Jul 2018 hastuPAUSE Heft Nr. 79 0

Peißnitz kann jeder

Wir alle kennen es: 30 Grad im Schatten, man kommt verschwitzt aus der Uni, und die Freunde fragen, was man heute machen will. Grillen auf der Ziegelwiese scheint, gemessen an den Menschenmassen, die dort bei Sonnenschein vorzufinden sind, die häufigste Antwort zu sein. Doch gibt es durchaus noch andere Plätze, die entweder unbekannt sind oder von den hitzegeplagten Studierenden unterschätzt werden. Hier eine Auswahl.

Heidesee
Foto: Bastian Raabe

Schon direkt im Stadtgebiet kann man so einiges entdecken: Möchte man zum Beispiel einmal von einer anderen Perspektive das Gedränge unten am Saale­ufer beobachten, eignet sich der Heine-Park über den steilen Felswänden. Dort kann man auf der großen Wiese zwischen alten Bäumen Frisbee spielen, Yoga üben oder von den terrassenartigen Aussparungen die Aussicht genießen. Mit der Straßenbahnhaltestelle Volkspark gibt es sogar eine gute Verkehrsanbindung. Mehr, mehr, mehr

Jul 2018 hastuINTERESSE Heft Nr. 79 0

Lokal global denken: Plastikfreies Jena?

Insbesondere in der Lebensmittelindustrie steht die Umweltfreundlichkeit der Verpackung immer stärker im Fokus. Wie wird das Plastikproblem in Jena gehandhabt?

Redaktion Unique

Im Pazifischen Ozean schwimmt eine Plastik-Insel von der Größe Frankreichs. Ein offizielles Land sind die sogenannten »Trash Isles« noch nicht, doch 2017 starteten Umweltschützer das Projekt, sie als unabhängiges Land von der UN anerkennen zu lassen. Als offizielles Mitglied würden sie von der UN-Umweltsatzung beschützt werden – andere Länder wären also verpflichtet, dort aufzuräumen. Um den öffentlichen Druck zu verstärken, unterzeichnen Menschen in aller Welt, dass sie offiziell Bürger dieses Landes werden wollen. Und tatsächlich ist dieses Projekt gar nicht so unrealistisch. Denn die »Trash Isles« erfüllen bereits die meisten Bedingungen für eine Staatsgründung: die Insel hat ein definiertes Staatsgebiet, eine Regierung und die Möglichkeit, mit anderen Staaten zu kommunizieren. An der permanenten Bevölkerung wird noch gearbeitet. Forschern ist dieser Müllberg bereits seit 20 Jahren bekannt und nun beginnen langsam ernstzunehmende Aktionen – längst überfällig, denn Experten glauben, dass es bis 2050 mehr Plastik in unseren Ozeanen geben wird als Fische. Mehr, mehr, mehr

Jul 2018 hastuINTERESSE Heft Nr. 79 0

Gegrillte Grillen

Ob die noch nach Heuschrecken schmecken? Für alle, die von den immer gleichen drei Fleischsorten gelangweilt sind. Ein Selbstversuch.

Foto: Emilia Peters

Asiatisch essen war doch eigentlich jeder schon einmal, Reisnudeln, halbwegs scharfes Curry oder Sushi sind auf deutschen Abendbrotstafeln gewiss keine Seltenheit mehr. Doch obwohl wir uns fröhlich Frühlingsrollen auftauen oder auch mal Tofu anbraten, sind wir doch, zumindest was das Fleisch angeht, der regionalen Tierwelt ziemlich treu geblieben. Dabei vergessen wir zusehens gleich eine gesamte Gruppe von Organismen, die zwar als exotisch gilt, aber eigentlich auch in unseren Breitengraden beheimatet ist: die Insekten. Denn während die westliche Welt ihr Bestes tut, dem Großteil der Tierchen aus dem Weg zu gehen, stehen sie in vielen Kulturen traditionell auf der Speisekarte.

