Okt 2016 hastuPAUSE Heft Nr. 68 0

Studierende feiern 100 Jahre Dadaismus

Das studentische Theater DADAZ führte zur Langen Nacht der Wissenschaft Werke der provozierenden künstlerischen Bewegung auf. Und wer war eigentlich Dada Johann Fuchsgang Goethe?

Foto: Nataliya Gryniva

Foto: Daria Resner

Den Auftritt am ersten Juli dieses Jahres eröffnen die acht Studierenden und Dr. Sergej Birjukov, Literaturwissenschaftler und Leiter der Theatergruppe, außergewöhnlich: Sie kommen hintereinander in den Saal und stampfen auf dem Weg zur Bühne laut mit den Füßen. Unterwegs sprechen sie das Gedicht »Karawane« von Hugo Ball. Genauer gesagt sind es einzelne Laute wie »jolifanto bambla o falli bambla« und »großiga m’pfa habla horem«, die das Publikum aus Dozenten, Studierenden und Besuchern am Steintor-Campus zu hören bekommt. Die meisten von ihnen sehen überrascht aus. Mehr, mehr, mehr

Okt 2016 hastuINTERESSE Heft Nr. 68 0

Jetzt erst recht: Europa macht Schule

Vier Studentinnen haben im vergangenen Semester den Kontakt zwischen europäischen Studierenden und hallischen SchülerInnen hergestellt. Lisa berichtet im Interview über ihre Erfahrungen und hofft, dass das Projekt weitergehen kann.

Foto: Tobias Hoffmann

Foto: Tobias Hoffmann

Was ist »Europa macht Schule« (EmS) für ein Projekt?
EmS ist ein gemeinsames Projekt des Vereins »EmS e.V.« und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Das Hauptanliegen ist, den interkulturellen Austausch in Europa zwischen europäischen Studierenden und hallischen Schülerinnen und Schülern zu fördern. Menschen sollen in Kontakt kommen. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Mehr, mehr, mehr

Okt 2016 hastuINTERESSE Heft Nr. 68 0

Freizeit und Engagement

Uni-Leben besteht aus mehr als nur Vorlesungen, Bibliotheken und Hausarbeiten – es bietet Studierenden auch genügend Freiraum, um sich im sozialen, künstlerischen und wissenschaftlichen Bereich zu engagieren und betätigen.

Illustration: Katja Elena Karras

Illustration: Katja Elena Karras

Angebote der MLU

Mit dem Collegium Musicum, dem Sprachenzentrum und dem Universitätssportzentrum bietet die Uni Halle ihren Angehörigen verschiedene Möglichkeiten, sich in ihrer Freizeit zu betätigen.

Universitätschor
Studierende und MitarbeiterInnen aller Fakultäten singen im Universitätschor Halle »Johann Friedrich Reichardt« Werke von der Renaissance bis zur Moderne. Für Interessenten gibt es feste Aufnahmetermine (der nächste am 13. Oktober); Tenöre sind aber Mangelware und daher jederzeit willkommen. Mehr, mehr, mehr

Okt 2016 hastuINTERESSE Heft Nr. 68 0

Softskills im Vorbeigehen

Sich ehrenamtlich an der Uni zu engagieren, ist anstrengend, zeitaufwändig und oft frustrierend. Es lohnt sich trotzdem. Ein Rückblick.

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Illustration: Katja Elena Karras

Fast hätte es diesen Text nicht gegeben. Es ist wieder einer dieser Momente, wo einfach die eine, bestimmte Frage ins Zentrum rückt: Warum und für wen mache ich das hier eigentlich? Der Auslöser für diese Frage ist eine Sitzung des Studierendenrates. Es geht um die Einrichtung eines Aufsichtsrates für die hastuzeit. Der Konflikt ist aufgrund von gegenseitigen Missverständnissen und falschen Grundannahmen entstanden und nun eskaliert. Es geht langsam auf Mitternacht zu, die sachlichen Argumente sind ausgetauscht, es wird unangenehmer, und es werden Vorwürfe ausgesprochen, die das jahrelange Engagement der gesamten Redaktion der Studierendenschaftszeitschrift pauschal entwerten und negieren. Auf die Spitze getrieben von der Aussage: »Eure Illustrationen sind amateurhaft und es gibt ständig Rechtschreibfehler. Ich kenne keinen, der eure Zeitung liest.« Es sind solche Momente, in denen man sich fast ungläubig selbst fragt: Warum und für wen habe ich mich drei Jahre engagiert? Zeit für eine Suche nach dem Warum. Mehr, mehr, mehr

