Jun 2015 hastuPAUSE Heft Nr. 60 0

Von der Bummel- zur Lumpenmeile

Während es in der Gegend rund ums Paulusviertel eine Vielfalt von Cafees und außergewöhnlichen kleinen Läden gibt, veröden die Haupteinkaufsstraßen, insbesondere die Große Ulrichstraße und die Leipziger Straße, zunehmend. Die Hastuzeit hat dazu bei Geschäftsinhabern als auch bei Passanten nach möglichen Ursachen dieser Entwicklung gefragt.

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Foto: Katja Elena Karras

Jedem, der durch die Fußgängerzone in der halleschen Innenstadt läuft, dürfte es, besonders in den letzten Monaten, vermehrt aufgefallen sein. Hauptakteure hier: Oft wechselnde Geschäfte, die sich kaum mehr als ein halbes Jahr halten um schließlich traurig gescheitert dem Nachfolger den Stab zu übergeben und leere, einsame Schaufenster zurücklassen. Mittlerweile dominieren in der Großen Ulrichstraße hauptsächlich Läden großer Ketten, die viel Ware extrem günstig anbieten, wie »Woolworth« und der kürzlich eröffnete »Tedi«. Geschäftsräume in zentraler Lage liegen hier oft Monate oder länger brach wie zum Beispiel die Räumlichkeiten der vor nun mehr als einem Jahr geschlossenen »McDonalds»«– Filiale. Mehr, mehr, mehr

Jun 2015 hastuPAUSE Heft Nr. 60 0

Hilfe, Kulturschock!

Wie wir ausziehen, die Welt zu entdecken, und geschockt zurückkehren.

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Illustration: Katja Elena Karras

»Das hatte ich also!«, sagte Laura, ohne zu wissen, dass sie es laut ausgesprochen hat. Jeder im Raum starrte sie erwartungsvoll an. Inmitten der Gruppe von Studenten im Seminar »Interkulturelle Kommunikation« sprach die gebürtige Ukrainerin über den Umzug nach Deutschland und seine Folgen.  »Als ich nach Deutschland kam, da saß ich eine Zeit lang jeden Tag weinend auf gepackten Koffern und konnte mir nicht vorstellen, für immer hier zu leben oder überhaupt mein Studium zu beenden. Ich fühlte mich einfach fehl am Platz!« So wie Laura ergeht es vielen, die ihr Heimatland verlassen und aufbrechen, um eine neue Kultur zu entdecken. Doch was ist das eigentlich und wieso passiert es nahezu jedem?

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YYYIGLIMT oder: Ich vs. Ohrwurm

Wie ein Schokoladenriegel-Gentleman und eine weibliche Milch mit roten Lippen meinen Tag versauten.

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Illustration: Katja Elena Karras

Alles fing am Abend vor dem so genannten Yummy-Tag, während meiner Arbeit im Sender an. Eine Kollegin sang aus heiterem Himmel enthusiastisch den Song aus der Kinderriegelwerbung: Yummy, Yummy, Yummy. Sofort sah ich vor meinem geistigen Auge die leidenschaftlich ineinander verschlungenen Komponenten des Riegels aus dem Spot. Ich lächelte beseelt, bekam ein kurzes Hüngerchen und ging dann unbeirrt meiner Arbeit nach.

Am nächsten Morgen holten mich die verliebten Nahrungsmittel jedoch wieder ein. Oder besser gesagt der Song von Ohio Express, zu welchem sie turtelten. Es war Mittwoch. Ich putzte mir die Zähne und erkannte in dem vertraut-surrenden Geräusch meiner elektrischen Zahnbürste ein Riff und dazu gesellte sich plötzlich eine Hookline – Yummy, yummy, yummy I got love in my tummy. Als in meiner inneren Zahnputzsanduhr das letzte Korn fiel und Putzi mir stolz zunickte, beendete ich den Pflegeakt. Doch neben dem Geschmack der Zahnpasta blieb da noch etwas. Yummy, yummy, yummy I got love in my tummy. Mehr, mehr, mehr

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Binaurale Beats – Viel Lärm um nichts?

Was haben weinende Kinder, die es in der roten Edition von Pokémon bis in die Stadt Lavandia geschafft haben, und Jugendliche im I-Dosing- Zustand gemeinsam? Sie haben binauralen Beats gelauscht.

Illustration: Katja Elena Karras

Illustration: Katja Elena Karras

Ein heiß diskutiertes Thema im Internet ist das so genannte Lavandia-Syndrom. Dabei steht »Lavandia«  in diesem Kontext für eine pokémonianische Geisterstadt und deren Themenmelodie.  Nach Angaben von angeblich betroffenen Eltern sollen Kinder, die im Spiel bis in oben benannte Stadt vorgedrungen sind, an starken Depressionen und Trauer- sowie Angstzuständen gelitten haben. Schuld daran war anscheinend die Melodie, bestehend aus so genannten binauralen Tonfolgen. Diese führte Berichten zufolge sogar zu 200 Suizidfällen. Ans Tageslicht kamen diese Angaben nach Aussage von Verschwörungstheoretikern nicht, da Nintendo den Mantel des Schweigens um sich und die Familien der Opfer gelegt habe. Mythos, der in den Weiten des Internets herumspukt oder Wahrheit? Fakt ist, dass die Melodie von den Programmierern still und heimlich geändert wurde und der Pokémontrainer seitdem zu einem anderen musikalischen Backround durch die Geisterstadt pixelt. Mehr, mehr, mehr

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Lebenselixier

Sie tun es überall. Ob in Kursen, im Verein oder in der Disco. Sie tanzen. Doch der Tanz ist nicht nur Zeitvertreib. Er ist der körperliche Ausdruck von purer Lebensfreude. Wer tanzt, befindet sich in seiner ganz eigenen Welt. Doch was genau passiert eigentlich mit uns, wenn wir tanzen?

