Jan 2015 hastuUNI Nr. 58 0

Geldsegen für die Hochschulen?

Welche Aussichten es für die Universitäten nach der Lockerung des Kooperationsverbots und der BAföG-Reform gibt

Foto: Christian Schoen

Foto: Christian Schoen

Nun ist es endgültig beschlossene Sache: Der Bund kann nun wieder neben den Bundesländern in die Finanzierung der Hochschulen eingreifen. Am 19. Dezember 2014 bestätigte der Bundesrat das Gesetz zur Lockerung des Kooperationsverbots, das der Bundestag schon am 13. November verabschiedet hatte. Dafür ist Artikel 91 b im Grundgesetz geändert worden. Das Kooperationsverbot, das erst 2006 beschlossen worden war, hatte die Länder bis dahin verpflichtet, dass Bildung nur von ihnen finanziert würde und sie keine Zuschüsse vom Bund annehmen dürften. Der Bund darf nun laut Gesetzesbeschluss in Fällen überregionaler Bedeutung Projekte von Hochschulen finanzieren. Mehr, mehr, mehr

Jan 2015 hastuUNI Nr. 58 0

Kein Student. Studentin …

… so heißt es auf der frisch gedruckten magentafarbenen Infokarte des Studentinnennetzwerks der MLU. Von den Zielen und der Notwendigkeit eines solchen Netzwerks für Frauen und warum das Ganze mit Feminismus nur am Rande zu tun hat.

Grafik: Studentinnennetzwerk

Grafik: Studentinnennetzwerk

Frauenquote, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau, sexuelle Belästigung an der Uni: alles mediale Dauerbrenner der letzten Monate. Diese und weitere Themen sind Bestandteil der lebhaften Unterhaltungen am großen Tisch im vierten Stock des Musikinstituts. Auch wenn augenzwinkernd bemerkt wird, dass die Mitglieder des Studentinnennetzwerks an diesem Freitag knapp zwei Wochen vor Weihnachten in erster Linie zusammengekommen sind, um den Abend in gemütlicher Runde bei Glühwein und Lebkuchen zu begehen. Früher am Tag hat das Netzwerk einen Workshop zum Thema »Gezielt Netzwerken und Karriereplanung« durchgeführt, natürlich werden auch einige Inhalte und Ideen der vergangenen Stunden besprochen. Mehr, mehr, mehr

Jan 2015 hastuPAUSE Nr. 58 0

Was macht die Kunst?

Welcome to the next level. Im Videospielmodus hinein in Halles Kunstwelt

Werke von Karla Zipfel (Atelier Oleariusstraße) Foto: Tobias Hoffmann

Werke von Karla Zipfel (Atelier Oleariusstraße)
Foto: Tobias Hoffmann

Tausend Euro für einen Haufen zusammengeklebten Müll von der Straße – eine sozialkritische Plastik.

Ein Dreieck in roter Farbe an die Wand gemalt. Hunderte Besucher nachdenkend, begeistert davor – ein Kunstwerk gegen den Zeitgeist.

Nicht verwegen zu behaupten, dass dies beim Gedanken an Kunst gängige Überlegungen sein mögen. Die Kunst ist oft ein Außenseiter, eher geduldet als beachtet. Musik dagegen, omnipräsent, erfassbar, tanzbar, attraktiv. Ein Leben ohne Musik nicht vorstellbar. Und die Künstler, die Kunsthochschule in Halle? Was verbindet man damit? Gute Partys ja, aber sonst? Schweigen. Doch es ist kein verneinendes, eher ein ahnungsloses, unwissendes. In Halle ist mit der Kunsthochschule Burg Giebichenstein eine europaweit anerkannte Institution beheimatet, 2015 feiert sie ihr hundertjähriges Bestehen. Es gibt zahlreiche Ateliers, Ausstellungen und Künstler. Also was macht die Kunst? Mehr, mehr, mehr

Jan 2015 hastuPAUSE Nr. 58 0

Halles heimliche Einmaligkeiten

Ob alteingesessen oder neu zugezogen: Halle hält für jeden noch die eine oder andere Überraschung bereit. Eine kleine Orientierung für die eher unbekannten Juwelen der Stadt.

Illustration: Anne Walther

Illustration: Anne Walther

Advokatenweg

Altbau- und Villenviertel mit idyllischen Vorgärten. Für alle Hallenser und Hallunken, die das Paulusviertel schon besser kennen als ihre Westentasche, ist dies die ideale Gelegenheit ein neues schönes Fleckchen der Stadt kennenzulernen.

Burg Giebichenstein

Sie liegt malerisch am Ufer der Saale und wird nicht nur von den Studierenden der Hochschule für Kunst und Design besucht. Ein Abstecher in das burgeigene Freilichtmuseum, auf den Turm und in den Park ist ohne Zweifel empfehlenswert.