Und dafür gibt es tatsächlich eine ganze Bandbreite an guten Gründen. Wer einmal den Fleischatlas 2018 von der Heinrich-Böll-Stiftung in der Hand hält, wird einen spannenden Artikel über die zahlreichen Vorteile von Insektenfleisch finden. Zur artgerechten Aufzucht benötigen sie weniger Platz, Futter und Wasser, sie stoßen gerade mal ein Hundertstel CO₂ aus und enthalten zudem auch noch mehr Eiweiß. Eigentlich gleich mehrere gute Argumente, um einmal die Proteinquelle zu wechseln. Mehr, mehr, mehr

Jul 2018 hastuPAUSE Heft Nr. 79 0

Geldlos, Mittellos, Wert(e)los?

Wie mittellos sind wir? Ist mittellos gleich arm? Woran sind wir mittellos, und wie geht unsere Gesellschaft damit um? All diese Fragen werden in der Produktion »Die Mittellosen« des Studierendentheaters der MLU vielleicht nicht beantwortet, aber ganz sicher gestellt. Am 29. Juni spielt das 24-köpfige Ensemble unter der Leitung von Tom Wolter das erste Mal seine eigene Produktion »Die Mittellosen« – wir durften vorher schon einmal vorbeischauen.

Foto: Susanne Eger

Die Probe findet im WUK-Theater-Quartier am Holzplatz statt, wo auch am 29. Juni die Premiere gespielt wird. Als eines der wenigen Gebäude in der abseitsliegenden Straße nahe der Saaleaue fällt es sofort ins Auge. Geschmückt von Spiegeln und einem großen Torbogen mit der Aufschrift »#3 Kapitalismus« ist man gleich im Thema. Das Stück »Die Mittellosen« wird in Kooperation mit dem WUK-Theater-Quartier produziert und unter der Thematik der Spielzeit »Kapitalismus« aufgeführt. Es ist der verbindende Teil einer Trilogie, zu der »Die Schuldigen« (2015) und »Die Glücklichen« (2017) gehören. Eigentlich sollte »Die Glücklichen« das Finale der Trilogie werden, doch das jetzige Stück passe so gut in die aktuelle Spielzeit des WUK Theaters, erzählt Tom Wolter, der das Studierendentheater seit 2013 leitet. Mehr, mehr, mehr

Jul 2018 hastuUNI Heft Nr. 79 0

Teilen verboten

Auf Verlangen der Hochschulleitung musste der »Fairteiler«, ein öffentlich zugängliches Lebensmittelregal, abgebaut werden. Die Uni ist nicht bereit, einen neuen Standort dafür zur Verfügung zu stellen.

Illustration: Emilia Peters

313 Kilogramm Lebensmittel werden pro Sekunde weggeworfen, das entspricht etwa 82 Kilogramm Lebensmittel pro Person im Jahr. Weltweit leiden rund 815 Millionen Menschen an Hunger, also jeder Neunte. Das sind ganz schön große Zahlen, die ganz schön weit weg sind, denn es geht ja dabei zum größten Teil um die Entwicklungsländer – falsch! Auch in Deutschland leiden etwa eine halbe Million Kinder an Hunger, hinzu kommen die, die nicht mitgezählt werden, weil sie es nicht zugeben würden. Denn Deutschland ist ja ein reiches Land. So reich, dass wir so viel Essen wegwerfen können und wollen? Wäre es denn nicht schön, man könnte es denen geben, die es gerade brauchen? Oder würde es nicht schon reichen, die Lebensmittel, welche noch genießbar sind, einfach nicht wegzuschmeißen, sondern weiter zu geben? Mehr, mehr, mehr

Jul 2018 hastuPAUSE Heft Nr. 79 0

Geschichten aus dem HAVAG-Land

Schienengebunden, mit elektrischer Energie betrieben, dient als öffentliches Personennahverkehrsmittel – die Rede ist von der Straßenbahn. In Halle gestalten sich Fahrten mit dieser regelmäßig als modernes Reiseabenteuer. Eine Kolumne über Fahrten rot-weiß.

