Jun 2015 hastuUNI Heft Nr. 60 0

Bildung ist nicht das Ziel der Universität

Die Geschichte von Manuel Kord ist eine besondere. Er besucht die Uni um des Studierens Willen, einen Abschluss wird er nicht machen.

Illustration: Robert May

Illustration: Robert May

Ein recht warmer Tag irgendwann im Mai, irgendwo in Halle. Ich treffe Manuel, wie so oft kenne ich ihn flüchtig vom Sehen, der Hallische Zufall hat mal wieder seinen Zweck erfüllt. Welche Fächer er studiert, in welchem Semester er nun ist, seinen eigentlichen Namen, all das werde ich dem geneigten Leser verschweigen. Das hat nichts mit Geheimnistuerei zu tun, vielmehr bringt Manuel es selbst auf den Punkt:
 

»Ich mache jetzt, was ich will, aber natürlich hat das Konsequenzen. Der Zugang zu meinem eigentlichen Berufswunsch wird mir versperrt sein.« Im Gegensatz zu seinen Kommilitonen nämlich studiert er nur, wie es seinen Interessen entspricht. Mehr, mehr, mehr

Jun 2015 hastuINTERESSE Heft Nr. 60 0

Selbstständig in der Musikszene

Als Student geht man gerne in Clubs oder auf Festivals und lässt sich vom Unialltag ablenken, aber in der Regel macht man sich wenig Gedanken darüber, wie diese Partys zustande kommen und wie viel Arbeit dahinter steckt.

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Foto: Sascha Heenemann

Benjamin studiert an der MLU Mathematik und Informatik auf Lehramt. Dazu macht er gleichzeitig seinen Informatikbachelor. Er ist nicht nur Student, sondern auch Festivalfotograf und Eventveranstalter. Von sich selbst sagt Benjamin, dass er affin für neue Musikrichtungen ist und alles von Rockmusik über Elektronische bis hin zu Schlager hört. Sowohl das »Splash!« als auch »Rock am Ring« wären für ihn einen Besuch wert.

Der Auslöser für ihn auf Festivals zu fotografieren, ist für jeden der vom Dorf kommt schnell nachvollziehbar. Da Benjamin schon früh auf Partys gehen wollte und aus einer kleinen Stadt aus der Nähe von Dessau stammt, in welcher nach 17 Uhr keine Anbindung in größere Städte mehr möglich war, wand er sich früh an eine Community von Fotografen, welche sich »Erwischt.org« nennt.  »Man kam in Kontakt mit verschiedenen Leuten, lernte viele ‚wichtige Personen» kennen und vor allem die DJ´s. So bin ich da rein gerutscht. Habe eine Kamera in die Hand bekommen und eine super Einweisung dazu, was mir auf Anhieb gut gefallen hat. Ich habe mir dann schnell die erste eigene Kamera zugelegt. Gerade nach dem Abi hatte ich viel Zeit für Festivals und irgendwann kennt man die meisten Leute, Veranstalter und einige DJ´s der Region.«

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Heizhausrock auf den Dächern von Halle

Der Sommeranfang steht bevor und somit auch die Fête de la Musique. Wie im letzten Jahr ist auch die Band HOUDINI vertreten. Zu Besuch im Proberaum, konnte man den ersten Vorbereitungen lauschen.

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HOUDINI bei der Fête de la Musique 2014; Foto: Katja Elena Karras

Die Fête de la Musique geht auf eine Initiative des französischen Kulturministers Jack Lang aus dem Jahr 1981 zurück. Am 21. Juni 1982 fand die erste offizielle Fête in Paris statt, danach wurde sie jährlich landesweit veranstaltet. 1985 erreichte das Spektakel erstmals Deutschland. München war die erste Stadt, die sich der Idee annahm. Anfang der 2000er wuchs die Popularität hierzulande und seit 2007 ist auch Halle an der Saale mit dabei. Deutschlandweit nehmen über 50 und weltweit über 540 Städte an dem Event teil, davon allein 300 in Europa.

Das Fest vertritt die Grundidee der musikalischen Vielfalt. An öffentlichen Orten, wie zum Beispiel Cafés, Parks, Fußgängerwegen und Galerien sollen regionale Amateur- sowie Berufsmusiker und Publikum spontan zusammenkommen und gemeinsam feiern. Eintrittspreise gibt es nicht, da der Zugang zu den einzelnen Konzerten für jeden frei sein soll. Entsprechend gibt es auch keine Honorare für die Musiker. Sie spielen an diesem Tag, dem 21. Juni, um die Stadt mit Musik und Klängen zu füllen und so den Sommeranfang zu zelebrieren. Die sommerliche Abendstimmung trägt maßgeblich zur Atmosphäre des Festes bei. Mehr, mehr, mehr

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Die letzten ihrer Art

Zwei ehemalige Studenten der Ingenieurwissenschaften erzählen davon, wie es war auszusterben. Aktuell stehen unter anderem die Geowissenschaften auf der Roten Liste.

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Dr. Dipl.-Ing. Christian Sommer- Foto: Christian Riecken

Nach der Schließung der Ingenieurstudiengänge an der MLU wurde im September 2006 das Zentrum für Ingenieurwissenschaften gegründet, um eingeschriebenen Studierenden noch die Möglichkeit zu geben, fertig zu werden. 2012 hat Christian Sommer seinen Doktor in Bioingenieurwissenschaften gemacht und gehört damit zu einer fast ausgestorbenen Art von Studierenden.

