Mai 2015 hastuPAUSE 0

Mit den Gedanken in Nepal

Eine nepalesische Studentin aus Halle sammelt Spenden für die Menschen in ihrem Heimatland, die unter den Folgen des Erdbebens leiden.

Foto: Max Zeising

Foto: Max Zeising

Auf den ersten Blick macht Rashmi Sharma einen glücklichen Eindruck. Sie lächelt. Doch die Momentaufnahme trügt. »Mir geht es nicht gut«, sagt sie und hält ihre Hände vor das Gesicht. Verständlich. Rashmi ist Nepalesin. Sie lebt und studiert in Halle, doch mit ihren Gedanken ist sie gerade in der Heimat. Bei ihrer Familie, ihren Freunden und Verwandten, die unter den Folgen des Erdbebens leiden, bei dem mehr als 5000 Menschen getötet wurden.

Erfahren hat sie von der Katastrophe am Samstagvormittag, nach einem ebenso grausamen Traum. »Ich habe geträumt, dass ich im Flugzeug sitze und wir abstürzen«, erzählt sie. Dann klingelte das Telefon. Ein Freund war dran und berichtete. Rashmi konnte es nicht fassen. Am Nachmittag hat sie dann mit ihren Eltern gesprochen: »Wir haben kurz miteinander geredet. Sie haben gesagt, dass es ihnen gut geht.« Mehr, mehr, mehr

Apr 2015 hastuPAUSE Nr. 59 0

Der Hallische Zufall

»Der Hallische Zufall« ist die neue Kolumne der hastuzeit. Darin schildert unser Redakteur Tobias regelmäßig Momente und Begebenheiten der hallischen Ab- und Besonderlichkeiten. Im ersten Teil lernen wir den Hallischen Zufall kennen.

Illustration: Anne Walther

Illustration: Anne Walther

Der Hallische Zufall ist ein Lokalpatriot. Nur in der Saalestadt fühlt er sich wohl. Es mag noch hier und da den ein oder anderen Verwandten geben, aber für die interessiert sich der Hallische Zufall nicht sonderlich. Er ist ganz heimisch in der Stadt des Salzes und der Halloren mit ihren Bars und Kneipen, mit ihren Hörsälen und Clubs und ihren Trams und Radwegen. Von Zeit zu Zeit besucht er Partys, Poetry Slams und auch mal Softskill-Veranstaltungen. Besonders aber liebt er Kreuzungen und Ampeln. Er liebt es auf dem Fahrrad vorbei zufliegen und nur kurz zu winken. Solche Momente sind es, in denen er uns am häufigsten begegnet. Unerwartet, überraschend und oft genug zu kurz und viel zu unvorbereitet. Mehr, mehr, mehr

Apr 2015 hastuPAUSE Nr. 59 0

Ein Leben beschreiben

Namensfindung damals und heute

Ein Leben beschreiben Robert_web Genervte Rufe nach »Justin«, »Elias« und »Jacqueline« … Das hört man in Halles großen Supermärkten und überall, wo sich Eltern und kleine Kinder finden lassen. Namen sind heutzutage eng mit Trendsetting verbunden, und wer als Studierende/r selber an Kinder denkt oder vielleicht schon welche hat, der wird sich mit dem großen Thema auch näher auseinandergesetzt haben. Gebannt durchforsten werdende Eltern das Internet nach den beliebtesten Namen des aktuellen Jahres, orientieren sich an Ideen von Stars und Berühmtheiten, die ihre Kinder »Petal Blossom Rainbow« oder »Moroccan« nennen.

