Okt 2015 hastuPAUSE Heft Nr. 62 Rubrik 0

Um Leben oder Tod

Die Flüchtlingsthematik nimmt in Mitteldeutschland eine ganz neue Dimension an.

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Flüchtlinge in Leipzig Foto: Tobias Heller

Ich kann mich noch ganz gut an den letzten Sommer erinnern. Gerade hatte ich meine Zusage für ein Praktikum in Berlin erhalten, mir übergangsweise ein Zimmer gesichert, da las ich in den Tageszeitungen von den Flüchtlingsprotesten in der Hauptstadt. Ich schrieb einer Freundin: »Wenn ich in Berlin bin, dann schauen wir da mal vorbei.« Ich wollte wissen, was es mit den Protesten auf sich hatte.

Gesagt, getan. Kaum angekommen ging die Nachricht herum, ein paar Flüchtlinge würden ein ehemaliges Hostel besetzen, um gegen ihre drohende Abschiebung und für eine menschenwürdige Unterbringung zu demonstrieren. Sie drohten, vom Dach zu springen, sollte die Polizei das Gebäude betreten. Die Polizisten sperrten das Gebiet rund um das Hostel ab. Zahlreiche Flüchtlingsunterstützer aus der linken Szene fanden sich rund um die Absperrung ein. Mehrere Tage harrten die Geflüchteten in dem Hostel aus. Sie hatten kaum zu essen und zu trinken. Doch erst als sie fast keine Kraft mehr besaßen, beendeten sie ihren Protest. Mehr, mehr, mehr

Okt 2015 hastuUNI Heft Nr. 62 Rubrik 0

Großer Kindergarten

Ein Jahr lang war Norman Köhne Vorsitzender des Studierendenrates der MLU. Das hat dem Lehramtsstudenten gereicht, um allerlei Erkenntnisse zum Thema Hochschulpolitik zu gewinnen. Eine Begegnung in der Kinderinsel des Stura-Gebäudes.

Norman Köhne Foto: Julia Plagentz

Norman Köhne
Foto: Julia Plagentz

Passenderweise sitzt Norman inmitten allerhand Spielzeug, hinter ihm ein hölzernes Laufgitter und ein metallic-grauer Gymnastikball, am Boden ein Teppich mit buntem Knopfmuster. Eigentlich sei auch der Stura wie ein »großer Kindergarten«, sagt Norman.

Gewagte Wortwahl, aber so ist oft der Eindruck Außenstehender. Deinen Stura-Vorsitz hast du im Oktober 2014 begonnen. Ursprünglich warst du Gründungsmitglied der Interessenvertretung Lehramt. Warum der Wechsel?

Die IV lag mir wirklich am Herzen, es war notwendig, sie ins Leben zu rufen. Es hat zwei Jahre sehr viel Spaß gemacht, aber ich wollte einen Schritt weiter gehen und nicht »nur« Mitglied in einem Arbeitskreis des Stura sein, sondern mitspielen im Konzert der vermeintlich Großen des Stura. Okay, »vermeintlich« streichen wir wieder. (lacht) Mehr, mehr, mehr

Okt 2015 hastuPAUSE Heft Nr. 62 Rubrik 0

Wann ist ein Mann ein Mann?

Vom Feinripp zum Feingeist: Männer suchen nach einer neuen Identität

»Die Emanzipation ist tot!« ruft es aus der Ecke. Eine Gruppe Männer am Nachbartisch grölt, jeder den wer-weiß-wievielten Humpen Bier vor sich, mitten in unsere durch den Wein etwas lebhafter gewordene Diskussion. »Jetzt reicht es langsam mit der Gleichberechtigung!« fügt einer der vermeintlich harten Kerle rülpsend hinzu. Was nach einem einmaligen Erlebnis klingt, entspricht dem Wunsch erschreckend vieler Männer. Dass die Diskussion um Geschlechterrollen in Gesellschaft, Beruf und Familie noch lange nicht geklärt ist, sollte allseits bekannt sein. Doch während die Öffentlichkeit darüber spricht, ob und wie Frauen nach Unabhängigkeit streben, verliert der Herr der Schöpfung sein sicheres Bild als Ernährer der Familie, Held des Marmeladengläser-Öffnens und Familienoberhaupt – die Stabilität des Rollenbildes ist verloren gegangen. Mehr, mehr, mehr

Okt 2015 hastuUNI Heft Nr. 62 Rubrik 0

Abenteuer Studium ?

Warum das Leben an der Universität nicht nur aus Bier und Zuckerwatte besteht – und das auch gut so ist

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Illustration: Katja Karras

Aus dem dicken Briefumschlag, auf den man schon lange gewartet hat, fällt sie heraus: die Bestätigung für den Studienplatz. Die von den Eltern viel gepriesene »beste Zeit des Lebens« kann beginnen! Doch bevor man sich auf Studieninhalte, rauschende Partys, gute Musik und nächtliche Ausflüge in der neuen Freiheit »Studium« freuen kann, kommt einem ein weiterer Stapel Papiere entgegen.