Womit hast du dich in deinem Studiengang beschäftigt?

Ich habe mich mit der Transglutaminase beschäftigt, damit kann man Surimi oder Putenrollbraten herstellen. Das ist ein Hilfsstoff in der Lebensmittelindustrie um Fleisch oder fleischähnliche, proteinhaltige Lebensmittel fester zu machen.

Kennst du noch Kommilitonen die im Bioingenieurwesen immatrikuliert sind?

Ja, einige arbeiten zum Beispiel noch an ihrer Doktorarbeit. Es ist natürlich interessant, weil das Professor-Studierenden-Verhältnis ein ganz anderes ist, als in einem Studiengang, der gerade im vollen Betrieb ist und eine Menge Bewerber und Kommilitonen hat. Aber durch die Zusammenarbeit mit der Biochemie, den Physikern oder den anderen Naturwissenschaften am Weinbergcampus ist man weniger allein. Vor allen Dingen arbeitet man bei den Professoren und den Arbeitsgruppen mit.

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Jun 2015 English 0

hastuzeit in English

As a service for our international students, this is a provisional list of hastuzeit articles translated into English. Happy reading!

Illustration by Katja Elena Karras Original design by Anne Walther

Illustration by Katja Elena Karras
Original design by Anne Walther

In case you’d like to compare, we’ve added links to the corresponding texts in German, too. Stay tuned for more articles to come!
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Schon gehört?

Um Musik, Sprache und Geräusche wahrnehmen zu können, brauchen wir selbstverständlich das Ohr. Aber wie funktioniert dieses hochentwickelte Sinnesorgan eigentlich?

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Aufbau des Ohrs, Illustration: Katja Elena Karras

Die Meisten reduzieren das Ohr nur auf den außen am Kopf sichtbaren Bereich der Ohrmuschel, der sich auch praktisch als Schmuckhalter nutzen lässt. Jedoch ist dies nur der unkomplizierte Teil, den wir zum Hören brauchen. Zum Ohr gehören nämlich auch noch Mittel- und Innenohr, die schon deutlich komplexer und wichtiger zum Hören sind und tief in den Kopf hineinragen. Am besten schaust du dir die Abbildung an, bevor du weiterliest.

Die Reise nach Mittelohr

Die Ohrmuschel mit dem Gehörgang dient als Trichter, um Schallwellen in das Innere des Ohres zu leiten. Dort treffen die Wellen zunächst auf das Trommelfell, eine dünne Membran, die den Gehörgang vom Mittelohr trennt und zwei Aufgaben übernimmt: Zum einem dient es als Schutz, da durch die Membran kein Schmutz und keine Krankheitserreger in das Innere gelangen können, zum anderen nimmt es den Schall eins zu eins auf und gibt ihn durch Schwingungen an die Gehörknöchelchen weiter. Mehr, mehr, mehr

Jun 2015 hastuUNI Heft Nr. 60 0

Behördenwahnsinn

Ich habe ein Problem mit meinem Studium und muss zwischen mindestens zwei verschiedenen Behörden hin und her telefonieren oder hin und her rennen.

Foto: Katja Elena Karras

Foto: Katja Elena Karras

Momentan habe ich es geschafft, mein kleines Nebenfach Musikwissenschaften mit 60 Leistungspunkten in 5 Semestern abzuschließen. Für mein Hauptfach benötige ich etwas mehr Zeit. Daher bin ich davon ausgegangen, dass ich mir irgendwann aus dem Löwenportal für meine Bewerbungen den Beleg ausdrucken kann, dass ich Musikwissenschaften in 5 Semestern über die Bühne gebracht habe.

Falsch gedacht!

Zuerst habe ich festgestellt, dass obwohl alle  Module bestanden waren, im Löwenportal von einem Abschluss nichts zu lesen war. Schlimmer noch, man hatte mich einfach ins 6. Semester eingetragen. Daraufhin fing der ganze Spaß erst richtig an. Mehr, mehr, mehr

Jun 2015 hastuINTERESSE Heft Nr. 60 0

Dranbleiben lohnt sich

Seit fünf Jahren nahm die sächsische Band „Superheld“ immer wieder am deutschlandweiten Schülerband-Kontest „SchoolJam“ teil. Dieses Jahr hat es endlich geklappt und sie gingen als Sieger hervor. Demnächst werden sie die Bühnen Chinas und Mailands rocken.

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Foto: highlevelpic

»Superheld« das sind Johannes, Sänger und Gitarrist, Steven, Keyboarder und Backgroundsänger, Nick, Schlagzeuger sowie Oliver, Bassist. Seit anderthalb Jahren kennt man die junge Alternativ Rock-Band nun unter ihrem Namen. Doch die vier Jungs machen bereits seit fünf Jahren gemeinsam Musik. Sie zeichnen sich insbesondere durch ihre Liebe zu deutschen Texte und ihren einprägsamen Synthesizer-Einsatz aus. Die sächsischen Superhelden betreiben noch echte Handarbeit, sowohl Songtexte als auch die Musik schreiben sie selbst.

Der 19-jährige Schlagzeuger, Nick Dünnebier, ist Psychologie-Student der MLU. Er berichtete uns von dem jüngsten Erfolg der Band beim »SchoolJam«-Kontest. Mehr, mehr, mehr