Dez 2014 hastuPAUSE Nr. 57 0

Gendern im Oman

Das Sultanat am Golf schreibt weder das Kopftuch vor wie der Iran, noch gibt es ein Fahrverbot für Frauen wie in Saudi-Arabien. Trotzdem ist das Bild an der Universität ein völlig anderes als hier.

Foto: Alexander Kückes

National Day auf dem Campus der SQU.

Foto: Alexander Kückes

Neben mir ertönt ein charakteristischer Pfiff. Am Anfang dachte ich, das müsse eine Art Kuckucksuhr sein. Aber nach kurzer Zeit habe ich mich daran gewöhnt, dass wieder bloß irgendein Smartphone eine WhatsApp-Nachricht empfangen hat.

Es ist die Zeit nach einer Vorlesung, in der viele Studenten ihre Geräte aus der Tasche holen und anfangen zu tippen. Schnell habe ich begriffen, dass ein Großteil der Kommunikation unter den Kommilitonen über Sofortnachrichten auf dem Handy läuft. Für mich eine großartige Gelegenheit, Arabisch zu lernen, denn im Gegensatz zum gesprochenen Wort kann man sich die Unterhaltung auf dem Handy später noch einmal durchlesen und Vokabeln besser merken. Mehr, mehr, mehr

Dez 2014 hastuPAUSE Nr. 57 0

Weihnachten am anderen Ende der Welt

Jeder liebt Weihnachten. Es ist zwar eine Zeit, in der die Temperaturen unter null Grad sinken und man nicht ohne warmen Mantel das Haus verlassen kann.

Illustration: Anne Walther

Illustration: Anne Walther

Es ist auch die Zeit mit einem ganz besonderen Zauber. Man wartet auf den Schnee, man dekoriert den Weihnachtsbaum mit großer Begeisterung und man übt die traditionellen Weihnachtslieder, weil man will, dass am 24. Dezember alles sitzt. Aber natürlich feiern Menschen auf der ganzen Welt in ganz unterschiedlicher Weise das Fest der Liebe.

In meinem Heimatland Frankreich gibt es nicht viele Unterschiede zum deutschen Weihnachten. Wir beginnen ziemlich früh, unsere Häuser zu dekorieren, und Ende November strahlen auch schon die Straßen. Ab dem 1. Dezember können wir ein Glas Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt genießen und ganz viele handgearbeitete Produkte kaufen. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, je weiter man in Richtung Osten geht, desto schöner sehen die Märkte aus. In diesem Bereich haben die Franzosen wirklich einen Grund, eifersüchtig zu sein. Mehr, mehr, mehr

Dez 2014 hastuPAUSE Nr. 57 0

Für zwei, drei Bier

Ein Gespräch mit einem Musiker über die niedrigen Eintrittspreise der hallischen Rockkonzerte

Foto: Elisabeth Kulla

Foto: Elisabeth Kulla

Zwanzig Minuten vor Beginn des Konzertes beschwert sich eine junge Dame darüber, dass 50 Cent für die Garderobe bei den Eintrittspreisen – in diesem speziellen Fall 15 Euro an der Abendkasse – nun wirklich zu viel verlangt seien.

Diese Bemerkung ist der Anlass für ein Gespräch mit dem musikalischen Leiter besagten Konzertes, Frithjof Eydam (*1985). Er ist freischaffender Musiker und Komponist, Lehrer für Kontrabass und Klavier und Gründungsmitglied der Krautrockband Fake Blanche.

Was kostet die Durchschnittseintrittskarte für ein Konzert?

Gefühlt würde ich sagen … maximal fünf Euro.

Wer entscheidet über diesen Preis?

Das macht der Veranstalter. Wenn ein Club ein Konzert veranstaltet, dann bestimmen die auch den Eintrittspreis. Mehr, mehr, mehr

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Autismus – eine unsichtbare Behinderung

Wie ich als Autist meine Umgebung wahrnehme und welche Probleme damit verbunden sind

Illustration: Katja Karras

Illustration: Katja Karras

Es ist schwer für mich, die Unterschiede zu erklären, welche bei der Art der Wahrnehmung von Autisten und Nichtautisten bestehen, da ich in meinem Leben nie ein Nichtautist gewesen bin und auch nie sein werde. Ich fange daher mit einem Gedankenexperiment an, welches ich mir in jüngster Zeit immer wieder überlege: Was wäre, wenn die meisten Menschen Autisten wären, wenn es also normal wäre, Autist zu sein? Ich denke, die Menschen würden unter anderem Gebärdensprache benutzen, da das Kommunizieren mit Lauten schnell sehr belastend werden kann. Gerade wenn viele Menschen sich auf engem Raum versammeln und sich unterhalten, führt das schnell zu einem sehr störenden Geräuschpegel. Für mich ist es dann zum Beispiel sehr schwer, die Stimme meines Gesprächspartners von dem einzigen Geräuschbrei zu unterscheiden, welcher mich umgibt. Aber auch, wenn ich still in einer Ecke sitze, ist es nicht einfach, diese vielen akustischen Reize, welche auf mich einströmen, zu verarbeiten. In die Mensa gehe ich daher meist kurz nachdem sie geöffnet hat oder kurz bevor sie schließt, also immer dann, wenn sie einigermaßen leer ist. Mehr, mehr, mehr

