Jan 2016 hastuINTERESSE Heft Nr. 63 0

Stichworte

Die wichtigsten Begriffe zur Flüchtlingsdebatte

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Illustration: Katja Elena Karras

UNHCR – UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge, leistet logistische und humanitäre Hilfe und sammelt aktuelle Zahlen zu Flüchtlingsbewegungen weltweit.

BAMF – Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Entscheidet unter anderem über Asylanträge und befasst sich mit Zuwanderung und Integration.

Asyl – Aufnahme von politisch Verfolgten. Asylbewerber dürfen in den ersten drei Monaten nicht arbeiten, danach auf Antrag möglich. Nach Anerkennung: Aufenthalt zunächst für drei Jahre. Grundlage: Art. 16a des Grundgesetzes.

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Jan 2016 hastuINTERESSE Heft Nr. 63 0

Auf keinen Fall Urlaub

Jenseits der Fernsehbilder: Zwei persönliche Perspektiven auf die Situation an den Grenzen der Balkanstaaten

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Ich habe Andrej während eines Praktikums in Polen kennengelernt. Wir waren dort zusammen in einem Wohnheim mit anderen Praktikanten und Studierenden unter anderem aus Jordanien, Mazedonien, Tunesien, Griechenland und Kroatien. Heute, etwas mehr als ein Jahr später, sind all diese Länder solche, die Geflüchtete auf dem Weg nach Deutschland passieren. Andrej lebt in Osijek im Norden Kroatiens, in der Nähe der Grenze zu Serbien.

How do you assess the current situation in Croatia?
From my point of view I can say that the refugees were kindly accepted and taken care of while traveling through my country. The fact that many people, especially in the region I live in, identify themselves with them as they had the same destiny about 20 years ago,
searching for safety for their families when fleeing the war. (Yugoslav War in the mid-90s, Anm. d. Red.) I also think that the government did a good job concerning their travel and transferring them through the country. They also provided them with facilities to stay and rest for a few days as well as medical assistance to continue their journey. Heated shelters were set up in Slavonski Brod. Nevertheless winter is coming which could represent a major problem.
To sum up, I think that as a country we did a good job, these people deserve our help and even though evil words will always be present I somehow believe that the big majority of the people are really just looking for a safe place for their families. Unfortunately in times like this with the current events that have happened, it is inevitable that more and more questions will be asked about passing them all to Europe.

People are only crossing Croatia, nearly nobody wants to stay. In how far have the refugees been visible for you?
Actually not really, I personally haven«t witnessed any of them. For sure that was because most of them were using bus and train transportation organized by the government, all the way from the Serbian border to Slavonski Brod, or directly to the Slovenian border. Only in the beginning of migration there was a day or two in Osijek when I heard that a lot of them had occupied stores and stations buying water and food, but they were rapidly redirected since then and taken care of from the moment they had entered the country.

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Jan 2016 hastuUNI Heft Nr. 63 0

Der Unbequeme

Bei seinen Zeitgenossen umstritten, ist der Philosoph Anton Wilhelm Amo heute weitgehend unbekannt. Dabei zählt seine Lebensgeschichte zu den wohl erstaunlichsten des 18. Jahrhunderts. Besonders die MLU ist eng mit dem Namen von Europas erstem afrikanischem Akademiker verbunden.

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Illustration: Katja Elena Karras

Der Mann, der 1747 an Bord eines Schiffes Richtung Ghana geht, ist kein gewöhnlicher Reisender. Seine Schriften und Äußerungen verursachen bei Gelehrten und Philosophen in ganz Europa manch besorgtes Stirnrunzeln, seine weitere Anwesenheit auf dem fortschrittlichsten aller Kontinente ist unerwünscht. Denn allein schon seine bloße Existenz droht das von Überlegenheitsgefühl und Rassismus dominierte Weltbild der Europäer aus den Angeln zu heben.
Geboren um das Jahr 1703 im ghanaischen Dorf Nkubeam wird der junge Amo von Niederländern versklavt und an den Adeligen Anton Ulrich von Braunschweig und Lüneburg-Wolfenbüttel verschenkt. Unter seinem neuen, eingedeutschten Taufnamen dient »Anton Wilhelm« dem welfischen Herzog und seinem Sohn August Wilhelm als »Kammermohr«, damals eine übliche Dienstbotenposition an den meisten Fürstenhöfen. Dank der modernen Einstellung des Fürsten erhält er Zugang zu humanistischer Bildung und erlernt insgesamt sechs Sprachen, darunter Altgriechisch, Althebräisch und Latein.
Weiterhin von Fürst August Wilhelm gefördert, absolviert er schließlich ab 1727 in Halle ein Jura- und Philosophiestudium, später wechselt er nach Wittenberg, wo er 1734 auch promoviert.

