Mai 2012 hastuUNI Nr. 42 0

(K)Eine normale Studentin …

Nicole studiert Lern- und Sprachbehindertenpädagogik mit dem Fach Mathematik an der MLU. Eigentlich führt sie ein ganz normales Studentenleben. Aber eben nur eigentlich.

Ein voller Hörsaal. Recht konzentriert folgen die meisten Studierenden der Vorlesung. Einige gucken gelangweilt. Andere schreiben fleißig mit. Aus dem Hintergrund kommt Getuschel. Eine ganz normale Vorlesung. Doch eine Studentin verhält sich anders. Obwohl sie in der vordersten Reihe sitzt, schaut sie die Folien durch ein kleines Fernrohr an. Ohne dieses spezielle Monokular könnte sie die Präsentation nicht lesen, denn Nicole ist seit der Geburt auf dem rechten Auge blind. Links bleibt ihr eine Sehkraft von 20 Prozent, verursacht durch die Augenkrankheiten Grüner Star, Grauer Star und Augenzittern. Mehr, mehr, mehr

Mai 2012 hastuUNI Nr. 42 0

Gedankenraub

Nicht erst seit zu Guttenberg wird man bei Hausarbeiten vor der »Übernahme fremder Gedanken ohne entsprechende Kennzeichnung« gewarnt. Auch die MLU hat erst vor kurzem ihre eigenen Regeln dazu aufgestellt.

Illustration: Susanne Wohlfahrt


»Wenn ich in Ihrer Hausarbeit ein Plagiat finde, dann wird die Leistung als nicht bestanden bewertet.« So oder so ähnlich erklingt es in Seminaren der frisch eingeschriebenen Studierenden. Die tägliche Drohung, dass ein falsch zitiertes Wort die universitäre Karriere zerstören könnte, schleciht sich in die Gedanken der Erstsemester. Gleich zu Beginn zeigt sich dann auch der enorme Aufwand des Zitierens.

Aber wie soll man sich das alles merken? Angst macht sich unter den Studierenden breit. »Doch ist diese unbegründet«, so die Meinung von Prof. Dr. Christoph Weiser, Prorektor für Studium und Lehre an der MLU. »Man kann nicht einfach sagen: Da hat jemand wortwörtlich mal einen Satz genommen, ohne den kenntlich zu machen, und damit ist die Arbeit gleich mit fünf zu bewerten.« Denn letztlich geht es darum, wie groß der Anteil der Plagiate zum Gesamttext ist. Vergisst man lediglich einmal, ein Zitat richtig zu kennzeichnen, dann ist das noch lange kein Grund durchzufallen. Machen nicht gekennzeichnete Zitate aber den Großteil der Arbeit aus, dann muss man mit ernsthaften Konsequenzen rechnen. »Die Zwangsexmatrikulation ist sicher das schärfste Mittel, das man verteilen kann«, sagt Prof. Dr. Weiser. Zu dieser Maßnahme wird aber extrem selten gegriffen, besonders an deutschen Universitäten. Mehr, mehr, mehr

Mai 2012 hastuUNI 0

Zwischen Parteiprogramm und Hochschulrealität?

Hochschulgruppen auf dem Stimmzettel

In zwei Tagen habt Ihr Wahl – Ihr könnt die neuen studentischen Vertreter für Fakultätsrat und Senat sowie die Gremien Studierendenrat und Fachschaftsrat neu wählen. Auf den Zetteln stehen aber nicht nur eine Menge einzelne Namen, sondern auch Listen, die zum Teil auf Hochschulgruppen basieren. Was sich hinter deren Kürzeln verbirgt und welche politischen Ziele sie an der Uni haben, hat hastuzeit nachgefragt. Mehr, mehr, mehr

Mai 2012 hastuINTERESSE 0

Wir suchen Eure Zeichen!

hastuzeit sucht Eure Kunstwerke und Kritzeleien, die Ihr während Vorlesungen und Seminaren so produziert!

Vielleicht habt Ihr unseren Aufruf schon bei stud.IP schon gesehen? Für unsere nächste Ausgabe haben wir uns eine kleine Mitmach-Aktion überlegt: Wir wollen Eure Zeichen haben! Denn jeder kritzelt in Vorlesungen und Seminaren (oder zu Hause, in der Freizeit, überall?) irgendwie auf einen Blatt Papier rum – wir wollen jetzt wissen, was das alles ist. Mehr, mehr, mehr

Mai 2012 hastuUNI 3

Vier Stimmzettel und eine Hochschulwahl

Am 23. Mai könnt Ihr an der Uni Euer Wahlrecht ausüben. Für alle Neulinge und Fortgeschrittenen hier die wichtigsten Fakten.