Okt 2016 hastuUNI Heft Nr. 68 0

Studiengeflüster

261 Studiengänge an 10 Fakultäten bietet die MLU; eine beinahe unübersichtliche Anzahl. In unserer Rubrik »Studiengeflüster« stellen unsere Autoren kurz und knapp interessante Aspekte ihres eigenen Studiums vor. Teil 11: Ein kleiner Exkurs in die faszinierende Welt des Fremdsprachenlernens.

Illustration: Katja Elena Karras

Illustration: Katja Elena Karras

Wir alle haben es schon mindestens einmal getan und häufig ruft es sehr unterschiedliche Reaktionen hervor: Das Erlernen einer Fremdsprache. Wer mehr als zwei Sprachen spricht, dem wird häufig ein Sprachtalent attestiert, während andere gern die Ausrede parat haben, Sprachen seien »einfach nicht so ihr Ding«. Schuld daran sind manchmal traumatisierende Erinnerungen an den fremdsprachlichen Schulunterricht. Die Schule scheint so manchem den Enthusiasmus am Sprachenlernen verdorben zu haben.
Ein Problem könnte sein, dass ein hohes Maß an Ausdauer gefragt ist: Wer nicht über Jahre hinweg am Ball bleibt, wird nichts Neues mehr hinzulernen, bereits Gelerntes wieder vergessen und seine Kenntnisse nicht erweitern. Die Vergessenskurve nach Ebbinghaus besagt, dass ohne systematische Wiederholung innerhalb kurzer Zeit der Großteil des Gelernten vergessen wird und nur ein kleiner Rest noch über längere Zeit hinweg stabil bleibt. Das gilt ebenso für Sprachen. Mehr, mehr, mehr

Okt 2016 hastuUNI Heft Nr. 67 0

Lebe, um zu lernen; lerne, um zu leben

Dieses Motto beschreibt die Einstellung von Achim H. zum Lernen ganz gut. Er hat mit über fünfzig Jahren mit dem Beginn eines Studiums einen neuen Lebensweg eingeschlagen. Bei einem gemütlichen Plausch auf der Wiese beim Löwencampus erzählt er von seiner Geschichte und seinen Ansichten.

Foto: Paula Götze

Foto: Paula Götze

Ein leichter Schritt war es nicht für Achim, die Heimat und den gewohnten Alltag zu verlassen, um ein Studium an der MLU zu beginnen. Gewollt hat er es jedoch unbedingt: »Es war, als wäre ich ein Leben lang mit einem falschen Schuh herumgelaufen.« So hatte er immer das Gefühl, ihm fehle etwas Wichtiges im Leben. Als er im gewöhnlichen Alter eines Studenten war, arbeitete er bereits, um seiner Familie eine gute Bildung und auch das Studieren zu ermöglichen. Er übte 35 Jahre einen technischen Beruf aus, bevor er sich entschied, die »tief eingefahrenen beruflichen Gleise [zu] verlassen« und einen Bachelor in Geschichte und Kunstgeschichte zu machen. Um sich diesen Traum ermöglichen zu können, musste er jedoch erst noch sein Abitur auf einer Abendschule nachmachen. Achim erzählte, das wäre eine »ganz schön haarige Angelegenheit« gewesen. Von den anfänglich siebzehn Leuten hätten es lediglich sieben geschafft. Diesen Weg gewählt zu haben bereut Achim jedoch kein bisschen. Der Wissenszuwachs mache ihm großen Spaß. Er habe sich zwar immer schon für vieles interessiert, aber »vor dem Studium war alles nur wie ein Kratzen an der Oberfläche«. Bei Themen derart in die Tiefe zu gehen, wie man es beim Studieren zwangsläufig tut, sei sehr befriedigend.

