0

Häkelkurse und Sprintmenüs

Der Geschäftsführer des Studentenwerkes Dr. Volkmar Thom erklärte nach der Festaktveranstaltung am 3. Juni, was die 60 Euro unseres Semesterbeitrages beinhalten und wie wir Studenten das Bio-Mensaessen annehmen.

Foto: Johanna Sommer

Foto: Johanna Sommer

Auf der Internetseite finden Studierende die wichtigsten Informationen, da »kann man alles nachlesen«, wie Thom meint. Dort steht folgendes: Das Studentenwerk bietet unter anderem Beratungen bei Geldsorgen an: Kann ich BAföG beziehen und nebenbei jobben gehen? Wie sieht das mit Kindergeld, Wohngeld oder dem Rundfunkbeitrag aus? Neben Kindertagesstätten werden auch eigene Wohnheime angeboten. Hier wird dafür gesorgt, dass die Mieten »kostendeckend sind«, sagte Thom. Das bedeutet, dass der Mietpreis immer gleich bleibt.

Und was bezahlen wir mit unseren 60 Euro davon? »90 Prozent des Semesterbeitrages gehen ins Essen und 10 Prozent in die Sozialberatung sowie in die Kultur«, erläuterte er. Mehr, mehr, mehr

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Wer ist eigentlich betroffen? – Informatik

Eine kleine Vorstellung der von den Kürzungen betroffenen Institute und Studienfächern. Die hastuzeit hat alle besucht und stellt hier in regelmäßigen Abständen jeweils die Situation an einem Institut da.

Foto: Johanna Sommer

Foto: Johanna Sommer

Was droht der Informatik?

Der Informatik droht eine Teilschließung. Gestrichen werden sollen all jene Bereiche, die nicht direkt mit der Bioinformatik zusammenhängen. Diese wurde im Bericht des Wissenschaftsrats sehr gelobt und ist auch in der Uni gut vernetzt, beispielsweise kooperiert sie mit der Molekularen. Konkret droht die Informatik also ihren Unterbau zu verlieren.

Warum soll gekürzt werden?

Grundproblematik ist auch in der Informatik, dass Professoren nahe an der Pensionierung stehen. Hier wird bereits seit zwei Jahren ein Mangel aufgefangen. Bis 2025 wird sich die Situation weiter verschärfen. Die Kürzung sähe so aus, dass Personalkosten eingespart werden, indem kein neuer Professor berufen wird. Mehr, mehr, mehr