Ob über Vornamensseiten, bunte Ratgeber, Fernsehserien, Romane, den eigenen Stammbaum, historische Werke oder auch religiöse Texte: Die Möglichkeiten einen passenden Namen zu finden, sind heutzutage vielfältiger denn je. Auch kreativen Namensfindungen steht, außer den gesetzlichen Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches, nichts im Wege. So sind Einfach-, Doppel- und Mehrfachnamen in Deutschland erlaubt, die auf ein Geschlecht hinweisen und weder beleidigend, noch lächerlich wirken und somit nicht das Persönlichkeitsrecht des Kindes verletzen. Doch ob man sich Gedanken über Herkunft und Bedeutung der infrage kommenden Namen gemacht hat, bleibt offen. Mehr, mehr, mehr

Apr 2015 hastuPAUSE Nr. 59 0

Mausefalle

Ein Comic verbindet menschliche Körper mit einem unmenschlichen Antlitz

Fischer Taschenbuch Verlag, 294 Seiten, 14,95 Euro

Fischer Taschenbuch Verlag, 294 Seiten, 14,95 Euro

Der Himmel öffnet seine Schleusen. Regentropfen fallen auf den Drahtzaun, den Boden und die Dächer der Baracken. Auf die Lastwagen, die in einer langen Kolonne durch das schmiedeeiserne Tor fahren. Der Regen durchnässt alles, verwandelt den Boden in schlammigen Morast, trifft sowohl Wärter als auch Gefangene. Auf den Seiten der Lastwagen ist ein Hakenkreuz zu sehen. Auf dem Torbogen steht, gleichsam eine letzte zynische Demütigung, in großen Lettern »ARBEIT MACHT FREI«. Rundherum Gestalten mit Uniformen und Schlagstöcken. Es ist März 1944. Das Tor von Auschwitz schließt sich.

Was sich liest wie der grausame Traum eines Hollywoodregisseurs, ist in Wirklichkeit ein Comic. Einer, der der »Graphic Novel«, der ernsthaften narrativen Bildergeschichte, eine weiterreichende Bedeutung brachte als wohl jeder andere. Die Rede ist von »Maus – Die Geschichte eines Überlebenden« des amerikanischen Comiczeichners Art Spiegelman, Jahrgang 1948. Mehr, mehr, mehr

Apr 2015 hastuPAUSE Nr. 59 0

Mit Händen, Füßen und viel Herz

Das studentische Projekt »Willkommen in Halle« unterstützt Kinder und Jugendliche einer hallischen Integrationsklasse mit verschiedenen Schul-und Freizeitangeboten

Foto: Walter Schiefer

Foto: Walter Schiefer

Internationale Klassen haben sich in Deutschland noch nicht etabliert, stattdessen ist noch starkes individuelles Engagement gefragt. An der Sekundarschule Kastanienallee in Halle-Neustadt lernen 27 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren gemeinsam in einer sogenannten Integrationsklasse. Die Schüler kommen unter anderem aus Syrien, Indien, dem Iran, Afghanistan, Rumänien und Bulgarien. Meist haben sie zu Anfang noch sehr geringe Deutschkenntnisse und ganz unterschiedliche Leistungsniveaus. Der Unterricht findet auf Deutsch statt, mit dem Ziel, die Schüler später ihren Schulweg in einer Klasse mit deutschen Schülern fortführen lassen zu können.

Als im Jahr 2013 die Zahl der Flüchtlinge, insbesondere aus Syrien, schnell zunahm, improvisierte Lehrer Uwe Böge zunächst eine Übergangslösung, bis eine reguläre Integrationsklasse eingerichtet werden konnte. Er wandte sich an die MLU um studentische Unterstützung mit einschlägigen Sprach- und Lehrkenntnissen für den »Notunterricht« zu gewinnen. Studierende der Fächer Deutsch als Fremdsprache, Nahoststudien und Arabistik wurden hierbei von Dozenten des Orientalischen Instituts betreut. Mehr, mehr, mehr

Apr 2015 hastuUNI Nr. 59 0

Drei Mal durch die Hölle gehen

Eine weitere tote Sprache lernen. Das große Latinum hatte ich zum Glück in der Schule erworben, sonst hätte ich mir das für mein Theologiestudium auch noch aneignen müssen. Nun musste ich Althebräisch lernen, was ich für das »Basismodul Altes Testament« brauchte, und für Musikwissenschaften musste ich Musiktheorie 1 endlich bestehen.

