Jan 2015 hastuUNI Nr. 58 0

Studiengeflüster

263 Studiengänge bietet die MLU an zehn Fakultäten an, eine beinahe unübersichtliche Anzahl. In unserer Rubrik »Studiengeflüster« stellen unsere Autoren kurz und knapp interessante Aspekte ihres eigenen Studiums vor. Teil 7: Sklavenhandel in Afrika – keine rein europäische Geschichte

Foto: National Museum of  America (CC BY-NC 2.0)  flickr.com/photos/nationalmuseumof americanhistory/8362039752

Foto: National Museum of
America (CC BY-NC 2.0)
flickr.com/photos/nationalmuseumof
americanhistory/8362039752

Bereits vor dem Eintreffen der europäischen Großmächte in Afrika hatte der Kontinent eine lange und blutige Geschichte der Sklaverei hinter sich. Im Rahmen meines Nebenfaches Geschichte belegte ich vor einigen Semestern ein Seminar, in welchem es eigentlich um die Verschleppung von Afrikanern in die Karibik ging, wo sie versklavt und meist auf den Plantagen ausgebeutet wurden. Eine Hausarbeit zum Seminar musste auch geschrieben werden, und ich beschloss, dieses Thema mit meinem Hauptstudiengang Nahoststudien zu verbinden, denn der Orient muss schließlich auch auf eine lange Geschichte der Sklaverei zurückblicken. Um das, was ich in meinen langen Recherchen für diese Hausarbeit herausgefunden habe, soll es hier gehen. Mehr, mehr, mehr

Jan 2015 hastuUNI Nr. 58 1

Das Rätsel in Rosa

Polnische und deutsche Studierende entdecken auf einer Exkursion, wie Architektur die Identität einer Stadt bestimmt

Foto: Patrick Ulm

Foto: Patrick Ulm

Ein Schloss wird gebaut, hoch über der Stadt, mit Wehrtürmen und Zinnen, Schlosstor und Balustraden. Im 21. Jahrhundert. Die Farbe: Bonbonrosa. Wer macht denn so was? Und vor allem: Warum bloß? Zwanzig Studierende aus Halle begeben sich auf die Suche nach Antworten und reisen in die westpolnische Stadt Posen.

Karsten Holste steht auf dem Marktplatz von Posen und spricht gegen den Wind an, der durch die Stadt pfeift. Er zeigt auf die schmalen, hohen Häuser, die den Platz umschließen. Hübsch sind sie, mit ihren farbigen Fassaden, den Giebel­dächern und Holzfenstern. In den Erdgeschossen der Häuser befinden sich kleine Läden und Cafés, Piroggen-Bars und Kneipen, darüber Privatwohnungen und Büros. Auf den ersten Blick stehen hier renovierte Krämerhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert. »Aber«, sagt Holste und hält inne. Die Studierenden aus Halle halten die Luft an. Sie wissen: Jetzt kommt der Holste-Tricoire-Moment. Mehr, mehr, mehr

Jan 2015 hastuPAUSE 0

Legida schadet Mitteldeutschlands Unis

Warum die Zersplitterung der Pegida-Gruppierung noch nicht deren Ende bedeutet und warum Studierende weiter Flagge zeigen sollten. Ein Kommentar

Pegida gibt es jetzt nicht nur in verschiedenen Städten, sondern auch in Dresden gleich mehrfach und ist zerstritten. Pegida, Legida und Kathrin Oertels Vereinigung. Das ist zunächst einmal eine gute Nachricht. Es ist zu erwarten, dass der Erfolg der so genannten Bewegung nun erst einmal ins Stocken gerät. Für die Universitätsstädte Mittel- und Ostdeutschlands ist das hilfreich, drohten sie doch im Pegidasumpf aus Ressentiments und vielseitiger Feindlichkeit zu versinken. Universitätsstadt zu sein, das bedeutet offen für Neues, offen für andere Ideen und Ansätze. Generell einen wissenschaftlichen aber auch gesellschaftlichen Fortschritt zu erzielen. Austausch mit anderen Kulturen ist da in jeder Hinsicht hilfreich, selbst wenn dieser nicht sofort an Universitäten oder Forschungen stattfindet. Aber auch ganz nüchtern betrachtet war das Bild, welches die Region zuletzt zeigte, sicherlich nicht förderlich für die Universitäten.

