Aug 2015 hastuINTERESSE Heft Nr. 61 Rubrik 0

Leistungssportinstrumente oder Tiere?

Der Pferdeleistungssport hat heutzutage nicht nur Prestige, sondern ist auch eine große Geldeinnahmequelle. Aufgrund menschlicher Gier oder überhöhtem Ehrgeiz werden die Pferde häufig viel zu zeitig zu Höchstleistungen getrieben.

8. Leistungsinstrumente (Pferd 1)_Sarah Kretzschmar (2)Mit zwei Jahren ist das Knochengerüst von Pferden noch nicht ansatzweise ausgewachsen. Trotzdem werden Leistungssportpferde früh übermäßig stark belastet, indem sie mit einem Reiter auf dem Rücken lange Strecken schnell rennen oder über sehr hohe Hindernisse springen müssen. Während Amateure oft nur ein Pferd besitzen und aufgrund finanzieller Engpässe und emotionaler Bindung das Tier fürsorglicher behandeln, spielt dies im Profisport eher eine untergeordnete Rolle.

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Aug 2015 hastuUNI Heft Nr. 61 Rubrik 0

»Saalefront« in der Kritik

Bei einer Podiumsdiskussion zum Thema Rassismus im Profifußball kommt es zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen Fußballfans.

Foto: Tobias Hoffmann (Archiv)

Foto: Tobias Hoffmann (Archiv)

Da fand sich die »Saalefront« einmal nicht im Stadion zusammen, sondern in der Uni. Unter den 100 Menschen im Audimax der Martin-Luther-Universität waren etwa 25 Fans des Fußballvereins Hallescher FC, darunter auch Mitglieder der Ultra-Gruppierung. Es war ein ungewohntes Bild, das sich im größten Hörsaal der MLU bot.

Anlass für den unerwarteten Besuch war die vom Studierendenrat der Martin-Luther-Universität veranstaltete Podiumsdiskussion »Diskriminierung, Rassismus und Gewalt im Profifußball«. Ausgerechnet, standen die Ultras doch selbst schon in der Kritik, rassistisches Gedankengut verbreitet zu haben. Nun lauschten sie gespannt, was HFC-Veranstaltungsleiter Bernd Paul zu diesem Thema zu sagen hatte. Mehr, mehr, mehr

Aug 2015 hastuPAUSE Heft Nr. 61 Rubrik 0

Insekten essen!

Eklig? Unhygienisch? Hierzulande ist es für viele unvorstellbar, kleine Krabbler und Kriecher zu verspeisen, in anderen Ländern gelten die Tiere als proteinreiche Delikatesse. Vielleicht werden sie auch in Europa zur Nahrung der Zukunft.

Auf der Erde sind 60 Prozent aller Tiere Insekten. Zugleich bilden sie mit beinahe einer Million Arten die vielfältigste Klasse überhaupt, mehr als 1400 dienen als Nahrungsquelle, sie besiedeln fast alle Lebensräume unseres Planeten. Die ideale Nahrungsquelle also, immer und überall verfügbar. Dass sich jemand als Snack eine Wanze von der Pflanze pflückt, sieht man hier jedoch eher selten.

In Teilen Afrikas, Asiens und Amerikas hat der Verzehr von Insekten durch den Menschen lange Tradition, der Fachbegriff hierfür ist Entomophagie. Erste historische Anhaltspunkte finden sich in assyrischen Darstellungen von 700 v. Chr., bei denen ein Festmahl mit Heuschrecken als Delikatessen abgebildet ist. Auch der Koran und die Bibel enthalten Hinweise auf den Verzehr der Tiere. Essbar sind vor allem Käfer, Hautflügler (zu ihnen gehören Bienen und Ameisen), Heuschrecken, Schmetterlinge, Schnabelkerfe (beispielsweise Wanzen) und Termiten. Mehr, mehr, mehr

Aug 2015 hastuINTERESSE Heft Nr. 61 Rubrik 0

Rennen um das eigene Leben

Jährlich lassen tausende Pferde für den Rennsport, der zur Freizeitbeschäftigung und Geldeinnahmequelle vieler Menschen dient, ihr Leben. Sie werden meist schon viel zu früh eingeritten und müssen unter extremem Stress Höchstleistungen erbringen. Wofür also diese ganze Tierquälerei?