Senat und Fakultätsrat, Studierendenrat und Fachschaftsrat: Warum bekommt Ihr gleich so viele Stimmzettel in die Hand? Auf zwei Zetteln wählt Ihr, wer Eure Interessen in den Gremien der Universität vertritt. Weitere zwei Stimmzettel betreffen die Studierendenschaft, den gesetzlich verankerten Zusammenschluss der Studierenden innerhalb der Hochschule. Mehr, mehr, mehr

Apr 2012 hastuINTERESSE Nr. 41 0

Die nächste Gesellschaft

Das Schlagwort der modernen Gesellschaft ist Krise. Sie scheint allgegenwärtig zu sein und die Vorteile einer medial verknüpften Welt zu überstrahlen. Doch wie stabil ist die moderne Gesellschaft überhaupt noch?

»Wir können keine Sprache erfinden, wir sind immerhin Sprache.« Diese Meinung vertritt der Soziologieprofessor Dr. Reinhold Sackmann, denn für ihn ist die Gesellschaft mehr als nur ein Haufen zahlreicher Menschen. Die Gesellschaft sei vielmehr eine Ansammlung gemeinsamer Werte, Kommunikation und Kooperation. Diese geht so weit, dass man letztlich aufeinander angewiesen ist. Mehr, mehr, mehr

Apr 2012 hastuINTERESSE Nr. 41 0

Die vergebliche Suche nach dem Gleichgewicht

»Finde dein Gleichgewicht!« So oder ähnlich lauten die Titel von Ratgebern für alle möglichen Lebenslagen. Wie praktisch, dass der Mensch eigentlich von Natur aus mit einem Gleichgewichtssystem ausgestattet ist.

Die Straße scheint plötzlich leicht bergauf zu gehen, oder doch bergab? Herr B. macht einen Schritt ins Leere, stolpert leicht und beginnt zu schwanken. Noch ein Schritt, noch mehr Schwanken. Erst als er am rettenden Laternenpfahl etwas zum Festhalten gefunden hat und kurz ausruht, kehrt sein Gleichgewichtsgefühl langsam zurück. Mehr, mehr, mehr

Apr 2012 hastuINTERESSE Nr. 41 0

Planstau

»Net schwätze, blockiere« ist das Motto heutiger Bürgerbewegungen. Doch inwieweit können solche Proteste die Stabilität geplanter Projekte gefährden? Bei einem Interview mit der Politologin Dr. Skadi Krause sind wir dieser und auch anderen Fragen auf den Grund gegangen.

Foto: www.campact.de

Was macht Planungsprozesse in der Bundesrepublik so schwierig?

Spätestens seit Beginn der 90er-Jahre ist eine zunehmende Diskrepanz zwischen den Haushaltsmitteln für die Infrastrukturfinanzierung und dem tatsächlichen Mittelbedarf zu beobachten. Anstatt aufgrund dieses hohen Finanzbedarfs auf ehrgeizige Projekte zu verzichten und politisch sinnvolle und finanziell darstellbare Konzepte zu entwickeln, spart man überall ein bisschen. Die Folge ist, dass heute Projekte umgesetzt werden, die vor zwanzig oder dreißig Jahren konzipiert wurden. Sie haben jedoch mit den heutigen Bedürfnissen der Bürger nicht mehr viel gemein.

Ein Beispiel für eine schlechte Realisierung eines Infrastrukturvorhabens stellt Stuttgart 21 dar. Seit 18 Jahren ist das Projekt geplant, aber noch nicht umgesetzt. Welche Gründe gibt es dafür?

Das Projekt Stuttgart 21 war wegen seiner Finanzierbarkeit, Wirtschaftlichkeit, Auswirkungen auf den regionalen Nahverkehr und Umweltverträglichkeit lange umstritten. Offiziell handelt es sich um ein eigenwirtschaftliches Projekt der Deutschen Bahn AG, also nicht um ein Projekt des Bedarfsplans für die Schienenwege des Bundes. Doch ein Großteil der Mittel stammt aus öffentlichen Kassen. Dennoch wurden dem Bundestag die Zahlen zur Wirtschaftlichkeit des Projektes mit der Begründung verweigert, es handle sich um ein Projekt der DB AG und die Zahlen seien deren Betriebsgeheimnis. Mehr, mehr, mehr