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Jan 2016 hastuUNI Heft Nr. 63 0

Eine Katastrophe mit großen Chancen

Nach fünf Jahren ist der neue Campus am Steintor fertig. Am 17. Oktober präsentierten sich die Institute am Tag der offenen Tür. Doch vor allem die Studierenden sind nicht vollauf zufrieden.

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Foto: Katja Elena Karras

Bei leichtem Nieselregen tummelt sich eine überschaubare Menge an Besuchern mit sehr wenigen Studierenden darunter auf der großflächigen Anlage. Im Zentrum steht eine Bühne, auf der es Live-Musik, Schauspiel und Poetry Slam zu sehen und zu hören gibt. In unmittelbarer Nähe informieren die Hochschulgruppen, das International Office und das Universitätssportzentrum an Ständen über ihre Programme. Sammelpunkte sind aber vor allem der vorweihnachtliche Glühwein- und der Bratwurststand sowie die neu eröffnete Cafeteria. »Schick« sähe sie ja aus, sagt eine Studentin im Vorbeigehen. Eine Kommilitonin wiederum findet sie zu »nackig« und »aufpoliert«. Ein Blick ins Innere verrät: Hier gibt es belegte Brötchen, süße Backwaren, Kaffee und kalte Getränke. Ein Student möchte mit seinem Studierendenausweis bezahlen, hat aber nicht mehr genügend Guthaben. »Ein Kartenaufladegerät haben wir hier leider nicht«, sagt eine Mitarbeiterin. Im großen Aufenthaltsraum herrscht reges Treiben. Die Cafeteria scheint Fluchtort vor dem Niederschlag zu sein.

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Jan 2016 English hastuUNI Heft Nr. 63 0

Studiengeflüster

261 Studiengänge an 10 Fakultäten bietet die MLU, eine beinahe unübersichtliche Anzahl. In unserer Rubrik »Studiengeflüster« stellen unsere Autoren kurz und knapp interessante Aspekte ihres eigenen Studiums vor. Teil 7: “The March Continues”- For MLU student Isabel Neumerkel, a guest lecture on the American Civil Rights Movement became a lasting experience, far beyond her studies.

Civil Rights Memorial in Montgomery Alabama // Foto: Isabel Neumerkel

„We will not be satisfied until justice rolls down like waters, and righteousness like a mighty stream.» This is what Martin Luther King Jr. said in his famous „I Have a Dream» speech in 1963, paraphrasing from the Book of Amos. But what has become of his dream of racial equality today? Has it come true?
An iconic image not only for students of American cultural studies is that of Martin Luther King standing on the steps of the Lincoln Memorial in Washington D.C., addressing over 250,000 civil rights supporters and calling for an end to racism. His speech is an example of the many powerful moments that characterize the Civil Rights Movement. But he is also one of the martyrs who lost their lives in the struggle for freedom. Their names and the major events of the movement between 1954 and 1968 are inscribed on the Civil Rights Memorial in Montgomery, Alabama. Inspired by Dr. King’s paraphrase, there is a film of water flowing over the black granite monument.

„If you look at it in terms of 50 years, we have come a long way,» says Lecia Brooks, director of the Civil Rights Memorial Center (CRMC), „but we can all agree that justice is not rolling down like waters just yet.» The memorial center was created to deepen people’s understanding of the Civil Rights Movement and to remember those who sacrificed their lives for justice, equality and human rights. But it also reminds visitors of the fact that intolerance and injustice still exist in our societies today.

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Nov 2015 hastuPAUSE 0

Journalisten als Prügelknaben

An Rempler gegen Tagesschau-Reporter montags im Fernsehen hat man sich gewöhnt. Jetzt wurde ein Journalist des Tagesspiegels in Berlin von hinten niedergeschlagen. Gedanken einer Hobbyjournalistenredaktion zur aktuellen Enthemmung in Teilen der Gesellschaft.

Foto: Johanna Sommer

Foto: Johanna Sommer

Es ist kaum noch eine Notiz im montäglichen Berichterstattungswahnsinn. Ein Fotograph einer Lokalzeitung wird beleidigt, eine Redaktion berichtet über Bedrohungen, »Lügenpresse«-Sprechchöre hallen nicht nur in Dresden durch die Straßen. Rempler gegen Berichterstatter gehören in Pegida-Kreisen ohnehin zum guten Ton. Nun ist es am 2. November in Berlin zum traurigen Höhepunkt gekommen. Nach dem Ausruf »Du […] linke Drecksau« wurde ein Kolumnist des Tagesspiegels angegriffen und niedergeschlagen. Mehr, mehr, mehr

Okt 2015 hastuPAUSE Heft Nr. 62 Rubrik 0

Der Hallische Zufall

Der »Hallische Zufall« ist die Kolumne der hastuzeit. Darin schildert Tobias regelmäßig Momente und Begebenheiten der hallischen Ab- und Besonderlichkeiten. Diesmal geht es um den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse – oder einfach um die HAVAG.