Denkt man an Professorenberufungen, freie Institutsgründungen oder die Auswahl von Tagungsorten, muss man befürchten, dass der angerichtete Schaden bereits jetzt immens ist. Insofern waren und sind die Studierenden auch aus Eigeninteresse in der Pflicht, Flagge zu zeigen gegen das Hinterwäldler-Image und gegen rechtspopulistische Strömungen. Eine Universität steht für andere Werte.

Gut also, dass ein erster Etappensieg errungen ist. Bedeutet dies nun, dass man die zersplitterte Pegida zu den Akten legen kann?

Nein, denn dafür ist die Bewegung zu zahlreich und die erzeugten Verwerfungen sind zu groß. 17000 Menschen in Dresden lösen sich nicht einfach auf, ihr Gedankengut bleibt dasselbe und gerade der Legida-Zweig in Leipzig ist offen rechtsextrem und wird weitermachen. Letzterer wird sich leichter enttarnen lassen, als das, was er ist: ein rechtsextremer Aufmarsch. Verschwinden aber wird er nicht einfach. Gerade in Leipzig sollten Studierende aus ganz Mitteldeutschland jetzt verstärkt ihre Meinung äußern, am besten gleich Freitag bei den Gegendemos. Damit auch dieser Schandfleck bald verschwindet, damit rechtem Gedankengut eine Absage erteilt wird und ja, auch damit weiterer Image- und Realschaden von den Universitätsstandorten Mitteldeutschlands abgewendet wird.

Jan 2015 hastuUNI Nr. 58 0

Stressfrei lernen

In sechs Punkten die Aufregung vor der Prüfung reduzieren

Illustration: Katja Karras

Illustration: Katja Karras

Bald geht die Prüfungszeit wieder los. Dies führt bei vielen Studenten zu Stress. Bei manchen ist es nur eine leichte Anspannung, direkt vor der Prüfung, die vielleicht sogar antreibt und motiviert. Aber manch einer bricht schon lange vorher in Panik aus, den Stoff nicht rechtzeitig lernen zu können und somit auf jeden Fall durchzufallen. Ein Gedanke, der dem Lernen und dem Seelenfrieden nicht gerade förderlich ist. Es gibt jedoch ein paar Methoden, mit denen man ohne großen Aufwand die Nervosität bekämpfen kann. Mehr, mehr, mehr

Jan 2015 hastuPAUSE 0

Erste Eindrücke von Halle

Kurz vor der Haltestelle »Hermannstraße« befindet sich der Laden »Rauminhalt«. Dort werden in zwei kleinen Räumen die ersten fotografischen Eindrücke von Halle der zwei Flüchtlinge Samihulla und Ehsan, der Migrantin Holland und des Erasmus-Studenten Francisco präsentiert.

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Fotos: Johanna Sommer

Friederike und Laura haben ein Projekt namens „Aufreißer» umgesetzt, welches in der Geiststraße 43 zu finden ist. Sie haben den Kontakt zu den Fotografen gesucht, das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat die finanzielle Unterstützung für die Ausstellung ermöglicht, und die Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e.V. hat den beiden geholfen.

Warum sie gerade diesen Ort ausgesucht haben, begründet Laura damit, dass hier die Leute »oft vorbeikommen« und der »Raum ist von innen und außen sehr schön«. Friederike bezeichnet es als »zentrales Podium für verschiedene Künstler«. Mit der Ausstellung sind die beiden sehr zufrieden und sind froh, dass sie ihre »Ideen auch umsetzen konnten«.

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Jan 2015 Allgemein hastuPAUSE 0

Wir sind alle Charlie

Gedenken an die «Charlie Hebdo» an der Händelstatue am 09.01.2015

Wir, die französischen Studenten der Martin-Luther-Universität, haben am Freitag, den 9. Januar, um 12 Uhr an der Händelstatue Kerzen für die Opfer des Anschlages auf das Satiremagazin »Charlie Hebdo« angezündet. Wir sind stumm, empört und entrüstet aufgrund der Ungerechtigkeit dieser abscheulichen Tat.

