Jan 2015 hastuPAUSE Nr. 58 0

»Verliebt, verlobt … verrückt?«

Warum alles gegen die Ehe spricht und noch mehr dafür

Illustration: Anne Walther

Illustration: Anne Walther

In ihrem gleichnamigen Buch gehen Amelie Fried und Peter Probst, die eigentlich nie heiraten wollten, der Frage nach, ob man verheiratet und trotzdem glücklich bleiben kann.

Die Moderatorin und erfolgreiche Autorin, Amelie, verfasste bereits zahlreiche Bestseller und wurde unter anderem mit dem Bambi-Preis (TV-Moderation) und dem Deutschen-Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Ihre Romane »Traumfrau mit Nebenwirkungen«, »Am Anfang war der Seitensprung«, »Der Mann von Nebenan« und »Rosannas Töchter« wurden verfilmt. Die Drehbücher zur Verfilmung schrieb meist ihr Mann, Peter. Der Grimme-Preisträger verfasste außerdem Drehbücher für »Tatort« oder »Polizeiruf 110«. Seit 1990 sind beide Autoren miteinander verheiratet und haben zwei Kinder. Mehr, mehr, mehr

Jan 2015 hastuPAUSE Nr. 58 0

Der Schall des Theaters

Am Donnerstag, den 8.1.2015 veranstaltete das Theater Mandroschke zum sechsten Mal einen Musikabend zu ihrer erfolgreichen Unplugged-Reihe. Die rein akustische Darbietung kam diesmal von der Rockband Pussy Shock.

"Pussy Shock" unplugged. Foto: Katja Karras

»Pussy Shock« unplugged. Foto: Katja Karras

In der Rudolf-Ernst-Weise-Straße 4/6 befindet sich hinter der »Arche«, einem Vorderhaus mit Proberäumen verschiedener Bands, durch den kleinen Hof hindurch, das Theater Mandroschke. Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis die eindringlichen Klänge die eigentliche Schauspielbühne erreichen sollten. Möglich gemacht hat das Torsten Jahnke, leidenschaftlicher Konzertgänger und Musikkenner. Er ist seit zwei Jahren Stammgast und mit den Inhabern des Theaters befreundet. Durch sein freiwilliges Engagement koordinierte er auch den heutigen Abend. Mehr, mehr, mehr

Jan 2015 hastuPAUSE Nr. 58 0

Undercover bei Pegida

Man hört viel von Pegida, aber dabei zu sein ist etwas anderes.

Illustration: Marcel Wiessler

Illustration: Marcel Wiessler

Was Pegida genau ist, weiß der lockige Wirt nicht, der mich zwei Stunden vor Beginn der Demonstration mit Wodka Wyborowa und Bier versorgt. Aber selbst sein Barpersonal sei dafür oder dagegen polarisiert. Es gebe unzählige Gründe, warum die Menschen zu solch einer Veranstaltung gehen. Jeder, der seiner Unzufriedenheit Luft machen wolle, könne dort mitmarschieren.

Um 18.30 Uhr bin ich dann pünktlich auf der nasskalt verregneten Cockerwiese, zwischen 18 000 Anderen, die lautstark »Wir sind das Volk« propagieren. Ein überwältigendes und besorgniserregendes Erlebnis. Die Chöre weit rechts in der Ferne beginnend, immer lauter werdend, bis man im Zentrum der Rufenden ist und dieses Stimmengewitter nach links abzieht, langsam leiser wird und dann – wie ein Echo, das an einem hohen Berg reflektiert wird – wieder zurückkehrt. Mehr, mehr, mehr

Jan 2015 hastuPAUSE Nr. 58 0

Kurz vor den Wehen

Leben als schwangere Studentin, Teil 3: Von hechelnden Walen und marinepinken Kinderzimmern

Foto: Torsten Mangner (CC BY-SA 2.0) flickr.com/photos/alphaone/2916235582/

Foto: Torsten Mangner (CC BY-SA 2.0)
flickr.com/photos/alphaone/2916235582/

Die erste Hälfte der Schwangerschaft ist geschafft! Die anfänglichen Beschwerden sind vorüber, und Wehwehchen wie Rückenschmerzen oder schwere Beine machen sich noch nicht bemerkbar. Der ideale Zeitpunkt, um noch einmal ungestört in den Urlaub zu fahren, sich im Kosmetiksalon noch einmal ordentlich verwöhnen zu lassen oder um eine Expedition in den Dschungel der Babyausstatter zu wagen.

