Apr 2015 hastuPAUSE Nr. 59 0

Mausefalle

Ein Comic verbindet menschliche Körper mit einem unmenschlichen Antlitz

Fischer Taschenbuch Verlag, 294 Seiten, 14,95 Euro

Fischer Taschenbuch Verlag, 294 Seiten, 14,95 Euro

Der Himmel öffnet seine Schleusen. Regentropfen fallen auf den Drahtzaun, den Boden und die Dächer der Baracken. Auf die Lastwagen, die in einer langen Kolonne durch das schmiedeeiserne Tor fahren. Der Regen durchnässt alles, verwandelt den Boden in schlammigen Morast, trifft sowohl Wärter als auch Gefangene. Auf den Seiten der Lastwagen ist ein Hakenkreuz zu sehen. Auf dem Torbogen steht, gleichsam eine letzte zynische Demütigung, in großen Lettern »ARBEIT MACHT FREI«. Rundherum Gestalten mit Uniformen und Schlagstöcken. Es ist März 1944. Das Tor von Auschwitz schließt sich.

Was sich liest wie der grausame Traum eines Hollywoodregisseurs, ist in Wirklichkeit ein Comic. Einer, der der »Graphic Novel«, der ernsthaften narrativen Bildergeschichte, eine weiterreichende Bedeutung brachte als wohl jeder andere. Die Rede ist von »Maus – Die Geschichte eines Überlebenden« des amerikanischen Comiczeichners Art Spiegelman, Jahrgang 1948. Mehr, mehr, mehr

Apr 2015 hastuPAUSE Nr. 59 0

Mit Händen, Füßen und viel Herz

Das studentische Projekt »Willkommen in Halle« unterstützt Kinder und Jugendliche einer hallischen Integrationsklasse mit verschiedenen Schul-und Freizeitangeboten

Foto: Walter Schiefer

Foto: Walter Schiefer

Internationale Klassen haben sich in Deutschland noch nicht etabliert, stattdessen ist noch starkes individuelles Engagement gefragt. An der Sekundarschule Kastanienallee in Halle-Neustadt lernen 27 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren gemeinsam in einer sogenannten Integrationsklasse. Die Schüler kommen unter anderem aus Syrien, Indien, dem Iran, Afghanistan, Rumänien und Bulgarien. Meist haben sie zu Anfang noch sehr geringe Deutschkenntnisse und ganz unterschiedliche Leistungsniveaus. Der Unterricht findet auf Deutsch statt, mit dem Ziel, die Schüler später ihren Schulweg in einer Klasse mit deutschen Schülern fortführen lassen zu können.

Als im Jahr 2013 die Zahl der Flüchtlinge, insbesondere aus Syrien, schnell zunahm, improvisierte Lehrer Uwe Böge zunächst eine Übergangslösung, bis eine reguläre Integrationsklasse eingerichtet werden konnte. Er wandte sich an die MLU um studentische Unterstützung mit einschlägigen Sprach- und Lehrkenntnissen für den »Notunterricht« zu gewinnen. Studierende der Fächer Deutsch als Fremdsprache, Nahoststudien und Arabistik wurden hierbei von Dozenten des Orientalischen Instituts betreut. Mehr, mehr, mehr

Apr 2015 hastuUNI Nr. 59 0

Drei Mal durch die Hölle gehen

Eine weitere tote Sprache lernen. Das große Latinum hatte ich zum Glück in der Schule erworben, sonst hätte ich mir das für mein Theologiestudium auch noch aneignen müssen. Nun musste ich Althebräisch lernen, was ich für das »Basismodul Altes Testament« brauchte, und für Musikwissenschaften musste ich Musiktheorie 1 endlich bestehen.

Illustration: Anne Walther

Illustration: Anne Walther

Mit diesen Gedanken habe ich mich im Wintersemester 2012 von Montag bis Donnerstag jeden Tag von 10 bis 12 Uhr zur Vorlesung Althebräisch begeben. Ich habe natürlich noch andere Module belegt und ein ASQ absolviert. Wer lernt schon ein Semester lang nur eine Sprache? Es muss doch wohl möglich sein, diese Sprache zu erlernen und nebenbei noch weiter zu studieren. Für Althebräisch erhalte ich schließlich keine Leistungspunkte.

Letzten Endes habe ich jeden Tag neben dem Studium stundenlang, nächtelang für diese tote Sprache gelernt, einschließlich der Hausaufgaben und des zu besuchenden Tutoriums. Ich war mir also sicher, dass ich die Prüfung im März 2013 bestehen würde, ich hatte schließlich bis jetzt jede Prüfung bestanden. Falsch gedacht. Von circa 60 teilnehmenden Prüflingen haben nicht mal 10 bestanden. Es blieb aber nicht nur bei dieser einen Prüfung, bei der ich durchfiel. In meinem zweiten Fach scheiterte ich in Musiktheorie 1, obwohl ich doch dachte, dass ich alles könne. Auch hier war ich immer fleißig bei der Vorlesung und im Tutorium, gebracht hat es mir und dem Großteil der Studierenden nichts. Mehr, mehr, mehr

Apr 2015 hastuUNI Nr. 59 0

»Erasmus Life Halle« goes abroad

Die Studenteninitiative »Erasmus Life Halle« schließt sich ihrem großen internationalen Bruder an, dem Erasmus Student Network.