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Okt 2016 hastuINTERESSE Heft Nr. 67 0

»Ich bin schon ein Politik-Junkie«

Dr. Michael Kolkmann ist Dozent der Politikwissenschaft. Als Lehrkraft für besondere Aufgaben hält er Vorlesungen und bietet Übungen und Seminare in den Lehrbereichen »Regierungslehre und Policyforschung« und »Systemanalyse und vergleichende Politikwissenschaften« an. Von vielen Studierenden wird er wegen seines erfrischenden Lehrstils geschätzt.

Illustration: Katja Elena Karras

Illustration: Katja Elena Karras

Als Student der Politikwissenschaft kommt man an Kolkmann nicht vorbei. Die meisten Politikstudierenden sehen ihn das erste Mal im Wintersemester zu den Vorlesungen der Regierungslehre und Policy-forschung. Diese beginnen für Studierende zur unangenehmsten Zeit, Freitagvormittag, und werden auch noch auf Video aufgezeichnet. Sind Studierende da noch motiviert zu kommen? »Die Vorlesungen werden, glaube ich, schon ganz gut besucht. Der Raum wird schon seit Jahren für diese Vorlesung um dieselbe Zeit reserviert, und die Videoaufzeichnung soll als Service für die Studierenden dienen, was meinem Gefühl nach auch gut angenommen wird.« entgegnet Kolkmann. Die Teilnehmerzahlen sprechen für ihn.
Kolkmann kommt ohne großes Fachkauderwelsch aus und bringt gerne auch mal ein paar humorvolle Folien in die Vorlesung hinein, wie beispielsweise kurios platzierte Wahlwerbung von Parteien. Ebenso wird es von vielen Studierenden geschätzt, dass sie nicht nur reine Zuhörer sind, sondern jederzeit Fragen stellen können und interaktiv eingebunden werden. Beispielsweise durften sich einmal alle während einer Vorlesung über eine Online-Umfrage in das politische Links-Rechts-Schema einordnen. Mehr, mehr, mehr

Okt 2016 hastuINTERESSE Heft Nr. 67 0

Frauenzimmer mit Promotion

Vor über 250 Jahren gelang es Dorothea Erxleben, an der hallischen Universität erste deutsche Doktorin der Medizin zu werden

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Illustration: Katja Elena Karras

Halle, 1741. Die ehrwürdigen Professoren der medizinischen Fakultät der Friedrichs-Universität sind außer sich: Schon seit einiger Zeit versucht ein vorlautes Weib namens Dorothea Leporin, sich in die Reihen der Doktorenschaft zu drängen. Eine Frau, dazu noch unverheiratet und erst 26 Jahre alt – ungeheuerlich! Dieses Weibsbild, so sind sich die Herren Akademiker einig, ist wohl kaum in der Lage, die schwierige medizinische Materie zu durchdringen; ganz abgesehen davon, dass eine Frau sowieso nie der Würde des Arztberufes entsprechen kann! Und nun auch noch das: Nach einem Brief der Leporin hat der Landesherr, seine Majestät Friedrich II., König in Preußen höchstpersönlich angeordnet, sie zur Promotion zuzulassen. Da mögen die Mitglieder des Professorenkollegiums noch so sehr schäumen, am Befehl des absolutistischen und für seine Strenge berüchtigten Herrschers gibt es nichts zu rütteln. Was sie nicht ahnen können: Mit dieser wegweisenden Entscheidung ist der Weg frei für die langfristige akademische Emanzipation der Frau; den Grundstein dafür wird die zukünftige Dr. med. Dorothea Leporin, besser bekannt unter ihrem Ehenamen Erxleben, legen.

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