Eichendorff-Bank

Steigt man die Treppen gegenüber dem Kino Luchs hinauf, gelangt man an zu einem Kleinod der Stadt. Eine Bank und ein behauener Stein auf einer Lichtung mit einem fantastischen Ausblick auf die Burg Giebichenstein, der Joseph von Eichendorff das Gedicht »Bei Halle« gewidmet hat, nachdem der Dichter in Halle einen Teil seines Studiums absolvierte. Wer einmal fernab des Trubels die Seele baumeln lassen möchte, ist hier gut aufgehoben. Mehr, mehr, mehr

Jan 2015 hastuPAUSE Nr. 58 0

In den Straßen von Hiroshima

Eine Rezension zu einem erschreckend anderen Comic

Band 1: Carlsen Verlag, 304 Seiten, 12.00 EUR

Band 1: Carlsen Verlag, 304 Seiten, 12.00 EUR

Sie mögen aussehen wie gewöhnliche Zeichnungen, sind es aber nicht. Sie schreien. Ein lautloser Schrei, einer, der einem nichtsdestotrotz durch Mark und Bein geht. Ein kollektiver Ausdruck des Entsetzens und der Qual. Menschen, die Minuten zuvor noch voller Leben und Hoffnung waren – aus ihren Gesichtern spricht nichts mehr davon.

Sie haben keine mehr. Wortwörtlich.

Das ist »Barfuß durch Hiroshima«. Mehr, mehr, mehr

Jan 2015 hastuPAUSE Nr. 58 0

Seltsame Zeit

Zum Jahreswechsel ein sehr persönlicher Rückblick. Über Freude und Leid eines Jahres und was man daraus lernen kann.

Foto: Christian Schoen

Foto: Christian Schoen

2014 begann für mich in Trauer, Weihnachten 2013 war meine Oma gestorben. Der erste Mensch in meiner Familie, den ich gehen gesehen habe. Wir hatten sie anderthalb Jahre durch das Auf und Ab ihrer weit fortgeschrittenen Krankheit begleitet, bis es nur noch abwärts ging. Sie hatte Krebs, wie leider so viele Menschen.

Besonders schlimm daran waren das langgezogene Leiden und die Ungewissheit, wie lange man noch zusammen Zeit haben würde. Ihr Tod konnte ab dem Zeitpunkt der Diagnose morgen, nächste Woche, nächsten Monat oder nächstes Jahr kommen. Plötzlich konnte sich ihr Zustand rasch verschlechtern, andere Wochen waren wiederum den Verhältnissen entsprechend richtig gut. Außerdem kommt da jedes Mal ein anderer Mensch aus dem Krankenhaus, beim ersten Mal allein zehn Kilo schmaler. Und auch vom Verhalten her wurde sie immer schwieriger, sie bemerkte es oft selbst. Ich glaube, eigentlich hatte ich ihren Tod zum großen Teil schon verarbeitet, bevor sie überhaupt starb. Es war ein sehr langes Abschiednehmen. Mehr, mehr, mehr

Jan 2015 hastuPAUSE Nr. 58 0

Ma’atwärts

Auf den Spuren der neuen alten Ägypter. Einblicke in eine ungewöhnliche Praxis, die das Potenzial hat, in einer chaotischen Welt aufzuräumen.

Illustration: Robert May

Illustration: Robert May

Kemet. Der Eigenname des fruchtbaren Nillandes, das wie kein anderes die Menschen durch seine Beständigkeit, seinen Zauber beeindruckt. Eine stumme Macht geht von ihm aus, die bis heute wirkt. Eine Kraft, die global und regional engagierte Leute unter der spirituellen Bewegung des Kemetismus vereint. Doch was macht diese Menschen aus? Eine Unterhaltung hat so manchen Blick hinter sonst verschlossene Vorhänge gewährt. Mehr, mehr, mehr

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Nase voll?!

»Checkpoint C« bietet Crystal-Konsumenten eine anonyme Sprechstunde in Halle

Foto: Christian Schoen

Foto: Christian Schoen

Das Projekt »Checkpoint C« ist eine von Studenten der Medizin und der sozialen Arbeit ehrenamtlich geleitete Sprechstunde für Crystal-Konsumenten und deren Angehörige. Hier kann man sich nicht nur anonym beraten lassen, sondern auch einen kostenlosen Gesundheitscheck bekommen. Um mehr zu erfahren, haben wir uns mit Julia Walta unterhalten; sie studiert soziale Arbeit und arbeitet an dem Projekt mit.

Wer ist an dem Projekt Checkpoint C beteiligt?

Wir sind Studenten der Medizin und der sozialen Arbeit. Wir sind für dieses Projekt alle speziell ausgebildet worden – die Mediziner bei einem Suchtmediziner und wir Studenten für soziale Arbeit im Drogenhilfesystem in Halle und Umgebung. Wenn wir unsere Sprechstunde anbieten, haben wir unten aber auch Senior-Experten sitzen, auf die wir zurückgreifen können, wenn wir nicht weiterkommen. Aber in der Sprechstunde selbst sind nur wir. Mehr, mehr, mehr