Feb 2019 hastuPAUSE Heft 0

Dämonen der Vergangenheit und der Gegenwart

Halle und Banja Luka – zwei StudentInnenstädte derselben Größe, eine in Deutschland die andere in Bosnien und Herzegowina. Sie haben einige Gemeinsamkeiten, und doch trennt sie ein großer Unterschied.

Foto: Antonia Taubert

Um 18 Uhr läuten die Glocken. Es ist nicht die Dame Händel im Roten Turm, die ihren riesigen, gusseisernen Körper schwingt. Hier sind es die Glocken der orthodoxen Christ-Erlöser-Kathedrale, die ihren Klang zum Besten geben. Mit »hier« ist Banja Luka gemeint. Das »Lukasbad« ist die zweitgrößte Stadt in Bosnien und Herzegowina. Die Stadt befindet sich in der Republika Srpska – der »serbischen Republik« – wie diese ins Deutsche übersetzt wird. Die Republika Srpska ist ein Teilgebiet Bosniens und Herzegowinas, welches mehrheitlich, aber keinesfalls ausschließlich von ethnischen SerbInnen bewohnt wird und über eine gewisse politische Autonomie verfügt. Bosnien und Herzegowina – ein Gebilde mit viel geschichtlicher und sozial-politischer Verwirrung. Mehr, mehr, mehr

Feb 2019 hastuINTERESSE Heft 0

Faszination am Gruseln

Schauerliche Geschichten haben eine seltsame Anziehungskraft. Ob Stephen Kings Pennywise oder Mary Shelleys namenloses Monster aus Leichenteilen: Solche Geschichten haben eine lange Tradition, deren Erforschung ebenso interessant sein kann wie ihr Genuss. Ein Interview mit dem Theologen Marco Frenschkowski bietet Antworten auf einige Fragen.

Illustration: Sophie Ritter

Woher kommt die Faszination an unheimlichen, unerklärlichen Dingen? Wieso verbringen Menschen ihre Zeit mit Meistern des Schauerlichen, wie Edgar A. Poe, Bram Stoker, Gustav Meyrink, H. P. Lovecraft oder Stephen King? Wieso verbringen Autoren ihre Zeit damit, Geschichten von Monstern zu schreiben, die sie in ihrem Unterbewusstsein suchen und nicht mehr unter ihren Betten? Antworten auf solche Fragen gab ein Professor für evangelische Theologie in Leipzig. Dieser hatte bereits neben seiner Lehrtätigkeit an der Universität Leipzig seit vielen Jahren auch Forschungen im Bereich unheimlicher und fantastischer Literatur publiziert. Mehr, mehr, mehr

Feb 2019 hastuPAUSE Heft 0

Warum es einen feministischen Streik braucht!

Im letzten Jahr streikten in Spanien über 5 Millionen Menschen im Haushalt oder legten ihre Arbeit nieder. Die Bewegung richtete sich vor allem gegen sexistische Diskriminierung und sexualisierte Gewalt. In diesem Jahr wollen auch in Deutschland bundesweit Menschen ein Zeichen gegen Sexismus setzen. In fast 30 Städten organisieren daher örtliche Gruppen die Aktionen zum Internationalen Frauentag, am 8. März. Ein Gastbeitrag.

Wir schreiben das Jahr 2019. Von modernsten technischen Entwicklungen unserer Zeit abgesehen, fühlt es sich manchmal so an, als würden wir, geht es um feministische Ideen, weit in eine vormoderne Zeit zurückgeworfen. Frauenwahlrecht, Gleichberechtigungsgesetze, Elterngeld, die Anerkennung ‚diverser» Geschlechtsbeschreibungen bei der Geburt und Ehe für alle – das sind Schritte zu mehr Gleichberechtigung. Gerecht geht es zwischen den Menschen trotzdem noch nicht zu. Egal, ob es um angeblich typische Eigenschaften geht oder um Ehe-Privilegien, um die mies bezahlten Jobs in der Pflegebranche, um unbezahlte Arbeit oder um die mediale Darstellung von Frauen als verfügbare Objekte, die geschlechtergerechte Verteilung von Aufgaben in der Familie, der Lohnarbeit, des Gehalts und der gesellschaftlichen Anerkennung befinden sich noch immer in einer erheblichen Schieflage. Mehr, mehr, mehr

Feb 2019 hastuPAUSE Heft 0

Geschichten aus dem HAVAG-Land

Schienengebunden, mit elektrischer Energie betrieben, dient als öffentliches Personennahverkehrsmittel – die Rede ist von der Straßenbahn. In Halle gestalten sich Fahrten mit dieser regelmäßig als modernes Reiseabenteuer. Eine Kolumne über Fahrten rot-weiß. Diesmal geht es um Straßenbahngespräche und deren Folgen.

Illustration: Sophie Ritter

Aufgrund meiner guten Erziehung ist mir bewusst, dass es sich nicht ziemt, andere Menschen (zufällig) zu belauschen. Doch wie jeder von uns im Laufe seines Lebens herausfindet, besteht zwischen dem Wissen um Regeln und ihrer tatsächlichen Befolgung in manchen Situationen eine nicht zu überbrückende Diskrepanz. Ebenjene ließ mich vor nicht allzu langer Zeit mit sämtlichen Konventionen rücksichtsvollen Benehmens brechen – zu schade wäre es gewesen, dem Gespräch nicht zu lauschen, Jahre der Reue und voller Selbstvorwürfe hätten gedroht!