9. Das Rennen ums eigene Lebens(Pferd 2)_Sarah Ketzschmar

Illustration: Sarah Kretzschmar

Vor etwas mehr als zwei Jahren bin ich noch mit einer jungen Stute in meinem Alter auf der Jungpferdekoppel um die Wette gerannt. Nur aus Spaß, um zu testen, wie sich der Wind in meinen Haaren anfühlt und der Boden unter meinen Hufen vibriert. Doch unser Leben war vorbestimmt. Wir sind beide gezüchtete Rennpferde. Unsere Aufgabe ist es, Rennen zu gewinnen.

Als wir noch nicht einmal zwei Jahre alt waren, das heißt, noch nicht ausgewachsen – meine Vorderbeine waren noch etwas kürzer als meine Hinterbeine –, kam ein Mann zu uns. Nach eingehender Betrachtung wurden eine junge Stute und ich in einen Transporter gesteckt. Dann ratterte es, und ich hatte auf einmal Probleme, mein Gleichgewicht zu halten. Nach Verstummen dieses grauenvollen Geräusches öffnete sich die Luke, und wir waren weit weg von unserem Zuhause. Mehr, mehr, mehr

Aug 2015 hastuPAUSE Heft Nr. 61 Rubrik 0

#wortfest

Ob nun über Alltägliches oder das Besondere, ob Poesie oder Prosa – mal lustig, mal ernst: Beim Poetry Slam kommen nicht nur Logophile auf ihre Kosten.

Foto: Riccardo Kirschig

Foto: Riccardo Kirschig

Der HALternativ e. V. veranstaltet regelmäßig »Regio Poetry Slams«, bei denen jeder aus der unmittelbaren Region des Austragungsortes teilnehmen und gegebenenfalls zum ersten Mal Bühnenerfahrung sammeln kann.

Für die Teilnehmer gibt es lediglich drei Regeln: Die Texte müssen selbst verfasst worden sein, das Zeitlimit von sechs Minuten gilt es möglichst einzuhalten, und außer dem Manuskript dürfen keine Hilfsmittel, wie etwa Requisiten, verwendet werden.

Am Ende einer jeden Rezitation erfolgt dann die Bewertung durch eine Jury. In der Vorrunde besteht diese aus zufällig ausgewählten Personen aus dem Publikum, die mithilfe von Jury-Karten eine Punktewertung zwischen eins und zehn vergeben, wobei die jeweils höchste und niedrigste Wertung gestrichen wird, um gegebenenfalls befangene Wertungen auszusondern. Im Finale besteht die Jury schließlich aus dem gesamten Publikum, das den Sieger des Abends mittels der Intensität des Beifalls für die einzelnen Künstler bestimmt. Mehr, mehr, mehr

Aug 2015 hastuINTERESSE Heft Nr. 61 Rubrik 0

In einer Tram vor unserer Zeit

Wir haben in den verstaubten Kisten unseres Redaktionsbüros einen kleinen Schatz gefunden: Vor 10 Jahren erschien in unserer Vorgängerzeitschrift, dem READiculum, der Artikel »Der Nahverkehr und die Studenten«. Damals sah die Situation um das Vollticket noch anders aus. Ein kurzes Märchen bringt uns zurück in die Zeit lange vor dem Semesterticket.

In einer Tram_Anne Walther

Illustration: Anne Walther

Es war einmal ein Städtchen in den südlichen Gefilden eines Königreichs namens Sachsen-Anhalt. Dort lebten und studierten viele, viele kluge junge Menschen, die jeden Tag den beschwerlichen Weg zu ihren Hörsälen zurücklegen mussten. Zu dieser Zeit, man schrieb das Jahr zweitausendundfünf, war noch nicht die Rede von einem vollsolidarischen Semesterticket, und man musste für ein einfaches Ticket in der Straßenbahn läppische anderthalb Taler löhnen. Der arme Studierende musste sich entweder mit dem Drahtesel, seinen eigenen Füßen oder aber einem zusätzlichen Ticket behelfen.

Zweiundsiebzig Taler und fünfzig Groschen kostete damals die Semesterabgabe insgesamt, fünfzehn gingen an das sogenannte »Freizeitticket«. So konnten die Glücklichen in den »betriebsamsten« Stunden
des Tages, nämlich von sieben Uhr abends bis fünf Uhr morgens, kostenlos die öffentlichen Verkehrsmittel der Stadt nutzen. Schon damals widersprachen die Studierenden der Burg Giebichenstein diesem sogenannten »Freizeitticket«, da ihnen dünkte, die Fahrzeiten seien viel zu unattraktiv. Wie recht sie doch haben sollten! Die Mitarbeiter vom Mitteldeutschen Verkehrsbund boten schon damals ein vollsolidarisches Semesterticket feil, wie an so vielen anderen Universitäten des Landes. Mehr, mehr, mehr

Aug 2015 hastuUNI Heft Nr. 61 Rubrik 0

Laut, lauter, Verschwörungstheorie

Warum die Sanierungen am Audimax und der Schulstraße mir den Pulitzer-Preis einbringen werden.

