Dez 2018 hastuINTERESSE Heft Nr. 81 0

Nachhaltigkeit. Zwischen Hoffnung und Realität

Die Evangelische Akademie der Lutherstadt Wittenberg rief zu einem Erfahrungsaustausch nach dem Motto »Nachhaltige Hochschule. Auf dem Weg zu einer transformativen Wissenschaft?« auf. Die hastuzeit war dabei.

Foto: Raphael Strauch

»Mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, was auf Erden kriecht!« (Genesis 1,28) Auch wenn die Kirche in heutiger Zeit weitgehend nur noch auf kultureller Ebene eine Rolle in der Gesellschaft spielt, ist die Aussage noch aktuell. In diesem Sinn nahm sich die evangelische Kirche der Verantwortung, die wir als Bewohner unserer Erde gegenüber der Natur haben, an.

Die Veranstaltung verlief in einer Kooperation mit den Organisationen »Studentische Förderinitiative der Naturwissenschaften« (SFI e.V.), der »Regionalen Netzstelle Nachhaltigkeitsstrategien – Mitte« (RENN.mitte) und dem »Netzwerk n«. Der Einladung folgten Studierende der Martin-Luther-Universität Halle und anderer Universitäten. Mehr, mehr, mehr

Dez 2018 hastuPAUSE Heft Nr. 81 0

Geschichten aus dem HAVAG-Land

Schienengebunden, mit elektrischer Energie betrieben, dient als öffentliches Personennahverkehrsmittel – die Rede ist von der Straßenbahn. In Halle gestalten sich Fahrten mit dieser regelmäßig als modernes Reiseabenteuer. Eine Kolumne über Fahrten rot-weiß. Diesmal geht es um die akustische Beschallung in Halles Straßenbahnen.

Illustration: Sophie Ritter

Halle – die Stadt, in der Straßenbahndurchsagen gesprächiger sind als die Kassierer im 24-Stunden-Edeka. Für Letztere hat man im besten Fall Verständnis übrig, im nicht so optimalen Fall nur das gesammelte Kleingeld der letzten drei Monate. Verständnis und Kleingeld; beides Dinge, die – besonders in Kombination – auch das Straßenbahnfahren erleichtern können. Studierende profitieren insofern vom Semesterticket, dass sie ihr Kleingeld sämtlich für Kassierer sparen können, statt es an Ticketautomaten im ansässigen ÖPNV verpulvern zu müssen. Studieren heißt allerdings auch in den meisten Fällen, dass man Zugezogener ist – und somit am Anfang vom Studium viele neue Erfahrungen auf einen warten. Mehr, mehr, mehr

Nov 2018 hastuUNI Online 0

Mobil um jeden Preis

177,40€ allein für das Semesterticket? Was angesichts der aktuellen 118,50€ schlicht nach Wucher klingt, könnte im Wintersemester 24/25 zur Realität werden, wenn die knapp 20.500 Studierenden der MLU sich mehrheitlich für das MDV-Vollticket entscheiden. Eindrücke der Infoveranstaltung am 05. November im Audimax.

Foto: Sophie Ritter

Der Hörsaal XXII im Audimax ist an diesem Montagabend um 18 Uhr nur mäßig gefüllt, gerade mal um die 40 Menschen haben vor der Delegation des Sturas, dem Studentenwerk und der HAVAG Platz genommen. Doch es handelt sich nicht um eine schweigende Mehrheit, ganz im Gegenteil: Während Lukas Wanke (OLLi) kurz und knapp in etwa fünf Minuten alle Eckpunkte über die Abstimmung zum MDV-Vollticket erläutert, dauert die anschließende Diskussion mit dem Publikum mehr als eine Stunde. Die Fronten hierbei sind schnell geklärt – vorne am Rednerpult die Fürsprecher des Ticktes, in den Reihen des Publikums kritische Stimmen. Denn was der eine als »Errungenschaft« betrachtet, findet der andere schlicht und ergreifend ungerecht. Mehr, mehr, mehr

Okt 2018 hastuPAUSE Heft Nr. 80 0

Geschichten aus dem HAVAG-Land

Schienengebunden, mit elektrischer Energie betrieben, dient als öffentliches Personennahverkehrsmittel – die Rede ist von der Straßenbahn. In Halle gestalten sich Fahrten mit dieser regelmäßig als modernes Reiseabenteuer. Eine Kolumne über Fahrten rot-weiß. Diesmal geht es um das hallische Gondwana-Land.