Ich saß also in einer Straßenbahn, welche die Merseburger Straße geduldiger entlang kroch als das Kondenswasser an den Fensterscheiben, wenn ich Nudeln koche. Da begann vor meinen Augen und Ohren ein Gespräch zwischen zwei Damen im besten Alter, welches sich genau so und nicht anders zugetragen hat: Die brünette Dame beschwerte sich im schönsten hallischen Dialekt über die Hitze in der Bahn. »Ach, mit meine Wechseljahren, das ist so furchtbar, nur fünf Minuten in einer Bahn lassen dich schwitzen wie so ne Sau!« Hierzu sei gesagt, dass es bereits Winter und die Bahn an jenem Tag tatsächlich sehr stark beheizt war. »Ja, das kannste laut saren, Meine! Im Sommer Hitze, weil se hier keine Klimaanlage haben, und jetze im Winter drehen se die Heizung auf! Na kein Wunder, dass man da ins Schwitzen gommt!«, setzte die zweite Dame mit blondgefärbten Haaren nach. Mehr, mehr, mehr

Feb 2019 hastuPAUSE Heft 0

Spenden statt Verschwenden

Es ist das Perpetuum Mobile, das den Kapitalismus aufrecht erhält: Kaufen und Wegschmeißen, Kaufen und Wegschmeißen und so weiter. In einem immer schnellerem Rhythmus scheinen wir uns auf Kosten der Umwelt der Verlockung nach neuen Besitztümern hinzugeben, während Gebrauchtes getrost aussortiert wird. Doch dass Konsum weder teuer noch zulasten der Umwelt sein muss, beweisen neue Initiativen wie Umsonstläden.

Foto: Sophie Ritter

Dick eingepackt in eine grüne Regenjacke, mit überdimensionaler Mütze und robusten Stiefeln steht Karoline Schönhardt bestens ausgerüstet hinter der Theke ihres Umsonstlädchens, welches sie im Mai letzten Jahres in ihrer hauseigenen Garage eröffnete. Es ist kurz nach 9 Uhr und die ersten Kunden falten bereits Kleidungsstücke auseinander, durchstöbern das Bücherregal oder wägen verschiedene Paar Schuhe gegeneinander ab. Bei all dem Treiben herrscht eine lockere, herzliche Atmosphäre; Schönhardt und ihre Kundschaft unterhalten sich angeregt. Derweil bringt ein älteres Ehepaar Sachen vorbei, die es nicht mehr braucht – es ist ein reges Geben und Nehmen. Über einen Artikel in der MZ seien sie auf das Umsonstlädchen gestoßen, seitdem kommen sie regelmäßig, um Gegenstände abzugeben oder Schönhardts Lädchen nach kleinen Schätzen zu durchsuchen. Ein junger Vater auf der Suche nach Lesestoff betrachtet einen alten Atlas. »Nehmen Sie den ruhig mit, mit Atlanten könnte ich meinen Weg pflastern!«, ruft Schönhardt mit ihrem österreichischen Akzent. Mehr, mehr, mehr

Jan 2019 Online 0

#35c3 – Refreshing Memories

Während viele noch im weihnachtlichen Fresskoma lagen und auf Silvester zusteuerten, fand in Leipzig der sogenannte Hackerkongress statt. Auch wenn die Technologie im Fokus stand: Der Kongress war nicht nur für sogenannte Nerds relevant.

Foto: Jonas Leonhardt

Foto: Jonas Leonhardt

Zwischen Weihnachten und Neujahr entsteht auf der Leipziger Messe eine einzigartige Welt, die Welt des 35. Chaos Communication Congress, kurz: 35c3. Im Jahre 1984 begonnen und durch ganz Deutschland gewandert, begibt der Kongress sich zum zweiten Mal hintereinander nach Leipzig. Aus den unterschiedlichsten Ländern finden sich Hackerspaces sowie anderweitig technisch und politisch interessierte Gruppen zusammen, um sich auszutauschen und zu vernetzen. Im Mittelpunkt steht dabei ein gesellschaftlich verträglicher Umgang mit neuen Technologien und wie diese allen Menschen zu Gute kommen können. Gespräche werden dabei in verdunkelten Hallen mit hypnotisierender Beleuchtung und verrückten Kunstwerken geführt, eine einzigartige Atmosphäre. Mehr, mehr, mehr

Dez 2018 English hastuUNI Heft Nr. 81 0

Grievance Studies

A critical look at the current state of academia in light of the increasing rates of controversy and gender-related turmoil at Western universities. Guest Commentary

Illustration: Lisa Kollien

«God is dead.« What is often miscon­strued about this most unfortunate quotation is the assumption that its originator basked in his finding. A fierce critic of religion, Nietzsche how­ever never meant for this statement to have any comforting qualities. What he described was a world left in shambles, with people yearning for meaning in the void. This is not meant to be a pamphlet for the values of religiosity, either. Yet, religious vigor rears its head. In a public announcement released in November 2018, the MLU proudly announced satisfaction with its efforts concerning equality and diversity goals.

What is more, the university announced with childlike glee that it would use enormous amounts of money to promote these efforts in the years to come. On the surface this seems noble in intent and hopeful in concept. The skeptic reader will however notice one tendency rather quickly: While the university claims that all its energy is aimed at improving equality, equity is what they really describe. Mehr, mehr, mehr

Dez 2018 English hastuUNI Nr. 81 0

What the … did I just read?

As always, our illustrator’s task was to create some graphic support for some articles. After reading our guest article “Grievance Studies” for the first time, she instead decided to draw a statement against what was written there —which we do not want to hide from you.

Read the related article here.
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