Nach nur kurzem Überfliegen der universitären To-do-Liste, Einschreibebedingungen und Anmeldungsdaten schwirrt dem glücklichen Empfänger der Kopf. Wo manche den gesamten Sommer Zeit haben, sich ein Dach über dem Kopf zu suchen und alle Formalitäten zu erledigen, bleiben anderen nur bruchstückhafte Erinnerungen von einem Marathon durch Ämter, Zimmerbesichtigungen und fremden Straßen. An dieser Stelle heißt es Ruhe bewahren, niemand überblickt dieses Wirrwarr sofort. Endlich eingelebt, können Freizeitmöglichkeiten und die ersten Studentenpartys ausgekostet werden. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt, und das darf gebührend gefeiert werden! Mehr, mehr, mehr

Okt 2015 hastuINTERESSE 0

Nazi-Demo gestoppt

Bei zahlreichen Kundgebungen am 10. Oktober klären Iniativen auf, der geplante Nazi-Aufmarsch wird blockiert

Foto: Maria Fedorova

Foto: Maria Fedorova

Von Neustädter Bürgern weitgehend unbeachtet verliefen gestern die Gegendemo von »Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage« sowie der versuchte Aufmarsch von Neonazis der Partei »Die Rechte«. Nach einer erfolgreichen Blockade einiger Aktivisten waren die Rechtsextremen dazu gezwungen, ihre Kundgebung vor dem Neustadt-Centrum abzuhalten. Von einem Großaufgebot der Polizei getrennt, blieb es bei verbalen Auseinandersetzungen. Die »Rhetorik« der rechtsextremen Demonstranten war dabei dazu geeignet jedem angeblich besorgten Bürger aufzuzeigen, wem man da folgt. Augenscheinlich waren aber ohnehin kaum Hallenser anwesend, vielmehr war ein Gros der neonazistischen Rechten von außerhalb angereist.
Erfreulich war der große Zuspruch, den die Fahrraddemo, welche der Stura der Martin-Luther-Universität mit organisiert hatte, fand. Klingelnd und unter Sprechchören wurden diese bei ihrer Ankunft vor dem Neustadt-Centrum begrüßt. Infostände und Radio Corax informierten über Demonstration und aktuelle Entwicklungen im Umgang mit den Geflüchteten.

Okt 2015 Allgemein hastuUNI 0

Protestaktion vor der Senatssitzung

Am 7.Oktober fanden sich gegen 14:15 viele Studierende vor dem Hallischen Saal ein. Dort empfingen sie mit Plakaten die Senatoren, die zu ihrer Senatssitzung gingen. Die Studierenden setzten sich für den Erhalt des Kraftsports an der MLU ein.

Rechts: Kanzler Markus Leber, Mitte: Detlef Braunroth USZ, Links: Malte Berthold

Vor der Senatssitzung, die um 15 Uhr stattfand, hat der Kanzler Markus Leber das Gespräch mit den protestierenden Studierenden gesucht. Malte Berthold, studiert Medizinischen Physik. Er ist Übungsleiter und Trainer für die Ruderer und Taucher. Heute sprach er mit dem Kanzler über die Schließung des Kraftraumes im Brandbergweg 23. Weiterhin hat sich der Leiter des Universitätssportzentrum, Herr Braunroth, am Gespräch beteiligt. Zu allererst schildert Herr Braunroth die Lage im den Kraftraum am Brandbergweg 23. Das Haus ist marode und wird Ende Oktober geschlossen. Bis zum 17.Oktober dürfen die Studierenden noch trainieren, ab da werden die Geräte abmontiert und eingelagert. Mehr, mehr, mehr

Aug 2015 hastuPAUSE Rubrik 0

Pferde in den falschen Händen

2. Artikel Pferd online

Illustration: Sarah Kretzschmar

Nicht nur im Spring- und Rennsport steht das Wohl der Pferde in vielen Fällen nicht mehr an erster Stelle, sondern auch in der Dressur oder beim Westernreiten hat man in den letzten Jahren oft beobachten können, dass gehäuft fragwürdige Trainingsmethoden praktiziert werden. Angefangen im Leistungssport bis hin zu den Freizeitreitern, die dem schlechten Beispiel der Sportler folgen.
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Aug 2015 hastuPAUSE Heft Nr. 61 Rubrik 0

Der Hallische Zufall

Der »Hallische Zufall« ist die Kolumne der hastuzeit. Darin schildert Tobias regelmäßig Momente und Begebenheiten der hallischen Ab- und Besonderlichkeiten. Im dritten Teil geht’s zum Anstoßkreis.

Illustration: Anne Walther

Illustration: Anne Walther

Auf dem Kunst­rasenplatz im Stadt­park trifft man auf die verschiedensten Leute. Einige sind immer da, andere nur selten. Viele Studenten kommen hierher. Schüler der benachbarten Schulen, noch Kinder, die dir aber Knoten in die Beine dribbeln. Wahrscheinlich sind sie jeden Tag und bei jedem Wetter hier draußen, um sich die Zeit zu vertreiben.

Der Hallische Zufall ist ebenfalls häufig hier zu finden. Oft erholt er sich auf den zahlreichen Bänken vom Großstadtstress oder liegt einfach bräsig auf der Wiese und wartet auf die nächste Gelegenheit, ganz unverhofft und zufällig Menschen zusammenzubringen.

Unklar, ob im Stadtpark schon immer gekickt wurde, zum Beispiel als dieser noch Leninpark hieß. Wenn der Park davor schon existierte, hatte er wohl noch einen anderen Namen, aber das ist nicht mehr zu ermitteln. Unbedingt wissen möchte man das aber ohnehin nicht. Sicher ist, als Lenin noch Namenspatron war, hieß der lokal erfolgreichste Verein bestem sozialistischem Vokabular entsprechend Chemie Halle und kickte in Arbeiter- und Bauernstaats erster Liga. Heute nennt man sich Hallescher FC und spielt drittklassig. Mehr, mehr, mehr