Okt 2014 hastuPAUSE Nr. 56 0

Herbst auf dem Saaleradweg

Wenn einem zu Hause mal wieder die Decke auf den Kopf fällt, gibt es nichts Schöneres als rauszugehen und fremde Landschaften zu erkunden. Denn Abwechslung tut immer gut.

Foto: Christian Schoen

Foto: Christian Schoen

In der letzten Woche war es mal wieder so weit, ich musste raus aus der erdrückenden Stadt und ab in die Natur. Also habe ich mal wieder mein Fahrrad geschnappt und mich mit der Bahn auf den Weg nach Thüringen gemacht. Auf dem Programm stand diesmal der Saaleradweg. An der Grenze von Bayern zu Thüringen, genauer in Blankenstein, habe ich mich auf den Drahtesel geschwungen, um die Natur an der Saale im Herbst zu erkunden. Ein besonders schöner Abschnitt des Saaleradweges führte mich also durch den Frankenwald, von Blankenstein nach Saalfeld. Mehr, mehr, mehr

Okt 2014 hastuPAUSE Nr. 56 0

Das Aufschieben verschieben

Ein Text über den Irrglauben an das Gute im Morgen

Illustration: Eva Feuchter

Illustration: Eva Feuchter


Jeder vertagt mal etwas, zum Beispiel das Entstauben seiner Bücherregale, das Ordnen seiner Unterlagen, die irgendwo auf dem Schreibtisch verstreut sein müssten, oder Dinge, die man weit hinters Bett geschoben hat. Aufschieben ist in der Regel harmlos und in gewissen Maßen normal, problematisch wird es, wenn man durch das eigene Prokrastinieren Nachteile erfährt oder an seinem Aufschiebeverhalten leidet. Mehr, mehr, mehr

Okt 2014 hastuPAUSE Nr. 56 0

Das etwas andere Gutscheinheft

Aus dem Haus kommen und Halle neu entdecken. Zur Anregung haben Vanessa Bührmann und Nadine Kümmel ein kleines Buch entworfen. Wir haben uns mit Vanessa unterhalten.

Foto: Yvonne Most

Foto: Yvonne Most

Wie seid ihr auf die Idee des »Stadtstreuners« gekommen?

Wegen des Studiums bin ich nach Halle gezogen und hatte auch schon relativ früh die Idee dazu. Ich bin durch die Stadt gegangen, was bei uns in der Familie auch »herumstreunen« genannt wird. So kam dann auch die Idee für den Namen. Ich hab selbst ein Gutscheinbuch gesucht, aber leider keines gefunden. Und dann sagte jemand zu mir, ich solle es doch selber machen. Dieser Gedanke ist mir lange im Kopf geblieben. Nur wusste ich nicht, wie man das mit Computer und Design macht, und irgendwann kam ich auf die Idee, dass ich ja Leute kenne, die das können, und dann hab ich Nadine gefragt.

Welchen Nutzen seht ihr darin?

Ich habe hier in Halle viele nette Läden gesehen, die aber alle klein und wirklich keine Ketten sind, was es sympathisch macht, aber natürlich auch schwieriger zu überleben. Mein Gedanke war, dass die Läden zumachen, wenn niemand hingeht. Die haben so tolle Ideen, aber wenn alle immer nur sagen, dass sie es kennen, aber da noch nie gewesen sind, dann hat der Laden auch nichts davon. Zum einen war es also der Wunsch nach einem Gutscheinheft, und zum anderen kann man die Leute noch unterstützen. Mehr, mehr, mehr

Okt 2014 hastuPAUSE Nr. 56 0

Die Ruhe vor dem Sturm

Chronik einer Schwangerschaft – Teil 2

Foto: Christian Schoen

Foto: Christian Schoen

13. Woche! Die sagenumwobenen ersten kritischen Wochen der Schwangerschaft sind vorüber. Das Kind hat alle Anlagen gebildet, anfängliche Übelkeits- und Schlafanfälle werden allmählich weniger, und im Spiegel strahlt einem das blühende Leben entgegen. So zumindest die Theorie. Doch gibt es Tag für Tag neue Entscheidungen zu treffen, die einem statt strahlender Schönheit tiefe Augenringe ins Gesicht treiben.

Manchmal wochenlang quält man sich mit der Frage herum, wann nun der passende Zeitpunkt sei, den werdenden Großeltern von der frohen Kunde zu berichten. Wie erklärt man seinen stolzen Eltern, dass aus den ehrgeizigen Zukunftsplänen ihrer zielstrebigen Tochter so schnell doch nichts wird? Anstelle mit vollem Tatendrang eine Sprosse nach der anderen die Karriereleiter emporzusteigen, bleibt eben diese nun für die nächste Zeit eingestaubt im Keller stehen. Mehr, mehr, mehr

Okt 2014 hastuPAUSE Nr. 56 0

Ein Löwe, der mit Sand wirft

Die gusseisernen Tiere vor dem Löwengebäude kennt jeder. Die afrikanischen Löwen im Bergzoo sind sicher auch bekannt. Aber es gibt noch weit mehr Löwen in Halle. Tausende von ihnen spüren Tag für Tag mit ihren feinen Sinnen unsere Schritte, wenn wir über den hallischen Boden gehen.