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Von der Uni zu UNICEF

Zwei Interviews über die UNICEF-Arbeitsgruppe Halle und die Möglichkeit der UNICEF-Campusgruppe, Université Paris Ouest Nanterre la Défense, Frankreich

Foto: Antonio Zugaldia (CC BY 2.0)  Quelle unter dem Text

Foto: Antonio Zugaldia (CC BY 2.0)
Quelle unter dem Text

Donnerstag, 6. November 2014, 14 Uhr an der Händelstatue auf dem hallischen Marktplatz. Normalerweise der wohl beliebteste Treffpunkt der Stadt, doch heute erregt ein Lied plötzlich die Aufmerksamkeit der Wartenden und Vorbeiziehenden. Viele Leute, vor allem Kinder, versammeln sich vor dem Stand.

Eine UNICEF-Mitarbeiterin begrüßt Interessierte und erklärt dass diese Veranstaltung im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums des Kinderrechtsvertrags organisiert wurde. Es wurden Aktivitäten sowie ein Quiz angeboten, bei dem die Teilnehmenden zum Beispiel Hörspiele gewinnen konnten.

Welche Aktionen organisiert die UNICEF-Arbeitsgruppe Halle darüber hinaus? Wie kann ich mich als Student engagieren? Mehr, mehr, mehr

Dez 2014 hastuUNI Nr. 57 0

Aktiv komatös

Seit Jahren schwindet die Beteiligung der Studenten an der Hochschulpolitik – Eine Bilanz zur politischen Kultur an den Universitäten

Illustration: Han Le

Illustration: Han Le

Wären die deutschen Universitäten ein Patient, so wäre die Diagnose mit Sicherheit unklar.

Einerseits scheint die Mehrheit der Studenten das Interesse an politischer Mitwirkung immer mehr zu verlieren, andererseits gibt es viele verschiedene Interessengruppen und Aktionsgemeinschaften. Während auf der einen Seite aktiv versucht wird, auf die Hochschulpolitik einzuwirken, scheint auf der anderen Seite die in ganz Deutschland um sich greifende »Egal-Haltung« und Politikverdrossenheit auch an den Universitäten Einzug gehalten zu haben. Mehr, mehr, mehr

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Rechtslage: ungeklärt

An der MLU wurden Studierende von Dozenten sexuell belästigt – Eine Darstellung

Illustration: Eva Feuchter

Illustration: Eva Feuchter

An der Philosophischen Fakultät I war schon seit längerem bekannt, dass ein dort tätiger Dozent »schwierig« sei. Gezielt soll sich dieser Studentinnen aus dem ersten und zweiten Semester auf eindeutige Weise genähert haben. Im Juni 2013 dann reichen einige Studentinnen Beschwerde ein. Diese wird von der Beschwerdestelle AGG (allgemeines Gleichstellungsgesetz) und vom Personalrat der Uni geprüft, beide kommen zu dem Schluss, dass hier ein Fall sexueller Belästigung vorliegt.

Dem betroffenen Dozenten wird gekündigt. Dieser erhebt daraufhin eine Kündigungsschutzklage, der vom Arbeitsgericht Halle im Mai 2014 stattgegeben wird. Hier zeigt sich: Die Kündigung ist rechtswidrig, da die nötige Rechtsgrundlage fehlt. Konkret heißt das: Maßnahmen gegen Dozenten, denen sexuelle Belästigung nachgewiesen werden kann, müssen ausbleiben, da das Gesetz das rechtliche Verhältnis nicht eindeutig festlegt. Es bezieht sich momentan nur auf Arbeitnehmer der Universität. Tatsächlich ist bisher nur der umgekehrte Fall, also die sexuelle Belästigung von Dozenten durch Studierende geklärt. Studierende werden hier nur als Täter definiert. Obwohl die MLU Betroffenen zum damaligen Zeitpunkt Anlaufstellen wie das Gleichstellungsbüro, den Stura oder den Arbeitskreis »Sexuelle Belästigung« bietet, haben diese aufgrund der unklaren Gesetzeslage keine wirkliche Einflussmöglichkeit. Mehr, mehr, mehr

Dez 2014 hastuUNI Nr. 57 0

Sülze mit Vanillesoße

Die meisten Unfälle passieren in der Küche, und keiner will sie essen – Bericht über den Kochkurs des Studentenwerks Halle

Illustration: Han Le

Illustration: Han Le

Damit man nicht schuld an solch einem Unfall ist, bietet es sich an, einen Kochkurs zu belegen. Das Problem ist nur, dass die meisten Kochkurse ziemlich teuer sind. Aber es gibt auch den Kochkurs des Studentenwerks Halle, für den man nur 30 Euro zahlt und dafür jeden Dienstag oder Donnerstag um halb sechs kochen lernen kann. An der Volkshochschule kostet bereits ein einzelner Abend fast genauso viel. Mehr, mehr, mehr