Illustration: Sophie Ritter

Diesen Sommer verbrachte ich viel Zeit in den hallischen Straßenbahnen. Viel, sehr viel Zeit. Wobei es sich falsch anfühlt, von Straßenbahnen zu reden, eher sollte man von Saunen auf Rädern sprechen. Denn bei den vielen Minuten, ja Stunden, die ich in der Straßenbahn zubringen durfte, hatte ich ausreichend Gelegenheiten, mich gebührend in meinem Selbstmitleid ob der Hitze zu suhlen. Ich hätte mich natürlich auch in meinem Schweiß suhlen können, aber das verbietet einem jegliche Konvention.

In den Straßenbahnen hatte ich aufgrund der besonderen Nähe zu den anderen Fahrgästen – zunächst Nähe körperlicher Art, später auch emotional aufgrund des gemeinsamen Leidensdrucks – gebührend Möglichkeiten, die fröhlich vonstatten gehende Transpiration mit allen Sinnen wahrzunehmen. »Veni, vidi, vici«, zu Deutsch »Ich kam, ich sah, ich siegte« sollten wir meiner Meinung nach nicht länger Julius Caesar zuschreiben, sondern dem Schweiß. Egal mit welcher Linie ich fuhr: Der Schweiß kam bei allen Fahrgästen, jeder sah ihn bei sich und anderen, den Gesetzen der Schwerkraft gefügig, am Körper entlang­rinnen, und am Ende besiegte er uns alle. Jedweder Hoffnung nach spätestens drei schweißtreibenden Fahrten beraubt fügten wir uns in das Schicksal eines jeden Bahnfahrers in Halle, mehr oder weniger wohlriechend in A einzusteigen und als Stinktier in B anzukommen. Ich vermute ja eine geheime Kooperation der HAVAG mit diversen Deo-Herstellern. Hashtag Verschwörung! Mehr, mehr, mehr

Okt 2018 hastuUNI Heft Nr. 80 0

»Denn es ist nicht o. k.«

Ein Gespräch mit Sabine Wöller, Koordinatorin der Präventionsstelle Diskriminierung und sexuelle Belästigung.

Foto: Irene Schulz

Beschwerdestelle nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, Sozial- und Konfliktberatung, Gleichstellungsbüro – die Uni Halle scheint gut ausgestattet mit Anlaufstellen, wenn es um Diskriminierung, sexuelle Belästigung und andere Probleme solcher Natur geht. Gerade diese Vielfalt kann aber auch verwirren. Durchblick will die 2018 ins Leben gerufene Präventionsstelle Diskriminierung und sexuelle Belästigung schaffen.

Vielleicht könntest du einleitend ein paar Worte zu dir sagen, zum Beispiel wer du bist und wie du zu dieser Stelle gekommen bist.
Ich bin Sabine Wöller, 31 Jahre alt, und habe hier an der Uni studiert: meinen Bachelor in Medien- und Kommunikationswissenschaften/Deutsche Sprache und Literatur und dann den Master Aufklärung – Religion – Wissen. Neben dem Studium habe ich mich im Bereich Antidiskriminierung engagiert. Ich war einige Jahre beim AK que(e)r_einsteigen, bin beim Q [kju_point] aktiv – das ist eine queerfeministische Veranstaltungswoche, die einmal jährlich seit 2013 in Halle stattfindet – und bin bei der »Mobilen Beratung für Opfer rechter Gewalt« im Social-Media-Bereich tätig. Das Thema begleitet mich schon eine ganze Weile – und da habe ich mich sehr über die Stellenausschreibung gefreut und darüber, dass es dann gepasst hat. Mehr, mehr, mehr

Okt 2018 hastuUNI Heft Nr. 80 0

Studiengeflüster

261 Studiengänge an 10 Fakultäten bietet die MLU; eine beinahe unübersichtliche Anzahl. In unserer Rubrik »Studiengeflüster« stellen unsere Autoren kurz und knapp interessante Aspekte ihres eigenen Studiums vor. Teil 14: Aus dem Hörsaal in das Wohnzimmer der Queen.