Die Rede ist vom Ameisenlöwen, den sicher nur die wenigsten kennen. Dabei gehört er zu Halle wie wir Studenten. Das relativ trockene Klima sagt ihm dabei sehr zu.
An regengeschützten Stellen mit möglichst feinem Sand finden wir überall in der Stadt die charakteristischen Trichter, die die Ameisenlöwen in den Boden graben:

Foto: Stefan.lefnaer (CC BY-SA 3.0) http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Fallen_Ameisenlöwe.jpg

Foto: Stefan.lefnaer (CC BY-SA 3.0)

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Fallen_Ameisenlöwe.jpg


Diese Grube graben sich die Ameisenlöwen selbst, indem sie dafür ihre mächtigen Mundwerkzeuge nutzen. Im Trichter versteckt wartet der Ameisenlöwe nun regungslos auf ein Beutetier. Wie der Name schon sagt, gehören Ameisen zu seiner Lieblingsspeise. Da man aber als Lauerjäger mit festem Wohnsitz nicht allzu wählerisch sein sollte und der Ameisenlöwe seine eigene Bezeichnung vermutlich nicht kennt, bereichert er seinen Speiseplan auch mit allen anderen Krabbeltieren wie Spinnen, Insekten und Asseln. Mit seinen feinen Haaren, die auf seinem Körper verteilt sind, spürt er die mikrofeinen Erschütterungen, die die potenziellen Beutetiere mit ihren vielen kleinen Beinen erzeugen. Mehr, mehr, mehr

Okt 2014 hastuPAUSE Nr. 56 0

Studiengeflüster (5)

263 Studiengänge bietet die MLU an 10 Fakultäten an, eine beinahe unübersichtliche Anzahl. In unserer Rubrik »Studiengeflüster« stellen unsere Autoren kurz und knapp interessante Aspekte ihres eigenen Studiums vor. Teil 5: Nachhaltigkeit mal anders betrachtet

Foto: Shinobu Sugiyama (CC BY-NC-ND 2.0) www.flickr.com/photos/sgym662114114/5395345796

Umweltschädigung möchte keiner. Doch stattdessen sich selbst einschränken wollen nur die wenigsten.

Foto: Shinobu Sugiyama (CC BY-NC-ND 2.0) www.flickr.com/photos/sgym662114114/5395345796


Nachhaltige Entwicklung, Energiewende, Klimawandel – Begriffe, die aktuell in aller Munde sind. Nachhaltigkeit wird seit Kurzem auch von einer ganz anderen Seite betrachtet – als Feld der Umweltsoziologie. Nun werden sich einige fragen, was denn ein Soziologe zur Nachhaltigkeit als eher traditionell naturwissenschaftlichem Thema zu sagen hat. Das Ganze ist einfacher, als man denkt.

Wer an der hallischen Uni Soziologie studiert, dem kann dieses Thema in einem Seminar begegnen. In dem Modul »SP2 – Spezielle Soziologie« kann man zwischen wirtschafts- und umweltsoziologischen Themen wählen. Ich entschied mich aus Neugier für das Seminar »Nachhaltigkeit«. Was ich davon mitgenommen habe, soll mir nun helfen, das Hauptanliegen davon einmal vorzustellen. Mehr, mehr, mehr

Okt 2014 hastuINTERESSE Nr. 56 0

Oh, Romeo aus Schweiß und Papier!

Im Oktober beginnen an der MLU jedes Jahr tausende Liebesgeschichten. Ihre ganz persönliche hat hastuzeit-Redakteurin Julia Plagentz aufgeschrieben. Wem wohl gelten diese süßen Worte?

Foto: Silke Gerstenkorn (CC BY-NC 2.0)  www.flickr.com/photos/silkegb/3507441358

Foto: Silke Gerstenkorn (CC BY-NC 2.0)
www.flickr.com/photos/silkegb/3507441358

Du und ich. Seit fast drei Jahren sind wir nun ein Paar. Kein akademisches Viertel davon möchte ich missen. Wir sind kein Paar, das Händchen haltend liebestrunken über eine Blumenwiese taumelt. Auch brauchen wir keinen Kai Pflaume (übrigens geborener Hallenser), der mit seiner schleimig-kitschigen und mittlerweile abgesetzten Show unsere Liebe erneuert. Immerhin habe ich auch schon viele erlebt, deren Zusammensein nach nur wenigen Monaten ein tragisches und endgültiges Ende fand. Unüberbrückbare Differenzen. Uns wird das nicht passieren.

Wir verbringen unsere Zeit in Vorlesungssälen, Seminarräumen und auf den engen Gängen meiner Institute. Unsere Beziehung ist rational und säuselt nur manchmal Liebesschwüre in zweierlei Sprachen. My love, mon amour … Mehr, mehr, mehr

Okt 2014 hastuPAUSE Nr. 56 0

Vom Suchen und Finden eines Mitbewohners

Eine Zweier-WG sucht den Dritten im Bunde und findet die Richtige.

Illustration: Han Le

Illustration: Han Le

Wir befinden uns in Halle in einem relativ großen, aber bald leeren WG-Zimmer. Die Mutter tapst leicht nervös aufs eine und dann aufs andere Bein. Ihre Arme sind verschränkt, als sie ein paar Fragen über das Zimmer, die Miete und unsere WG-Aktivitäten stellt. Ich versuche, bei der Beantwortung ihre Tochter mit ins Gespräch einzubinden, die jedoch eher schweigsam danebensteht und nur dann und wann zustimmend nickt. Während meine Mitbewohnerin die nächsten Fragen übernimmt, versuche ich, mich wieder Lena* zu widmen. Es fällt mir schwer, denn ich bin mir nicht sicher, wer hier von wem begutachtet wird. Mehr, mehr, mehr