Wer bis zu diesem Zeitpunkt bereits akribisch Anträge für das Sozialamt oder die Mutter-Kind-Stiftung ausgefüllt hat, dürfte nun ein gut gefülltes Konto haben, das förmlich dazu einlädt, sich alle Mutterwünsche zu erfüllen. Leicht gemacht wird es einem dabei nicht, sein Kind nicht schon vor der Geburt in eine Geschlechterschublade zu stecken. Mehr, mehr, mehr

Jan 2015 hastuPAUSE Nr. 58 0

Spaß am Selberkochen

Kinder lernen gesunde Ernährung kennen: ein studentischer Verein besucht Schulen und Kitas

Foto: Jessica Wichern

Foto: Jessica Wichern

Ernährung – das ist doch ein wichtiges Thema? Aber manchmal ist gesunde Ernährung schwer umzusetzen. Besonders im stressigen Alltag kommt vor allem Gemüse oft zu kurz. Eine Pizza in den Ofen zu schieben, geht doch viel schneller, denkt man sich des Öfteren. Zwar haben Kinder noch nicht so einen stressigen Alltag, aber trotzdem greifen sie mangels Kochkenntnissen oft zu Fertigprodukten, wenn sie nicht etwas Vorgekochtes aufwärmen können oder gerade Zubereitetes bekommen. Nun ist ein Fertigprodukt einmal in der Woche kein Problem, aber bei vielen Kindern wird das zur Dauerlösung. Da der tägliche Konsum von Tiefkühlpizzen und Tütensuppen aber nicht gerade einer gesunden Ernährung entspricht, führt das bei einigen Kindern zu ernährungsbedingten Krankheiten wie Übergewicht oder Adipositas. Mehr, mehr, mehr

Jan 2015 hastuUNI Nr. 58 0

Studiengeflüster

263 Studiengänge bietet die MLU an zehn Fakultäten an, eine beinahe unübersichtliche Anzahl. In unserer Rubrik »Studiengeflüster« stellen unsere Autoren kurz und knapp interessante Aspekte ihres eigenen Studiums vor. Teil 7: Sklavenhandel in Afrika – keine rein europäische Geschichte

Foto: National Museum of  America (CC BY-NC 2.0)  flickr.com/photos/nationalmuseumof americanhistory/8362039752

Foto: National Museum of
America (CC BY-NC 2.0)
flickr.com/photos/nationalmuseumof
americanhistory/8362039752

Bereits vor dem Eintreffen der europäischen Großmächte in Afrika hatte der Kontinent eine lange und blutige Geschichte der Sklaverei hinter sich. Im Rahmen meines Nebenfaches Geschichte belegte ich vor einigen Semestern ein Seminar, in welchem es eigentlich um die Verschleppung von Afrikanern in die Karibik ging, wo sie versklavt und meist auf den Plantagen ausgebeutet wurden. Eine Hausarbeit zum Seminar musste auch geschrieben werden, und ich beschloss, dieses Thema mit meinem Hauptstudiengang Nahoststudien zu verbinden, denn der Orient muss schließlich auch auf eine lange Geschichte der Sklaverei zurückblicken. Um das, was ich in meinen langen Recherchen für diese Hausarbeit herausgefunden habe, soll es hier gehen. Mehr, mehr, mehr

Jan 2015 hastuUNI Nr. 58 1

Das Rätsel in Rosa

Polnische und deutsche Studierende entdecken auf einer Exkursion, wie Architektur die Identität einer Stadt bestimmt

Foto: Patrick Ulm

Foto: Patrick Ulm

Ein Schloss wird gebaut, hoch über der Stadt, mit Wehrtürmen und Zinnen, Schlosstor und Balustraden. Im 21. Jahrhundert. Die Farbe: Bonbonrosa. Wer macht denn so was? Und vor allem: Warum bloß? Zwanzig Studierende aus Halle begeben sich auf die Suche nach Antworten und reisen in die westpolnische Stadt Posen.