Foto: Christoph Richter

Jedes Semester das Gleiche: Texte über Texte, die gelesen werden wollen, zahlreiche Bücher, die darauf warten, gewälzt zu werden, und jede Menge trockene Theorie. Im vergangenen Sommersemester jedoch bot das Institut für Anglistik/Amerikanistik unter der Leitung von Dr. Julia Nitz 15 Interessierten die Möglichkeit, aus dem Unialltag auszubrechen und im Rahmen eines kulturwissenschaftlichen Aufbaumoduls eine Exkursion nach London zu machen. Nicht nur für uns deutsche Studierende, sondern auch für das britische Volk selbst ist die Monarchie nicht wegzudenken, denn die Tradition der britischen Krone reicht über drei Jahrhunderte zurück und ist deshalb fester Bestandteil der Identität. Unter dem Motto »The British Monarchy and Spaces of Cultural Identity Formation« untersuchten wir die Identität anhand der royalen Domizile und deren Ausstellungen. Neben Besuchen in Hampton Court, Windsor Castle, Kew Palace und Kensington Palace blieb auch etwas Freizeit, um London auf eigene Faust zu entdecken und das eine oder andere Abenteuer zu erleben. Ausgangspunkt unserer Forschung bildeten erzähl-beziehungsweise kommunikationstheoretische Ansätze, die davon ausgehen, dass Museen nicht etwa schlichte Fakten präsentieren, sondern eine Art »Geschichte« erzählen, die von den Besuchern individuell »gelesen« wird. Mehr, mehr, mehr

Okt 2018 hastuPAUSE Heft Nr. 80 0

Vom Umgang mit dem Wasser

Der diesjährige Sommer hat sich in die Liste der Extremsommer eingereiht. Die lange Dürreperiode hat mit ihren Folgen für die Natur und unsere Landwirtschaft gezeigt, wie wichtig Wasser für unser aller Leben ist. Doch wie umsichtig gehen wir mit dieser Ressource um?

Foto: pixnio.com

Wasser ist ein lebenswichtiges, wenn nicht das lebenswichtige Element. Es bedeckt mit circa 71 Prozent den Großteil der Erdoberfläche. Jedoch sind davon 97 Prozent Salzwasser, welches nur in geringem Umfang vom Menschen verwendet werden kann. Das für uns nutzbare Süßwasser fällt mit nur rund einem Prozent eher knapp aus. Durch die Sonnenenergie wird der Wasserkreislauf angetrieben. Dieser sorgt dafür,dass das Wasser auf der Erde verteilt wird und für Mensch und Natur verfügbar ist. Durch seine außergewöhnlichen Eigenschaften ist es überall vorhanden – auch der menschliche Körper besteht je nach Alter zu 50 bis 80 Prozent aus Wasser – und stellt so ein wichtiges Bindeglied zwischen den verschiedenen Teilen des Erdsystems dar. Mehr, mehr, mehr

Okt 2018 hastuINTERESSE Heft Nr. 80 0

Studieren damals und heute

Früher war alles … besser? Nein. Aber anders, auch das Studium an den Universitäten und Hochschulen. Rüdiger Gland ging von 1960 bis 1965 auf die neu gegründete Hochschule in Merseburg, arbeitete bis zur Rente im Buna-Werk und lebt noch heute im Stadtteil Neustadt. An einem Sommernachmittag im August erzählte er von seinem Studium und dem Alltag mit Frau und Kind.

Foto: Lisa Kollien

Rüdiger Gland, geboren 1939, ist ein wenig geschockt, als er auf dem Wohnheimgelände der Hochschule Merse-burg University of Applied Science (HoMe) steht. Denn das Gebäude, in dem er sich während des Studiums mit zwei weiteren Kommilitonen das Zimmer teilte, steht nicht mehr. Stattdessen ist dort heute eine Wiese. »Von hier aus konnte ich immer sehen, ob im Hauptgebäude das Licht brannte oder nicht. Im letzteren Fall bedeute das, dass wir ausschlafen konnten, denn der Strom war mal wieder ausgefallen.« 1960/61 begann Gland sein Studium an der HoMe, die damals noch »Technische Hochschule für Chemie Leuna-Merseburg Carl Schorlemmer« hieß. Mit circa 240 Kommilitonen und Kommilitoninnen bildeten sie den ersten Studiengang für Verfahrenstechnik mit dem Abschluss Diplomingenieur für Verfahrenstechnik. Mehr, mehr, mehr