Mai 2017 hastuPAUSE Heft Nr. 72 0

Leid und Erlösung

Jawlensky malte wie besessen immer wieder dasselbe Motiv, selbst als er kaum noch einen Pinsel halten konnte. Rouault identifizierte sich mit der tragischen Figur des traurigen Clowns. Eine Gegenüberstellung der Figurenbilder dieser beiden tief religiösen Künstler wird in der Sonderausstellung »Sehen mit geschlossenen Augen« im Kunstmuseum Moritzburg gezeigt.

Foto: Marcus-Andreas Mohr

Foto: Marcus-Andreas Mohr

Alexej von Jawlensky und Georges Rouault – zwei Namen, die nicht unbedingt jedem bekannt sein dürften. Beide waren Künstler, beide wirkten vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ihre Figurenbilder zeigen auffallende Parallelen, doch ist es nicht bekannt, ob sich die beiden Künstler je persönlich gegenüberstanden. Das jedenfalls erfährt der Besucher dank Audioguide bereits zu Beginn des Rundgangs der Sonderausstellung »Sehen mit geschlossenen Augen« im Kunstmuseum Moritzburg. Über 120 Werke der beiden Expressionisten werden dort in einer Gegenüberstellung gezeigt. Etwas versteckt liegt der kleinere Ausstellungsraum in der oberen Etage des Nordflügels der Moritzburg, der das Frühwerk der Künstler beherbergt und zugleich den Beginn des Rundgangs markiert.

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Mai 2017 hastuINTERESSE Heft Nr. 72 0

Kant in aller Munde

Am Wochenende vom 28. bis zum 30.4.2017 kamen rund 90 philosophiebegeisterte Menschen zusammen, um Vorträge über Auseinandersetzungen mit den Schriften des kritischen Kant zu diskutieren. Professoren, Dozenten und Studierende fanden alle den Weg zum Uniplatz der MLU und freuten sich auf eine lehrreiche und zum Nachdenken anregende Zeit.

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Foto: Daniel Stader

Von draußen kann man die leisen Geräusche schon hören, die auf Unterhaltungen schließen lassen. Nachdem die steinerne Treppe des Unigebäudes erklommen wurde, sind die Personen zu sehen, zu denen die Stimmen gehören. Das Gefühl, etwas Besonderem beizuwohnen, macht sich in einem breit, denn dass so viele Persönlichkeiten zusammengekommen sind, um gemeinsam an einem philosophischen Thema zu wirken, ist fast unvorstellbar. Mehr, mehr, mehr

Mai 2017 hastuINTERESSE Heft Nr. 72 0

Der Herzschlag Europas

Jeden Sonntag um 14 Uhr kann man sie auf dem Marktplatz beobachten: etwa 50 Personen, Europa-Flaggen haltend, zum Abschluss die Europa-Hymne »Ode an die Freude«. Die wöchentlichen Veranstaltungen sind der hallische Ableger der proeuropäischen Bewegung »Pulse of Europe«. Ein Gespräch mit den zwei MLU-Studierenden, die die Initiative in Halle ins Leben gerufen haben.

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Foto: JEF Halle

Ursprünglich wurde die Bewegung von einem Paar aus Frankfurt am Main gegründet, welches besorgt auf das Wahljahr 2017 und die zunehmend nationalistisch-populistischen Strömungen in vielen EU-Mitgliedsländern blickte. Nach dem für viele überra­schen­den Brexit und der Wahl Donald Trumps sahen sie ihre schlimmsten Vermutungen bestätigt und veranstalteten Ende November 2016 die erste öffentliche Kundgebung in Frankfurt. Seitdem ist die Zahl der Veranstaltungsorte stetig gewachsen. Mittlerweile finden die sonntäglichen Versammlungen in über 120 europäischen Städten statt, unter anderem in Rom, Paris, Brüssel und Amsterdam – und seit dem 19. Februar auch hier. David Horn und Niclas Hütte­mann haben »Pulse of Europe« nach Halle geholt. Mehr, mehr, mehr

Mai 2017 hastuUNI Heft Nr. 72 0

Party auf dem Appellplatz

In anderen Universitätsstädten ist es längst eine etablierte Sache; in Halle aber warteten die rund zwanzigtausend Studierenden bisher vergeblich auf ein Event dieser Größenordnung. Dieses Jahr ist es so weit: Erstmals findet in Halle ein Campusfest statt.

Fotomontage: Konrad Dieterich Foto: Alexander Kullick, Grafik: campuskultur halle GmbH

Fotomontage: Konrad Dieterich
Foto: Alexander Kullick, Grafik: campuskultur halle GmbH

Der  Von-Seckendorff-Platz in der Heide wirkt mit seiner Größe fast ein bisschen einschüchternd. Man darf wohl annehmen, dass das auch die Absicht der Architekten war, die diesen einst als militärisches Gelände genutzten Komplex in den Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts entwarfen. In der jüngeren Vergangenheit kennt man diesen Ort vor allem als Parkplatz und Standort verschiedener universitärer Einrichtungen. Am 14. und 15. Juni dieses Jahres wird die Geschichte des Platzes um eine Ergänzung reicher: Halles erstes Campusfest wird dort stattfinden.
Maßgeblich beteiligt an der Organisation ist der Studierendenrat der Uni, welcher durch die eigens gegründete campuskultur halle GmbH unterstützt wird. Geführt wird sie durch Claudia Wagner, die das Campusfest in Leipzig schon einige Male miterlebt hat, und Robert Lucka. Seitens des Sturas sind Axel Knapp (RCDS und einer der Vorsitzenden des Sprecherkollegiums des Sturas) und Öffentlichkeitsreferent Martin Lohmann Mitglieder des Organisationsteams. Einige Wochen vor den Festivitäten traf sich die hastuzeit mit ihnen zum Interview. Mehr, mehr, mehr

Mai 2017 hastuUNI Online 0

Anwesenheitsproblem

Wieder einmal Sturasitzung und dieses Mal mit AK-Sprechstunde, also müssten neben den Antragstellern auch AK-Vertreter in den Zuschauerreihen sitzen. Abwarten.