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Illustration: Sarah Kretzschmar

Sieht man Britta Rossbach und Reinhold Stumpf, deutsche Meister in Tango Argentino 2014, beim Tanzen zu, scheinen sie über die Tanzfläche zu fliegen. Ihre Körper verschmelzen förmlich miteinander und die Welt um sie herum scheint nicht mehr zu existieren. Von Weitem sieht es so einfach aus, doch während sich die Beiden bewegen, läuft ihr Gehirn  auf Hochtouren. Es erkennt Rhythmen, vergleicht diese und setzt sie in gespeicherte Bewegungsabläufe um. All das passiert in Bruchteilen von Sekunden.

Doch nicht nur bei Profitänzern laufen diese Prozesse ab, denn jeder, der tanzt, fördert sein Gehirn.

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Was tun, wenn«s piept?

Es piept im Ohr. Tag und Nacht. Woche um Woche. Jahr für Jahr. 24 Stunden lang, ohne Unterbrechung: »Piiiiiieeeeeep«.

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Illustration: Anne Walther

So oder so ähnlich fühlt es sich an, wenn man an akutem Tinnitus leidet. Einem andauernden Geräusch, welches im Ohr zu hören ist, ohne dass von außen Schallwellen erzeugt werden, die einen solchen Hörreiz verursachen würden. Mit anderen Worten handelt es sich um eine auditive Störfunktion, die dem »Hörenden« den Eindruck vermittelt, ein konstantes Geräusch wahrzunehmen, das es eigentlich nicht gibt. Ein Geräusch, welches oftmals als unangenehm empfunden wird. Vor allem nachts, wenn man nicht schlafen kann, weil es ständig piept oder während der Prüfung, bei der man krampfhaft versucht, sich über den störenden Ton hinweg zu konzentrieren. Dabei kann das Störgeräusch vielfältige Formen annehmen und reicht von einem eklatanten Piepen, bis hin zu einem permanenten Pfeifen, beharrlichem Rauschen oder Knacken.

Was es bedeutet, ständig von einem solchen Geräusch umgeben zu sein, das weiß auch Matthias. Matthias ist 28 Jahre alt und ehemaliger Elektro- und Informationstechnikstudent der Universität Leipzig – und leidet an Tinnitus. Mehr, mehr, mehr

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Mit Sicherheit verliebt

Wie ein schwedisches Modell in Deutschland Schule macht und das im wahrsten Sinne des Wortes.

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Illustration: Robert May

Sex. Aids. Pornographie. Auch in unserer heutigen Zeit noch immer ein eher an den Rand geschobenes Themenfeld. Jeder kennt diese Begriffe, ob sie jeder versteht, ist zu bezweifeln. Schnell wird klar, hier muss interveniert werden.

So startete bereits 2001 in Rostock, angeregt durch ein Treffen der IFMSA (International Federation of Medical Students» Associations), mit einem Workshop für Medizinstudenten, ein Projekt mit dem Namen Mit Sicherheit verliebt. Es widmet sich genau diesem auch heute noch in vielen Kreisen schlichtweg ignorierten Thema. Das in den Neunzigern in Schweden konzipierte und zunächst auf Mecklenburg-Vorpommern begrenzte Projekt weitete sich jedoch schnell auch auf andere Bundesländer aus. Mehr, mehr, mehr

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Live Fast Rock Hard Come Naked

Der Rockpool e. V. ist ein gemeinnütziger Verein zur Förderung junger Musikgruppen. Dieses Jahr feiert er sein zehnjähriges Jubiläum. Wie die Organisation hinter den Kulissen abläuft, welchen aktuellen Herausforderungen man sich stellen muss und warum ein Bier mehr am Abend lebensrettend sein kann.

Der Rockpool bei Nacht, Foto: Katja Elena Karras

Der Rockpool bei Nacht, Foto: Katja Elena Karras

»Ich bin seit Ende 2010 dabei. Der Rockpool als solches existiert schon länger, damals allerdings nur als Proberaum in Kröllwitz. 2005 hat sich das damalige Team dann entschlossen, daraus einen Verein mit so einer Konzeption zu gründen. Man ist aus dem alten Proberaum ausgezogen und hat als neuen Standort die Räumlichkeiten hier in der Grenzstraße 19 gefunden. Die ganze Technik hat der Pool über Spenden erhalten, zum Teil aus der Oper Halle. Damit haben sie eine Basis geschaffen, auf der wir heute einfach noch weiter arbeiten können.« erklärt Peter Krische.

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