Foto: Charlotte Schnögl

Foto: Charlotte Schnögl


Nachmittags am Hauptbahnhof. Zwischen Reisenden, die mit Ungeduld auf die Einfahrt ihres Zuges warten, steht sie. Ein Schild in der Hand: »Welcome to Halle«. Passagiere gleiten in Eile an ihr vorbei, einige schauen etwas irritiert. Der Zug fährt ein, die Spannung steigt. Als der Schaffner herausspringt und die Zugtüren öffnet, lässt sie den Blick über die herausströmenden Massen schweifen. Hoffentlich hat die Fahrt vom Berliner Flughafen gut geklappt und er hat sich im Großstadtgewirr nicht verirrt, ist womöglich in den falschen Zug, ins westfälische Halle, gestiegen und fragt sich gerade verwundert, wie lange eine Anderthalbstunden-Fahrt nach Halle Saale wohl dauern kann. Wochen vor der Reise haben sie sich geschrieben, die Ankunft geklärt, ein Treffen vereinbart. Jetzt ist er da. Nur noch Sekunden entfernt. Mehr, mehr, mehr

Apr 2015 hastuUNI Nr. 59 0

Abschlussarbeit reloaded

Jeder von uns wird sich eines Tages seiner Bachelor-, Diplom-, Master- oder Staatsexamensarbeit zuwenden. Das Thema wirft oft genug Fragen auf, die nur schwer selbst zu beantworten sind. Aus diesen Gedanken heraus haben Studierende der Anglistik und Germanistik das GraduMeeting geschaffen. hastuzeit hat mit der Koorganisatorin Jenna gesprochen.

Foto: Jenna Gittermann

Foto: Jenna Gittermann

Was genau kann man sich unter dem GraduMeeting vorstellen?

Das GraduMeeting ist ein von Studierenden für Studierende organisiertes Treffen, bei dem Abschlussarbeiten aus der Germanistik und Anglistik/Amerikanistik vorgestellt werden. Dabei kann eine fachliche Diskussion entstehen und man hat die Möglichkeit, ein Feedback zu seiner Arbeit von Dozenten und Kommilitonen zu bekommen. Außerdem können die Referenten über den Schreibprozess und Probleme beim Schreiben berichten. Zuhörer, die das Schreiben einer Abschlussarbeit noch vor sich haben, bekommen also wertvolle Tipps und Anregungen – vielleicht auch für die eigene Themenfindung. Das alles passiert in ganz lockerer, entspannter Atmosphäre – von Studis für Studis eben. Mehr, mehr, mehr

Apr 2015 hastuUNI Nr. 59 0

Chance vertan

Der Senat der Universität verhindert, dass man sich in Sachsen-Anhalt einmal grundsätzlich über Kürzungen streitet.

Illustration:  Anne Walther

Illustration: Anne Walther

Es ist ruhig geworden um die Studierendenproteste und Universitätskürzungen. Zuletzt sind eher Lehrerstreiks und Polizeiprobleme Anlass für Sachsen-Anhalts Politiker, sich in den Medien zu Wort zu melden. Das ist nicht weiter erstaunlich, wurde doch mit dem Hochschulstrukturplan ein ziemlich dünnes Dokument aufgesetzt, das die Universitäten zum Sparen aufruft. Zwar sind noch immer die alten Pläne enthalten, vor allem bei Sport-, Geowissenschaften, MuK, Informatik und Psychologie zu kürzen beziehungsweise sogar zu streichen, doch in der Formulierung liest sich vieles seichter und teils äußerst unkonkret. Mehr, mehr, mehr

Apr 2015 hastuUNI Nr. 59 0

Zielvereinbarungen unterzeichnet

Mit gut einjähriger Verspätung konnten sich Sachsen-Anhalts Hochschulen mit dem Wissenschaftsministerium auf Zielvereinbarungen einigen. Was steht drin – und ist das alles?

Illustration: Anne Walther

Illustration: Anne Walther

Am 29. Januar 2015 setzten die Rektorin und Rektoren der Landeshochschulen, die Dekane und Ärztlichen Direktoren der medizinischen Fakultäten und Wissenschaftsminister Hartmut Möllring ihre Unterschriften unter Zielvereinbarungen mit einer Laufzeit bis 2019. Darin versprechen die Hochschulen eine Reihe von Aufgaben zu erfüllen, beispielsweise Kooperationen untereinander und mit der Wirtschaft, Maßnahmen zur Internationalisierung, Gleichstellung und Barrierefreiheit sowie mehr Abschlüsse in der Regelstudienzeit. Im Gegenzug sichert das Land den Hochschulen eine Finanzierung in Höhe der »Bernburger Erklärung« von 2013 zu. Für die Martin-Luther-Universität sind das jährlich gleichbleibend knapp 135,6 Millionen Euro, etwa 1,7 Millionen weniger als 2014. Kostensteigerungen will das Land nur beim nach Tarif oder Besoldung bezahlten Personal übernehmen, und auch da nur zu 90 Prozent. Mehr, mehr, mehr

Apr 2015 hastuUNI Nr. 59 0

Mitmischen an der Uni

Am 27. Mai habt Ihr wieder die (Hochschul-) Wahl. hastuzeit versorgt Euch schon einmal mit ersten Informationen – vielleicht bekommt Ihr ja Lust, auf die andere Seite zu wechseln.

Illustration: Eva Feuchter

Illustration: Eva Feuchter

Ihr spielt mit dem Gedanken zu kandidieren, aber Wahlbekanntmachungen im XXL-Format, Formulare und Fristen schrecken Euch ab? Keine Bange, der Weg auf den Wahlzettel ist gar nicht so schwer. Mitmachen könnt Ihr im Senat und Studierendenrat (Stura) auf der Ebene der gesamten Universität und im jeweiligen Fakultätsrat und Fachschaftsrat auf der Ebene des eigenen Fachbereichs. Mehr, mehr, mehr