Illustration: Anne Walther

Illustration: Anne Walther

Es gibt diese Momente, in denen der Hallische Zufall die gelegentlich durchbrechenden Hassgefühle der Saalestädter auf ihren Nahverkehr sehr gut nachvollziehen kann. An sich mag der Hallische Zufall Tramfahren. Bleibt das Smartphone in der Tasche, kann man Gespräche belauschen, Leute beobachten oder einfach mal durchschnaufen. Wobei es da ja schon anfängt mit der zweifelhaften Beziehung: Die Sommerhitze im Innenraum lässt sich eigentlich nur mit dem weit schlimmeren Gedanken an die schrecklich trockene, grippeviren-geschwängerte Heizungsluft im Winter ertragen.

Aber das sind Kleinigkeiten im Vergleich zu den Hassgefühlen, die aufkommen, wenn an der Endhaltestelle Kröllwitz zwischen der Linie 4 und 7 gewechselt werden muss. Dem Fahrplan sei Dank fährt die 7 dort nämlich eine halbe Drehung. Dies ist insofern von Bedeutung, als dass während dieser Drehung die Linie 4 abfahrbereit in den Blick des Fahrgastes kommt. Auf der Abfahrtsanzeige leuchtet das ebenso drohende wie gefürchtete »Sofort«. Entgegen besseren Wissens keimt ein Gedanke auf: Vielleicht wartet sie ja diesmal. Doch kurz bevor die 7 gänzlich zum Stehen kommt, wird die naive Hoffnung zerschlagen. Die 4 setzt sich in Bewegung. Der Hallenser wartet nun 15 Minuten auf die nächste Bahn. Schon immer hat sich der Hallische Zufall gefragt, ob Tram-Fahrer in solchen Momenten Schadenfreude, Gleichgültigkeit oder Mitgefühl empfinden. Fragt man die Händelstädter solcherart Fragen, erklingen mehrheitlich Klagen über diese Fahrer aus der Hölle ohne Empathie und Freundlichkeit. Doch der Hallische Zufall kennt auch die Anderen, die Aufrechten, fast Engelhaften: Besonders gut zu beobachten sind diese an solchen Straßenecken, wo gleich hinter der Haltestelle eine Ampel auf Rot zeigt. Die Tram muss dann direkt wieder halten, und wenn dann noch ein hoffnungslos verspäteter Studierender angerannt kommt, passiert zuweilen das Unglaubliche: Der Fahrer öffnet, ohne dazu verpflichtet zu sein, die Türen erneut, und der Gehetzte darf mitfahren. Es gibt sie also, die freundlichen Fahrer. Mehr, mehr, mehr

Okt 2015 hastuUNI Heft Nr. 62 Rubrik 0

Studiengeflüster

261 Studiengänge an 10 Fakultäten bietet die MLU, eine beinahe unübersichtliche Anzahl. In unserer Rubrik »Studiengeflüster« stellen unsere Autoren kurz und knapp interessante Aspekte ihres eigenen Studiums vor. Teil 6: Warum reden bald Theologen, Juristen, Biowissenschaftler und Ethiker über eine neue Gentechnik-Revolution?

Grafik: Vossman (CC BY-SA 3.0) https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pre-mRNA-1ysv-tubes.png

Grafik: Vossman (CC BY-SA 3.0)
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pre-mRNA-1ysv-tubes.png

Crispr/Cas: Mittlerweile hört man immer häufiger davon, mehrere Zeitungen fangen an, darüber zu berichten. Die Schilderungen sind wahlweise euphorisch über die neuen Behandlungsmöglichkeiten oder aber verhalten und vorsichtig, da der komplette Kontrollverlust über die Gentechnik drohe. Es geht um ein neues Verfahren, welches sich Crispr/Cas nennt. Doch was ist das und warum werden darüber zukünftig wahrscheinlich Ethiker, Juristen, Biowissenschaftler und Theologen Diskussionen führen? Der Grund ist ein bakterieller Komplex, der zur Abwehr gegen Viren genutzt wird. Denn es gibt eine unglaublich große Zahl Viren, die spezialisiert Bakterien befallen. Diese entwickeln dagegen einen Abwehrmechanismus, der sehr effizient die Nukleinsäure DNA, also den Bauplan der Viren, zerkleinert. Mehr, mehr, mehr