Tagesordnung aus der Tischvorlage

Tagesordnung aus der Tischvorlage

Bevor die Sitzung am 15. Mai startete, machte die Sitzungsleitung, Kai Krause (LHG), darauf aufmerksam, dass Sturamitglieder die nicht mehr regelmäßig zu den Sitzungen kommen können, doch bitte ihren Platz abgeben sollen, damit die Nachrücker aufsteigen können.

Die Sitzung wurde eröffnet, alle 27 anwesenden Sturamitglieder wirkten konzentriert und die Büroleiterin des Sturas, Elke Lopens, legt im ersten Tagesordnungspunkt (TOP) mit den Angestelltenbelangen los. Die Videokamera, über die der Stura verfügt, sei nicht mehr vermietbar, da sie rund 10 Jahre alt sei. »Die Wiedergabetechnik ist mit neuen Geräten nicht kompatibel.« Weiterhin bat sie den Stura für den neuen gewählten Stura eine Klausurtagung zu planen und ihm die Möglichkeit einer Probesitzung zu geben. Mehr, mehr, mehr

Mai 2017 hastuPAUSE Online 0

Der gehobene Zeigefinger

Bunt und quirlig wie ein gut gepflegter Gemischtwarenladen legt sich diese Kolumne ihrem erprobten Leserauge zu Füßen. Frei von den zwängenden Fesseln einer thematischen Beständigkeit, eines übergeordneten Gesamtkonzepts, wird hier nüchtern allerhand Gedachtes geteilt. Thema heute: Klimaschutz.

United Nations Development Programme, Mr. Rohan Chakravarty (CC BY-NC-ND 2.0) https://www.flickr.com/photos/unitednationsdevelopmentprogramme/7090419453/

United Nations Development Programme, Mr. Rohan Chakravarty (CC BY-NC-ND 2.0) https://www.flickr.com/photos/unitednationsdevelopmentprogramme/7090419453/

Vor einigen Tagen, liebe Leserinnen und Leser, da stieg mir Zornesröte ins Gesicht. Genau vor mir lief eine Frau mit brauner Papiertüte an der Hand über die Straße. »Der Natur zuliebe«, stand da drauf. Der Natur zuliebe. Das ich nicht lache!
Niemand tut freiwillig irgendwem irgendwas zuliebe. – Ich übertreibe: So ist der Mensch. Erst recht tut keiner nix für die Natur oder »zukünftige Generationen«. Diese blumige Zwei-Wort Phrase ist schon der nächste Grund laut loszulachen. »zukünftige Generationen«, Ha! An der Kasse gab’s keine Plastetüten mehr. So sieht’s doch aus. Diese Frau wurde zum Rechten gezwungen. Mehr, mehr, mehr

Mai 2017 hastuUNI Online 0

Kampfabstimmung im Stura

Noch ist es 21 Uhr, am Montag dem 24. April. Die Stura-Sitzung läuft seit zwei Stunden, als zwei Studentinnen einen Finanzantrag einbringen. Schon vor der Sitzung ist klar – das wird keine leichte Kost.

Foto: Henrik Merker

Foto: Henrik Merker

Thema ist das Austauschprogramm MEDI≡AH, das seit zwölf Jahren Studierende aus dem russischen Archangelsk und Halle zusammenbringt. Die Reise nach Russland vom 02. bis 11. Mai ist organisiert, die Teilnehmenden stehen fest. Eingeplant sind die beantragten 750€ als Aufwandsentschädigung für Gastfamilien. Formular, Begründung und Kostenaufstellung sind beim Stura eingereicht. Mehr, mehr, mehr

Mai 2017 hastuUNI Online 0

Der Löwe und das Sofa

Auch dieses Jahr stellten die hochschulpolitischen Vertreter sich und ihr Programm im Zuge der anstehenden Hochschulwahlen (10. Mai) bei der „Löwenrunde“ vor. Ein Kommentar zum Spektakel rund um Plüschtier-Tukane und Mauern aus Rednerpulten zum Nachlesen.

Foto: Paula Götze

Foto: Paula Götze

Die alljährlichen Hochschulwahlen stehen vor der Tür und somit veranstaltete der Stura auch wieder eine »Löwenrunde«, bei der Vertreter der Hochschulgruppen die Gelegenheit bekamen, sich vorzustellen. Beim Betreten des Hörsaals, in dem die Veranstaltung stattfand, kam der Eindruck auf, die »Löwenrunde« würde unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden – nur jeder vierte Platz im Hörsaal XIV des Löwengebäudes war besetzt, eingeschlossen die aktiven Teilnehmer der Veranstaltung. Auf Anfrage bestätigte Friederike Schröer (Moderatorin der Veranstaltung und Referentin für Äußere Hochschulpolitik im Stura), dass von den rund 100 Anwesenden 50 bis 70% selbst aus dem hochschulpolitischen Bereich stammten. Angesichts der Tatsache, dass Hochschulpolitik letzten Endes nicht nur die betrifft, die sie mitgestalten, eine ernüchternde Aussage. Mehr, mehr, mehr