Karsten Holste steht auf dem Marktplatz von Posen und spricht gegen den Wind an, der durch die Stadt pfeift. Er zeigt auf die schmalen, hohen Häuser, die den Platz umschließen. Hübsch sind sie, mit ihren farbigen Fassaden, den Giebel­dächern und Holzfenstern. In den Erdgeschossen der Häuser befinden sich kleine Läden und Cafés, Piroggen-Bars und Kneipen, darüber Privatwohnungen und Büros. Auf den ersten Blick stehen hier renovierte Krämerhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert. »Aber«, sagt Holste und hält inne. Die Studierenden aus Halle halten die Luft an. Sie wissen: Jetzt kommt der Holste-Tricoire-Moment. Mehr, mehr, mehr

Jan 2015 hastuPAUSE 0

Legida schadet Mitteldeutschlands Unis

Warum die Zersplitterung der Pegida-Gruppierung noch nicht deren Ende bedeutet und warum Studierende weiter Flagge zeigen sollten. Ein Kommentar

Pegida gibt es jetzt nicht nur in verschiedenen Städten, sondern auch in Dresden gleich mehrfach und ist zerstritten. Pegida, Legida und Kathrin Oertels Vereinigung. Das ist zunächst einmal eine gute Nachricht. Es ist zu erwarten, dass der Erfolg der so genannten Bewegung nun erst einmal ins Stocken gerät. Für die Universitätsstädte Mittel- und Ostdeutschlands ist das hilfreich, drohten sie doch im Pegidasumpf aus Ressentiments und vielseitiger Feindlichkeit zu versinken. Universitätsstadt zu sein, das bedeutet offen für Neues, offen für andere Ideen und Ansätze. Generell einen wissenschaftlichen aber auch gesellschaftlichen Fortschritt zu erzielen. Austausch mit anderen Kulturen ist da in jeder Hinsicht hilfreich, selbst wenn dieser nicht sofort an Universitäten oder Forschungen stattfindet. Aber auch ganz nüchtern betrachtet war das Bild, welches die Region zuletzt zeigte, sicherlich nicht förderlich für die Universitäten.

Denkt man an Professorenberufungen, freie Institutsgründungen oder die Auswahl von Tagungsorten, muss man befürchten, dass der angerichtete Schaden bereits jetzt immens ist. Insofern waren und sind die Studierenden auch aus Eigeninteresse in der Pflicht, Flagge zu zeigen gegen das Hinterwäldler-Image und gegen rechtspopulistische Strömungen. Eine Universität steht für andere Werte.

Gut also, dass ein erster Etappensieg errungen ist. Bedeutet dies nun, dass man die zersplitterte Pegida zu den Akten legen kann?

Nein, denn dafür ist die Bewegung zu zahlreich und die erzeugten Verwerfungen sind zu groß. 17000 Menschen in Dresden lösen sich nicht einfach auf, ihr Gedankengut bleibt dasselbe und gerade der Legida-Zweig in Leipzig ist offen rechtsextrem und wird weitermachen. Letzterer wird sich leichter enttarnen lassen, als das, was er ist: ein rechtsextremer Aufmarsch. Verschwinden aber wird er nicht einfach. Gerade in Leipzig sollten Studierende aus ganz Mitteldeutschland jetzt verstärkt ihre Meinung äußern, am besten gleich Freitag bei den Gegendemos. Damit auch dieser Schandfleck bald verschwindet, damit rechtem Gedankengut eine Absage erteilt wird und ja, auch damit weiterer Image- und Realschaden von den Universitätsstandorten Mitteldeutschlands abgewendet wird.