Charlie-Hebdo-Elodie-Sauër

Foto: Elodie Sauër

Heute weinen wir nicht nur für die getöteten Journalisten, sondern auch für unsere ganze Nation und für Europa. Heute tragen wir alle das gleiche Leid.

Aber es brennt noch die Flamme unserer Hoffnung. »Nein«, sagen wir. »Nein« zu den Amalgamen. Der Islam ist nicht verantwortlich. Also dürfen wir nicht verallgemeinern. Extremismus ist ein Gift, das leider in jeder Religion und in jedem Land existiert, ebenso wie der Rassismus.

Jan 2015 hastuUNI 0

»Gegen rassistische Hetze«

Unter diesem Motto wurde auf Facebook von ver.di-Studis Halle/Saale eine Veranstaltung erstellt, die zu einem kleinen Flashmob am 7. Januar um 11.40 Uhr vor der Tulpe am Uniplatz führte. Hintergrund ist die geplante Demo in Leipzig gegen die »Islamisierung des Abendlandes«.

Flashmob 7.1.

Fotos: Johanna Sommer.

Studierende versammelten sich vor Ort und als Zeichen des Protestes gegen Pegida. Denn am 12. Januar werden sich Anhänger der Pegida in Leipzig zusammenfinden. Marco Pellegrino hat in seiner Rede klar Stellung zu Pegida bezogen: »Sie ist das Produkt einer Gesellschaft, welche in ihrem Kern ein enormes Problem mit Rassismus und anderen Formen der Diskriminierung hat. Es liegt an uns, die wir diese Menschenverachtung zutiefst verabscheuen, einen grundlegenden Wandel in der Gesellschaft herbeizuführen. Dies kann und wird nicht von heute auf morgen passieren, aber wir können einen ersten entscheidenden Schritt gehen, indem wir sagen: Der PEGIDA keinen Fußbreit – Weder in Dresden, noch in Leipzig – Nirgendwo!« Deswegen ruft er dazu auf am 12. Januar gegen Legida zu demonstrieren. Wer dann vor Ort auf seinem Smartphone bei Facebook eine Demo gegen Legida suchte, stieß auf die Seite »Hallesche Bürgerinnen gegen LEGIDA«, welche die zwei Studenten Stefan Krabbes und Oliver Jähnichen ins Leben gerufen haben. Dort schreiben sie, dass der Treffpunkt am 12.1. um 16 Uhr am Hauptbahnhof in Halle ist. Mehr, mehr, mehr

Jan 2015 hastuPAUSE 0

Schweigeminute in Frankreich

Am 8. Januar 2015 hielten alle in Frankreich um 12 Uhr eine Schweigeminute und gedachten der Opfer des Anschlags auf die Satirezeitschrift »Charlie Hebdo«.

Bereits im November 2011 wurde ein Brandanschlag auf die Redaktion der Satirezeitschrift »Charlie Hebdo« ausgeübt. Hintergrund war eine Ausgabe zum Wahlerfolg der Islamisten in Tunesien. Das Cover zierte eine Karikatur von Mohammed.

Je suis Charlie in Halle

Auch Halle/ Saale zeigte Solidarität mit den Opfern, deswegen befand sich ein Plakat am 7.Januar zu Füßen des Händeldenkmals. Foto: Johanna Sommer

Nach weiteren Zeichnungen von dem Propheten folgten einige Terrorwarnungen und französische Einrichtungen wurden in islamischen Ländern geschlossen. Im Januar 2013 gaben sie das Leben von Mohammed als Comicbiografie heraus. Der Chefredakteur Stéphane Charbonnier hatte wegen den vielen umstrittenen islamischen Karikaturen Personenschutz bekommen, sich aber auch klar geäußert: »Ich habe keine Angst.« Er wehrte sich immer gegen Zensur in seiner Zeitschrift. Auf dem Deckblatt der aktuellen Ausgabe ist eine Karikatur mit dem Schriftsteller Michel Houellebecq zu sehen: »En 2015, je perds mes dents … en 2022, je fais ramadan!«. Was übersetzt so viel bedeutet: 2015 verliere ich meine Zähne … 2022 mache ich Ramadan!«
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