Illustration: Sophie Ritter

Alle reden heutzutage davon, dass sie mal entschleunigen wollen, mal runterkommen vom Alltag. Was es dafür nicht alles gibt – das Angebot reicht von Yoga über Meditation bis hin zu autogenem Training. Kann teuer werden. Dabei gibt es eine kostengünstige Alternative: den Franckeplatz. Oder besser gesagt: eine Fahrt mit der Straßenbahn über diesen. Wobei Fahrt vermutlich das falsche Wort ist, die Straßenbahn steht an dieser Stelle nämlich mehr, als dass sie fährt. Und dabei ist es ganz egal, aus welcher Himmelsrichtung man kommt oder wohin man will. Früher oder später wird die Bahn immer langsamer, der eben noch einströmende Fahrtwind wird zu einer kaum wahrnehmbaren Brise, und schließlich: Halt auf freier Strecke. Das, Freunde der Entspannungstechniken, nenne ich mal gelebte Entschleunigung. Mehr, mehr, mehr

Jul 2018 hastuUNI Heft Nr. 79 0

Studiengeflüster

261 Studiengänge an 10 Fakultäten bietet die MLU; eine beinahe unübersichtliche Anzahl. In unserer Rubrik »Studiengeflüster« stellen unsere Autoren kurz und knapp interessante Aspekte ihres eigenen Studiums vor. Teil 13: Von Charles, dem absolutistischen Herrscher seines Herzogtums, und der Zwangsdeportation eines Inselvolkes.

Kartengrundlage: commons.wikimedia.org/wiki/File:Indian_Ocean_
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Viele werden folgendes Szenario wiedererkennen: Ein Seminar nach dem anderen, eine endlos wirkende Aneinanderreihung von oft halbherzig vorbereiteten Referaten, gelangweilte Gesichter und die gleichen drei Personen, die etwas zur Diskussion beitragen. Doch natürlich gibt es auch Ausnahmen: die Seminare, die einen nachdenklich, geschockt, wissbegierig und mit dem Drang, in der Freizeit selbst nachzuforschen, zurücklassen. Solch ein Seminar durfte ich letztes Semester besuchen, und immer noch beschäftigen mich einige der Inhalte.

»Little England – Great Britain: Nationalism, British Identity (and the Brexit)« lautete der Titel der Veranstaltung im Rahmen des Aufbaumoduls Kulturwissenschaft, welches für einen Bachelor oder im Lehramtsstudium der Anglistik/Amerikanistik absolviert werden muss. Vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart reichten die von Dr. Therese-Marie Meyer ausgewählten Themen des Seminars, wobei der Fokus von Religion über territoriale Ausweitung bis zu Identitätsproblemen reichte. Mehr, mehr, mehr

Jul 2018 hastuUNI Heft Nr. 79 0

Kratzer an der »linken Dominanz«

So wertet die Campus-Alternative Halle ihren Einzug in den Stura. Die rote Vorherrschaft etabliert sich derweil in Form der Jusos, die GHG schrumpft beträchtlich, und die OLLi bleibt stärkste Kraft im Stura. Eine kommentierte Zusammenfassung der diesjährigen Hochschulwahl.

Illustration: Sophie Ritter

Lag es an der Abwesenheit in der Löwenrunde? Sind den hallischen Studierenden Themen wie Umweltschutz einfach nicht mehr so wichtig? Oder waren alle potentiellen Wähler der Grünen Hochschulgruppe (GHG) im Bio-Supermarkt, als sie am dringendsten gebraucht wurden? Man weiß es nicht. Fest steht jedenfalls: Die vorrangig an grünen, nachhaltigen Themen interessierte Liste ist nicht länger zweitstärkste Kraft im Stura. Statt der im Vorjahr errungenen acht Sitze wird die GHG ab Oktober mit fünf Sitzen weniger vertreten sein. Gewinner sind hingegen die Jusos, welche nun den bisherigen Rang der GHG einnehmen. Während im Februar die Mutter-Partei SPD in bundesweiten Umfragen erstmals hinter die AfD rutschte, scheinen die hallischen Studierenden sich durchaus noch mit Themen wie »Freiheit, Feminismus, Solidarität« identifizieren zu können. Grund für die Jusos, ihre fünf neu errungenen Sitze zu feiern; mit insgesamt sieben Sitzen proben sie nun – frei nach Kevin Kühnert – den Zwergenaufstand im neuen Stura. Vielleicht gegen die Campus-Alternative? Mehr, mehr, mehr