Illustration: Anne Walther

Illustration: Anne Walther

Mit diesen Gedanken habe ich mich im Wintersemester 2012 von Montag bis Donnerstag jeden Tag von 10 bis 12 Uhr zur Vorlesung Althebräisch begeben. Ich habe natürlich noch andere Module belegt und ein ASQ absolviert. Wer lernt schon ein Semester lang nur eine Sprache? Es muss doch wohl möglich sein, diese Sprache zu erlernen und nebenbei noch weiter zu studieren. Für Althebräisch erhalte ich schließlich keine Leistungspunkte.

Letzten Endes habe ich jeden Tag neben dem Studium stundenlang, nächtelang für diese tote Sprache gelernt, einschließlich der Hausaufgaben und des zu besuchenden Tutoriums. Ich war mir also sicher, dass ich die Prüfung im März 2013 bestehen würde, ich hatte schließlich bis jetzt jede Prüfung bestanden. Falsch gedacht. Von circa 60 teilnehmenden Prüflingen haben nicht mal 10 bestanden. Es blieb aber nicht nur bei dieser einen Prüfung, bei der ich durchfiel. In meinem zweiten Fach scheiterte ich in Musiktheorie 1, obwohl ich doch dachte, dass ich alles könne. Auch hier war ich immer fleißig bei der Vorlesung und im Tutorium, gebracht hat es mir und dem Großteil der Studierenden nichts. Mehr, mehr, mehr

Apr 2015 hastuUNI Nr. 59 0

»Erasmus Life Halle« goes abroad

Die Studenteninitiative »Erasmus Life Halle« schließt sich ihrem großen internationalen Bruder an, dem Erasmus Student Network.

Foto: Charlotte Schnögl

Foto: Charlotte Schnögl


Nachmittags am Hauptbahnhof. Zwischen Reisenden, die mit Ungeduld auf die Einfahrt ihres Zuges warten, steht sie. Ein Schild in der Hand: »Welcome to Halle«. Passagiere gleiten in Eile an ihr vorbei, einige schauen etwas irritiert. Der Zug fährt ein, die Spannung steigt. Als der Schaffner herausspringt und die Zugtüren öffnet, lässt sie den Blick über die herausströmenden Massen schweifen. Hoffentlich hat die Fahrt vom Berliner Flughafen gut geklappt und er hat sich im Großstadtgewirr nicht verirrt, ist womöglich in den falschen Zug, ins westfälische Halle, gestiegen und fragt sich gerade verwundert, wie lange eine Anderthalbstunden-Fahrt nach Halle Saale wohl dauern kann. Wochen vor der Reise haben sie sich geschrieben, die Ankunft geklärt, ein Treffen vereinbart. Jetzt ist er da. Nur noch Sekunden entfernt. Mehr, mehr, mehr

Apr 2015 hastuUNI Nr. 59 0

Abschlussarbeit reloaded

Jeder von uns wird sich eines Tages seiner Bachelor-, Diplom-, Master- oder Staatsexamensarbeit zuwenden. Das Thema wirft oft genug Fragen auf, die nur schwer selbst zu beantworten sind. Aus diesen Gedanken heraus haben Studierende der Anglistik und Germanistik das GraduMeeting geschaffen. hastuzeit hat mit der Koorganisatorin Jenna gesprochen.

Foto: Jenna Gittermann

Foto: Jenna Gittermann

Was genau kann man sich unter dem GraduMeeting vorstellen?

Das GraduMeeting ist ein von Studierenden für Studierende organisiertes Treffen, bei dem Abschlussarbeiten aus der Germanistik und Anglistik/Amerikanistik vorgestellt werden. Dabei kann eine fachliche Diskussion entstehen und man hat die Möglichkeit, ein Feedback zu seiner Arbeit von Dozenten und Kommilitonen zu bekommen. Außerdem können die Referenten über den Schreibprozess und Probleme beim Schreiben berichten. Zuhörer, die das Schreiben einer Abschlussarbeit noch vor sich haben, bekommen also wertvolle Tipps und Anregungen – vielleicht auch für die eigene Themenfindung. Das alles passiert in ganz lockerer, entspannter Atmosphäre – von Studis für Studis eben. Mehr, mehr, mehr