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Foto: Katja Karras

Wer Vorlesungen am Hauptcampus hat, dem werden die Baumaßnahmen am Audimax wohl nicht entgangen sein. Schlappe 120 000 Euro werden dazu benötigt, um meinen Kommilitonen, meinem Prof und mir die Nerven zu rauben. Ich will mich nicht beschweren. Es ist schön, dass das Geld (zumindest teilweise) an den richtigen Stellen ausgegeben wird und man darauf achtet, dass den Studenten nicht die Decke des Audimax auf den Kopf fällt – denn das schafft das Studium oft schon von allein. Jedoch stellt sich mir die Frage, wieso gerade zu den Hauptzeiten der Vorlesungen Bauarbeiter tausende Löcher in die Betonwand bohren, sodass man weder den Prof hören, geschweige denn einen klaren Gedanken fassen kann. Da kommt mir nur eine logische Erklärung in den Sinn: Sparmaßnahmen!

Jetzt fragt Ihr Euch sicher: »Sparmaßnahmen? Was soll das denn? Es wird doch endlich mal Geld zur Verfügung gestellt!« Dies ist aber weit gefehlt, denn ich bin der Ansicht, dass die kommenden Baumaßnahmen verdeckte Sparmaßnahmen der Stadt Halle (Saale) an der Uni sind. Der ewig währende Krach, Bauarbeiter, die sich im schönsten Ostdeutsch quer über das Gerüst zubrüllen (»Maaaariiiiooooooh, gug ma«, die studiorn hior!«), und das alles während der Vorlesung. Das kann übersetzt nur eines bedeuten: Ihr kostet Geld, und wir wollen euch hier nicht! Je lauter, ablenkender und durchtriebener dieser verdeckte Plan ist, desto besser. Denn wer würde schon darauf kommen, dass das alles kein Zufall ist? Ich! Mehr, mehr, mehr

Aug 2015 hastuINTERESSE Heft Nr. 61 Rubrik 1

Schattenland jenseits des Rennbahnkreuzes

Kaum ein Studierender wagt sich jemals nach Halle-Neustadt. Dabei hat Halles größter Stadtteil weitaus mehr zu bieten als nur Klischees.

Neustadt 1_Ramona Wendt

Foto: Ramona Wendt

»In Halle-Neustadt? Nee, da bin ich noch nie gewesen. Warum auch?« höre ich von fast jedem meiner Kommilitonen, wenn wir über meine Heimatstadt Halle sprechen. Jeden Tag fahre ich mit der Straßenbahn durch das so oft kritisierte Halle-Neustadt bis nach Nietleben, in den ersten angrenzenden dörflichen Stadtteil, wo ich wohne. Dann denke ich mir, wie so oft, dass Halle-Neustadt sein negatives Image in vielen Punkten eigentlich nicht verdient hat. Natürlich ist an allen Vorurteilen bekanntlich auch etwas dran. Man kann nicht abstreiten, dass die Plattenbauten und Hochhäuser auf den ersten Blick abschreckend wirken und dass einem in der Straßenbahn und im Einkaufszentrum doch gelegentlich einmal die eine oder andere zwielichtige Person über den Weg läuft.

Aber kann einem das nicht überall passieren? Laut der Mitteldeutschen Zeitung hat Halle-Neustadt mit 6,5 Prozent den größten Migrantenanteil Sachsen-Anhalts und auch eine, im Vergleich zum Rest der Stadt, verhältnismäßig hohe Arbeitslosenquote.

Das alles mag abschrecken, trotzdem scheint es einige, wohl sehr mutige Studenten zu geben, die es sogar in Betracht ziehen, sich an der Haltestelle Feuerwache, also am Anfang Neustadts, eine Wohnung zu mieten. Der Wohnungsanbieter Blockhouse-City preist Wohnungen und WGs extra für Studierende an. Dieses Angebot wird gern angenommen. Beliebt ist die Nähe zum Zentrum der Stadt Halle, das man mit der Straßenbahn in zehn Minuten erreichen kann. Mehr, mehr, mehr